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Leistungsschutzrecht für Presseverlage

Geschrieben

Das könnte einen neuen Boom bei Abmahnkanzleien auslösen....

 

Presseverlage sollen das alleinige Recht erhalten, ihre Erzeugnisse zu gewerblichen Zwecken im Internet öffentlich zugänglich zu machen. Dies sieht der Entwurf für ein Leistungsschutzgesetz vor, den das Bundeskabinett am 29.8.2012 auf den parlamentarischen Weg gebracht hat. Internet-Suchmaschinen sollen danach künftig in Deutschland für die Bereitstellung von Presseartikeln im Netz Lizenzgebühren an die Verlage zahlen.

 

Der Gesetzentwurf richtet sich insbesondere gegen Suchmaschinen wie Google und gewerbliche Nachrichtenauswerter.

 

http://www.haufe.de/...210_134830.html

 

 

RegE_LSR.pdf

Featured Replies

Geschrieben

Das könnte ein großer Schritt in Richtung kostenpflichtiges Internet werden.

Wenn die Suchmaschinen Lizenzgebühren zu zahlen haben, werden sie doch diese wieder irgendwo einfordern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie diese Kosten aus ihren Werbeeinnahmen freiwillig finanzieren.

Geschrieben

Das könnte ein großer Schritt in Richtung kostenpflichtiges Internet werden.

Wenn die Suchmaschinen Lizenzgebühren zu zahlen haben, werden sie doch diese wieder irgendwo einfordern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie diese Kosten aus ihren Werbeeinnahmen freiwillig finanzieren.

 

Vlt. gibt es irgendwann mal eine 'Free'-Suchmaschiene, mit mehrheitlichen Privatanwender und 'Freeware'- Inhalt, und darüber einen 'Premium'- Account mit Zugriff auf wertvollen Content.

 

btw.

Zur Begründung (A,V,5):

5. Auswirkungen von gleichstellungspolitischer Bedeutung

Auswirkungen von gleichstellungspolitischer Bedeutung sind nicht zu erwarten.

 

heat.gif

Geschrieben

Aha und warum das. Dann sollen sie doch selber die Sachen im Internet kostenpflichtig anbieten.( Was ja auch schon geschieht) Dann kann jeder selbst entscheiden ob er zahlt oder nicht.Oder habe ich das falsch verstanden.?

 

Als alter Verschwörungstheoretiker würde ich mal behaupten, sie versuchen die Verbreitung von Presseartikeln im Netz einzuschränken. Für eine Suchmaschine wäre es doch ein leichtes sowas rauszufiltern in Zukunft?

 

Wer da wohl ein Interesse daran hat.? Immer diese Bundesregierung....poc.gif

Geschrieben

PaidContent ist in der Branche ein großes Thema. Streitpunkt sind

sicherlich die Einnahmen, wie sie gerecht verteilt werden. Der Markt muss

sich entsprechend anpassen (Google und Verleger). AFP hatte sich

mit Google angelegt und wurde aus den SERPs gestrichen. Wer der

Gewinner war, ist wohl klar. Wenn Verlagsseiten aus den Serps verschwinden,

verschwinden auch die Kunden auf deren Seiten und die Gewinne minimieren

sich auch ...

Geschrieben
  • Autor

Die Frage ist, wie das Ganze in der Praxis ausgelegt wird.

 

 

Nicht erfasst werden deshalb andere Nutzer, wie z. B. Blogger, Unternehmen der sonstigen gewerblichen Wirtschaft, Verbände, Rechtsanwaltskanzleien oder private bzw. ehrenamtliche Nutzer. Die vorgeschlagene

Regelung bedeutet damit keine Änderung der Nutzungsmöglichkeiten anderer Nutzer und für Verbraucher. Ihre Rechte und Interessen werden durch das vorgeschlagene Leistungsschutzrecht für Presseverleger nicht berührt.

 

Zählen Diskussionsplattformen auch zu dem "z.B."?

Bislang ist es ja gängige Praxis (zumindest bei uns) zwei bis 4 Zeilen einer Nachricht 1:1 einzustellen und mindestens einen Verweis auf die Quelle zu setzen.

 

Für unseren Newsservice 247-365.info würde es in der jetzigen Form allerdings den Tod bedeuten.

 

 

Erforderlich ist ein Schutz nur vor systematischen Zugriffen auf die verlegerische Leistung durch die gewerblichen Anbieter von Suchmaschinen und gewerbliche Anbieter von solchen Diensten im Netz, die Inhalte entsprechend

einer Suchmaschine aufbereiten. Denn deren Geschäftsmodell ist in besonderer Weise darauf ausgerichtet, für die eigene Wertschöpfung auch auf die verlegerische Leistung zuzugreifen. Erfasst sind also unabhängig von ihrer technischen Ausgestaltung auch entsprechende Dienste, die nicht das gesamte Internet durchsuchen, sondern lediglich einzelne, ausgewählte Bereiche hiervon, also auch so genannte News-Aggregatoren, soweit sie nach Art einer Suchmaschine ihre Treffer generieren oder ihre Ergebnisse darstellen.

 

Besonders hart würde es aber die kommerziellen Newsportale treffen. Denn die müssten dann vermutlich an jede ihrer Bezugsquellen einen Betrag entrichten, um die Inhalte weiterverarbeiten zu dürfen.

Geschrieben

Der Austausch hier im Forum wäre nicht berührt,so wie ich das interpretiere - ich könnte mir eine solche Umsetzung auch nicht vorstellen- ,

aber euer News Service scheint möglicherweise genau die Zielgruppe der Gesetzesinitiatoren zu sein.

Mich würde sehr interessieren, wie nun Kommuniktation zwischen euch und den Rechteinhabern zustande kommt, wie sich eine solche Verhandlung

gestaltet. Die Vertragspartner würden sich ja zudem nur begrenzt auf Augenhöhe begegnen.

 

@ Whipsaw

Vlt. kannst du uns ja auf den laufenden halten, wie sich das auf euer News Angebot auswirkt und welche Einschränkungen und

Belastungen in jeweiligen Fall enstehen bzw. entstanden sind. Würde mich sehr interessieren.

Geschrieben
  • Autor

Da es ein nicht kommerzieller Service ist (eher das Gegenteil und vielmehr als kostenloser Channel für Verlage und Blogger zu sehen) werden wir ihn abstellen cray.gif oder als Newsfeed hier integrieren.

 

Dabei hatten wir eigentlich etwas anderes geplant. Wir wollten den Dienst weiterentwickeln und daraus ein Online-Magazin a la Flipboard, CITE machen. Das können wir uns jetzt sparen sandbox.gif

Geschrieben

Da es ein nicht kommerzieller Service ist (eher das Gegenteil und vielmehr als kostenloser Channel für Verlage und Blogger zu sehen) werden wir ihn abstellen cray.gif oder als Newsfeed hier integrieren.

 

 

Wenn sich alle Beteilgten erstmal auf das neue Modell eingestellt haben, tun sich vlt. auch wieder neue Möglichkeiten auf,

zumal es sich nicht um einen gewinnorientierten Service handelt.

 

Auf taube Ohren wird man wohl nur dort stoßen, wo durch die neue Gesetzeslage bisher kostenlose

Anfütterungen in kostenflichtige Angebote umgewandelt werden sollen.

Es droht die "Vermüllung" des Free- Content- Bereichs. Ich nenn es mal ein "Infoprekariat".

 

Ich befürchte das es grundsätzlich bei vielen Anbietern auf eine starke Kommerzialisierung von Inhalten hinauslaufen wird.

Am Ende sind es ja Produkte, die einen immer stärker in den Hintergrund tretenden Printmarkt ausgleichen und ersetzen müssen.

Da wird wohl viel über die Jahre lieb gewonnenes verloren gehen.

 

Die Nutzungsabhängigkeit in der Bevölkerung hat ja gerade durch den Smartphone-Hype die kritische Schwelle überschritten;

die Kuh kann nun gemolken werden.

Ich frage mich, wo die neuen Freiräume der Zukunft entstehen werden!?

 

Ich bin mir sicher, dass ihr eine gute Lösung finden werdet, euer Projekt in irgendeiner Gestalt fortzuführen.

In jedem Fall drück ich euch die Daumen. Mit T. N. habt ihr ja schon einmal etwas Grandioses in die Welt gesetzt,

wofür euch viele, insbesondere ich, sehr dankbar sind. friends.gif

Geschrieben
  • Autor

Die FAQs © Tageschau online

 

http://www.tagesscha...echtfaq102.html

 

Interessant ist dieser Passus

 

Die News-Aggregatoren, so argumentieren Verleger, verdienten Geld mit Werbung. Von diesem Geld wollen die Verlage einen Teil abhaben. Denn die Einnahmen der News-Aggregatoren basierten im Falle nicht auf selbsterbrachten Leistungen, sondern auf der Arbeit der Journalisten, die von den Verlagen bezahlt würden. Ihr Ziel war es daher, entweder eine Übernahme der Inhalte in Online-Angebote zu verbieten oder diese kostenpflichtig zu lizenzieren. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, argumentiert: "Google, YouTube und Co. schaffen keine Kunst, sondern verdienen nur daran!"

 

Streng genommen ist das nur die halbe Wahrheit. Google und Co. verhalfen/ verhelfen den meisten Medien zu einer Popularität, die sie aus eigener Kraft nie erreicht hätten. Ohne Youtube gäbe es weniger Künstler und ganz sicher auch deutlich weniger Umsätze bei den Etablierten.

 

Und eines darf man nicht vergessen: Nicht umsonst werden Milliarden für SEO und SEM ausgegeben.

Die Frage stellt sich, was hilft den Verlagen die Massenproduktion an Fließbandcontent, wenn dieser nicht mehr in den Suchmaschinen auftaucht?

Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber ich werde mein Suchverhalten nicht ändern. Wenn der 0815 Verlag nicht mehr auf Seite 1 auftaucht, interessiert mich das? Nein, natürlich nicht. Ich halte es da wie mit allen anderen Themen auch: Was Google nicht findet, existiert nicht.

 

Ein Tipp noch (nice Find -> thx Google): Kay Oberbeck (Google-Sprecher) @ G+

 

 

Thema @ Google+ [ Link ]

  • 1 Monat später...
Geschrieben
  • Autor
Text der Petition
Der Bundestag wird aufgefordert, ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage grundsätzlich abzulehnen und insbesondere die geplante Ergänzung des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) um die Paragraphen §87e, §87f, §87g und §87h gemäß Entwurf eines Siebenten Gesetzes zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes vom 27.07.2012 ersatzlos zu unterlassen.
Begründung
Das geplante Leistungsschutzrecht für Presseverlage kann in seiner derzeitigen Form als verfassungswidrig nach Artikel 3, 5 oder 19 gelten.


Petition_35009.mitzeichnungsstatistik.png

Petition 35009

Urheberrecht - Ablehnung des Leistungsschutzrechts für Presseverlage vom 16.08.2012

https://epetitionen....tion_35009.html
  • 3 Wochen später...
Geschrieben

Das hier fand ich ganz interessant, wie es ebend doch gehen kann.

Es passt hier halbwegs rein, da verlinke ich es mal.

 

Online-Strategie des "Economist" - "Wir können uns nicht verschenken"

 

Meine regionale Tageszeitung gewährt seit Jahren nur zahlenden Kunden Zugang zu einem großen Teil der Artikel.

Wenn jemand seine Inhalte frei zugänglich ins Netz stellt ist es etwas merkwürdig dann darüber zu klagen dass eine Suchmaschine darauf verlinkt. Zumindest diese Robots könnten sie ja heute schon aussperren (und sich beschweren wenn diese Sperre nicht akzeptiert wird), das wollen sie aber sicher gar nicht.

 

Lutz

  • 3 Wochen später...
Geschrieben

@Rumpel

Bitte so etwas nicht mehr während der Arbeitszeit posten:

 

Jeder sollte wissen, Google ist noch zu viel mehr im Stande – ohne sich wie die deutsche Presse der Wahrheit verpflichtet zu fühlen.

Quelle Zitat

 

Grade der zweite Satzteil hat es mir angetan und ich kann schlecht arbeiten wenn ich gröhlend unter dem Tisch liege.

Als wenn es weltweit irgendeine Presse geben würde, die sich wirklich der Wahrheit verpflichtet fühlt.

 

Sicher gibt es durchaus viele Journalisten die bemüht sind und auch gute Arbeit leisten, da allerdings alle Medien dieser Welt von nur 7 Unternehmen kontrolliert werden ist vollkommen klar, dass die Dinge die veröffentlicht werden und die breite Masse dann wirklich erreichen, im Vorfeld sehr gut ausgewählt wurden.

 

Weltweite Medien Gigianten

(Einfach mal die Firmen anklicken und nicht wundern, was dann so für weitere Firmen dahinter stecken)

Geschrieben
  • Autor

Die Frage ist, ob das Jagen nach der letzten Nachricht, das Generieren von Eilmeldungen im Minutentakt, nicht das Sägen an dem Ast ist, auf dem die Zeitungen sitzen. Das eigentliche Produkt einer Zeitungsredaktion ist die Ausgabe, die regelmäßig erscheint. Regelmäßig heißt, dass der Erscheinungstermin einer Regel folgt, auf welche die Leser sich mit ihrem Lebensrhythmus einstellen können, und dass der Produktionsprozess selbst, der im Erscheinen der Ausgabe mündet, bestimmten Regeln unterworfen ist. Dadurch werden die Qualität und die Individualität jeder Zeitung sichergestellt. Und das macht ihren eigenständigen Wert überhaupt nur möglich.

 

Quelle: FAZ © 2012

  • 2 Monate später...
  • 3 Monate später...
Geschrieben

Update.

 

Mit dem neu eingeführten Bestätigungssystem biete Google den deutschen Verlagen eine weitere Möglichkeit, mitzuteilen, "ob ihre Inhalte (weiterhin) bei Google News angezeigt werden sollen", erklärte Google-Manager Gerrit Rabenstein in einem Blogpost.

 

tagesschau.de

 

Letzlich passiert jetzt das was abzusehen war. Wer nicht kostenlos seine Daten hergibt fliegt aus dem Suchindex. Allerdings hat Google selbst nochmal nachgetreten. Es scheint sich kein einziger großer Verlag dagegen zu stellen. Alle wollen gelistet werden.

 

Das Gesetz ist somit überflüssig, bzw. der eigentliche Grund dafür hat sich in Luft aufgelößt. Was bleibt ist Unsicherheit bei kleinen Foren und Blogs. Die müssen sich dann mit den Abmahnanwälten rumplagen.

 

Mal sehen wann Google die nächste Keule rausholt und sich den Button bezahlen lässt.

  • 3 Jahre später...
Geschrieben

Muss man sich mal überlegen:

1. Verlage schreien: Ihr nutzt unsere Inhalte - wir wollen Geld dafür.
2. Google sagt an: Alles klar, wir zahlen nichts. Blenden euch dann aber auch nicht mehr ein. Es sei denn ihr gebt uns eine Einwilligung.
3. Zugriffszahlen der Verlage brechen um 80% ein.
4. Die Verlage willigen ein ihre Inhalte kostenlos an Google zu liefern und werden wieder gelistet.
5. Das Bundeskartellamt findet: Liebe Verlage - ihr dürft diese Einwilligung nicht nur Google geben, das wäre eine mögliche rechtswidrige Benachteiligung der anderen Suchmaschinen.

 

popcorn.gif

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