Zurueck im Sueden... und es is "kalt"
Hallo zusammen,
es sind wieder ein paar 100 (eigentlich schon ueber 1000)km unter meinen Fuessen dahingezogen seit dem letzten Eintrag. Also wieder Zeit fuer ein kleines Update.
Nach Alice gings zu einem Fixpunkt fuer den Aussie-Touristen (und dank unserer Huete sind wir auch deutlich als solche erkennbar ;): Der Uluru und die Kata Tjuta (auch bekannt als Ayers Rock und die Olgas). Ein paar hundert Kilometer abseits des Stuart Hwy (die Verbindung zwischen Nord und Sued) und die Temperaturen sind taeglich bei ca. 42 Grad, aber man will ja die touristischen Erwartungen erfuellen ;) Beim Uluru gibt es eine kleine Stadt, wobei es eigentlich nur das Resort fuer die Touristen ist und sie haben es eine eigene Stadt genannt weils sonst nix gibt. Inkludiert ein paar Superteure Topklassehotels, ein Hostel (dessen Preise aber an die normalen Hotelpreise rankommen) und einen Campingplatz (dessen Preise an die normalen Hostelpreise rankommen ;). Wie schreibt der Lonely Planet so schoen: "Normal wuerde man bei den Preisen einfach umdrehen und gehen, aber hier ist man einfach froh ueberhaupt etwas zu haben". Es gibt zwar einen Free-Camping Platz 100km entfernt, aber wenn man den Sonnenuntergang beim Uluru sehen will, muesste man dann 100km durch die schwarze Nacht mitten durch die Pampa fahren und hoffen das kein groesseres Viech auf die Strasse huepft. Ok in der ersten Nacht hama das auch getan (was tut man nit alles fuer gratis camping ;) aber einmal reicht. Also haben wir uns fuer den Jahreswechsel beim Uluru einquartiert. Theoretisch klang die Idee den ersten Sonnenaufgang 2011 direkt beim Uluru zu erleben sehr romantisch. Aber die Unmengen an Touristen (angekarrt mit Busen um 5:30am) trueben das Bild ein bissl. Silvester am Uluru is auch nit ganz so impressiv, denn aus Angst vor Buschfeuer ist die einzige Attraktion eine Bar die bis 12 Livemusik hat. Kein Feuerwerk, kein Knaller, nix... nur schwarze Nacht und schoene Sterne. Und da es keinen Radioempfang gibt, gibts nicht mal ein einheitliches "Happy New Year". Am Campingplatz hat man richtig gehoert wessen Uhr wieweit "daneben" geht. 2 Minuten vor uns eine Gruppe im Sueden, 5 Minuten nach uns eine Gruppe im Osten und 15 Minuten nach uns eine Gruppe im Norden (wobei wir am noerdlichen Ende vom Resort waren, keine Ahnung wo in der Wueste die gefeiert haben....). Dafuer waren wir (ca.) 9.5 Stunden vor Europa im neuen Jahr ;)
Noch ein paar Worte zum Uluru: Toursiten wollen ihn normalerweise besteigen, die Black Fella bitten darum es nit zu tun (einerseits is es gefaehrlich und es sterben regelmaessig Leute beim Versuch, andererseits ist es eine extrem wichtige Kulturelle Staette fuer sie und wir wollen ja auch nit das die Touristen bei uns Hochaltaere raufklettern um ein besseres Bild von der Kirche zu haben...). Der Park ist eigentlich von Aboriginies und "Weissen" gemeinsam verwaltet aber aus Angst das weniger Besucher kommen verbieten sie es nit, sondern nur wenns wichtige Gruende gibt (zB ueber 36 Grad, starke Winde etc.). Der Park an sich ist als ganzes ein gutes Beispiel fuer die ganze Aboriginiethematik, aber dazu mehr in einem anderen Eintrag.
Wir haben uns natuerlich entschieden nicht raufzusteigen sondern herumzugehen. Am ersten Tag aber abgebrochen und auf den naechsten Morgen verschoben. Auch wenn wir tropenerprobt sind, und alles unter 33 Grad als kuehl empfinden, bei 42 Grad und brennender Hitze 3.5 Stunden durch die Wueste zu wandern ist doch etwas heftig. Alles in allem ist es ein sehr beeindruckender Felsen, vor allem in dem Gebiet wo runderherum alles einfach nur flach ist (wirklich nix bis zum Horizont). Abgesehen von den Olgas natuerlich die auch schoen und beeindruckend sind ;) Man kann gut verstehen das es ein besonderer Ort fuer die Black Fella ist.
Nichtsdestotrotz gehts weiter auf der Tour... weiter suedwaerts... in die Wueste zu den wirklich wahnsinnigen (sagen sie zumindest von sich selber) nach Coober Pedy. Bei der Einfahrt nach Coober Pedy wundert man sich zuerst mal ueber die vielen aufgeschuetteten Huegel neben der Strasse und die Warnschilder "Danger, unmarked holes". In der Stadt wird es ploetzlich ein Qualitaetskriterium wie tief das Zimmer unter der Erde ist und es gibt den einzigen Campingplatz den ich kenne mit unterirdischen Stellplaetzen.
Coober Pedy steht mitten in einem Opalfeld und die Bewohner haben gelernt das man der Hitze ausserhalb (ueber 40 Grad... again) am einfachsten entgeht indem man sich ein Haus aus dem Fels schlaegt bzw. nach unten graebt. Schoener Nebeneffekt: Mit etwas Glueck findet man bei der Hauserweiterung gleich ein paar Opale fuer die Einrichtung ;)
Fuer alle "Goldsucher" (also eigentlich Opalsucher) unter euch: fuer nur 70 AUD bekommt man eine Lizenz die noch nicht reservierten Gebiete nach Opal zu durchsuchen und sich ein Gebiet zu reservieren. Alles was man dan braucht ist eine Spitzhacke und Muskelkraft (und Zeit und Glueck)... Oder mit etwas mehr Kapital kann man sich natuerlich mit Maschinen in den Boden graben. Aber seit gewarnt: Ein Ortsansaessiger hat uns ein realistisches Bild von den Ertraegen gemalt: An seinem besten Tag hat er 50.000 AUD gefunden, im schlechtesten Jahr 250 AUD. Es ist also ein grosser Patzen Glueck auch dabei. In einer alten Mine, die jetzt ein Museum ist, sind sie beim Bau der Stiegen etc. draufgekommen das die Miner damals eine Opalkammer im Wert von 30 - 40.000 AUD nur um 25 cm verfehlt haben... oft geht bloed...
Nach einer Nacht 3.5 Meter unter der Erde (richtig kuehl da unten) gings weiter suedlich und wir sahen endlich wieder den Ozean. Leider kommt mit dem Meer und den suedlichen Gefilden auch der Wind und die niedrigeren Temperaturen. In Port Augusta (eine nette Stadt aber ziemlich unspanned) wars noch angenehm endlich ohne Klimaanlage schlafen zu koennen. In Adelaide war dann die warme Decke in der Nacht Pflicht und unter Tags haben wir die duennen Jacken und langen Hosen rausgeholt. 25 Grad sind einfach zu kalt...
Nach Adelaide gabs einen weiteren Fixpunkt: Die Great Ocean Road.
Wenn man von Westen kommt beginnt die Great OCEAN Road zwar mit relativen wenig Ocean (man faehrt durch riesige Felder, Waelder und kleine Orte) aber dank der extremen Steilkueste gibts einige sehr faszinierende Naturgebilde wie die London Bridge, Grotto und natuerlich die 12 Apostel (die eigentlich nur 6 sind oder so). Unterwegs haben wir sogar unsere ersten wilden Koalas gesehen (wobei "wild" bei denen der falsche Ausdruck ist, die haengen im Baum und schlafen den ganzen Tag). Dank Holidays und Sommer sind hier im Sueden die Unterkuenfte leider wieder teurer und staerker vergriffen, also gabs nur eine Nacht am Ocean und dann direkt weiter nach Melbourne.
Ich muss gestehen nach 3 Monaten durch die "Pampa" ist eine 4 Mio Stadt wie Melbourne gleich umso eindrucksvoller! Wolkenkratzer, 4 spurige Strassen (und das bereits 20 km ausserhalb der City) und Autos wohin das Auge schaut (hab es mir abgewoehnt jeden Gegenverkehr zu gruessen ;).
Melbourne an sich ist schoen, gross, staubig und kalt. Hier gibts die Australian Stock Exchange (schau ich mir die naechsten Tage an)! Eine typische Grossstadt halt. Man merkt deutlich das wir jetzt im staerker besiedelten, staerker touristischen Osten Australiens sind. Hier erfaehrt man nicht so sehr die unendlichen Weiten und das Leben in der unwirtlichen Landschaft, sondern den gewohnten westlichen Livestyle. Fast Food an jeder Ecke und keine Spur von Wildlife...
Soda, bevor es jetzt noch staerker klingt als wuerd mir Melbourne nit gefallen mach ich Schluss fuer heute und geh in die Stadt Essen suchen (immerhin ein Vorteil von der Grossstadt).
lg aus dem kalten Sueden, Fotos werden moeglicherweise nachgeliefert
mythos
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