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Finanztransaktionssteuer

Geschrieben

Peer Steinbrück hatte auf dem letzten G-20 Gipfel in Pittsburgh in seiner Funktion als (Noch-)Finanzminister schon mal Reklame dafür gemacht:

 

Die Finanztransaktionssteuer (kurz FTS)

 

Die Idee einer solchen Steuer auf sämtliche internationalen Finanztransaktionen ist nicht neu und geht unter anderem auf den Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger James Tobin zurück. Dieser hatte in den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts eine Steuer auf alle internationalen Devisentransaktionen vorgeschlagen, damals jedoch mit der Intention, "Sand ins Getriebe" zu streuen und für eine Stabilisierung der Märkte zu sorgen.

 

Ob ein solcher Stabilisierungseffekt durch diese so genannte "Tobin Tax" wirklich eingetreten wäre, ist mehr als fraglich. Doch ist das heute auch gar nicht mehr das Thema. Jetzt geht es vielmehr darum, Geld abzuschöpfen.

 

In diesem Zusammenhang finde ich eine Berechnung des österreichischen Ökonoms Stephan Schulmeister recht interessant:

 

Bei einem Steuersatz von 0,05 Prozent ergäbe sich für Deutschland ein Aufkommen von 1,1 Prozent des BIP. Das wären etwa 27 Milliarden Euro, selbst wenn die Transaktionen als Reaktion auf die Steuer um etwa 65 Prozent sinken.

Quelle: Schulmeister zur Transaktionssteuer

 

Nun - Berechnungsmodelle sind die eine Sache und die Realität die andere. Dennoch steht für mich fest: die FTS wird kommen, und zwar innerhalb der nächsten 4 Jahre.

 

Gründe:

 

1. Die Staatskassen sind dank der Wirtschafts- und Finanzkrise kräftig geleert worden. Steuererhöhungen sind unausweichlich. Würde man jetzt die Mehrwertsteuer erneut anheben, träfe man die Realwirtschaft in einer Situation, wo man sie gerade nicht treffen möchte.

Die FTS hingegen entfaltet ihre Wirkung auf den vor Liquidität überquellenden Finanzmärkten. Etwas von dieser Liquidität abzuschöpfen bietet sich also geradezu an.

 

2. Die Finanz"industrie" war ursächlich für die aktuelle Krise und für die leeren Staatskassen durch immense staatliche Finanzspritzen an eben diesen Wirtschaftszweig. Es liegt nahe, sich das Geld über die Jahre genau dort wieder zurückzuholen, wo man es hingegeben hat.

 

3. Alle Industriestaaten haben das gleiche Problem der leeren Haushaltskassen, so daß die Chancen für eine Einführung dieser Steuer auf internationaler Ebene so hoch sind wie nie zuvor.

 

 

Wichtig ist, die FTS niedrig anzusetzen, um das Geschäft so wenig wie möglich zu behindern und die Kuh nicht zu schlachten, die man melken will. In der Diskussion ist ein Steuersatz von 0,1 % und bei Derivaten von 0,01 %, dort allerdings auf den Kontraktwert und nicht nur auf die Margin.

 

Ich sehe dieser Entwicklung jedenfalls mit großem Interesse entgegen. Sollte die FTS kommen, dürfte dies auch nicht spurlos an so manchem Businessmodell vorübergehen, das heutzutage auf exrem kurzfristigen Handeln basiert. Das dürfte dann spürbar unattraktiver werden.

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  • Barroso war doch glaube ich Vorsitzender einer kommunistischen Partei bzw wäre dann natürlich immernoch Anhänger des Kommunismus. Die EU entwickelt sich so langsam wirklich in so etwas wie eine SU - V

Featured Replies

Geschrieben
  • Autor
Da wir hier im Forum kulturvollen Meinungsstreit fördern wollen, schließe ich mich nachfolgenden Aussagen an:

 

... weiterlesen, nur 8 Seiten. :wub:

 

Axel_Troost.pdf

Und wer kein Bock zum Lesen hat, kann sich statt dessen dieses Video anschauen:

 

 

 

Und damit auch die andere Seite nicht zu kurz kommt:

 

Carl-Ludwig Thiele von der FDP

  • 1 Monat später...
Geschrieben
  • Autor

So, nun scheint der Zug in eine etwas andere Richtung zu fahren: statt Finanztransaktionssteuer jetzt "Bankenstrafsteuer":

 

Bankenabgabe soll Milliardensegen bringen

 

 

Dazu Finanzminister Schäuble:

 

"Wir müssen einsehen, dass das, was wir gerne auch überlegt hätten - nämlich eine Finanztransaktionssteuer einzuführen - nur geht, wenn sie global vereinbart wird. Und dafür gibt es im Moment keine realistische Chance", sagte der CDU-Politiker.

 

Ob es für Trader nun besser aussieht bzw. ob, wie und in welchem Umfang die Banken die kommenden Zusatzlasten auf ihre Kunden abwälzen, muss man mal abwarten.

Geschrieben

Die Bankensonderabgabe ist in AT schon beschlossene Sache, Umfang rund 500 Mio -wenn man das auf die Grösse den Landes umrechnet entspricht das in DE 5 Mrd.- es wird nur noch über Details diskutiert.

 

Und klar, es werden die Kunden zahlen, oder glauben die Damen und Herrn Politiker noch an den Osterhasen?

 

In AT ist auch eine Reform der Gruppenbesteuerungsrichtlininen -Verluste diverser Auslandstöchter können mit Gewinnen in anderen Ländern oder im Inland gegenverrechnet werden- im Gang, finde ich angemessen, die Unicredit Bank Austria -ex HVB Tochter- meldete vor ein paar Tagen rund 1,1 Mrd. Gewinn, wegen diversen Spezialkonstruktionen fällt für diesen Gewinn keine Steuerlast an, im Regelfall zahlen Kapitalgesellschaften in AT 25% Körperschaftssteuer, d.h. in dem Fall wären 275 Mio. EUR fällig.

  • 1 Monat später...
Geschrieben
  • Autor

Totgesagte leben länger.

 

Jetzt kommt sie vielleicht doch noch, zusätzlich zur Bankenabgabe:

 

Unterstützung für Finanzmarktsteuer auch in der Union

 

Berlin — Nach der Verabschiedung des Milliarden-Schutzschirms für den Euro wächst die Unterstützung für die von der SPD geforderte Finanzmarktsteuer. Deutschland solle sich international für eine solche Steuer einsetzen, sagte der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) sagte: "Alle sind sich einig, dass wir eine Bankenabgabe und eine neue Steuer brauchen."

Quelle

 

Und wenn sie nicht kommen sollte, wird uns das Thema auf alle Fälle in der politischen Diskussion erhalten bleiben.

Geschrieben

Mittlerweile habe ich das Gefühl, es wird ernst mit der Finanztransaktionssteuer - und zwar EU-weit einheitlich.

Ich glaube, das wird nicht funktionieren, nur wenn es weltweit eingeführt wird ("Tobin-Steuer").

 

Meines Wissens gilt die Steuer dann auch nur für Spot-FX? Na dann werden die Futures ja bald neuen Zulauf kriegen - bestimmt auch mit Minifutures für alle möglichen Pairs.

 

Zum Glück bin ich bei nem US-Broker. Mir reicht die Abgeltungssteuer hier in Höhe von 25 % schon.

Geschrieben
Mittlerweile habe ich das Gefühl, es wird ernst mit der Finanztransaktionssteuer - und zwar EU-weit einheitlich.

Ich glaube, das wird nicht funktionieren, nur wenn es weltweit eingeführt wird ("Tobin-Steuer").

 

Aktuell schaut es danach aus, so lange die Yanks aber nicht mitspielen ist's fast egal.

 

Meines Wissens gilt die Steuer dann auch nur für Spot-FX? Na dann werden die Futures ja bald neuen Zulauf kriegen - bestimmt auch mit Minifutures für alle möglichen Pairs.

 

Das stimmt nicht, wenn eine FinTranSteuer kommt, dann unterliegen ALLE Handelsaktivitäten dieser Abgabe.

 

Zum Glück bin ich bei nem US-Broker. Mir reicht die Abgeltungssteuer hier in Höhe von 25 % schon.

 

Muss ich jetzt aber nicht verstehen, oder? Mit 25% Besteuerung auf Spekulationsgewinne befindet sich DE im untersten Bereich in der EU, wenn du aus einer anderen Tätigkeit ein ansatzweise höheres Einkommen generierst zahlst du wesentlich mehr Einkommenssteuer!

Geschrieben
Muss ich jetzt aber nicht verstehen, oder? Mit 25% Besteuerung auf Spekulationsgewinne befindet sich DE im untersten Bereich in der EU, wenn du aus einer anderen Tätigkeit ein ansatzweise höheres Einkommen generierst zahlst du wesentlich mehr Einkommenssteuer!

 

War blöd von mir ausgedrückt, ich meine damit, dass es mir schon reicht auf die erzielten Gewinne Steuern zu zahlen, eine Umsatzsteuer die immer anfällt, unabhängig vom Gewinn oder Verlust - da müsste ich meine Aktivitäten ernsthaft überdenken.

Geschrieben
  • Autor
Spekulationssteuer

SPD plant erstes EU-weites Volksbegehren

 

Die SPD will bei der Finanzmarkt-Regulierung neue Wege gehen. Gemeinsam mit anderen sozialdemokratischen Parteien Europas plant sie ein EU-weites Referendum - etwas Ähnliches hat es bisher noch nie gegeben. Das Ziel: Spekulanten sollen zur Kasse gebeten werden.

Quelle

Geschrieben
Ich weiss, geht ja vom AT Bundeskanzler aus, nicht zufällig sind bis zum Herbst noch 3 Landtagswahlen, in denen die SPÖ die Mehrheit verteidigen muss, langsam geht das in Richtung Klassenkampf!
Geschrieben
Die neue britische Regierung will offenbar mit der Einführung einer Bankenabgabe bis zu 8 Mrd. Pfund (9.2mrd Eur) einsammeln. Entsprechende Pläne seien in Arbeit und könnten im Zuge der Maßnahmen zur Senkung des Rekord-Haushaltdefizits umgesetzt werden, berichtete die Zeitung "Independent on Sunday".

 

Die großen Industrie und Schwellenländer (G20) wollen die Vorschläge zu einer Bankenabgabe bei ihrem Treffen Ende Juni in Toronto diskutieren....

http://forum.baadermarkets.de/showpost.php...amp;postcount=8

  • 2 Wochen später...
Geschrieben
Die Bankenabgabe hat aber nichts mit der FTS zu tun, allerdings ist eine Grundtendenz erkennbar, nämlich Uneinigkeit bei den G20 Staaten, somit wird eine globale FTS auch eher unwahrscheinlich.
Geschrieben
Die Bankenabgabe hat aber nichts mit der FTS zu tun, allerdings ist eine Grundtendenz erkennbar, nämlich Uneinigkeit bei den G20 Staaten, somit wird eine globale FTS auch eher unwahrscheinlich.

 

Ja, das denke ich auch. Sicherlich werden einige europäische Staaten versuchen aus Trotz die Abgabe trotzdem

 

einzuführen.Aber sie wird global definitiv nicht kommen und das beruhigt mich doch ungemein! :ph34r:

Geschrieben
  • Autor

Gott sei Dank ist dieser Unfug mit der Bankenabgabe vom Tisch. Ich bin ja mal gespannt, ob die Amis (war ja ihre Idee) das jetzt im Alleingang umsetzen (können).

 

Die globale FTS ist ohnehin momentan nicht zu erwarten, allenfalls eine europäische FTS. Hier wird es sicher nochmal interessant.

  • 3 Wochen später...
Geschrieben

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel schrieb eine globale Banken-Abgabe wie eine weltweite Finanztransaktionssteuer am Samstagabend ab. "Wir haben hier leider weder bei der Bankenabgabe unter allen G20-Staaten eine einheitliche Meinung, noch bei der Finanztransaktionssteuer", sagte Merkel zum Ende des G8-Gipfels im kanadischen Huntsville, der am Abend in den G20-Gipfel übergeht. Nach dem, was sie aus den Vorgesprächen höre, "muss man davon ausgehen, dass es leider eine negative Klarheit sein wird", sagte Merkel zu den Aussichten für eine globale Transaktionssteuer.

 

 

 

Quelle: WirtschaftsBlatt

 

Das war ohnehin zu erwarten, ich habe immer mehr den Eindruck, dass diverse Politiker das ganze Geschrei um eine globale FTS aus rein populistischen Gründen inszeniert haben, aber ohnehin wussten, dass das in der Form nie kommen wird.

Bearbeitet von whipsaw
<>Link tag korrigiert

Geschrieben

Das war ohnehin zu erwarten, ich habe immer mehr den Eindruck, dass diverse Politiker das ganze Geschrei um eine globale FTS aus rein populistischen Gründen inszeniert haben, aber ohnehin wussten, dass das in der Form nie kommen wird.

Dieses Gefühl habe ich schon die ganze Zeit. Selbst unseren Staatsoberhäuptern musste schon immer klar sein, dass es keine gemeinsame Regelung mit der Mehrzahl an Staaten geben wird. Allerdings klingt es so besser: die anderen wollten ja nicht.

Ich lade übrigens immer ungewünschte Leute auf meine Geburtstagsparty ein, von denen ich weiß, dass sie "leider" nicht können. So macht man sich beliebt :aerator:

Geschrieben

Ich denke, Merkel hätte eine echtes Problem bekommen wenn die anderen Staatschefs der FTS doch zugestimmt hätten.

 

Allerdings geht in der Politik nichts sofort und schnell.

Langfristig möchte das Merkel vielleicht wirklich. Und je länger man über ein Thema redet, desto größer wird auch die Akzeptanz bei allen.

Kennt man ja vielleicht privat, wenn etwas neu ist steht man dem ablehnend gegenüber, aber mit der Zeit wenn man immer damit in Berührung kommt freundet man sich vielleicht doch damit an.

Und das wird Sinn und Zweck sein. Tenor: Nicht sofort, aber vielleicht in den nächsten 10 Jahren als Einnahmequelle, wenn die Märkte es sich wieder "leisten können".

Geschrieben

Quelle: WirtschaftsBlatt

 

Das war ohnehin zu erwarten, ich habe immer mehr den Eindruck, dass diverse Politiker das ganze Geschrei um eine globale FTS aus rein populistischen Gründen inszeniert haben, aber ohnehin wussten, dass das in der Form nie kommen wird.

Ihr müsst mir ja nicht zustimmen, aber ich habe schon ewig das Gefühl das das gemeine Volk in vielerlei Hinsicht von Politikern von vorne bis hinten auf die Schippe genommen wird ( Vorsichtig ausgedrückt )

 

Ich denke, Merkel hätte eine echtes Problem bekommen wenn die anderen Staatschefs der FTS doch zugestimmt hätten.

Glaube ich auch, ich denke aber auch das sie aufgrund ihrer Informationsquellen ( Polik Netzwerke ) sehr wohl weiß, wie weit sie sich aus dem Fenster lehnen darf

 

Kennt man ja vielleicht privat, wenn etwas neu ist steht man dem ablehnend gegenüber, aber mit der Zeit wenn man immer damit in Berührung kommt freundet man sich vielleicht doch damit an.

Und das wird Sinn und Zweck sein. Tenor: Nicht sofort, aber vielleicht in den nächsten 10 Jahren als Einnahmequelle, wenn die Märkte es sich wieder "leisten können".

Klar, der Mensch und auch die Masse ist ein Gewohnheitstier, so funktioniert vieles in zig Bereichen die eigentlich angeprangert und verbessert gehörten, aber der Mensch und auch wieder die Masse ist träge,

es bedarf sehr viel Überzeugungsarbeit um dauerhafte Veränderungen der Masse schmackhaft zu machen. Da es hier aber um richtig Kohle geht, tja, das macht die Sache sicher nicht einfacher.

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, das es daraum geht ob es sich die Märkte leisten können, es geht eher darum das gewisse Leute an den entsprechenden Stellen es sich niemals freiwillig leisten wollen...

Geschrieben

Ihr müsst mir ja nicht zustimmen...

Tu ich aber!

 

Je intensiver ich mich mit Politik beschäftigt, desto mehr offenbaren sich mir die Parallelen zu Hollywood.

Jetzt mal ganz im ernst. 99% der Leute, die hier im Forum was schreiben, war klar, dass diese Transaktionssteuer, so wie sie dem Wähler immer verkauft wurde, nie kommen wird, ja garnicht kommen kann.

Aber... jede Umfrage im Volk zeigte, dass so eine Steuer populär ist. "Da kann man endlich mal die abschröpfen, die für dieses Wirtschaftskrisendesaster verantwortlich sind", so die einhellige RTL-Explosiv Meinung.

Was ist da naheliegender, als dass man als Politiker auf den Zug aufspringt und ein wenig Populismus betreibt.

Frau Merkel ist hochintelligent. Da erzählt mir doch keiner, dass sie nicht wusste, dass ihr gloreicher Plan nicht durchsetzbar ist. Jetzt sind es halt die bösen Kanadier, oder welche Nation auch immer gegen eine solche Alibi-Steuer ist. So ist sie fein raus und kann trotzdem beim "Volk" punkten.

Und das schlimmste: Kaum einer der Wähler merkts... das ist so traurig :aerator:

Geschrieben

Und das schlimmste: Kaum einer der Wähler merkts... das ist so traurig :aerator:

Merken bzw. spüren tun sie / wir das sehr wohl !

Aber !

Die Masse ist nun mal bequem, das weiß jede Führungskraft ( Chef, Politik, Wirtschaft ) und daher kann man das wunderbar benutzen,

auch um unbequeme Dinge fürs Volk durchzusetzen.

 

Ich hole jetzt hier jetzt mal ganz bewußt nicht weiter aus, jeder der sich ein wenig mit Wirtschaft und Politik auseinandersetzt,

findet x Beispiele die Hunderttausende betreffen....

Geschrieben

Nicht sofort, aber vielleicht in den nächsten 10 Jahren als Einnahmequelle, wenn die Märkte es sich wieder "leisten können".

 

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, das es daraum geht ob es sich die Märkte leisten können, es geht eher darum das gewisse Leute an den entsprechenden Stellen es sich niemals freiwillig leisten wollen...

 

Es geht bei der FTS nicht um die Frage ob sich das die Märkte leisten können, denn für langfristig agierende Marktteilnehmer ist eine FTS mehr oder minder egal, für Kurzfristakteure dagegen wäre eine FTS fatal.

 

Und da kommen wir zur spannenden Frage, nämlich braucht irgendwer die kurzfristig agierenden Händler? Im Sinne der Liquidität der Märkte ja, wobei das Kurzfristtrading in der Zwischenzeit ein Volumen erreicht hat, das mit dem Bereitstellen von Liquidität absolut NICHTS mehr zu tun hat, im FX Spot Markt sind lt. BIS (Bank of International Settlement) mehr als 90% der Transaktionen reine Spekulation, oder schauen wir uns die Rohölmärkte an, der weltweite Rohölverbrauch beträgt aktuell irgendwo bei 95 Mio Barrel/Tag, an den Terminbörsen werden täglich Kontrakte im Umfang von mehr als 1.000 Mio Barrel gehandelt, also mehr als das Zehnfache des tatsächlichen Bedarfs.

 

Jetzt stellt sich die Frage: Wer sind die Spekulanten? Tja, sehr viele "Normalmenschen", denen es nicht bewusst ist, dass sie -über Umwege- spekulieren. Wer hat Griechische Staatsanleihen gehalten und als die Lage prekär wurde auf den Markt geworfen? Hedgefunds oder waren es doch die Pensionskassen, die sehr gerne GR Gov. Bonds gekauft haben, da dort die Zinsen höher waren. Und bei vielen Pensionskassen etc. gibt es einen Teil "Alternative Investments", hinter diesem Wort verbirgt sich aber das Investieren in Hedgefunds, also bei den "bösen Jungs". Und woher der Ertrag, den Banken und teils auch Versicherungen als Dividende ausschütten, kommt wollen die Leute auch nicht wissen, das aber gerade bei Banken ein Teil des Gewinns aus Spekulationsgeschäften -sorry, aus der Investmentbanking Division, hört sich doch gleich netter an- stammt, wollen die Menschen auch nicht sehen.

 

 

Ihr müsst mir ja nicht zustimmen, aber ich habe schon ewig das Gefühl das das gemeine Volk in vielerlei Hinsicht von Politikern von vorne bis hinten auf die Schippe genommen wird ( Vorsichtig ausgedrückt )

 

Tja, Politiker wären dumm wenn sie die Wahrheit sagen würden, denn das würde ihre Wiederwahl gefährden, alle Aussagen haben nur einen Zweck, nämlich die Darstellung in der Öffentlichkeit, es gilt ausschliesslich die Wiederwahl wahrscheinlicher zu machen, ich würde an Stelle der Politiker nicht anders agieren.

Geschrieben

Tja, Politiker wären dumm wenn sie die Wahrheit sagen würden, denn das würde ihre Wiederwahl gefährden, alle Aussagen haben nur einen Zweck, nämlich die Darstellung in der Öffentlichkeit, es gilt ausschliesslich die Wiederwahl wahrscheinlicher zu machen, ich würde an Stelle der Politiker nicht anders agieren.

Genau das ist der Punkt, das eigene Hemd ist nun mal immer am nächsten

 

Und dabei ist es egal, ob ich Chef, Manager oder BP Vorstand bin, wer seine Position inne hat versucht immer das beste für sich daraus zu machen.

Sicherlich gibt es da wenige Ausnahmen, allerdings kommen Leute dieser Art schon mal gar nicht an Führungsposten großer Firmen,

und wenn doch, wird dieser "Fehler " schnell erkannt und sie werden wieder abgesägt.

Geschrieben

Und da kommen wir zur spannenden Frage, nämlich braucht irgendwer die kurzfristig agierenden Händler?

 

Keine schlechte Frage. Aber schauen wir uns doch mal die Welt um uns herum an. Abseits vom Trading. Ich nenne einfach mal ein Beispiel aus meinem Umfeld.

 

Firma A betreibt ein Rechenzentrum. Firma B stellt dort die Server herein und vermietet sie dann.

Dann kommt Firma C und sagt sich, wenn wir Server mieten und einfach nur wieder vermieten

dann können wir verdienen ohne groß den Finger krum zu machen. Das gleiche denkt sich

Firma D auch, und mietet bei C die Server um sie zu vermieten. Wenn andere das können

dann können wir das doch auch sagt sich Firma E und mietet mal eben ein paar Server bei der

Firma D. Jetzt kommt Firma F und sagt sich: Na so ein Mist die Server sind ja so teuer wenn man

die mieten will. Egal, wir mieten sie und spielen eine Software drauf und vermieten die Server inkl.

Software. Firma G kommt und denkt, na mensch - tolle Sache, das mieten wir um es zu vermieten!

Tolle Sache denkt sich dann Firma H und vermietet mal schnell die Software die auf den Servern

laufen. Nachdem dann die Firmen I und J dann das ganze auch nochmal eingekauft und vermietet

haben kommt dann am Ende die Firma K die die Software an den Endkunden vermietet.

 

 

Ich habe noch niemanden gesehen der zur mir gesagt hat: Diese blöden Spekulanten. Die mieten die Server nur um sie mit etwas Glück wieder teurer verkaufen können als sie sie eingekauft haben.

Evt. sollte man mal eine Serververmietungssteuer einführen. Für jeden Servermietvertrag muss ein Betrag abgeführt werden.

 

Und um nun zur Frage zurückzukommen. Brauchen wir soetwas? Nein, brauchen tun wir das nicht. Aber solange es wirtschaftlich funktioniert und der Endkunde die Firmen der Buchstabensuppe bezahlt funktioniert es. Das das nun qualitativ eine gute Lösung ist möchte ich gar nicht behaupten. Im Gegenteil: Schlimmere Zusammensetzungen gibt es ja fast gar nicht mehr.

 

Viele Grüße,

Rumpel

  • 1 Jahr später...
Geschrieben
  • Autor
Pläne für EU-Steuer werden konkreter

 

Die EU will ihren Haushalt künftig unter anderem über eine neue Steuer auf Finanzgeschäfte finanzieren. Viele Mitgliedsländer sind sauer. Dabei könnten sie auch ein Stück vom Kuchen abhaben, beschwichtigt die Kommission.

 

Quelle: Focus Money

 

 

Dazu ein Interview mit EU-Steuerkommissar Semeta in der FAZ

Geschrieben
Alle Jahre wieder! Letztes Jahr um die selbe Zeit hatten wir ja auch die Diskussion! Ich würde mal auf Sommerloch tippen.

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