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Popularität des Tradens

Geschrieben

Hallo,

 

mitbekommen hab ich hier und anderswo im Netz, dass es richtige "hauptberufliche" Daytrader gibt die davon leben, und deren Tagwerk eben rein aus diesem Traden besteht.

Jetzt frag ich mich, ob die das im Bekanntenkreis an die große Glocke hängen oder eher verschweigen, wie sie ohne körperliche Arbeit/ohne Berufsverkehr etc. ihre Brötchen verdienen. Ich könnte mir vorstellen dass es sehr viele (!) Leute gibt, die das auch gerne machen würden wenn sie doch nur von inzw. für den Normalo nutzbaren Materie/Anbieter wüssten ODER ihnen jemand den Einstieg erleichtert, weiter noch die eigene funktionierende Strategie erzählt und sie es dann nur nachmachen müssten.

Featured Replies

Geschrieben
...mitbekommen hab ich hier und anderswo im Netz, dass es richtige "hauptberufliche" Daytrader gibt die davon leben, und deren Tagwerk eben rein aus diesem Traden besteht.

Jetzt frag ich mich, ob die das im Bekanntenkreis an die große Glocke hängen oder eher verschweigen, wie sie ohne körperliche Arbeit/ohne Berufsverkehr etc. ihre Brötchen verdienen. Ich könnte mir vorstellen dass es sehr viele (!) Leute gibt, die das auch gerne machen würden wenn sie doch nur von inzw. für den Normalo nutzbaren Materie/Anbieter wüssten ODER ihnen jemand den Einstieg erleichtert, weiter noch die eigene funktionierende Strategie erzählt und sie es dann nur nachmachen müssten.

 

Interessierte Trader, welche sich den Sprung zur "Hauptberuflichkeit" wünschen gibt es sicher viele, aber die wenigsten schaffen es tatsächlich!

 

Gründe dafür, dass diese Rechnung nicht aufgeht, gibt es mehr als genug. Z.B. die eigene Unwissenheit darüber, mit welchen Marktakteuren (Konkurrenten) man es beim Daytrading zu tun hat... das eigene übersteigerte Ego... die eigenen Emotionen... zu hohes Risiko... Unterkapitalisierung etc. pp. - nur um mal ein paar wenige Gründe anzusprechen.

 

Was ist eigentlich Deine Fragestellung??? Irgendwie ist mir das noch nicht so klar.

Bearbeitet von TraderFox

Geschrieben

Was man bei dem ganzen "Einfach von Zuhause aus reich werden" nicht vergessen darf:

Trading ist ein Nullsummenspiel (ok, mit Gebühren etc. sogar noch schlimmer).

Sprich wenn du etwas Gewinnen willst, muss ein anderer den gleichen Betrag (in der Realität sogar noch mehr) verlieren. Es kann also gar nicht funktionieren, dass immer mehr Menschen anfangen vom traden zu profitieren, denn je mehr davon profitieren, desto mehr müssen verlieren (oder wenige müssen anfangen mehr zu verlieren).

Naiv gesprochen könnte man sagen: "Wenn sich einer durch traden einen normalen Lebensunterhalt verdienen will, muss ihn (den Lebensunterhalt) dafür ein anderer verlieren. Wenn einer mit traden reich werden will müssen viele andere beim traden arm werden".

 

Es klingt nur immer so schön, weil man nur die Gewinner sieht und von den Gurus hört "die es geschafft haben", aber es ist mit Sicherheit keine massentaugliche Berufsgruppe.

Geschrieben

Vor rund 10 Jahren ist mir mal das Ergebnis einer internen Studie einer großen deutschen Bank zu Ohren gekommen, in der untersucht wurde, wie der langfristige Erfolg der privaten Daytrader im Futures-Bereich ist.

 

Das Ergebnis: 100 % der Trader haben langfristig verloren. Also kein einziger war auf der Gewinnerseite. Ich selbst reihe mich übrigens nahtlos mit ein, als ich vor 12-13 Jahren auch mal Daytrading mit DAX-Futures betrieben habe und es nach rund zwei Jahren wegen mangelnden Erfolgs einstellte.

 

Die Gründe, weswegen es nicht funktioniert, haben Mythos und TraderFox schon genannt.

Geschrieben

Weitestgehend schliesse ich mich meinen Vorredenern an, jedoch moechte ich das Ausgangstatement noch ein bisschen verfeinern.

 

Fuer die Leute, die es dann vielleicht einmal geschafft haben, ist es definitiv kein ''einfaches Broetchenverdienen''.

 

Selbstdiziplin

8 - 12 Stunden am Computer und ich rede hier mal nicht von automatischen Handelssystemen, sondern manuelles Traden.

Psychische Druck mit all seinen Gesichtern und, und, und....

 

Zunaechst einmal setzt du dich alleine unter Druck, da du weisst, dass am Ende des Monats dir niemand einen Scheck zukommen laesst, ergo musst du gewinnen.

 

Dann die Momente deiner Entscheidungen, im Handel nicht revidierbar.

Manchmal Fluechtigkeitsfehler, die einen Beigeschmack der bittersten Sorte hinterlassen...

 

Und schliesslich und zuletzt bleibt da noch immer ein bisschen das Gefuehl der Abhaengikeit. Von Montag bis Freitag 10 Stunden am Computer und am Wochenende nichts? Da fehlt einem manchmal schon etwas.

 

Freunde rufen dich spontan an und fragen, lass uns irgendwas machen und du sagst, wie soviele Male schon zuvor, ich kann noch nicht...

Und wenn du dann schliesslich doch mal unter Freunden bist, fragt dich jeder ''Wie stehen die Kurse...'', was meinst du, wohin dieser und jener Kurs geht, hast du nicht einen heissen Tipp fuer mich... und spaetestens in diesem Moment merkst du, wie schoen es doch waere einen ganz normalen Job zu haben.

Geschrieben
Jetzt frag ich mich, ob die das im Bekanntenkreis an die große Glocke hängen oder eher verschweigen

 

Was war gleich nochmal die eigentliche Frage Cabrón?

Goldkettchen, Rolex, Porsche versus Lange Haare, Swatch, Volvo?

Prahlerei vs. Understatement?

 

Sein Geld mit Traden zu verdienen ist vermutlich einer der härtesten Jobs der Welt, zumindest wenn man nicht in einem Handelsraum einer Großbank oder eines Brokers sitzt. Die meisten, die es professionell betreiben wissen, dass das Geschäft ein Rollercoaster-Business ist. Ich kenne keinen, der den Mund voll nimmt und meint, er hätte den Heiligen Gral gefunden. Das Gegenteil ist eher der Fall.

Geschrieben

Ich denke mit dem Traden ist es vergleichbar wie mit Musik (egal ob Klassisch oder Pop) oder Kunst oder Webdesign.... Sehr viele fühlen sich berufen, nur wenige ertragen aber den extremen Wettbewerbsdruck, die Einsamkeit, die Misserfolge oder den Spott der Mitmenschen. Nur ganz wenige sind wirtschaftlich richtig erfolgreich, die meisten haben große Probleme irgendwie durchzukommen vor allem dann wenn sie nicht noch ein anderes Standbein haben.

Beim Traden gibt es keinen Platz für die Mittelmäßigen keine geschützten Freiräume (The Winner takes it All). Wenn jemand als Profimusiker nichts wird kann er noch Musik unterrichten - wenn die Einsicht früh da war sogar als staatlich gut bezahlter Lehrer sonst nur noch auf dem wesentlich härteren freien Markt. Ähnlich bei den Sportlern.

Insofern darf es auch nicht verwundern, dass sich viele letztlich gescheiterte Trader als Vermarkter für fragliche EAs oder Forex Strategien tätig werden oder bei einem Broker anheuern denn das verdient letztlich ein sicheres Auskommen.

Abgesehen von den Demoaccounts und trading Simulatoren gibt es keine geschützten Übungsräume, mit einem realen Account handelt man gleich gegen Profis (Banken, Broker), die vielfältige Vorteile haben. Das ist ungefähr so als ob man nach einigem Zupfen an der Geige gleich in einem berühmten Sinfonieorchester mitspielen soll.

Ich denke der Weg bis man von dem Traden wirklich leben kann ist ein weiter und sollte realistisch eher in Jahren als in Monaten bemessen werden.

Geschrieben
  • Autor
Die logische Konsequenz zum Sachverhalt meiner Frage im Falle des "Weitersagens" hat User Mythos ganz gut beschrieben, genau so wie ichs mir auch vorstelle. Sollte es zu einem "Goldrausch" kommen durch das große Weitergeben funktionierender Strategien der erfolgreichen Daytrader, so kann es ganz klar nicht nur Gewinner geben denn der Profit des einen ist des anderen Verlust. Jetzt mal auf FSB angewendet würden die Anbieter entweder ihre Spreads unangenehm ausweiten oder einfach dicht machen weil es sich nicht mehr lohnt....vorrausgesetzt natürlich es gäbe nun sehr viele erfolgreiche Daytrader. Die Frage interessiert mich eben, weil die Gier des Menschen unendlich ist wenn es was zu holen gibt, siehe echten Goldrausch oder ne ganz einfache Ikea Markteröffnung.
Geschrieben
Sollte es zu einem "Goldrausch" kommen durch das große Weitergeben funktionierender Strategien der erfolgreichen Daytrader

 

Ich glaube die "Strategie" wird überschätzt,

(den heiligen Gral gibt es nun mal nicht)

und das was ein guter Trader mit bringen muss unterschätzt.

 

Es gibt viel Strategien im Netz die auf Dauer Erfolgreich sind,

(ob sehr Erfolgreich oder mässig sei jetzt dahin gestellt. Aber man macht zumindest nicht Pleite)

doch die wenigsten haben das durchhalte vermögen wirklich dran zu bleiben.

Bearbeitet von ibelieve

Geschrieben
Fuer die Leute, die es dann vielleicht einmal geschafft haben, ist es definitiv kein ''einfaches Broetchenverdienen''.

8 - 12 Stunden am Computer...

Psychische Druck mit all seinen Gesichtern und, und, und....

Dann die Momente deiner Entscheidungen, im Handel nicht revidierbar...

Manchmal Fluechtigkeitsfehler, die einen Beigeschmack der bittersten Sorte hinterlassen...

Und schliesslich und zuletzt bleibt da noch immer ein bisschen das Gefuehl der Abhaengikeit...

Freunde rufen dich spontan an und fragen, lass uns irgendwas machen und du sagst, wie soviele Male schon zuvor, ich kann noch nicht...

 

... und am Ende eines 12-Stunden-Tages hast Du häufig genug - trotz Deines theoretischen Fachwissens, jahrelanger Markterfahrung und aller Anstrengung - nicht nur Nichts verdient, sondern hast auch noch Geld in den Markt eingezahlt. Das sonst übliche Leistungsdenken ist in diesem Beruf völlig außer Kraft gesetzt. Mehr Arbeit/Leistung bedeutet nicht zwangsläufig mehr Verdienst - eher das Gegenteil ist dann der Fall. Dies kann schnell zu einem Burnout führen.

 

In keinem anderen Job ist die eigene erbrachte Leistung so transparent und meßbar! Jeder vermeintlich kleinste Flüchtigkeitsfehler ist sofort in Geld bewertbar und irreparabel. Man ist selbst zu 100% verantwortlich für sein Handeln/Tun... keine Ausreden möglich... keine Arbeitskollegen, auf die man die Schuld schieben könnte... usw.

Das entsprechende Feedback auf jede einzelne Aktion ist IMMER sehr direkt, Bullshit in = Bullshit out, da gibt es kein Team, auf das man sich dann raus reden kann. Trader ist vermutlich der einzige Job, in dem man wirklich das bekommt, was man verdient...

 

Dem psychologische Druck, dem man sich als Berufstrader (Einzelkämpfer) tagtäglich aussetzt, ist an vielen Tagen unmenschlich und unerträglich, da man besonders beim Daytrading dazu neigt, ständig seine gewohnte Komfortzone zu verlassen, sofern man sich nicht selbst strikte Regeln auferlegt. Und jedesmal wenn man diese Wohlfühlzone überschreitet, dann ist Gefahr in Verzug. Die Folgen sind dann zwangsläufig materielle, körperliche und auch mentale "Kollateralschäden"... sog. Referenzerlebnisse, welche über kurz oder lang zur völligen Handelblockade führen können. Und dies, obwohl man mitunter bereits monate-/jahrelang profitabel am Markt agierte! Am ehesten ist der Beruf Daytrader vielleicht noch mit dem des Notarztes einer Unfallchirurgie vergleichbar, der ebenfalls unter hohem psychologischen Druck, ständig Entscheidungen in Sekunden, von solch erheblicher Tragweite treffen muß.

 

Zudem stellt das Trading bedingt durch seine Eigenart, wie in keinem anderen Berufsbild, Anforderungen an jeden diskretionär agierenden Marktteilnehmer, mit denen nur die Wenigsten von uns von Anfang an zurecht kommen. Der Grund dafür liegt meines Erachtens hauptsächlich darin, dass man als Eigenhändler zum Einen nicht auf seine bisherigen Lebens- oder Berufserfahrungen zurückgreifen kann, da bestimmte Verhaltensmuster für das Trading eher hinderlich als förderlich sind, und zum Anderen sozusagen legislatives, exekutives und judikatives Organ in Personalunion auf sich vereint. Von "Gewaltenteilung" also keine Spur!

 

==> Von Legislative spreche ich deshalb, weil man zunächst für seine Vorgehensweise am Markt ein systematisches Regelwerk selbst bestimmen muss und damit „gesetzgeberisch“ tätig wird.

 

==> Ferner ist man gleichzeitig in der Regel auch exekutiv für die Umsetzung seiner selbst bestimmten Handelsstrategie und die Ausführung der Trades verantwortlich.

 

==> Und zu guter Letzt muss man sein Vorgehen am Markt auch noch selbst überwachen und ist damit sein eigener Richter und Kontrollorgan, womit man auch noch für die judikative „Gewalt“ verantwortlich zeichnet, was sicher den schwierigsten Part der ganzen Systematik darstell.

 

Daher verwundert es nicht, dass Probleme vorprogrammiert sind, wenn man in einem der drei Bereiche ein "Handicap" aufzuweisen hat.

 

Dies alles führte bei mir vor ca. 3,5 Jahren zu der Erkenntnis, dass ich mich mit anderen Händlern zusammenschließe, um dadurch Kernkompetenzen zu bündeln, eine Diversifikation der Handelsstrategien zu erreichen, um so den psychologischen Druck des "Geld verdienen müssens" für mich selbst und jeden Einzelnen zu verringern. Dabei stellte sich jedoch heraus, dass es gar nicht so einfach ist überhaupt andere Händler zu finden, welche für dieses Vorhaben geeignet wären. Nicht zuletzt deshalb wurde das tf1 netzwerk ins Leben gerufen, um überhaupt ein Medium dafür zu haben, andere Trader anzusprechen und entsprechende Kontakte zu knüpfen. Natürlich auch dazu, um ein "zweites Standbein" im Bereich Brokerage aufzubauen - das will ich gar nicht verhehlen. Aber im Endeffekt hat jeder Einzelne daraus auch einen Mehrwert...

Geschrieben
wie schoen es doch waere einen ganz normalen Job zu haben.

 

Man darf hier "normalen Job" nicht mit einer Selbständigen Tätigkeit im führen einer kleinen Firma verwechseln.

Da habe ich die gleichen Probleme.

 

Von daher ist Trader ein ganz normaler Job,

den mehr oder weniger jeder bis zu einem gewissen Grad erlernen kann.

 

Jeder kann kochen lernen und in der Kantinenküche arbeiten.

Dann gibt es welche die können es noch besser und werden Küchenchef.

Manche so gar Meister Koch.

Doch nicht jeder Meister Koch ist in der Lage sein eigenes Restaurant zu führen.

 

Vielleicht schafft es ein schlechter Koch sogar besser weil er das ganze drum rum viel besser beherrscht.

 

8 - 12 Stunden am Computer und ich rede hier mal nicht von automatischen Handelssystemen, sondern manuelles Traden.

 

 

... und am Ende eines 12-Stunden-Tages hast Du häufig genug - trotz Deines theoretischen Fachwissens, jahrelanger Markterfahrung und aller Anstrengung - nicht nur Nichts verdient, sondern hast auch noch Geld in den Markt eingezahlt.

 

Wie viele Stunden arbeitet der normale Mittelständler in seiner kleinen Firma?

Wie oft fragt er sich grade in Zeiten wie jetzt wo mit er am Ende des Monats seine Rechnungen bezahlt?

 

Psychische Druck mit all seinen Gesichtern und, und, und....

 

In keinem anderen Job ist die eigene erbrachte Leistung so transparent und meßbar! Jeder vermeintlich kleinste Flüchtigkeitsfehler ist sofort in Geld bewertbar und irreparabel. Man ist selbst zu 100% verantwortlich für sein Handeln/Tun... keine Ausreden möglich... keine Arbeitskollegen, auf die man die Schuld schieben könnte... usw.

 

Den habe ich mit meiner Kneipe natürlich nicht. Die Gäste kommen ja alle von alleine. Immer genau so viele wie ich brauche so das ich gut ausgelastet bin und nicht zu viele so das ich in Stress komme.

 

Wenn ich auf eigene Rechnung Arbeite bin ich immer und egal in welchem Job zu 100% verantwortlich.

Da kann ich die Schuld nie auf andere schieben.

 

Zunaechst einmal setzt du dich alleine unter Druck, da du weisst, dass am Ende des Monats dir niemand einen Scheck zukommen laesst, ergo musst du gewinnen.

 

Dem psychologische Druck, dem man sich als Berufstrader (Einzelkämpfer) tagtäglich aussetzt, ist an vielen Tagen unmenschlich und unerträglich,

 

Ach und mir als Installateur überweisen die Leute Geld egal ob ich gute oder schlechte Leistung erbracht habe?

 

Frag mal die Leute die mit all Ihrer Kraft versucht haben das Familien Unternehmen am Leben zu halten und am Ende dann doch aufgeben mussten.

Die füllten sich alle als wenn sie grade aus dem Urlaub kamen.

 

Dann die Momente deiner Entscheidungen, im Handel nicht revidierbar.

Wenn ich als Geschäftsmann Entscheidungen treffe sind Sie meist nicht revidierbar.

Und ob Sie wirklich gut waren stellt sich meist immer erst nach einiger Zeit raus.

Nehme ich zu viele Aufträge an habe ich ein Problem,

nehme ich zu wenig Aufträge an habe ich auch ein Problem.

 

Freunde rufen dich spontan an und fragen, lass uns irgendwas machen und du sagst, wie soviele Male schon zuvor, ich kann noch nicht...

 

So bald ich Selbständig bin muss ich halt dann ran wenn meine Kunden es wollen.

 

Daher verwundert es nicht, dass Probleme vorprogrammiert sind, wenn man in einem der drei Bereiche ein "Handicap" aufzuweisen hat.

 

Egal was ich als kleines Unternehmen mache,

es ist überall das gleiche.

 

Die hier vorgebrachten Probleme haben nichts mit dem Trading an sich zu tun.

Die fallen unter die Frage ob ich überhaupt bereit bin eine Firma(nichts anderes ist ein Vollzeit Trader) zu führen.

Wenn ich dann schon mal nicht bereit bin die oben genannten Kleinigkeiten in kauf zu nehmen sollte ich weder Trader noch sonst eine Selbständige Tätikeit in betracht ziehen.

Geschrieben

Ein aus meiner Sicht ganz wesentlicher Fehler, den Privatanleger machen, die gerne als Daytrader ihr Geld verdienen wollen, ist, daß sie ohne sich viel Gedanken zu machen davon ausgehen, daß alle Marktteilnehmer gleich sind, jeder prinzipiell die gleichen Chancen hat und Marktbewegungen bestimmten Gesetzmäßigkeiten unterliegen, aus denen man mit speziell zugeschnittenen Handelsstrategien dauerhaft Gewinne generieren kann. Das ist - insbesondere beim Daytrading - nicht der Fall.

 

In früheren Jahrzehnten, als die Märkte noch stark von Privatanlegern und deren Direktinvestments geprägt waren, mag es eher gegolten haben. In der heutigen Zeit, in der die "Big Player" das Geschehen dominieren, steht der kleine Privattrader ganz hinten in der Schlange und hat auch niemals die Chance, nach vorne zu kommen.

 

Ein Beispiel soll verdeutlichen, was ich zum Ausdruck bringen will:

 

Der DAX ist ein paar Tage hintereinander ohne öffentlich klar nachvollziehbaren Grund stark gefallen. Er gilt als "überverkauft" und müßte nach allen (bzw. den meisten) Regeln der Markttechnik steigen. Zusätzlich hat er auch noch eine untere Umkehrformation ausgebildet und müßte auch nach allen Regeln der Charttechnik steigen. Also, weil der Markt ja steigen "muss", kaufen die technisch orientierten Trader. Durch ihre Käufe treiben sie den Markt ein wenig nach oben und geben ihrer eigenen Handelsstrategie damit quasi selber recht.

 

Was alle diese Marktteilnehmer jedoch nicht wissen, ist, daß an jenem besagten Handelstag, der so freundlich begann, ein Future-Fonds seine Long-Position im DAX liquidieren will. Der mit der Abwicklung beauftragte Händler erhält die Order, bis zum Mittag 5000 Kontrakte im DAX-Future interessewahrend auf den Markt zu werfen.

 

Dieser Händler kümmert sich nun einen feuchten Kehricht um Markt- oder Charttechnik. Er will lediglich einen halbwegs guten Durchschnittskurs für seinen Mega-Verkauf erhalten. Also freut er sich über die gestiegenen Kurse und wirft erstmal 1.000 bis 2.000 Kontrakte relativ zügig auf den Markt. Dadurch wird ein neues Tagestief markiert. Die ganzen Privatzocker sind schockiert, weil das jetzt doch gar nicht hätte passieren "dürfen". Einige steigen aus, andere vergrößern ihre Long-Position zu vermeintlich billigen Einstiegskursen, weil es jetzt einfach steigen "muss". Sie erhalten auch für wenige Minuten recht. Denn der große Händler wartet erstmal ab, bis sich die Kurse ein wenig erholt haben. Dann schmeißt er das nächste 1000-er Päckchen auf den Markt, wieder neues Tagestief. Und so geht' s weiter. Am späten Vormittag dann hat der DAX eine wichtige Untersützungslinie durchbrochen. Jetzt verkaufen auch die letzten Privatzocker und drehen ihre Longs in Shorts um. Doch der große Händler ist fertig mit seinen Verkäufen und macht nichts mehr. Auf die Verkäufe der Privatzocker folgen keine Anschlußverkäufe, der Markt steigt wieder und sie sind in eine Bärenfalle getappt.

 

Und die Moral von der Geschicht': der Einzige, der in dieser Situation wirklich planmäßig gewinnen kann, ist derjenige, der die Aktiviäten des großen Händlers genau kennt und im Vorhinein - verbotenermaßen! - mittels front running seine Verkaufsorders platziert. Alle anderen Marktteilnehmer haben keine Chance, mit irgendeiner Strategie hier irgendetwas auszurichten. Gewinnen oder verlieren beruht bei denen auf Zufall. Genau so gut könnten sie würfeln, ob sie long oder short gehen sollen.

 

In der längerfristigen Perspektive spielen die Tagesaktivitäten der großen Player eine geringere Rolle, die umso geringer wird, je größer der Zeithorizont ist. Beim Tageshandel ist der Privatzocker ihnen jedoch gnadenlos ausgeliefert.

Bearbeitet von Mako

Geschrieben
Man darf hier "normalen Job" nicht mit einer Selbständigen Tätigkeit im führen einer kleinen Firma verwechseln.

Da habe ich die gleichen Probleme.

 

Von daher ist Trader ein ganz normaler Job,

den mehr oder weniger jeder bis zu einem gewissen Grad erlernen kann.

 

Jeder kann kochen lernen und in der Kantinenküche arbeiten.

Dann gibt es welche die können es noch besser und werden Küchenchef.

Manche so gar Meister Koch.

Doch nicht jeder Meister Koch ist in der Lage sein eigenes Restaurant zu führen.

 

Vielleicht schafft es ein schlechter Koch sogar besser weil er das ganze drum rum viel besser beherrscht.

 

... nur mit dem Unterschied, dass in diesem Job kein Platz für Mittelmäßigkeit ist!

 

In diesem Bereich überlebt nur der Sternekoch! :whiteflag:

 

Hierbei ging es ja vorrangig um Daytrading und man sollte sich im Vorfeld schon im Klaren darüber sein, dass mind. 50% der getroffenen Entscheidungen Fehlentscheidungen sein werden - in keinem anderen Beruf kommt dies so klar zur Geltung! Genau damit können die wenigsten zu Beginn ihrer "Karriere" umgehen, da das eigene Ego permanent im Weg steht!

 

Insofern bleibe ich bei meinen gemachten Aussagen...

Geschrieben

Ibelieve, ich glaube hier beruht es auf die Sichtweise eines jeden Einzelnen, und glaube mir... hinter dem von mir Geschilderten stehe ich zu 100%.

 

Und nein, ich war in meinem vorigen Leben nicht nur als Angstellte taetig, sondern hatte auch schon in Deutschland mein eigenes Unternehmen...

von daher kann ich es mir leicht erlauben zu sagen, dass ich mich manchmal nach einem ganz normalen Job, und sei es in der Verpflichtung als Selbststaendige, insgeheim zuruecksehne.

 

Ich moechte jetzt gar nicht weiter auf all das adere, welches du auffuehrtest, eingehen ..., denn der Sinn in der Betrachtung lag einfach darin zu sagen, Daytrader ist kein einfacher Job mit dem man mal in Nullkommanix reich wird.

Geschrieben
In früheren Jahrzehnten, als die Märkte noch stark von Privatanlegern und deren Direktinvestments geprägt waren, mag es eher gegolten haben. In der heutigen Zeit, in der die "Big Player" das Geschehen dominieren, steht der kleine Privattrader ganz hinten in der Schlange und hat auch niemals die Chance, nach vorne zu kommen.

 

Wie alt bist Du?

 

In früheren Zeiten hatte der Privatanleger weder das nötige Kleingeld(Traden war bedeutend Teurer) noch überhaupt die Möglichkeiten so an den Märkten zu handeln wie heute.

Geschrieben
... Daytrader ist kein einfacher Job mit dem man mal in Nullkommanix reich wird.

 

Kann ich nur bestätigen und würde den Satz von Dir sogar noch reduzieren auf:

 

 

Daytrader ist kein einfacher Job mit dem man seinen Lebensunterhalt verdienen kann. :whiteflag:

Geschrieben
Daytrader ist kein einfacher Job mit dem man mal in Nullkommanix reich wird.

 

Im umkehr Schluss lese ich aus deiner aussage das du viele Berufe kennst mit denen man in Nullkommanix reich wird?

 

Dann lass uns bitte nicht dumm sterben. :hmmmm: :whiteflag:

Geschrieben
Kann ich nur bestätigen und würde den Satz von Dir sogar noch reduzieren auf:

 

 

Daytrader ist kein einfacher Job mit dem man seinen Lebensunterhalt verdienen kann. :whiteflag:

 

Tut mir leid,

aber jetzt weicht das alles zu weit von dem ursprünglichen Thema ab.

 

Nur eine Frage hätte ich noch,

da ich ja nicht davon ausgehe das Ihr es nur macht um zu jammern.

 

Warum bleibt Ihr dann nicht bei einem Job wo das Geld verdienen viel einfacher ist und viel angenehmer?

 

PS,

ich habe das Gefühl das ich missverstanden werde.

Ich behaupte nicht das Trading einfach ist,

ich sage nur das das ganze Leben nicht einfach ist.

Sollte es aber so rüber kommen als wenn ich behaupte das Trading einfach ist so zeige man mir bitte die Stelle wo ich das schrieb.

Geschrieben
Im umkehr Schluss lese ich aus deiner aussage das du viele Berufe kennst mit denen man in Nullkommanix reich wird?

 

Dann lass uns bitte nicht dumm sterben. :hmmmm: :whiteflag:

 

 

Und siehe da - schon haben meiner unmaßgeblichen Meinung nach - die Leute Probleme mit ihrem eigenen Ego... Ich will "Rechthaben" wollen.

 

Obwohl alle bisherigen Beiträge ihren gewissen "Wahrheitsgehalt" hatten.

 

ibelieve - DIE einzige Wahrheit gibt es nicht, das liegt immer im Auge des Betrachters, welchen Maßstab dieser für die eigene Beurteilung eines Sachverhalts heranzieht! :bn:

 

EDIT: Ich für meinen Teil wollte niemanden etwas vorjammern... vielmehr wollte ich Gefahren und Fallstrick herausarbeiten und aufzeigen!

 

Denn genau solche "Easy Money"-Geschichten (die ja übrigens auch die Finanzindustrie bewusst und erfolgreich anwendet) führen zu der blauäugigen Herangehensweise der Beginner im Bereich Daytrading.

Bearbeitet von TraderFox

Geschrieben
..In der heutigen Zeit, in der die "Big Player" das Geschehen dominieren, steht der kleine Privattrader ganz hinten in der Schlange und hat auch niemals die Chance, nach vorne zu kommen.

 

Das sehe ich nur zum Teil so: Auch wenn die "Big Player" das Spiel dominieren und man als kleiner Trader nie gegen die Großen gewinnen kann, so sind zumindest die Einstiegskosten in den letzten Jahren durch Internet, billigere Computer, kleinere Kontraktgrössen stetig gesunken. Und wenn man sowieso als Daytrader vor dem Bildschirm hängt: Was hindert einen daran die Bewegungen des Dax oder in den Währungenüber den Tag versuchen mitzumachen.

 

Mein Hindernis beim Traden und so geht es wahrscheinlich vielen sind meistens nicht die fehlenden Informationen z.B. was die Großen Akteuere vorhaben sondern dass ich mich mit vorgefassten Meinungen hinsetzte. Selbst wenn diese Überlegungen chartanalysetechnisch fundiert sind, muss ich bereit sein sie zu revidieren. letztlich hat mich meine Besserwisserei schon viel Geld gekostet.

Wenn ein Händler "bis zum Mittag 5000 Kontrakte im DAX-Future verkaufen muss" dann muss das sich im 5Mintuten, 15minuten und wahrscheinlich sogar im 1h Start auswirken

Nur wenn ich an meiner Analyse starrsinnig festhalte und sie nicht revidiere, werde ich verlieren!

Leider ist das Eingeständnis, dass man nicht richtig liegt, psychologisch nach wie vor schwierig.

 

Wenn ich schaue wie praktisch alle "Big Player" mit ihren Invest- und Handlungsaktivitäten schief gelegen haben sollte man den Mut als "Kleiner" nicht aufgeben. Nur leider bekommen die "Big Player" weltweit neues Spielgeld vom Steuerzahler und die "Kleinen" müssen nach grösseren Fehlentscheidungen ganz kleine Brötchen backen.

Bearbeitet von Krümel
Zitat-Tag gesetzt

Geschrieben
Und siehe da - schon haben meiner unmaßgeblichen Meinung nach - die Leute Probleme mit ihrem eigenen Ego... Ich will "Rechthaben" wollen.

 

Wer will recht haben?

 

Klar haben alle Beiträge ihren Wahrheitsgehalt. Ich sage nur das es in den meisten Branchen auch nicht einfacher ist wie im Traden.

 

Ich für meinen Teil wollte nur aufzeigen das man sich die gleichen Sachen auch überlegen sollte bevor man es in betracht zieht sich in irgend einem Beruf Selbständig zu machen.

 

"Denn genau solche "Easy Money"-Geschichten"

3 Zeilen darüber steht mein Name.

Man zeige mir die Stelle wo ich das schrieb,

oder vermerke klar ersichtlich das es nichts mehr mit dem oberen Teil wo mein Name steht zu tun hat.

 

Ob ich blauäugig irgend eine Firma aufmache oder Daytrader werde endet meistens mit dem gleichen Ergebnis.

Bearbeitet von ronner
Zitat gekürzt - bitte auf notwendige Länge achten.

Geschrieben
Das sehe ich nur zum Teil so: Auch wenn die "Big Player" das Spiel dominieren und man als kleiner Trader nie gegen die Großen gewinnen kann, so sind zumindest die Einstiegskosten in den letzten Jahren durch Internet, billigere Computer, kleinere Kontraktgrössen stetig gesunken. Und wenn man sowieso als Daytrader vor dem Bildschirm hängt: Was hindert einen daran die Bewegungen des Dax oder in den Währungenüber den Tag versuchen mitzumachen.

 

Mein Hindernis beim Traden und so geht es wahrscheinlich vielen sind meistens nicht die fehlenden Informationen z.B. was die Großen Akteuere vorhaben sondern dass ich mich mit vorgefassten Meinungen hinsetzte. Selbst wenn diese Überlegungen chartanalysetechnisch fundiert sind, muss ich bereit sein sie zu revidieren. letztlich hat mich meine Besserwisserei schon viel Geld gekostet.

Wenn ein Händler "bis zum Mittag 5000 Kontrakte im DAX-Future verkaufen muss" dann muss das sich im 5Mintuten, 15minuten und wahrscheinlich sogar im 1h Start auswirken

Nur wenn ich an meiner Analyse starrsinnig festhalte und sie nicht revidiere, werde ich verlieren!

Leider ist das Eingeständnis, dass man nicht richtig liegt, psychologisch nach wie vor schwierig.

 

Wenn ich schaue wie praktisch alle "Big Player" mit ihren Invest- und Handlungsaktivitäten schief gelegen haben sollte man den Mut als "Kleiner" nicht aufgeben. Nur leider bekommen die "Big Player" weltweit neues Spielgeld vom Steuerzahler und die "Kleinen" müssen nach grösseren Fehlentscheidungen ganz kleine Brötchen backen.

 

Ich weis das man nicht so groß Zitieren soll,

aber genau das wollte ich auf die Sache auch schreiben,

konnte es nur nicht in so schöne Worte packen.

Aber es trift den Nagel auf den Kopf.

 

Nur eins noch,

Du musst nicht gegen die Großen gewinnen,

dein Ziel sollte es sein nur ein Stück von Ihrem Kuchen ab zu schneiden.

 

PS,

wie schreibt Ross so schön in seinen Bücher,

" Ich fing an Geld zu verdienen wo ich lernte meine Position zu drehen"

Geschrieben
Im umkehr Schluss lese ich aus deiner aussage das du viele Berufe kennst mit denen man in Nullkommanix reich wird?

 

 

Ich glaube du interpretierst heute zuviel in Aussagen anderer rein ...

 

Möchte mir ja auch gar nicht ausmalen, dass ich beim Lesen deiner Inhalte ein wenig das Gefuehl bekam, dass es ein kleines Klagelied auf dein Leben ist, aber ich mag mich täuschen.

 

Eins ist doch klar, und da ist es auch völlig uninteressant welchen Beruf wir ausüben..., Spaß haben wir in doch in irgendeiner Weise daran, sonst würden wir unseren Berufen nicht tagtäglich nachgehen, und das mit allen Für und Wider ...

 

In diesem Sinne verabschiede ich mich dann aus dieser Diskussion und möge jeder selbst seine Bestimmung finden. :whiteflag:

Geschrieben
Nur eins noch,

Du musst nicht gegen die Großen gewinnen,

dein Ziel sollte es sein nur ein Stück von Ihrem Kuchen ab zu schneiden.

...was auf's selbe rauskommt.

Der kleine David, ganz hinten in der Informationskette und ohne jegliche Power am Markt, macht die großen Goliaths fertig.

Na denn mann tau!

Geschrieben
  • Autor

Tja also meine Fragestellung sah ja so aus: was wenn die erfolgreichen/hauptberuflichen Daytrader ihre Strategien im Bekanntenkreis aus "Nächstenliebe" teilen würden. Folgen dann Goldrausch, Anbieterpleiten, etc.?

 

Bis jetzt lese ich aber nur dass Daytraden nicht leicht ist, im Großen und Ganzen wird davon abgeraten habe ich den Eindruck. Ich denke also meine Frage ist beantwortet...Daytrading wird nie zum massenphänomen werden weil Daytrader es nicht weiterempfehlen würden. Wieso hören die leute die es machen, aber davon abraten oder sich sogar wieder einen Dayjob wünschen, nicht einfach auf?

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