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Ausbildung zum Systemsklaven

Geschrieben
Eine MMnews Umfrage ergab: An den Universitäten findet das Thema "Finanzkrise" nicht statt. Aufforderung an Studenten, mit Professoren Geld+Krise gezielt zu thematisieren. Antwort: Geht nicht. Müssen Punkte sammeln. Sind im Bachelor-Stress.

Ziel des Bologna-Prozesses war es u.a., den Lehrumfang der Studiengänge auf die Ausbildung zu Fachkräften zu reduzieren.

 

Zu den damit verbundenen Änderungen gehört es auch, die Studenten übermäßigem Stress und existenzieller Angst auszusetzen, um ihnen keine Zeit zur kritischen Reflexion mehr zu lassen.

 

MMnews linked.gif

 

Chefredakteur und Herausgeber: Michael Mross

www.mross.de

Featured Replies

Geschrieben

Ich sehe mehr praxis- und realitätsbezug -zB Stress und Leistungsdruck- nicht negativ, wir reden da von erwachsenen Menschen, die auf Kosten der Allgemeinheit -die um u.a. die Universitäten zu finanzieren durchaus im Stress ist und auch einem hohen Leistungsdruck ausgesetzt ist- eine höherwertige Ausbildung erhalten!

 

Das ganze Universitätswesen krankt, auf Kosten der Steuerzahler werden Studien finanziert, bei denen dem Studienabschluss mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Arbeitslosigkeit folgt, das ist dann das Ergebnis von 4 Jahren Volksschule, 8 Jahren Gymnasium + einigen Jahren auf der Uni, Kosten für den Steuerzahler sechsstellig, Nutzen eher fraglich.

 

Leider ist das aber nicht auf die "lustigen" Studien -a la Germanistik, Skandinavistik, Ägyptologie etc.- beschränkt, in AT studieren zur Zeit rund 1000 Menschen Architektur, selbst bei einer Studiendauer von 14 Semestern ergibt das Jahr für Jahr 140 neue Architekten, und das in einem Land mit knapp über 8 Mio Einwohner!

 

Das ist hochgradig schwachsinnig, einerseits finanziert die Allgemeinheit einen Bildungsweg, der in die Arbeitslosigkeit führt und andererseits wird damit jungen Menschen ihre Zukunft "geraubt".

Geschrieben

In den letzten Jahrzehnten wurde die Idee des Studiums grundsätzlich ad absurdum geführt.

Die Grundidee von Universitäten ist die Forschung und die Anreicherung des Wissens einer Nation bzw. einer Gesellschaft.

 

Nun ist es schon seit Generationen so, dass das Studium nur noch zum Erlangen einer besseren Berufs-Ausbildung dient - Forschen und gemeinnützige Wissenserweiterung sind sekundär - was will man also erwarten ... die Zukunft für die Unis ist ganz dunkel.

Geschrieben

Eines der Probleme am Auftrag Lehren und Forschen ist simpel, das liebe Geld fehlt, und das ist u.a. auf enrom gestiegene Zahlen von Studierenden zurückzuführen, manche Fächer sind in AT derart überlaufen -u.a. von dt. NC "Flüchtlingen"-, dass ein einigermassen vernünftiger Studienbetrieb nicht mehr möglich ist.

 

Entweder mehr Geld für die Universitäten (wobei ich bei Betrachtung der finanziellen Situationen der diversen Staaten nicht davon ausgehe) oder weniger Studierende.

Geschrieben

Googel Mal beim Eichelburg, da gabs vor paar Monaten einen super Artikel über unser Unversitätensystem. (hartgeld.com)

 

Wer Geld verdienen möchte braucht keinen Titel. (-> siehe Traden)

 

Wer einen Titel braucht soll studieren gehen.

 

Wem die Wissenschaft tatsächlich interessiert, soll auch wirklich studieren.

Geschrieben
Wer Geld verdienen möchte braucht keinen Titel. (-> siehe Traden)

 

Sehe ich auch so, die meisten meiner Kollegen haben MBA, MSC oder sogar PhD hinter ihrem Namen stehen, bei Bewerbungen von Berufseinsteigern gibt es faktisch keine Chance für Leute ohne Hochschulabschluss, wenn ich mir aber die diversen Rankings ansehe, die intern veröffentlich werden, dann spielt das aber keine Rolle.

 

BTW: Ich habe dem Bildungssystem nach 5 Klassen Gymnasium ade gesagt, Karriere mit Lehre hat mir besser gefallen, wobei der erlernte Beruf später nie ausgeübt wurde.

Geschrieben
BTW: Ich habe dem Bildungssystem nach 5 Klassen Gymnasium ade gesagt, Karriere mit Lehre hat mir besser gefallen, wobei der erlernte Beruf später nie ausgeübt wurde.

 

Mehr oder weniger zwangsläufig machen hier im Osten Deutschlands ca. 50% der Leute die ich im Alter von 30-50 kenne schon recht lange nicht mehr das was sie ursprünglich mal gelernt haben, studiert haben früher auch nur recht wenige eines Jahrgangs (vielleicht 10% wenn überhaupt so viele).

 

Trotzdem kommen die meisten gut zurecht, das Leben bietet viele Wege.

 

Schade finde ich dass der qualitativ einmal hochwertige Status des Facharbeiters durch die Inflation der Abschlüsse immer mehr entwertet wird.

 

Lutz

Geschrieben

Wenn ich Mross und Eichelburg lese, bin ich dann doch froh, dass es Leute gibt, die trockene, modell-theoretische, mathematisch geprägte Grundagenkurse zu Makroökonomie, Geldtheorie und -politik belegen müssen. (Alles ist relativ....) Gibt zumindest eine Grundlage. Fehlt sicher viel - Geschichte, Anwendungsbeispiele ("Cases"), Wissenschaftstheorie, andere Strömungen (Österreichische Schule, Marx, usw.), soziapsycholgische und soziologische Ansätze.....aber es besteht die Chance, dass man nicht auf solchen populistischen Verschwörungsblödsinn hereinfällt. Und vielleicht gibt es auch das ein oder andere Seminar, das sich dann tatsächlich mit der Krise beschäftigt. Und wenn nicht, gibt es z.B. dieses Buch, jetzt auch auf deutsch.

 

Reinhart, Rogoff - Dieses Mal ist alles anders

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