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Alle Inhalte von RSS

  1. Anyone who can remember all the way back to the early 1990s when promises of green shoots of recovery came just a little too soon, (in fact by as much as five years), may feel somewhat alarmed by seemingly premature statements from Ernst & Young and the CBI suggesting salvation and the end of the recession is on its way next year. View the full article
  2. While some markets were in post-Easter limbo mode, the general picture for stocks has been firm, with the FTSE 100 continuing to flirt with the 4,000 level and the Dow with 8,000, the two major psychological benchmarks. Highlights included Barclays (BARC) soaring back above 200p and mining giant Rio Tinto (RIO) back above £25 View the full article
  3. A diary of major economic announcements, company reporting announcements and financial markets events scheduled for the week starting 20 April 2009 View the full article
  4. RSS erstellte Thema in Behind the scences
    After the horrendous losses last year, the banking sector really does seem to be on the mend. At the risk of this column sounding boring, it?s hard not to sound like a broken record, as once again the banks leap forward on more good news. At the moment the sector is powering ahead on an almost daily basis, with almost any news from the financial area driving the rally. This morning?s 5% jump for RBS (RBS), Lloyds Banking (LLOY) and Barclays (BARC) comes off the back of well-received Q1 results from US counterpart JP Morgan. Bulls are piling in today in the run up to Citigroup?s update in the US later in the session. View the full article
  5. Scrapping Scheme Dreams View the full article
  6. RSS erstellte Thema in Archiv
    Professor Dr. Axel A. Weber, Präsident der Deutschen Bundesbank, Keynote speech anlässlich der Konferenz „Kapitalmärkte im Umbruch“ View the full article
  7. For a company to blame the weather for its misfortune is anything but good, even if the argument seems entirely plausible. Usually, the climate and weather issues cause trouble for miners and exploration companies with exposure to the elements, and mining giant Rio Tinto (RIO) is certainly no exception. View the full article
  8. Again this morning the stock market clearly showed signs of recovery, taking good and bad news together and focussing on the positives. US bank Goldman Sachs announced a highly anticipated $5bn rights issue, coupled with a better than expected Q1 performance. The mighty Goldman?s market beating Q1 numbers continued the recent theme from banking groups both sides of the pond, so in a sense was expected. But the reason for the rights issue was perhaps more surprising, as the money is going to pay off the TARP bailout, effectively meaning Goldman asking for a bailout to pay for a bailout. Luckily, in the markets timing is everything, and as the successful rights issue from HSBC (HSBA) showed, this seems to be the right time to go cap in hand to investors. View the full article
  9. Wer gedacht hatte, mit dem Rückgang des deutschen BIP um 8,2% im vierten Quartal (Veränderung ggü. dem 3. Quartal, auf ein Jahr hochgerechnet, wie in den USA üblich) sei das Schlimmste überstanden, hat sich leider geirrt. Es geht im freien Fall nach unten, und wenn ich mir die Auftragseingänge ansehe, also den zuverlässigsten Frühindikator, ist noch keine Wende in Sicht. Nur in Japan ist die Rezession ähnlich tief. Beide Länder leiden unter ihrer strukturellen Konsumschwäche und dem Einbruch der Kapitalgüterexporte. Für die USA wird für das erste Quartal ein BIP-Rückgang in der Größenordnung von 4½% bis 6% erwartet, in Deutschland können es leicht 12% werden. Mein Kollege Uwe Richter hat das im Folgenden mal ausgerechnet und gewährt damit einen Blick in die Werkstatt der volkswirtschaftlichen Gesamtrechner. Die gibt es in den statistischen Ämtern, bei den Notenbanken, den internationalen Organisationen, den Regierungen, den Banken, Verbänden und bei den volkswirtschaftlichen “Forschungsinstituten”. Dazu, bevor es losgeht, einige Bemerkungen am Rande (in einem Blog darf man auch mal etwas abschweifen, finde ich): Die Gesamtrechner, die nicht nur in Deutschland gelegentlich ehrfürchtig “Weise” genannt werden, beschränken sich nicht nur darauf, festzustellen, was ist, sonder wagen sich mit größter Selbstverständlichkeit auch an Prognosen, erleiden dabei allerdings regelmäßig Schiffbruch. Warum das? Weil sie sich a) stets im Konsens auf eine mittlere und damit tendenziell optimistische Variante einigen (“es wird schon besser werden”) und weil b) die Prognosen entweder theoriefrei sind oder wichtige Determinanten vernachlässigt werden, und zwar in der Regel solche, die lange Zeit keine Rolle gespielt hatten, wie etwa die Effekte geplatzter Blasen auf den Märkten für Aktien, Rohstoffe oder Immobilien. Sogenannte nicht-lineare Einflüsse werden entweder nicht gesehen oder sie werden unterschätzt. Im Ergebnis heißt das, dass die oberen konjunkturellen Wendepunkte nie, und die unteren Wendepunkte fast immer zu früh vorhergesagt werden. Ein anschauliches Beispiel für die Probleme der Gesamtrechner hat die EZB in ihrem Monatsbericht vom März geliefert. In einer Graphik zeigt sie, wie sich ihre BIP-Prognose und die anderer Institutionen für Euroland im Laufe der Zeit geändert hat (Seite 72). Prognostiziert wurde für 2009 im März 2008 noch eine Zuwachsrate von etwa +2% (real, im Vorjahresvergleich) – inzwischen sind daraus –2,7% geworden, ein Swing von beinahe fünf Prozentpunkten. Ich wette, dass daraus bis zum Herbst mindestens acht Punkte geworden sind. (Die jüngste Interims-Prognose der OECD, die nach Erscheinen des EZB Monatsberichts veröffentlicht wurde, liegt mittlerweile bei -4,1%.) Immerhin ist es ganz ehrenhaft, dass die EZB ihre Arbeit so selbstkritisch darstellt. Sie weist, weil ihr die katastrophale Qualität ihrer Prognosen vielleicht doch nicht ganz geheuer ist und ihrem Ruf abträglich sein könnte, darauf hin, dass andere “seriöse” Gesamtrechner ebenso wie die Marktteilnehmer genauso schief lagen und impliziert damit, dass sie sich in guter Gesellschaft befand. Man kann allerdings auch den Verdacht hegen, dass sie das BIP-Wachstum schon deshalb gern mal überschätzt, damit sie nicht zu Zinssenkungen gedrängt werden kann, die sie für verfrüht hält. Ähnlich kann auch das ständige Leugnen einer Deflationsgefahr interpretiert werden. Was nun folgt, ist keine eigene Prognose, sondern eine Schätzung des deutschen BIP für das gerade beendete erste Quartal 2009. Die wichtigsten Daten liegen bis Februar vor, und für den März haben wir bereits die Zahlen für den Arbeitsmarkt und die Inflation. Es ist ein Versuch, möglichst zeitnah zu verstehen, wie die Lage ist. Das ist aus vielen Gründen eine wertvolle Information. Vor allem kann mit den Ergebnissen die Illusion zerstreut werden, dass sich die Dinge schon einrenken werden und finanzpolitisch nichts weiter zu tun ist. So wie in der offiziellen Statistik das BIP von der Verwendungs- und der Entstehungsseite her berechnet wird, so kann man auch bei der Schätzung beide Seiten getrennt betrachten. Es werden jeweils die Wachstumsbeiträge der einzelnen Teilkomponenten geschätzt, die dann in ihrer Summe das prozentuale Wachstum des realen BIP gegenüber dem vierten Quartal 2008 ergeben. Uwe Richter beginnt mit der Verwendungsseite des BIP, und da mit dem Außensektor: Die realen Warenexporte lagen bei -12,6% (Jan/Feb ggü. 08Q4) und -12,8% (Feb. ggü. 08Q4), die realen Importe bei -5,5% (Jan/Feb ggü. 08Q4) und -7,3% (Feb. ggü. 08Q4). Wenn man davon ausgeht, dass im März die Exporte und Importe real weiter zurückgegangen sind, wobei zuletzt (im Februar) die realen Importe stärker gesunken sind als die realen Exporte (-4% und -0,5% im Vormonatsvergleich), dann dürften die zweiten Zahlen, also die für Februar allein, ein realistischeres Bild der weiteren Entwicklung wiedergeben. Geht man also in der BIP-Rechnung davon aus, dass die Exporte um 12,5% und die Importe um 7% gegenüber dem vierten Quartal gesunken sind, hat der Außenbeitrag einen Wachstumsbeitrag im ersten Quartal von nicht weniger als –2,8 Prozentpunkten!!! (Übrigens dürfte es in den USA einen ähnlich großen Beitrag zum BIP-Wachstum gegeben haben – nur mit umgekehrtem Vorzeichen: Wegen der stark rückläufigen realen Importe sinkt das Leistungsbilanzdefizit dort inzwischen sehr rasch.) Gleichzeitig dürften die deutschen Ausrüstungsinvestitionen eingebrochen sein, vielleicht um 10% (ggü. dem Vorquartal, q/q) – das wäre ein Wachstumsbeitrag von -0,8 Prozentpunkten. Warum so viel? Die Produktion des Maschinenbaus ist um 18,5% gesunken (Jan/Feb ggü. 08Q4), die der Investitionsgüterhersteller insgesamt um 18,6% (Jan/Feb ggü. 08Q4). Die Bauinvestitionen waren ebenfalls rückläufig, wenn man von der Produktion im Bauhauptgewerbe ausgeht: -2,9% (Jan/Feb ggü. 08Q4). Der Wachstumsbeitrag dürfte bei -0,1 oder -0,2 Prozentpunkten liegen. Die drei Komponenten “Außenbeitrag”, “Ausrüstungsinvestitionen” und “Bauinvestitionen” ergeben daher einen Rückgang des realen BIP von 3,7 oder 3,8% (q/q), wenn sich bei den übrigen nichts geändert hat. Hat es aber natürlich. Wie genau es beim privaten Konsum aussah, lässt sich nur schwer einschätzen. Die Einzelhandelsumsätze (real, ohne Kfz) sind um 0,4% gesunken (Jan/Feb ggü. 08Q4) – für die Einzelhandelsumsätze “mit Kfz” gibt es zur Zeit keine preisbereinigten Zahlen. Nominal ist der Umsatz um gut 7% gestiegen. Uwe Richter vermutet, dass der Wachstumsbeitrag des privaten Konsums leicht positiv gewesen sein dürfte, sich also kaum von Null unterscheidet. Bleibt der Staatskonsum. Hier schätzt er, dass der Beitrag ebenfalls leicht positiv war und vielleicht +0,1 Prozentpunkte betrug. Wenn man für den privaten Konsum sehr optimistisch einen Wachstumsbeitrag von +0,2 Prozentpunkten veranschlagt, was einem Zuwachs von 0,4% (q/q) entspricht, dürfte das reale BIP im ersten Quartal 2009 von der Verwendungsseite her (ohne Vorratsveränderungen) um 3,4% (q/q) gefallen sein. Auf der Entstehungsseite des Sozialprodukts sieht es wie folgt aus: Der Produktionsindex für das Produzierende Gewerbe ohne Bau ist um 11,5% zurückgegangen, der für das Bauhauptgewerbe um 2,9% (jeweils Jan/Feb ggü. 08Q4). Geht man in der BIP-Rechnung davon aus, dass die reale Wertschöpfung des Produzierenden Gewerbes (ohne Bau) im ersten Quartal um 10% (q/q) gesunken ist, entspricht das allein einem Wachstumsbeitrag von -2,2 Prozentpunkten. Die Bauinvestitionen dürften um 2% (q/q) gefallen sein, woraus sich für sie ein Wachstumsbeitrag von -0,1 Prozentpunkten errechnet. Handel, Gastgewerbe und Verkehr, die zusammen einen BIP-Anteil von 16% haben, dürften leicht geschrumpft sein, ebenso der Output von Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleistern, deren Anteil bei 27% des BIP liegt. Angenommen, beide Bereiche waren um jeweils 1% (q/q) rückläufig, ergibt das zusammengenommen einen Wachstumsbeitrag von -0,5 Prozentpunkten. Öffentliche und private Dienstleister, die nächsten Kandidaten auf der Entstehungsseite des BIP, mit einem Anteil von 20%, dürften einen Wachstumsbeitrag von vielleicht null Prozentpunkten geleistet haben. Der Wachstumsbeitrag dieses Wirtschaftsbereichs liegt im Allgemeinen immer nahe bei diesem Wert. Alle Wirtschaftsbereiche zusammen ergeben demnach einen negativen Wachstumsbeitrag von etwa 2,8 Prozentpunkten. Es fehlen jetzt noch die Nettogütersteuern, die einen Anteil von 10% am BIP haben. Da das BIP auf der Verwendungsseite zu Marktpreisen ausgewiesen wird, die Wertschöpfung der Wirtschaftsbereiche aber zu Herstellungspreisen berechnet wird, müssen die Nettogütersteuern auf der Entstehungsseite noch hinzugefügt werden. Im vierten Quartal 2008 lag ihr Wachstumsbeitrag bei -0,3 Prozentpunkten. Im ersten Quartal 2009 könnte es ähnlich gewesen sein. Von der Entstehungsseite her ist ein Rückgang des BIP um 3% (q/q) also nicht unrealistisch. Kommt die Rechnung auf der Verwendungsseite in etwa hin, also -3,4% (q/q), würden die Vorratsveränderungen einen Wachstumsbeitrag von +0,4 Prozentpunkten haben. Demnach hätte sich damit der volkswirtschaftliche Lagerbestand weiter erhöht. Im letzten Quartal 2008 lag dessen Wachstumsbeitrag bereits bei +0,5 Prozentpunkten. Kann das sein? Jedenfalls gehen wir dann mit einem überhöhten Lagerbestand ins zweite Quartal. Eine Rezession kann aber nur enden, wenn sich die Vorräte vermindern. So oder so, im ersten Quartal ist es beim realen Bruttoinlandsprodukt saisonbereinigt wohl zu einem Rückgang von 3% gegenüber dem vierten Quartal 2008 gekommen. Das entspricht einer Verlaufsrate von -11,5%. Die Rezession ist dabei, in eine Depression abzugleiten. View the full article
  10. Kicking and screaming, traders are changing tack and are starting to buy stocks on dips, rather than selling into strength. As expected there have been hiccups, with the Q1 reporting season likely to deliver more. But encouragingly we are entering a time when companies are starting to renegotiate banking covenants, rather than break them. Crude Oil above $50 a barrel and the FTSE 100 above 4,000 would be the best near term indicators of financial market stability View the full article
  11. A diary of major economic announcements, company reporting announcements and financial markets events scheduled for the week starting 30 March 2009 View the full article
  12. It is little secret that the Bank Of England will keep interest rates on hold, with the decision due at midday today. It is conceivable though that the BoE may go for one last 0.25% cut over the summer if the economy fails to respond to the easing of credit, but at least for now, quantitative easing is the name of the game. View the full article
  13. Alcoa did the damage after the bell yesterday, with a negative trading update, which in turn weighed heavily on Asian then European markets. View the full article
  14. New MetaTrader 4 Client Terminal build 223 has been released. What’s new: 1. Fixed error that resulted in terminal crash after the re-compilation of an Expert Advisor attached to several charts at the same time. 2. Fixed error that could result in the re-connection of client terminals if they had no ticks for selected symbols. View the full article
  15. Am Mittwoch hatte Marco Annunziato von der italienischen Bank UniCredit unter der Überschrift “Reckless Thrift” die Überschussländer China und Deutschland massiv angegriffen – sie seien wegen ihrer gewaltigen Leistungsbilanzüberschüsse mitverantwortlich für die globale Krise. Sie sparten zuviel, und insbesondere Deutschland setze auf eine Erholung des Welthandels statt die Rezession durch eine kräftige Stimulierung der Inlandsnachfrage abzumildern und zu verkürzen. Ebenso wie die anderen Länder des Euroraums verlasse es sich zu sehr auf die automatischen Stabilisatoren – steigende staatliche Defizite durch Steuerausfälle und höhere Sozialleistungen – und kritisiere die Ausgabenpläne der amerikanischen und britischen Regierungen, hoffe aber gleichzeitig, dass sie die konjunkturelle Wende bringen. Die größte europäische Volkswirtschaft wieder einmal als Trittbrettfahrer! Das ist in diesen Tagen der Tenor in der ausländischen Presse, in den Analysen der internationalen Organisationen und natürlich beim G20-Treffen in London. Ich plädiere ja auch immer für eine energischere anti-zyklische Politik Deutschlands, aber weswegen die deutschen Leistungsbilanzüberschüsse so verwerflich sein sollten, kann ich nicht erkennen. In einer Währungsunion spielt nur eine Rolle, wie groß der aggregierte Überschuss ist – und der war in den letzten Jahren immer leicht negativ. Niemand kümmert sich darum, ob Kalifornien gegenüber Florida einen Überschuss hat oder nicht, oder Bayern gegenüber Brandenburg, und es sollte uns auch nicht sonderlich beunruhigen, dass Deutschland nach Spanien, Italien oder Frankreich mehr an Gütern und Dienstleistungen exportiert als von dort bezieht. Die kapitalreicheren Länder und Regionen sind naturgemäß Nettoexporteure von Kapital – sie vergrößern dafür im Gegenzug ihr Auslandsvermögen. Das Problem war und ist, dass zu viel von dem deutschen Geld in Immobilien landete und offenbar nicht für eine bessere Kapitalausstattung solcher Arbeitsplätze genutzt wurde, die dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt sind. Wenn ich die Vororte von Madrid zubetoniere, habe ich zwar Kapital eingesetzt (und geschaffen), aber meine Exportfähigkeit um kein Jota gesteigert. Das ist jedoch ein Problem der Strukturpolitik in den Empfängerländern, kein deutsches. Überschüsse in der Leistungsbilanz können allerdings auch signalisieren, dass die inländischen Ertragschancen von Investitionen als mickrig angesehen werden, jedenfalls als ungünstiger als im Ausland. Das kann mit abnehmenden Grenzerträgen zu tun haben, weil der Kapitalstock bereits so groß ist – was ich, wenn ich mir den Zustand unseres Bildungswesens und der Infrastruktur ansehe, nicht glauben mag – oder mit fehlenden anderen Anreizen für Investitionen. Vor allem die schlechten Absatzaussichten angesichts jahrelanger Lohnzurückhaltung und die forcierte Konsolidierung der Staatsfinanzen dürften dafür verantwortlich sein. Der Konsum ist einfach zu schwach. Deutschland kann jedenfalls eine Menge tun, um der Nachfrage wieder auf die Sprünge zu helfen. Die Staatsfinanzen sind gesund, die Sparquote ist hoch (11,8% bei den privaten Haushalten, 23,9% gesamtwirtschaftlich), das Preisniveau sinkt seit vergangenen September mit einer Verlaufsrate von 1,1%, und Probleme mit der Auslandsverschuldung oder dem Wechselkurs gibt es nicht, wie auch? Welcher finanzpolitische Impuls wäre angemessen? Entscheidend ist das Ausmaß der Unterauslastung der Kapazitäten. In den sieben Jahren bis zum letzten zyklischen Höhepunkt im ersten Quartal 2008 hat sich das reale BIP im Durchschnitt um 1,4% pro Jahr erhöht. Diese Zahl kann als Schätzung dienen für die mittelfristige Wachstumsrate des sogenannten Produktionspotentials, also der Kapazitäten. Unter der Annahme, dass das reale BIP im ersten Quartal um 2% q/q sinkt, dann die nächsten beiden Quartale um jeweils 1% q/q und es dann im Schlussquartal eine Stagnation gibt (was etwa dem Konsens entspricht), errechnet sich für Ende 2009 eine Unterauslastung von 9,2%, als Differenz zwischen dem aktuellen und potentiellen realen BIP. Um also den Nachfrageausfall auszugleichen, wäre bis Ende 2009 ein gesamtstaatliches Defizit von 2 ½% (für die automatischen Konjunkturstabilisatoren) plus 9,2% gleich 11 ½% des BIP anzustreben. Das entspricht etwa den amerikanischen Größenordnungen. Wie sollte ein solches Programm aussehen? Es geht darum, kurzfristige Nachfrageimpulse auszusenden und mittelfristig die Wachstumsrate des Produktionspotentials, also unseren künftigen Wohlstand, zu erhöhen. Ich stelle mir bei den rasch greifenden Maßnahmen eine Mischung aus niedrigerer Mehrwertsteuer (von 19% auf 10%), Verlängerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes, Aufstockung von Hartz IV und Kindergeld, sowie eine vorübergehende Senkung der Sozialabgaben vor. Dazu käme ein Programm für die Zukunft: zeitlich limitierte Subventionen für neue Unternehmensinvestitionen, zusätzliche Ausgaben für das Bildungswesen auf allen Stufen, vorgezogene Investitionen in das Verkehrswesen (vor allem für die Bahn) und Mehrausgaben für die Forschung. Bei allem Aktionismus muss darauf geachtet werden, dass nicht zu viel Unsinniges passiert. Willem Buiter hat am Dienstag in seinem FT-Blog die Abwrackprämie als ein Paradebeispiel für eine verfehlte Politik dargestellt – das sei so, als würde man empfehlen, möglichst viele Häuser abzufackeln, damit die Bauwirtschaft wieder mehr zu tun hat. Das sei schlimmer als Gräben auszuschütten und dann wieder zuzukippen. Wohl wahr. Heiner Flassbeck und Friederike Spieker haben im letzten Wirtschaftsdienst einmal mehr dafür plädiert, dass die Crux bei uns der viel zu langsame Anstieg der (Real-)Löhne sei. Das kann man beklagen, und es ist auch richtig, nur weiß ich nicht, wie das zu ändern wäre. Lediglich beim Staat haben die Gewerkschaften relativ leichtes Spiel in der gegenwärtigen Situation, und hohe Abschlüsse (8% für zwei Jahre?) könnten eine Signalwirkung für die übrige Wirtschaft haben. Stark wird sie nicht sein, denn die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer schwächt sich zusehends – bis Jahresende wird die Arbeitslosenquote wieder bei 9 ¼% liegen, nach ihrem zyklischen Tiefpunkt von 7,6% im vergangenen Herbst. Das wird vermutlich nicht das Ende sein, denn der Arbeitsmarkt ist bekanntlich ein nachlaufender Indikator der Konjunktur. Nein, von den Löhnen sollte man keinen starken Impuls erwarten, so wünschenswert das wäre. Die Ankündigung eines großes Konjunkturprogramms wäre übrigens hilfreich bei den kommenden Verhandlungen über die künftige Struktur des Finanzsektors, vor allem was Steueroasen, Hedge Funds, Aufsichtsstandards und dergleichen betrifft. Das quid pro quo hieße, wir kommen den Amerikanern und Briten beim Konjunkturprogramm entgegen, dafür sind sie bereit, Risiken aus dem Finanzsystem zu nehmen. Rücksichtslose deutsche Sparer? Ist Herr Mustermann, zusammen mit Frau Watanabe aus Japan und Herrn Li aus China tatsächlich mit schuld an der gegenwärtigen Misere? Die Leute sind nun mal so wie sie sind, und sie haben bestimmte Präferenzen bezüglich ihres Ausgaben-Sparmixes. Wenn sie aus Makrosicht zu viel sparen, was gegenwärtig tatsächlich der Fall ist, muss die Politik das Anreizsystem ändern und einen Teil der Nachfragelücke füllen, oder sogar mehr als das. Nur bei den Zinsen wurde bisher das getan, was zu tun war. View the full article
  16. Als am Montagabend die Kanzlerin im Fernsehen zu sehen war und auf irgendeiner Meereskonferenz als Hintergrund sprach und Hartmut Mehdorn ihren Respekt bekundete, da sah sie in ihrem rosa Jäckchen wirklich schlecht aus. Als sei sie am Ende ihrer Kräfte. Normalerweise hätte ich instinktiv gedacht oder auch mehr oder weniger mitfühlend gefragt, “wollen Sie sich nicht ein wenig hinlegen?” Im Fall dieser Kanzlerin geht mir das anders. Ich wünschte mir, dem immer noch feist und gesund dreinblickenden Steinmeier möge es ähnlich gehen wie Merkel. Der Fall Mehdorn ist tatsächlich unfassbar. Da war praktisch die gesamte Republik vollkommen einig in der Auffassung, dieser Mann hat an der Spitze der staatlichen Eisenbahn nichts zu suchen. Denn er macht alles falsch: Er kauft weltweit Speditionsunternehmen auf und verschwendet damit Steuergelder. Er formt aus einem Unternehmen, das eigentlich den Transport auf der Schiene in Deutschland organisieren soll, einen “Logistikkonzern”, der ganz wie die Post in aller Welt irgendwelche Dinge transportieren und deshalb herausragende Profite machen will. Obwohl das Unternehmen auf die Alimentierung durch die Öffentliche Hand angewiesen ist, tut er alles, um es an die Börse zu bringen. Er zieht gegen die ihm unterstellten Angestellten alle Register, um ihre Arbeitszeit zu verlängern, ihren Lohn zu kürzen und ihre Motivation zu dämpfen. Schließlich bringt er es sogar fertig, die ihm bisher fast hörige Führung zweier zahmer Betriebsgewerkschaften gegen sich aufzubringen. Erst das machte ihn unhaltbar. Der Fall Mehdorn ist nicht nur krass sondern auch exemplarisch. Warum bekunden Merkel und ihr alberner Verkehrsminister Tiefensee Herrn Mehdorn nach dessen Rücktritt noch Respekt? Und warum hat die Regierung diesen Mann solange im Amt gehalten? – Weil er versucht hat, das Regierungsprogramm auszuführen. Mehdorns Fehler sind selbstverständlich die Fehler der Regierungen seit Helmut Kohl. Die Regierungspolitik der Privatisierung öffentlichen Eigentums, des Abbaus der Infrastruktur zugunsten eines fiktiven Wettbewerbs, sie ist gescheitert. Die Republik atmet auf. Die Kanzlerin sieht schlecht aus. Natürlich ist das nur eine Atempause, nur ein Moment der kurzen Freude. Ganz wie im Fall der kaputten Banken, der verfehlten Konjunkturpolitik, der gescheiterten Versuche, die Staatsschulden einzudämmen hält diese Regierung auch im Fall der Bahn an ihrer verfehlten Strategie fest. Frau Merkel erholt sich und Steinmeier wird weiter feist lächeln. Immerhin stehen massive Interessen hinter ihrer Position. (Nur mit Blick auf die Wahl im Herbst profilieren sich einige Sozialdemokraten als Skeptiker des Börsengangs.) Und dennoch kann man am Fall Mehdorn/Bahn erkennen, dass gelegentlich in der Auseinandersetzung mit neoliberaler Regierungspolitik Teilerfolge möglich sind. View the full article
  17. Das rechte Buch zur rechten Zeit, möchte man denken, wenn man George Akerlofs und Robert Shillers neues Buch “Animal Spirirts. How Human Psychology Drives the Economy, and Why it Matters for Global Captialism” zu lesen beginnt. Der Nobelpreisträger aus Kalifornien und der Finanzprofessor aus Yale kritisieren in dem Buch die Grundlage der modernen ökonomischen Wissenschaft, nämlich die Annahme eines stetig rationalen Homo Oeconomicus. Nimmt man an, dass Menschen ihre Entscheidungen nicht immer kalt und rational treffen, sondern auch auf ihr Bauchgefühl und vor allem auf soziale Konventionen hören, werden viele der Schlussfolgerungen obsolet, die Ökonomen in den letzten dreißig Jahren gezogen haben. Das lässt sich in der momentanen Finanzkrise besonders gut beobachten. Um es aber gleich vorweg zu sagen: So spannend das alles klingt, ein großer Wurf ist das Buch leider nicht geworden. Aber der Reihe nach. Gleich mit dem Titel zeigen die Autoren, wo sie stehen. Der Titel ihres Buches, “Aninmal Spirits”, greift auf eine Wortschöpfung John Maynard Keynes aus seiner 1936 erschienen “General Theory of Employment, Interest and Money” zurück. Des Meisters bis heute leider wenig beachtete Hauptthese war, dass nicht der rationale Homo Oeconomicus die Wirtschaft treibt, sondern die tief liegenden Instinkte von Unternehmern und Konsumenten, die im einen Moment hoch euphorisch sind, um im nächsten Moment in tiefe Depression zu versinken. Dieses Auf und Ab der Gefühle über die Möglichkeiten der Zukunft bewegen Unternehmer dazu zu investieren – oder eben nicht. Keynes argumentierte, dass Unternehmer keine kalten Rechner seien, die jedem möglichen zukünftigen Ereignis einen Wahrscheinlichkeitswert geben und nach ihrem gewünschten Risiko optimal entscheiden. Denn selbst wenn sie kalte Rechner wären, können sie zukünftigen Ereignissen gar keine Wahrscheinlichkeiten zuweisen. Und zwar aus einem einfachen Grund: Die Zukunft ist fundamental unsicher. Auch wenn wir mit einem gewissen Wahrscheinlichkeitsgrad das Wetter von morgen voraussagen können, was in einem, zwei oder drei Jahren geschehen wird, wissen wir schlicht nicht. Alle Rechnungen, die sich auf die fernere Zukunft beziehen, sind Kaffeesatzleserei. Weil das die meisten Menschen (aber nur wenige Ökonomen) verstehen, hören sie lieber auf ihren Bauch oder handeln so, wie andere es machen, also nach sozialen Normen. Das ist es, was Keynes die “Animal Spirits” nennt – “a spontaneous urge to action rather than inaction” (GT, 161). George Akerlof und Robert Shiller scheinen besonders dafür geeignet zu sein, schlaue Dinge über die “Animal Spirits” zu schreiben. Beide gehören einer Richtung an, die sich “Behavioral Economics” nennt, also Verhaltensökonomie. Diese Richtung der Wissenschaft arbeitet seit Jahren daran, Ansätze aus der Psychologie, der Soziologie oder der Politikwissenschaft in die Ökonomik zu holen. Doch obwohl Shiller und Akerlof besonders viel über die Konsequenzen für die ökonomische Wissenschaft sagen könnten, die sich aus der genaueren Analyse der Animal Spirits ergeben, kratzen sie oft nur an der Oberfläche. Viele Argumente bleiben unvollständig und vor allem schlecht organisiert. Was die Autoren als große Theorie und praktische Anwendung dergleichen anpreisen, ist oft wenig zusammenhängend und bleibt Stückwerk. Mit so unterschiedlichen Dingen wie Korruption in der Wirtschaft, dem Grad der gesellschaftlichen Zuversicht oder der Rolle von Geschichten, die man sich über die Wirtschaft erzählt, werden ebenso unterschiedliche Dinge wie Arbeitslosigkeit, das starke Schwanken der Vermögenspreise oder warum gerade Minderheiten oft arm sind, erklärt. Zu weit fassen die beiden, was sie unter Animal Spirits verstehen – nämlich so gut wie alles, womit sich die meisten Ökonomen in ihren Modellen nicht beschäftigen. Stark sind die beiden, wenn sie beschreiben, wie der Grad der allgemeinen Zuversicht die Wirtschaft treibt – so wie auch Keynes es gesehen hat. Sind die Menschen zuversichtlich, investieren sie, kaufen Aktien und Häuser, ob das nun fundamental gerechtfertigt ist oder nicht. Sehen sie, dass die Wirklichkeit mit den hohen Preisen der Vermögenswerte nichts mehr zu tun hat, verkaufen sie, wo es nur geht. Durch den Herdentrieb verstärken sich sowohl Boom als auch der folgende Bust – die Depression ist damit nicht nur bildlich der Wachstumseinbruch, sondern auch ganz wörtlich der psychologische Kollaps. Getrieben wird die Herde im Aufschwung von den schönen Geschichten, die immer wieder neu erzählen, wie der jetzige Boom etwas ganz anderes als der letzte Boom ist und nicht aufhören kann. In Panik verfällt die Herde, wenn es bergab geht und neue Geschichten auftauchen von Korruption und Betrug – ob in den 30er Jahren die Broker, die durch die Banken gestützt merkwürdigen Aktien an Kleinanleger verkauft haben, oder heutige Hypothekenbroker, die fahrlässig Kredite vergeben haben und sich von noch fahrlässigeren Bänkern dieselben haben abkaufen lassen. Schön ist auch ein Kapitel über das Sparen. Mainstreamökonomen gehen gerne davon aus, dass unheimlich rationale Homines Oeconomici ihr permanentes Einkommen nach allen Regeln der Wahrscheinlichkeitsrechnung vorausberechnen und ihren Präferenzen entsprechend für die Rente sparen. Akerlof und Shiller zeigen aber, wie das Sparen realer Menschen davon abhängt, wie Familie, Bekannte oder Nachbarn sparen, und wie dann oft nicht optimal, sondern zu wenig oder zu viel gespart wird. Das heißt dann, dass ich einen Riester-Vertrag nicht aus rationaler Erwartung abschließe, weil ich mir jetzt schon ausrechne, wie viel Rente ich weniger im Jahr 2050 bekommen werde, sondern weil alle anderen es eben auch machen. Doch andere Teile des Buches sind weniger gelungen. Etwa wenn die beiden Autoren Akerlofs Theorie der unfreiwilligen Arbeitslosigkeit präsentieren. Danach ginge es Arbeitnehmern nicht allein um die Höhe ihres Lohnes, sondern auch um soziale Anerkennung durch den Arbeitgeber und darum, fair behandelt zu werden. Fair behandelt zu werden drückt sich aber in fairer Bezahlung aus. Und die sei, so Akerlof, meistens zu hoch. Deswegen gebe es unfreiwillige Arbeitslosigkeit. Dabei wird nicht ganz klar, warum gerade faire Löhne zu hohe Löhne sein müssen. Und warum man gerade eine Theorie von sozialer Anerkennung und Fairness braucht, um zu erklären, warum Menschen ein möglichst hohes Gehalt verdienen wollen. Auch ihre Diskussion der Geldpolitik scheint etwas unausgegoren. Gleich in zwei Kapitel erklären Akerlof und Shiller, welche Konsequenzen die Animal Spirits für die Geldpolitik haben, und zwar für die Kreditversorgung der Wirtschaft und für den Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation. Beides mal betonen sie zwar – im Gegensatz zu Verfechtern der reinen Lehre von den rationalen Erwartungen -, dass Geldpolitik reale Wirkungen auf Wachstum und Beschäftigung haben kann, nur finden sie keine einheitliche Erklärung dafür. Im einen Kapitel erklären sie, wie die Zentralbank durch ihren Zins die Kreditversorgung der Wirtschaft regelt und wie das nicht klappt, wenn Panik ausbricht und die Banken trotz Liquidität und niedriger Zinsen Konsumenten und Unternehmern einfach keine Kredite geben wollen. Im anderen Kapitel erklären sie, ohne die Rolle von Krediten auch nur zu erwähnen, wie eine etwas erhöhte Inflationsrate zu mehr Beschäftigung führen kann. Wenn Arbeitnehmer eine Lohnerhöhung nicht als Ausgleich für Inflation sehen, sondern als Anerkennung ihrer individuellen Leistungen, können die realen Löhne sinken. Wegen dieser Geldillusion kann die Zentralbank bei moderaten Inflationsraten mehr Beschäftigung schaffen. Doch diese Ansätze bringen die beiden Autoren nicht zusammen. Sie erklären zwar, dass Kredite eine Rolle für die Realwirtschaft spielen und wie die Kreditversorgung auch in der Krise aufrechterhalten werden kann. Dann erklären sie aber nicht die fehlende Kreditvergabe als Ursache von Arbeitslosigkeit, sondern die Geldillusion und das Gefühl für Fairness, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben. Es mögen nur ein paar Sätze fehlen, beide Erklärungen zusammenzuführen – so stehen sie aber unverbunden nebeneinander. Das Buch ist sicher dafür geeignet, in einem wichtigen Moment der Wirtschaftsgeschichte interessante und anregende Impulse zu geben, weil es aufzeigt, welchen Beitrag die Behavioral Economics zur besseren Erklärung wirtschaftlicher Zusammenhänge leisten kann. Nur leider haben sich Akerlof und Shiller nicht die Mühe gegeben, über einzelne Impulse hinauszugehen. Zu unzusammenhängend sind ihre Argumente oft. Das sollte den geneigten Leser aber nicht von der Lektüre von Akerlofs und Shillers “Animal Spirits” abhalten, einem Buch, das zeigt, wie die Entscheidungen von Menschen, die sich wie Menschen verhalten, die Ökonomie treiben. View the full article
  18. RSS erstellte Thema in Archiv
    Will denn diese Rezession gar nicht enden? Die Marktteilnehmer können und wollen nicht glauben, was da täglich an schlechten Nachrichten auf sie einprasselt. Es muss doch irgendwann Licht am Ende des Tunnels zu sehen sein. Alles ist doch so unglaublich billig und die Geldpolitiker und Finanzminister geben so viel Gas wie noch nie, da müssten doch Nachfrage, Konjunktur und – natürlich – auch die Aktienkurse endlich wieder anspringen. Surprise, surprise, es hat sich tatsächlich etwas getan, das Flehen wurde erhört. In den vergangenen Tagen gab es aus verschiedenen Gründen nämlich ein Kursfeuerwerk: Der DAX ist gegenüber seinem Tiefpunkt um etwa 9%, der S&P 500 um 15% und der Nikkei um 13% gestiegen. Ben Bernanke, der Chef der amerikanischen Notenbank, hatte in einem Interview am Wochenende Optimismus verbreitet: “Der Abschwung wird sich verlangsamen und wir werden bald Anzeichen für eine Stabilisierung sehen.” Dazu passt, dass sich die Rohstoffpreise gefangen zu haben scheinen: Erdöl der Sorte Brent hat sich seit Ende vergangenen Jahres um 36% erholt, Kupfer um ein Drittel, die Nickelpreise bewegen sich seit Wochen seitwärts, beim Stahl hat sich der Abwärtstrend verlangsamt, und der Baltic Dry Index, der wichtigste Indikator für Hochseefrachten, ist seit Anfang Dezember letzten Jahres um sage und schreibe 198% geklettert – danach sieht es so aus, als würde der Welthandel wieder anspringen. Positives auch aus China, das uns ja alle retten soll, nachdem die amerikanischen Verbraucher diese Rolle nicht mehr spielen wollen: Dort nimmt die Geldmenge M2 mit einer Rate von 20,5% (ggVj) zu, die Industrieproduktion immer noch mit einer von 11%, und der Einkaufsmanagerindex steigt seit zwei Monaten und liegt jetzt nur noch knapp im Abschwungsbereich. Zu guter letzt sind dann im Februar auch noch die amerikanischen Housing Starts saisonbereinigt um 22,2% egenüber dem Januar angesprungen. Die Rentenmärkte taten derweil, was sie tun müssen, wenn wir es wirklich mit einem neuen Aufschwung zu tun haben sollten: Sie verloren an Boden und signalisierten damit, dass das Inflationsrisiko wieder zunimmt. Die Renditen zehnjähriger US Treasuries stiegen auf 3,0%, die der zehnjährigen Bundesanleihen auf 3,21%, nach 2,05% und 2,89% um die Jahreswende. Nur in Japan wollen und wollen die Inflationserwartungen nicht anspringen – nicht verwunderlich angesichts des annualisierten Rückgangs des realen BIP von 12,1% im vierten Quartal und des Einbruchs der Industrieproduktion von 31,0% (Januar, ggVj). Wenn wir wirklich an einem Wendepunkt wären, müssten die Daten so oder so ähnlich aussehen, wenn wir mal Japan außen vor lassen. Irgendwann endet jede Rezession, und je tiefer der Absturz, desto wahrscheinlicher wird das. Auch nach den Rallyes der letzten Tage und Wochen sind die Märkte und die Realwirtschaft immer noch auf Rezessionsniveau, wenn nicht gar Depressionsniveau. Sie haben allerdings auch ein enormes Aufholpotential. Dazu noch mal ein Satz Zahlen, wenn ich darf (dann höre ich auf damit): Wo befinden sich die Indikatoren, die ich oben genannt habe, im Vergleich zu ihren jüngsten Höchstständen? DAX -50%, S&P 500 -50%, Nikkei -56% (und -80% gegenüber Ende 1989!!), Brent -68%, Kupfer -57%, Nickel -81%, Stahl -48%, der Baltic Dry Index -83% und die US Housing Starts -74%. Seit dem zweiten Weltkrieg hat es solche Zahlen nicht mehr gegeben. Wenn ich mir die längerfristigen Graphiken ansehe, gab es immer mal wieder Phasen, in denen sich Kurse und Preise im Verlauf eines Abwärtstrends für eine Weile berappelten. Von daher ist das, was wir zur Zeit erleben, für sich genommen kein Anlass, euphorisch zu werden und die jüngsten Daten zu extrapolieren. Was wir brauchen, sind plausible Argumente dafür, dass wir es mit etwas Nachhaltigem zu tun haben. Um mit den Rohstoffpreisen anzufangen: Weil sie so stark gefallen sind, hat sich das Realeinkommen der Verbraucher gegenüber der Situation im letzten Sommer deutlich erhöht. Das zeigt sich an der Diskrepanz zwischen der (sehr niedrigen) Inflation der Verbraucherpreise und der (größeren) Zunahme der Nominallöhne. In Deutschland werden in diesem Jahr sogar die Rentner – ausnahmsweise – einen Schub bei ihren real verfügbaren Einkommen erleben. In den USA ist der Effekt wegen des starken Dollars sogar noch ausgeprägter. Das hilft also. Allerdings: Wat den een sin Uhl is den annern sin Nachtigall (wie die Norddeutschen sagen) – die Rohstoffproduzenten in Russland, Kanada, Australien, Südafrika und in der OPEC leiden entsprechend. Da die aber im Weltmaßstab nur eine kleine Gruppe sind, kommt für die globale Konjunktur per saldo etwas Positives heraus. Vielleicht wirken auch schon die niedrigen Zinsen? Das sehe ich eher weniger. Real sind sie am kurzen Ende selbst in den USA noch leicht positiv. Sie stimulieren die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen daher nicht so sehr wie in früheren “normalen” Rezessionen, in denen sie regelmäßig negative Werte erreichten. Am langen Ende sind die Realzinsen sogar richtig hoch, jedenfalls angesichts der tiefen Rezession. Bisher stören sich die Anleger bei Staatsanleihen noch etwas an den explodierenden Schulden und den Aussagen mancher Notenbanker, dass jetzt Gelddrucken die richtige Medizin ist. Besonders Länder wie Griechenland, Irland, Spanien, Italien oder selbst Frankreich, die als unsichere Kandidaten gelten, leiden unter hohen realen Bondrenditen. Bei Unternehmensanleihen haben wir es nach wie vor, vielleicht sogar zunehmend, mit Bonitätsproblemen zu tun. Die schlechte Konjunktur drückt die Gewinne und erhöht damit das Risiko, dass die Anleihen nicht zurückgezahlt werden. Das führt zu hohen Realrenditen und erschwert es den Unternehmen, ihre Investitionen zu finanzieren – was wiederum die konjunkturelle Situation verschlechtert. Noch sind die Zentralbanken nicht bereit, Unternehmensanleihen minderer Qualität aus dem Markt zu nehmen und damit die Renditen zu drücken. Vor allem gilt das für die EZB. Die Geldpolitik ist auch deshalb bis auf Weiteres nicht so schlagkräftig wie gewohnt, weil es sich für die Verbraucher in einer Phase sinkender Preise für Güter und Dienstleistungen lohnt, erst einmal abzuwarten – morgen könnte alles noch etwas billiger zu haben sein. Bei Immobilien ist das besonders ausgeprägt: Kaum jemand ist bei einem Hauskauf unter großem zeitlichen Druck. Das gilt auch für Autos, Wohnungseinrichtungen oder Urlaubsreisen, die sogenannten big ticket items. Bei ihnen gehen als Folge solcher Käuferstrategien die Preise besonders stark zurück, häufig mit zweistelligen Raten. Ein Aufschwung könnte auch durch eine anhaltende Rallye bei Aktien ausgelöst werden, wenn man einigermaßen sicher sein könnte, dass die Gewinne nicht weiter zurückgehen. Die Kurs-Gewinnverhältnisse mögen niedrig sein, wenn aber im weiteren Verlauf der Rezession die Gewinne sinken oder der Cash Flow schrumpft, können sich die Bewertungen im Handumdrehen verschlechtern. Die Aktienkurse sind nicht umsonst so niedrig. Zudem: Die Aktien mögen aus Sicht der potentiellen Käufer billig sein, aus der Sicht der Unternehmen bedeutet das vor allem, dass die Kosten der Eigenfinanzierung hoch sind. Auch das dämpft die Neigung, zu investieren und Arbeitskräfte einzustellen. Von der Finanzpolitik gehen ohne Zweifel expansive Impulse aus. Bisher ist aber alles, was entweder schon auf den Weg gebracht wurde oder geplant ist, gering im Vergleich zu den Produktionsausfällen, die wir gerade erleben. Ein großer Teil der Maßnahmen wirkt außerdem nur mit großer zeitlicher Verzögerung. Daneben gilt das Argument, das ich hier im Blog schon öfter angeführt habe, dass nämlich die Struktur der Staatsausgaben gänzlich anders ist als die des privaten Sektors und dessen Nachfrageausfall daher nur unzureichend ausgeglichen werden kann. Eine mutige Senkung der indirekten Steuern würde rascher und zielgenauer wirken, trotz der Lecks durch Ersparnisse und Importe. Von einer solchen Strategie ist wenig zu sehen. Also, wie kann es dann doch schließlich zu einem Aufschwung kommen? Wenn die Finanzpolitik – bei uns und überall – so zaghaft bleiben sollte, wie ich es vermute, wird sich die Rezession noch eine Weile hinziehen. Wir haben es dann nach japanischem Muster mit einer L-shaped recession zu tun. Wir könnten uns gegenwärtig sogar noch auf dem senkrechten Arm des Buchstabens befinden. Irgendwann sind unsere Autos aber schrottreif, in unsere Häuser regnet es rein, urlaubsreif sind wir nach all den Sorgen auch, billiger dürfte es auch nicht mehr werden, da selbst bei niedriger Endnachfrage Kapazitätsengpässe aufkommen und die Lager geräumt sind. Gleichzeitig sind unsere Ersparnisse hoch (wenn auch nur bei denen von uns, die noch Arbeit haben), die Schulden sind getilgt, wir sind wieder kreditwürdig, überall gibt es Schnäppchen und Schuldenmachen ist nicht teuer. Das ist das Eine. Zur Rettung trägt auch, wie gesagt, der Verfall der Rohstoffpreise bei, genereller gesprochen der Rückgang der Einfuhrpreise relativ zu den Ausfuhrpreisen. Es könnte auch sein, dass China das Umschalten von exportgetriebenem auf Binnennachfrage-getriebenem Wachstum letztlich doch gelingt – an Ersparnissen und Währungsreserven herrscht kein Mangel. Auch der Nachholbedarf der Bevölkerung ist gigantisch. Im vergangenen Jahr war das BIP je Einwohner in Deutschland immer noch 11,9 mal größer als in China (gerechnet mit dem heutigen Wechselkurs). Schon um zu überleben, muss die Regierung alles tun, damit es zu keiner Rezession kommt. Vielleicht gelingt es ja. Leider werden die endogenen Kräfte in Deutschland wieder einmal zu schwach sein für eine konjunkturelle Wende. Das gilt auch für Euroland insgesamt. Man wartet wieder mal auf den Export, also darauf, dass die anderen vorausgehen. Das ist eine sehr riskante Strategie. Sie wird vor allem dann nicht aufgehen, wenn der Euro wieder stärker aufwertet oder wenn es, horribile dictu, zu einem Abwertungswettlauf kommen sollte. Insbesondere den USA ist an einem Switch von konsumgetriebenem zu exportgetriebenen Wachstum gelegen. Dazu passt ein schwächerer Dollar. Auch China, Japan und Großbritannien könnten auf die Abwertungskarte setzen. Das wäre eine Katastrophe, weil es dann nur Verlierer geben würde. View the full article
  19. Niemand kann mir vorwerfen, dass ich zu optimistisch bin, was die Konjunktur angeht. Aber die Zahlen für die deutschen Auftragseingänge im Januar, die eben veröffentlicht wurden, haben mich doch umgehauen: real und saisonbereinigt lagen sie um sage und schreibe 35,2% unter ihrem Vorjahreswert. Dabei beschönigt das noch die Situation. Aus dem Vergleich Januar zu Juli ergibt sich eine Verlaufsrate, also eine von sechs Monaten auf ein Jahr hochgerechnete Veränderung, von –51,4%. Wenn das so weitergeht, kann bald die halbe Industrie zumachen. Die Industrieproduktion entwickelt sich fast immer im Gleichschritt mit den Auftragseingängen, so dass wir morgen mit einem weiteren Schocker rechnen müssen. Ich schätze mal, dass es gegenüber Dezember zu einem Rückgang von mindestens zwei Prozent gekommen ist, was im Vorjahresvergleich -14,6 Prozent bedeutet. Es könnte aber noch viel schlimmer kommen. Klar ist damit auch, dass das reale BIP im ersten Quartal dieses Jahres noch einmal um mindestens zwei Prozent gegenüber dem Vorquartal schrumpfen wird und damit um 5,1% unter dem Wert vom ersten Quartal 2008 liegen dürfte. Damit sind Prognosen von minus zweieinhalb bis minus drei Prozent für das Gesamtjahr ziemlich wirklichkeitsfremd: Wir sollten uns im Vorjahresvergleich auf einen Rückgang von mehr als fünf Prozent einrichten. Es gibt noch kein Licht am Ende des Tunnels. Dabei hat der relativ schwache Euro Schlimmeres verhindert. Auch am Arbeitsmarkt sieht es eigentlich noch gut aus, will sagen, die Leute sind nicht sonderlich verunsichert. So erstaunlich es klingt, Deutschland ist eine Art von Konjunkturlokomotive für den Rest der Welt, bisher jedenfalls, und auch nur in dem Sinne, dass die Importe weniger stark zurückgehen als die Exporte. Letztere lagen übrigens im Januar real um knapp 20 Prozent unter ihrem Vorjahreswert. Der Rückgang wird sich in den kommenden Monaten allerdings noch verstärken. Eigentlich wollte ich in dieser Woche etwas zum bevorstehenden Londoner G 20-Treffen schreiben und mich vor allem auf die Pläne für eine verbesserte globale Finanzaufsicht konzentrieren. Der Larosière-Report enthält einige gute Reformvorschläge für Euroland, insbesondere mag ich die Konzentration der Kompetenzen bei einer zentralen Behörde, dem “European Systemic Risk Council”, die bei der EZB angesiedelt sein soll oder ihr unterstellt ist. Damit wären sowohl die funktionalen als auch die nationalen Aufsichtsorgane in eine klare Hierarchie eingebunden, so dass die Transparenz im Finanzsektor viel besser wäre als heute. Zu den Aufgaben einer Zentralbank gehört ja vor allem, dass sie die Funktionsfähigkeit des Geldwesens gewährleistet. Dazu braucht sie umfassende Informationen. Es wäre zu wünschen, dass die Vorschläge, so wie sie da stehen, umgesetzt werden, auch wenn sie aus der Feder eines Mannes, oder einer Gruppe von Männern, stammen, die bis vor kurzem vor allem für mehr Deregulierung argumentiert hatten. Warum soll aus einem Saulus nicht ein Paulus werden? Oder aus Saulussen Paulusse? So oder so, in London wird das Hauptthema die aktuelle Konjunkturlage sein. Die neue Finanzarchitektur kann warten. Die heutigen Zahlen werden auch die deutsche Seite weicher machen und sie wird den Forderungen aus dem angelsächsischen Lager nach größeren Konjunkturprogrammen weniger Widerstand entgegensetzen. Gut für Opel! Ich bin allerdings hin- und hergerissen. Die jetzige Krise wurde ja verursacht durch das Platzen von Immobilien- und Kreditblasen in den USA, die wiederum durch langjährige Ungleichgewichte entstanden waren: In Amerika waren die Zinsen lange sehr niedrig, der Konsum boomte, damit auch die Einfuhren, der Rest der Welt, vor allem die Schwellenländer, profitierte von einem Exportboom in die USA, der durch künstlich niedrig gehaltene Wechselkurse noch befeuert wurde. Vereinfacht gesagt, finanzierten die chinesischen Wanderarbeiter die Kreditexzesse der amerikanischen Verbraucher. Dabei schienen alle zu gewinnen: Die einen hatten Arbeit, die anderen konnten deutlich mehr konsumieren als sie produzieren mussten. China und die anderen konnten durch diese Strategie immerhin eine moderne Infrastruktur aufbauen und hunderte von Millionen von unterbeschäftigten Landarbeitern in die Weltwirtschaft integrieren. Der allgemeine Wohlstand war seit Menschengedenken nicht mehr so stark und so lange gestiegen wie seit etwa 2002 Nachdem dieses System nunmehr kollabiert, geht es darum, eine neue und belastbare Struktur der globalen Wirtschaft zu schaffen. Als erstes müsste es darum gehen, dass die Amerikaner mehr sparen, also ihre Konsumquote senken und mehr exportieren. Der Dollar hätte abzuwerten. Die Überschussländer dagegen sollten dafür sorgen, dass sie weniger sparen und exportieren, dass sie ihre Währungen aufwerten lassen und aufhören, durch den Kauf von US-Staatspapieren die amerikanischen Steuerzahler und Verbraucher zu subventionieren. Deutschland ähnelt wegen seines exportgetriebenen Wachstums den Schwellenländern und wird in der Diskussion daher zur Zeit mit China und Japan in einen Topf geworfen. Kurz, eigentlich müssten wir eines der größte Konjunkturpaket der Welt auf den Weg bringen; der Euro müsste sich kräftig aufwerten, und die USA müssten durch hohe Realzinsen und einen Überschuss im Staatshaushalt das Sparen fördern. Es geht aber genau in die andere Richtung: In Amerika wird die Binnennachfrage durch Nullzinsen und ein Haushaltsdefizit von mehr als 12% des BIP angekurbelt, dass einem Hören und Sehen vergeht – dabei ist der Dollar bombenfest! -, während hierzulande der Euro abwertet, jedenfalls gegenüber dem Dollar, die EZB sich mit der Lockerung Zeit lässt und die Finanzminister aus Angst vor zu hohen Defiziten sehr vorsichtig zu Werke gehen. Immerhin scheinen die Chinesen das zu tun, was von ihnen aus makroökonomischer und globaler Sicht verlangt wird. Aber China ist immer noch de facto ein kleines Land und kann die Welt nicht retten. Sollte Herr Steinbrück also nach London reisen und von Herrn Obama verlangen, dass seine Regierung das gigantische Konjunkturpaket rückgängig machen und die Fed die Zinsen erhöhen soll, damit wir nicht von neuem in globale Ungleichgewichte der alten Art schlittern? Das ginge schon deshalb nicht, weil dann der Dollar noch fester würde. Es wäre auch nur dann für die USA eine halbwegs akzeptable Strategie, wenn die deutsche Seite ankündigen könnte, dass sie in Zusammenarbeit mit den anderen Überschussländern Europas Staatsdefizite in der Größenordnung von 15% ins Auge fasst. Nein, es wird so nicht laufen. Alle Regierungen und Notenbanken werden ihre nationalen Prioritäten haben und tun, was ihnen kurzfristig und aus wahltaktischen Gründen nützt, auch wenn die Welt daran zugrunde geht. Richten wir uns auf eine lange Rezession ein, und auf Deflation! Ich habe noch ein paar goldene Armbänder meiner Oma – die werde ich endlich mal verkaufen und mir dafür die eine oder andere Bundesanleihe besorgen. Leider hat mir die Oma kein Häuschen vererbt – das würde ich jetzt auch verkaufen. View the full article
  20. New MetaTrader 4 Client Terminal build 221 has been released. What’s new: 1. Updated information in MetaEditor Help files. 2. Corrected program interface translations into different languages. 3. Fixed line color detection of a multicolor histogram on the left border of the chart window for the following indicators: BW MFI, Gator, Volumes. 4. Fixed placing of the second coordinate of a trend line by the corner when creating an object from MQL4 program. 5. Fixed operation of styles cash of graphical objects PenCollector. 6. Added accelerator keys when placing a price in trading dialogs: at the pressed Shift price is changed by 5 points, at the pressed Ctrl price is changed by 10 points, at the pressed Shift+Ctrl price is changed by 50 points. View the full article
  21. RSS erstellte Thema in Archiv
    In vielen Kommentaren zur Zinssenkung der EZB am gestrigen Donnerstag wurde darauf verwiesen, dass der Tagesgeldzins dadurch schon stark in die Nähe von Null rückt. Die Verzinsung der Einlagefazilität der EZB, über die die Banken überschüssige Liquidität über Nacht bei der EZB parken können, ist nämlich mit der Senkung des Satzes für Hauptrefinanzierungsgeschäfte um einen halben Punkt auf 1,5 Prozent auf nun nur noch 0,5 Prozent abgesenkt. Und sonderbarerweise wird Tagesgeld in diesen Krisenzeiten nicht mehr um oder knapp über dem Hauptrefinanzierungssatz sondern knapp über dem um einen Punkt darunter liegenden Satz der Einlagefazilität gehandelt – sofern es überhaupt gehandelt wird. Dieser Nachsatz ist der Punkt: In normalen Zeiten ist der Tagesgeldzinssatz der Einstandspreis der Banken für Geld. Aber die Zeiten sind alles andere als normal. Nach wie vor funktioniert der Geldmarkt schlecht. Noch gehen die Banken, wenn sie Geld brauchen nicht erst an den Markt sondern wenden sich direkt an die Zentralbank, die ihnen zum festgelegten Leitzins so viel gibt, wie sie gerade brauchen. Wer Geld übrig hat, schiebt es ins Zwischenlager der niedrig verzinslichen Einlagefazilität. Wenn er auf dem Weg dorthin zufällig einen Banker trifft, der über Nacht noch etwas Geld braucht, so tauschen die beiden ein paar Basispunkte über dem Zins der Einlagenfazilität ihre Bedürfnisse aus. Am Schluss stellt die Notenbank fest, dass der Eonia (der registrierte Marktsatz für Tagesgeld) auf diesem niedrigen Niveau lag. http://blog.zeit.de/herdentrieb/wp-content/uploads/2009/03/ecb_mro_df_ab_0607_mit_eonia.gif Mit dem tatsächlichen Einstandspreis für die Masse ihres Geldes hat dieser Tagesgeldsatz aber nichts zu tun. Da die Banken alle künstlich ernährt werden und am Tropf der EZB hängen, sollte man auch den offiziellen Refinanzierungssatz als den für die Banken relevanten Zins nehmen. Der ist nun vernünftiger Weise langsam da, wo er in einer abstürzenden Wirtschaft hingehört: so niedrig wie möglich. Es ist auch nicht zu verstehen, warum die Notenbank zögert, gleich einen Nullzins zu verordnen. Die Lage ist so offensichtlich verheerend, dass sie die Banken und Sparkassen, die noch Kreditgeschäft betreiben, mit einer höheren Zinsdifferenz ruhig ein wenig aufpäppeln kann. Dass dann ihre Geldmarktsteuerung über Mindestreservepflicht und Verzinsung nicht mehr funktioniert, muss sie nicht fürchten. Dieses System hat schon lange nur noch formal so getan, als werde Geld als knappes Gut behandelt. Das ist es für die Banken, die ein paar Sicherheiten (oder auch Unsicherheiten) zur Hinterlegung haben, schon länger nicht. Wie gesagt, die Banken bekommen ohnehin so viel, wie sie wollen. Die Kreditnachfrage wird auch durch einen noch so niedrigen EZB-Zins nicht an Fahrt gewinnen. Soll die Zentralbank nun wie die amerikanische, britische und japanische ihre Kredite gleich bei den Nichtbanken unterbringen und deren Commercial Paper (CP) kaufen? So toll ist diese Idee nicht. Im Eurogebiet hat nur eine Minderheit von Großunternehmen CP-Programme. Deren laufende kurzfristige Finanzierungskosten etwas abzusenken, scheint wenig dringlich. In den Fällen, wo Unternehmen Finanzierungsprobleme haben, sollten sie sich ruhig in der Art der frechen General-Motors-Manager an die Staaten wenden. Dort gibt es wenigstens parlamentarisch gewählte Regierungen, die ihre Entscheidungen für oder gegen ein bestimmtes Unternehmen vor dem Wähler verantworten müssen. Viel vernünftiger wäre es, wenn die EZB in großem Stil die Ausgabenprogramme der Regierungen finanzieren würde. Nur durch massive Ausgaben der Staatshaushalte ist schließlich eine Ausweitung der Konsumnachfrage zu erreichen. Dazu müssten sie die Sätze der Sozialhilfe, die Renten und die Gehälter im öffentlichen Dienst anheben. Die Notenbank schließlich hat ein Interesse daran, die Konsumnachfrage zu erhöhen, weil sie ein weiteres Abrutschen des Preisniveaus auf der Konsumentenebene verhindern will. Klar, der EZB-Vertrag lässt dergleichen vernünftige Dinge nicht zu. Die EU-Regierungen müssten den Vertrag schon ändern und der Notenbank explizit den Auftrag erteilen, für ein Sonderprogramm Nachfragestützung das Plus an Staatsschulden auf ihre Bücher zu nehmen. Das werden sie nicht tun, und so werden wir eine große, furchtbare Depression auszubaden haben. View the full article
  22. RSS erstellte Thema in Archiv
    Für Anleger sind die Hauptthemen immer noch der Konjunktureinbruch und der Rückgang der Inflationsraten. Sie haben es mit keiner normalen Rezession zu tun, sondern mit einer “Bilanzrezession” – Schuldenabbau ist für viele Haushalte und Unternehmen angesichts stark geschrumpfter Vermögenswerte überlebenswichtig. Sie müssen ihre Ausgaben einschränken und werden auch dann dabei bleiben, wenn die Zinsen Null erreichen und die Steuern gesenkt werden. Allein ein kräftiger Anstieg der Staatsausgaben kann helfen, auch wenn es dadurch zu zweistelligen Haushaltsdefiziten kommt. Trotzdem wird sich nicht vermeiden lassen, dass das globale BIP in diesem Jahr stark schrumpfen wird. Mit ihm vermindern sich die Realeinkommen. Die Frage ist, ob ein solches Szenarium schon in den Aktienkursen, Bondpreisen und Immobilienpreisen enthalten ist. Wenn ja, ist die Welt voller günstiger Kaufgelegenheiten, denn schlechter kann es nicht kommen. Irgendwann werden auch die massiven monetären und fiskalischen Gegenmaßnahmen greifen. Ich habe da allerdings meine Zweifel, dass wir vor einem Ende des Abwärtstrends stehen. Jedenfalls brauchen sich die Anleger nicht zu beeilen. Ausführliches zur Lage der Weltwirtschaft und den Aussichten für Aktien, Bonds, Rohstoffe und Wechselkurse in meinem neusten Investment Outlook: Wermuth’s Investment Outlook – March 2009*) (pdf, 205 KB) *) Den Investment Outlook von Dieter Wermuth in englischer Sprache gibt es einmal im Monat und er wird zunächst kostenlos auf Herdentrieb zum Herunterladen bereitgestellt. (ur) View the full article
  23. On the 5th of April 2009 the «demo.metaquotes.net» server will be stopped. However, the History Center with the minute history will continue to operate. From this day on our company will discontinue using the demonstration server. Currently, the number of companies working with the MetaTrader 4 platform is so large that we do not see any reason in maintaining our own server. View the full article
  24. Vor drei Wochen hatte sich die Föderalismuskommission II unter der Leitung von Peter Struck und Ministerpräsident Günther Oettinger noch schnell auf eine Schuldenbremse geeinigt. Im März soll das Konzept in den parlamentarischen Beratungsprozess um dann im Sommer ins Gesetz gegossen zu werden. Die mit den Konjunkturprogrammen geplanten Haushaltsdefizite haben da wohl als Katalysator gewirkt. Und wenn man schon dabei ist, den ungeliebten Schulden der öffentlichen Hand zu Leibe zu rücken, will man auch gleich Nägel mit Köpfen machen. Der größten Neuverschuldung der deutschen Geschichte soll die strikteste Neuverschuldungsbremse der deutschen Geschichte folgen. Der Beschluss der Föderalismuskommission sieht vor, die Neuverschuldung des Bundes bis 2016 auf 0,35% des BIP zu begrenzen und die Länder sollen ab 2020 auf jegliche Defizite verzichten. Ausnahmen von der strikten Regel kann es bei schwachem Wachstum, Naturkatastrophen und schweren Rezessionen geben. Während der Bundestag die Konjunkturpakete allerdings nur als einfache Gesetze verabschiedet, soll die Schuldenbremse im Grundgesetz verankert werden und damit Verfassungsrang erhalten. Auf den ersten Blick mag es ehrenwert erscheinen, das Anwachsen der öffentlichen Schulden per Verfassungsbremse aufzuhalten. Doch auf den zweiten Blick zeigen sich einige Fallstricke, die das ganze Projekt äußerst fragwürdig machen. Mit einem solchen Verfassungszusatz würden unsere armen Kinder nicht nur um neue Schulden entlastet, sondern auch gleich um das, was damit finanziert wird – etwa Schulen, Universitäten und Straßen, kurz: Investitionen in die öffentliche Infrastruktur. Denn genau wie Unternehmen sich für neue Investitionen verschulden, nimmt auch der Staat dafür Schulden auf. Ist ihm dieser Weg verbaut, müsste er Investitionen aus den laufenden Einnahmen finanzieren, und damit für jeden Euro öffentlicher Ausgaben die Steuern um den gleichen Euro erhöhen – wie wenn Unternehmen für jede Investition ihre Preise erhöhen würden. Weil Steuererhöhungen politisch nicht ganz leicht durchzusetzen sind, müssten Regierung und Parlament für jede öffentliche Investition einen politischen Kampf ausfechten. Solche Kämpfe würden viel Kraft kosten, die man für andere Dinge besser nutzen könnte. Wichtige öffentliche Ausgaben würden verschleppt oder gar nicht erst angegangen. Alternativ könnte die Politik ganz auf öffentliche Investitionen verzichten und es Privatunternehmen überlassen, die Lücke zu füllen. Doch wenn der Staat alles privat machen lässt, kostet das die Bürger auch mehr Geld. Denn die Schuldenaufnahme ist für Privatunternehmen teurer als für den Staat – im Gegensatz zum Staat gehen Unternehmen schneller Pleite und müssen dementsprechend auch höhere Zinsen zahlen. Was passiert, wenn private Investoren Pleite gehen, erleben gerade einige Kämmerer in den Kommunen. Sie haben ihre Klärwerke, Kanal- und Trinkwassernetze, Müllverbrennungsöfen, Messehallen und Straßenbahnen an dubiose Finanzinvestoren verkauft und dann wieder zurückgemietet. Eigentlich wollten sie dabei Geld sparen und ihre klammen öffentlichen Kassen aufbessern. Weil aber einige dieser Investoren in der Finanzkrise Pleite gegangen sind, sitzen die Städte jetzt auf riesigen Schulden. Private Unternehmen investieren auch nur, wenn Profite dabei herausspringen. Und dafür müssen sie eine entsprechende Rendite erwirtschaften. Das heißt, mit der Schuldenbremse würden per Verfassung weit höhere Gebühren für die Nutzung öffentlicher Infrastruktur auf uns zukommen: Maut, Kindergarten- und Schulgeld, höhere Preise für Schwimmbäder und höhere Bahnticketpreise sowieso. Die Schuldenbremse wäre der Einstieg in den Ausstieg des Staates aus der öffentlichen Infrastruktur per Verfassung. Diese Konsequenzen kann man politisch wollen. Warum soll der Staat darüber entscheiden, wie viel in welche Infrastruktur investiert wird? Haben Politiker und Bürokraten nicht schon immer viel Geld für Projekte ausgegeben, die niemand will oder braucht? Aber nicht nur die öffentliche Hand kann Geld falsch investieren. Die gesamte US- und Teile der deutschen Autoindustrie haben es geschafft, die Zeichen der Zeit nicht zu sehen und falsch zu investieren. Jetzt halten sie die Hand für öffentliche Gelder auf. Wen die Bürger also für den besseren und zuverlässigeren Investor halten, sollten sie lieber selbst entscheiden. Wenn sie gerne weniger Steuern zahlen und mehr privat organisieren wollen, können sie das in unserer Demokratie per Stimmzettel so entscheiden. Schließlich ist das Schöne an der Demokratie, dass man wählen kann, welche Politik gemacht wird. Würde man die Schuldenbremse aber im Grundgesetz festschreiben, wäre die politische Wahlfreiheit erheblich eingeschränkt. Der politische Prozess wäre quasi ausgehebelt. Der Kern des modernen Parlamentarismus seit seinen Anfängen im England des 17. Jahrhunderts – das Haushaltsrecht – würde ausgehöhlt. Darüber hinaus scheint die Schuldenbremse auch ziemlich unausgegoren. Erst mal die Zahl: Wie kommt die Föderalismuskommission auf 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts? Warum nicht gleich null oder ein oder drei Prozent? Die Grenze von drei Prozent kennt man aus dem europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt. Obwohl auch da kaum jemand richtig weiß, warum es gerade drei Prozent sein müssen (es geht dabei um die Stabilisierung der Schuldenstandsquote unter bestimmten Annahmen), gibt es eine gewisse ökonomische Logik hinter dem Pakt, die der Schuldenbremse fehlt. Die drei Prozent sollen vor allem den so genannten “automatischen Stabilisatoren” Raum lassen. Diese “automatischen Stabilisatoren” sind die Mehrausgaben des Staates, die sich bei einem Wirtschaftsabschwung von selbst ergeben. Ohne dass Regierung und Parlament es extra beschließen müssten, wird der Staatshaushalt defizitär und die Wirtschaft automatisch stabilisiert – weil konjunkturbedingt die Sozialtransfers steigen und Steuer- und Abgabeneinnahmen weg brechen. Nach dem Konzept der Schuldenbremse müsste extra ein “Stabilitätsrat” bestehend aus dem Bundesfinanzminister und seinen Länderkollegen abnicken, dass der Staat dieses Defizit auch realisieren darf. Politischer und verfassungsrechtlicher Hickhack ist vorgezeichnet. Um Missverständnissen vorzubeugen: Das alles bedeutet nicht, dass es sinnvoll ist, grenzenlos Schulden anzuhäufen. Schließlich steht das Geld, das der Staat für Zinsen ausgeben muss, nicht mehr für andere wichtige Dinge zur Verfügung. Schulden belasten nicht nur die dubiosen “zukünftigen Generationen”. Schon die heutigen Steuerzahler zahlen den ebenfalls schon längst geborenen Eigentümern von Staatsanleihen Zinsen. Weil Staatsschulden solche Verteilungswirkungen haben, muss der Staat natürlich sehr genau aufpassen und begründen, wozu er Schulden aufnimmt. Um die öffentliche Hand stärker in die Pflicht zu nehmen, könnte etwa – wie in den 90er Jahren in den USA - das Parlament nur Gesetzte beschließen, wenn die Gesetzesinitiatoren konkrete Vorschläge mitliefern, wie die damit verbundenen Ausgaben finanziert werden sollen. Dann müssten die Initiatoren für die Öffentlichkeit transparent erklären, welche Ausgaben aus welchem Grund aus welchen Steuereinnahmen oder mit welcher Neuverschuldung finanziert werden. Die Schuldenaufnahme als Finanzierungsquelle aber von vornherein auszuschließen wäre dumm. Denn wenn der Staat investieren soll, dann muss er sich auch verschulden können, genau wie private Unternehmen. Und es wäre absurd, mit öffentlichen Investitionen so lange zu warten, bis Naturkatastrophen oder Rezessionen kommen. Übrigens gibt es schon eine schöne Regel im Grundgesetz: Artikel 115 regelt, dass die Neuverschuldung nicht höher als die Investitionen sein darf. Diese ökonomisch vernünftige Regelung auszubauen oder strikter anzuwenden hilft allemal mehr als per Verfassung Schulden zu verbieten. View the full article
  25. New MetaTrader 4 Mobile build 222 have been released. Fixed CAB file for installation of terminal from PDA with Windows Mobile 2003 or lower systems. View the full article

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