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Zehn Tote bei Massenpanik auf Love Parade

Geschrieben

Tragisches Unglück in Duisburg - läuft gerade über die Ticker

 

In Duisburg sind bei einer Massenpanik vor dem Love-Parade-Gelände mindestens zehn Menschen getötet worden. Mindestens zehn Menschen wurden schwer verletzt, einige müssen nach Polizeiangaben reanimiert werden. Noch haben die Veranstalter die Feiernden nicht über das Unglück informiert.

 

Duisburg: Zehn Tote bei Massenpanik auf Love Parade - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama

 

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,708331,00.html

 

http://news.google.de/

Featured Replies

Geschrieben

 

Wir wohnen ja nur 5 km entfernt vom Veranstaltungsort: Was ich echt unverantwortlich finde ist, dass bei 2-3 Mio. erwarteten Besuchern ein Gelände zur Verfügung gestellt wird, auf das max. 500 Tsd. passen. Und die werden dann noch durch einen einzigen, engen Tunnel auf das Gelände gelassen. Da können sie in den Medien noch so viel reden und als Auslöser der Panik ein paar Leute bezichtigen, die über die Absperrung klettern wollten und abgestürzt sind. Ein Großteil wurde einfach totgetrampelt und von den Schwerverletzten weiss man auch nicht, ob die durchkommen oder wleche bleibenden Schäden die davontragen... Einfach nur traurig...

 

Eine Szene der Massenpanik, hier gefunden. Auf youtube ist das Video inzwischen schon wieder verschwunden, angeblich vom Nutzer entfernt. Ich habe es mal für die Nachwelt gesichert.

http://fx.tinozi.de/Loveparade2010.mov

 

LG tinozi

Geschrieben

ich verstehe vor allem nicht, wie die Polizei das mit dem Tunnel zulassen konnte.

 

Bei uns werden ganze Stadtviertel verkehrstechnisch für Fussballspiele gesperrt damit die Besucher genügend Raum haben und da gehts nur um ein paar 10.000 Leute.

 

Wenn in einem Tunnel irgendwas zu rauchen (Blitzknaller etc.) anfängt, hat man doch sofort eine Panikwelle, selbst wenn er nur in eine Richtung freigegeben ist. Schon allein deswegen kann man sowas doch nicht machen.

Geschrieben
  • Autor

Angesichts der Tragödie mehren sich die kritischen Stimmen an den Organisatoren und möglichen Interessenskonflikten.

Stellt sich die Frage, ob hier wirtschaftliche Aspekte der Grund waren, dass man sich (wider besseren Wissens?) gegen geeignetere Sicherheitskonzepte entschieden hat.

 

An der Kompetenz des Fachpersonals kann es nicht gelegen haben (oder doch?)

 

Das endgültige Sicherheitskonzept mitverantwortet hat der Duisburger Panikforscher Michael Schreckenberg. Er verteidigte im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE die Planung. Der Tunnel, in dem es zur Massenpanik gekommen war, sei groß genug ausgelegt gewesen, sagte der Professor für Physik von Transport und Verkehr, der mit seinem Kollegen Kai Nagel als einer der Pioniere der Stauforschung gilt. Mit stürzenden Menschen hätten die Organisatoren nicht rechnen können: "Das ist das Werk von Einzelnen." So etwas könne man nicht vorhersehen. "Das ist ein tragisches Unglück, dagegen kann man sich bei einer Masse nicht wappnen."

 

Quelle: Spiegel.de

 

 

Wusste nicht, dass McFit Hauptsponsor und Veranstalter in einem ist (bzw. war)

 

McFit ist nun Hauptsponsor bei dem oft schon totgesagten Techno-Massenspektakel. Ihr Urvater Dr. Motte mag Schallers Technoparade nicht, lästerte in seinem Weblog über Fitnesskettenwerbung und inkompetente Moderatoren. Rainer Schaller sieht das anders. „Dr. Motte war nicht mehr in der Lage, die Loveparade jung und dynamisch zu gestalten“, sagt er.

 

Quelle: FAZ

Geschrieben

Habe gerade die Pressekonferenz zum Thema verfolgt, die wirklich eine Farce war. Keine der Fragen wurde zufriedenstellend beantwortet, alle beteuerten, dass alles wie geplant gelaufen wäre, ja wenn da nicht ein paar in Panik geraten wären. Angeblich wurde im Rathaus ne Razzia durchgeführt. Bin gespannt, was die Staatsanwaltschaft ermittelt und was davon an die Öffentlichkeit dringt.

Der Veranstalter der Loveparade war auch dabei und verkündete, dass es die Loveparade "in dieser Form" nicht mehr geben würde.

Die mMn größte Frechheit war das Herunterechnen der Besucherzahlen. Vor ein paar Wochen noch krähten die gleichen Leute voller Optimismus, dass so um die 1,5 Mio. Besucher erwartet werden, jetzt sprechen sie von bestätigten 105.000 Besuchern, die mit der Bahn angekommen sind und vielleicht noch ein paar mit dem Auto. Diese Zahl von der DB ist aber von gestern 14 Uhr, als es noch gar nicht richtig angefangen hatte.

 

An unserem OB hätte ein Verhaltensforscher auch seine wahre Freude gehabt, saß mit eingezogenem Kopf da wie ein Kaninchen vor der Schlange, panische Augen und zitterndem Kinn. Da hat er sich wohl gestern nacht ein wenig zu weit aus dem Fenster gelhnt mit seiner Äußerung, dass die Panik durch die einzelnen Menschen entstanden ist und nicht durch ein fehlendes oder falsches Sicherheitskonzept. Hier mehr dazu...

 

LG tinozi

Geschrieben
ich verstehe vor allem nicht, wie die Polizei das mit dem Tunnel zulassen konnte.

 

da muß ich mich korrigieren wenn das tatsächlich so war:

 

Polizei und Feuerwehr in Duisburg hatten nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen eine eigene, weiterreichende Planung für die Millionenparty entwickelt - mit der sie sich allerdings in der Stadt nicht durchgesetzt haben.

 

Love-Parade-Tragödie: Polizei scheiterte mit Gegen-Sicherheitskonzept - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama

 

Ich dachte bisher, das die Polizei noch so eine Art letztes Wort bei Veranstaltungen hätte. Offenbar ist dem aber nicht so :cold:

Geschrieben

Ich dachte bisher, das die Polizei noch so eine Art letztes Wort bei Veranstaltungen hätte. Offenbar ist dem aber nicht so :undecided:

...in der Regel sollte es auch so sein. Aber das ist Politik! Die ganzen Szenen aus den Amerikanischen Serien sind garnicht so weit hergeholt.Für Prestige und Ansehen wird heute viel umgangen. Für Duisburg war es die Gelegenheit...eine Veranstaltung dieser Art ist natürlich der Leckerbissen überhaupt. Jedoch hat man sich gewaltig daran verschluckt!

 

...Und wenn Du vom Veranstalter unter Druck gesetzt wirst...tststs...

 

lg NC

Geschrieben
Wie SPIEGEL ONLINE aus der Duisburger Polizeiführung erfuhr, hatten Polizei und Feuerwehr ein eigenes Sicherheitskonzept für die Love Parade entwickelt [ ... ] Der Plan hätte aber einen weitaus größeren Personaleinsatz erfordert, hieß es, und sei von der Verwaltung schließlich verworfen worden.

 

Wie SPIEGEL ONLINE erfuhr, wurden in einer Dienststelle der Bundespolizei inzwischen sämtliche Unterlagen zur Love Parade - Einsatzbefehle, Lagemeldungen, Karten - von den Computern der Beamten sowie aus deren E-Mail-Accounts gelöscht. "Da kam sehr schnell der ganz große Staubsauger", sagte ein Beamter, der sogar eine konzertierte "Vertuschungsaktion" im Gang wähnt.

 

Quelle: spiegel.de

 

 

Was soll man denn da noch sagen? Das wird noch ein parr spannende Skandale geben .... ^^

 

Viele Grüße,

Rumpel

Geschrieben

Nachtrag zum Post 5:

 

 

Die Stadt steht am Pranger

In Duisburg läuft die Suche nach den Schuldigen an der Loveparade-Katastrophe. OB Sauerland schließt einen Rücktritt nicht aus. Bewahrheiten sich Vorwüfe, dürfte das das Mindeste sein.

 

 

http://d1.stern.de/bilder/stern_5/politik/2010/KW30/sauerland_maxpane_180_120.jpgIndividuelle Schwäche? Adolf Sauerland wirkte am Sonntag geradezu konsterniert

 

 

 

Und das ist erst der Anfang.

LG tinozi

Geschrieben

Bei 500.000 Besuchern : 2 X 30.000/h -> der Einlass dauert über 8h

bei 1.000.000 Besuchern: -> 16h

 

Diese Rechnung setzt eine gleiche "Vereinzelunganlage" an beiden Seiten vorraus und dass sich kein Rückstau bildet und dass auf dem Veranstaltungsgelände genügend Platz vorhanden ist (was aber anscheinend auch nicht der Fall war).

Was überhaupt nicht berücksichtigt wurde ist, dass der Eingang auch als Ausgang dienen sollte. Jeder der schon mal auf einer Grossveranstaltung als Einzelner versucht hat über den Einlass das Gelände /Gebäude zu verlassen, weiss dass das schwer möglich ist, in einer grösseren Menschenmenge unmöglich.

Sorry, ich habe in Deutschland noch nie so einen Murks gesehen, von Planung kann überhaupt keine Rede sein.

Man könnte von einem Massenexperiment reden, bei dem der Ausgang vorhersagbar war und das wäre Vorsatz.

 

Aber ich denke soweit wird es strafrechtlich nicht kommen. Das Strafrecht sieht für sowas Fahrlässigkeit bzw. Unterlassen vor und dafür gibt es meistens lediglich Bewährungsstrafen.

 

Es macht mich wütend und traurig, dass soviele Menschen unnötig sterben mußten bzw. verletzt wurden und dass die Verantwortlichen immer noch der Meinung sind sie hätten alles richtig gemacht (was wiederum indirekt suggeriert die Betroffenen seien selbst Schuld, weil sie sie sich "nicht richtig" verhalten haben).

Geschrieben

Ich finde es von dem Oberbürgermeister eine Sauerei zu sagen, er sei nicht verantwortlich da er als OB nicht die Aufgabe hat, Verwaltungssakte (=> die Baugenehmigung (=>Nutzungsänderung)) zu unterschreiben.

 

Natürlich ist genau das die Aufgabe des OB. Nur naturgemäß kann er nicht alles selbst unterschreiben, deswegen handelt die Verwaltung im Auftrag des OB.

Im Briefkopf der Genehmigung steht sowas in der Art:

 

 

Stadt Duisburg

- Der Oberbürgermeister -

[Text]

im Auftrag

[unterschrift des Sachbearbeiters]

Meier-Müller (Name des Sachbearbeiters)

 

 

Und deshalb ist der OB natürlich voll verantwortlich.

Wenn sich der OB wichtige Schreiben nicht vorlegen lässt ist das sein Problem. Er kann die Verantwortung nicht auf seine Mitarbeiter abwälzen indem er sagt, er habe das nicht unterschrieben.

Das kann er nur, wenn der Mitarbeiter entgegen den Unterschriftsregelungen oder Vorlageregelungen eigenmächtig gehandelt hat.

Gibt es solche Regeln nicht, macht er sich immer noch der Aufsichtspflichtverletzung schuldig (er hätte durch effektive Kontrolle dafür sorgen müssen, dass die Mitarbeiter alles richtig machen, indem er Vorlageregeln aufstellt etc.).

 

Es ist leider häufig zu beobachten, dass Oberbürgermeister/Landräte gerne die Verantwortung delegieren, aber für sich in Anspruch nehmen, etwas bewegt zu haben wenn es positiv war. Das liegt daran, dass diese meistens mehr Politiker als Verwaltungschefs sind. Politiker nicht abwertend gemeint, sondern sachlich: ein Verwaltungschef steuert die Verwaltung als oberster Verwaltungsverantwortlicher, und wird gesteuert durch die Polik (Kreistag, Stadtrat, was auch immer das politische Gremium ist).

 

Trotzdem wird sich der OB wohl nicht strafrechtlich verantworten müssen, da "er" nur eine Veranstaltung mit bis zu ... ich hab die genaue Zahl nicht im Kopf - 200.000 Leuten genehmigt hat.

Nichtdestotrotz hat er aber eine "Verantwortung" im Sinne des Wissens und Wollens, dass wesentlich mehr Leute kommen werden. Und deshalb muss er zurücktreten.

 

Der Veranstaltungsbetreiber wird sich deshalb verantworten müssen, weil er nicht mehr Leute beantragt hat (vielleicht hat er das aber es wurde nicht genehmigt) aber wesentlich mehr Leute raufgelassen hat ohne etwas dagegen zu unternehmen. Das wird strafrechtlich relevant sein, und falls dies verneint wird, immerhin noch bußgeldrechtlich. Das würde in eine Million gehen (eher im 5 bis 6-Stelligen Bereich; Bußgeld inkl. ersparte Aufwendungen durch die Nichtbefolgung der Genehmigung und Werbeeffekt) - aber was sind einstellige Millionen für einen Millionär und gegen 21 Menschenleben.

  • 1 Monat später...
Geschrieben
Veranstalter Schaller feuert zurück: auf dieser Seite wird u.a. das Material der Überwachungskameras veröffentlicht.
  • 1 Jahr später...
Geschrieben

Man will wahrscheinlich nicht an sein Versagen erinnert werden .Dort haben ja alle Verantwortlichen versagt, ins. die Polizei.Das ist nicht sehr sympathisch für Duisburg.

Es sollen ja auch solche Großveranstaltungen dort nicht mehr stattfinden. Das ist auch für alle Beteiligten das Beste.

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