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Deutsche Bank will Dokumentarfilm zensieren (Update)

Geschrieben

Vorab:

Der Gesprächsmitschnitt um den es geht, war nicht angekündigt und somit verboten.

Trotzallem interessant wie manche so denken...

 

Die findet die Aussage ihres Sprechers, dass Menschen in Somalia für ihre Armut selbst verantwortlich seien und nicht Händler von Banken, nicht mehr schön und möchte die Passage jetzt aus dem Film haben.
Quelle Zitat

 

Nur allein die ersten 30 sekunden sind imho das klicken des Videos wert

http://www.youtube.com/watch?v=rQ7cXnsCh0E&feature=youtu.be

 

Ursprünglich bin ich jedoch durch diese Seite auf den Film aufmerksam geworden:

Internet-Law

Featured Replies

Geschrieben

ganz Unrecht hat der Sprecher aber nicht - Somalia ist Kriegsgebiet (Kenia ist vor ein paar Monaten einmaschiert + ein paar andere afrikanische Staaten wie Burundi und Uganda seit Jahren), Krisengebiet sowieso (seit 20 Jahren schon kein Staat mehr) und eine Versorgung mit allem was man zur Ernte braucht (Dünger, Aussat etc.) bzw. Nahrungsmittel allgemein ist schlichtweg nicht zu normalen Konditionen möglich. Dazu kommt Dürre, Wucherpreise der Milizen etc.

 

Eine Versorgung der Bevölkerung wäre eigentlich relativ unproblematisch - wenn die islamische Al-Shabab nicht ständig ihren Anteil von internationen Hilfslieferungen abzweigen und den NGOs die Verteilung sowieso verbieten würde.

 

Solange die Islamisten dort weite Landesteile kontrollieren, wird sich das nicht verbessern. Ein schönes Beispiel, wie der Ultra-Islam eben nicht gut funktioniert.

Da allerdings in letzter Zeit zumindest die Hauptstadt vollständig kontrolliert wird und Kenia sowie teils Äthiopien militärisch vorgehen, könnte Somalia vielleicht doch eine Zukunft haben und dann erst kann man sehen, wie sich die Nahrungsmittelpreise verhalten. Somalia als Beispiel für Nahrungsmittelspekulation zu verwenden ist in meinen Augen einfach nur dumm.

Geschrieben
  • Autor
Ich muß zugeben, dass ich mich damit bisher nicht weiter befasst habe, aber die Aussage der Fundmanagerin hat es mir wirklich angetan.
Geschrieben

Also Nahrungsmittel zu traden finde ich auch nicht wirklich menschlich. Es gibt ja genug womit man zocken kann. Öl, zB ..

 

Die "Fondsmanagerin" war warscheinlich keine Echte. Sie hat die Rolle nur gespielt. Das Problem beim Sprecher der Deutschen Bank ist eben: Es ist der Sprecher der Deutschen Bank und es ist seine Aufgabe nach Außen zu kommunizieren. Von daher wird es schwer zu sagen "es ist verboten".

 

Ob so viel Mehl in der sauberen Spree nicht schädlich ist. Wieso greift das Umweltministerium nicht ein?! Und wo bleibt die Greenpeace Anti-Demo?

Übrigens: Ich wohne da wo die Spree manchmal rückwärts fließt [1]. :mosking:

 

Viele Grüße,

Rumpel

 

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Spree#Hydrologie_und_Hydrografie

Geschrieben

Dazu muss ich leider etwas unpopuläres loswerden.

Ich fand den Film ehrlich gesagt sehr emotional, ideologisch motiviert und undifferneziert.

Es wurde eine Stimmung transportiert, ohne auch nur in Ansätzen das Thema inhaltlich zu beleuchten

und sich mit den Problemen auseinanderzusetzen. Eine emotionale Endladung ist das eine,

aber Aufklärung geht anders. Dadurch wirkte es auf mich tendenziell ehr wie ein Kunstwerk.

Genau das halte ich aber im Bezug auf dieses Thema für nicht wirklich hilfreich.

Von unkritischer Spekulationskritik habe in den ganzen Medien während der Kriese etwas zu viel gehabt.

Interessant übrigens, dass dieser Stream erst in einer Zeit starken Zulauf bekommt,

wo der eigene Wohlstand plötzlich zur Disposition steht. Was aber nicht gegen ihn spricht.

Geschrieben

Dazu muss ich leider etwas unpopuläres loswerden.

 

Ich muss mich leider auch auf die Seite der "Un-Populisten" schlagen. Ich habe den Film zwar nicht komplett gesehen, das youtube-Video finde ich aber mal wieder sehr plakativ - und die Deutsche Bank (bestimmt nicht der grösste Player in dem Bereich) wird eben genommen, weil sie als Inbegriff des "Bösen" nicht mehr gross überführt werden muss.

 

Die Deutsche Bank ist ein AG, d.h. sie gehört ihren Aktionären - gleichzeitig ist der Aktienbesitz überwiegend Streubesitz. Hier setzt der Film leider überhaupt nicht an. Ausserdem finde ich diese plötzlich "rechschaffend" gewordenen Insider á la "Geraint Anderson" oder "Michael Lewis", und dieser Dame in dem Film, die es sich mit Ihren Millionen aus der so angeblich "verdorbenen Finanzweilt" in der Moral-Kritik-Nische sehr sehr bequem gemacht haben langsam genauso zweifelhaft, wie die Auswüchse des Finanzsystems. Ich wüsste von keinem dieser selbst ernanntne "Aussteiger" das auch nur einer seinen Wohlstand ganz oder teilweise gespendet bzw. "zurückgegeben" hätte.

 

Ja. Das Spekulieren mit Nahrungsmittel ist Blödsinn und ich glaube 95% der Finanzbranche inkl. aller Trader würden es begrüssen, wenn man das verbieten würde. Ich weiss auch nicht warum Lotti Müller "Wheat" via Metatrader handeln muss (beeinflusst zwar eh nicht den Markt - aber das Prinzip ist schon falsch). Wer nicht in der Lage ist und auch nicht die Absicht hat einen Kontrakt physisch abzunehmen sollte auch nicht zum Handel mit Kontrakten zugelassen werden.

 

Auf der anderen Seite:

Es gibt immer in den Medien mehr als genügend Berichte, wenn der Weizen-, Milch- oder was auch immer Preis extrem niedrig ist, so dass die Bauern davon nicht mehr leben können. Manch ein EU-Bauer würde sich wahrscheinlich wünschen, dass der Milchpreis mal durch die Decke gehen würde.

 

So gibt es eben immer auf der einen Seite Leute die davon Profitieren und Leute die darunter leiden. Defacto haben wir wohl eher ein Verteilungs- und Gerechtigkeits- problem.

 

Und zu guter letzt muss ich leider auch dem Deutsche Bank Pressesprecher beipflichten, wenn er ein so erworbenes Interview nicht zur Veröffentlichung freigeben will. Das ist nunmal schlechter Stil für einen seriösen Journalisten und gerade "schlechten Stil" wirft der Herr ja den Banken ebenfalls vor.

 

Also meines Erachtens schaden solche "mainstream-pseudo"-Enthüllungs-Reportagen eher der Entflechtung des Finanzsystems, als dass sie helfen.

Geschrieben
  • Autor

Dazu muss ich leider etwas unpopuläres loswerden.

Ich fand den Film ehrlich gesagt sehr emotional, ideologisch motiviert und undifferneziert.

 

Dadurch wirkte es auf mich tendenziell ehr wie ein Kunstwerk.

Genau das halte ich aber im Bezug auf dieses Thema für nicht wirklich hilfreich.

Stimmt, Initiator ist auch das Zentrum für politische Schönheit”

Aus ethischer Sichtweise finde ich das Projekt trotzallem gut.

 

Das Mehl in die Spree zu schütten finde ich allerdings sehr schwachsinnig.

Für was halten die sich ?

Spenden wäre sehr viel wertvoller gewesen !

Geschrieben

Das Mehl in die Spree zu schütten finde ich allerdings sehr schwachsinnig.

 

Da hab ich mir auch gedacht "WTF?". Im Supermarkt hab i gedacht sie wollen zeigen was passiert wenn einer alles aufkauft und den Markt kontrolliert oder so... aber einfach vernichten?!?

Geschrieben

ehrlich gesagt macht die Seite keinen wirklich seriösen Eindruck auf mich.

 

Wenn ich sowas lese, dann frage ich mich ob möglichst viele abstrakte Begriffe die Leser überzeugen sollen statt mit ihrem Einsatz für bestimmmte Dinge.

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Das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) ist eine Denk-, Gefühls- und Handlungsfabrik für politische Poesie und kümmert sich um die Umsetzung des Traums der Humanität. Grundanliegen sind: eine Rekonzeptualisierung des Kampfes um die Menschenrechte

 

Was bitte soll man sich unter Politischer Schönheit und Poesie vorstellen ? Was unter moralischer Schönheit ?

 

Und wieso müssen die Akteure mit Schmutz im Gesicht herumrennen ? - sowas verwenden gemeinhin nur Soldaten. Ich hatte damals jedenfalls keinen Anspruch, mich mit Tarnfarbe unter die Zivilbevölkerung mischen zu wollen. Eher würde ich eine geistige Abwehrhaltung einnehmen, wenn mir so jemand entgegenkommt.

Geschrieben
  • Autor

Was bitte soll man sich unter Politischer Schönheit und Poesie vorstellen ? Was unter moralischer Schönheit ?

Ergeht mir ganz genauso, habe da auch keine weitere Vortellung, Licens schrieb ja schon etwas von Kunstwerk, damit wäre der Interpretationen ja jeglicher Weg geebnet.

Mir ging es beim Video in allererster Linie um die Sätze der Managerin in den ersten 30 Sekunden des Videos, die lassen m.M.n. keinerlei Spielraum aus ethischer Sichtweise.

Wie bereits in Post #1 geschrieben, ursprünglich bin ich auf das Video aufmerksam geworden durch eine Seite in Bezug auf Internet Recht.

Geschrieben

Was bitte soll man sich unter Politischer Schönheit und Poesie vorstellen ? Was unter moralischer Schönheit ?

 

Moralische Schönheit heißt wohl so viel wie Wunschdenken. Akzeptiere nur die Wahrheit oder Interpretation,

die dir genehm ist, die dir gefällt, die dich nicht in Konflikt mit dem Repressionsmaßnahmen deines sozialen Umfeldes führt,

die deinen Wünschen entspricht. Das Dilemma ist nur eine Erfindung böser Machtmenschen, es gibt eine reine Lehre ohne Kompromisse.

Ich denke, das könnte auch der Grundstein einer fanatischen Weltanschauung sein. Akzeptiere nur was dir in den Kram passt, ignoriere die Ambivalenz.

Ego rules.

Geschrieben

Die "Fondsmanagerin" war warscheinlich keine Echte. Sie hat die Rolle nur gespielt.

 

Stimmt!

 

Sie heißt im "wirklichen" Leben Luzia Schelling und ist Schauspielerin.

Geschrieben

Sie heißt im "wirklichen" Leben Luzia Schelling und ist Schauspielerin.

 

Autsch. Also wenn das stimmt schießt das ZPS damit sich und den Film soweit ins Abseits das sie bald wieder auf der anderen Seite sichtbar werden...

 

Subjektive Berichterstattung is das eine, aber Vortäuschung falscher Tatsachen is was ganz was anderes. :punishR:

 

Damit bleibt von dem Film nur noch die Aussage der DB...

Geschrieben

Stimmt!

 

Sie heißt im "wirklichen" Leben Luzia Schelling und ist Schauspielerin.

 

... tja, da ist eben der Eine nicht besser als der Andere. Toll so objektiver, investigativer Journalismus. Werbesendungen müssen ja wenigstens rechtlich kenntlich gemacht werden. Bei Fake-Journalismus scheint das o.k. zu sein.

Geschrieben

ich finde sowas unmöglich.

 

Dann gibt es auch keine ernsthaften Überlegungen zur Eingangsproblematik der Nahrungsmittelspekulation vermute ich.

Da soll einfach ein momentan vorherrschendes Meinungsbild über Banken dazu verwendet werden, die eigene Organisation zu pushen.

Geschrieben

... Werbesendungen müssen ja wenigstens rechtlich kenntlich gemacht werden ...

 

Haben sie meiner Meinung nach doch gemacht, auch wenn sie nicht "Darsteller" dazu geschrieben haben, so haben sie im Abspann doch am Anfang sofort 2 Namen genannt. Hier kann sich doch jeder denken, dass es sich hierbei um die beiden "Hauptdarsteller" handelt.

 

 

http://www.abload.de/img/luziaschelling3jkws.jpg

 

 

Na ja, wie auch immer, ein fahler Beigeschmack bleibt, da stimme ich Euch zu.

Geschrieben

Es ist aber schon seit längerem in den Medien zu beobachten, dass die Grenzen zwischen Realität und gespielter Realität

verschwimmen und bewusst ignoriert werden. Man schafft gezielt Pseudorealität um den Unterhaltungswert Peergroup-spezifisch

zu optimieren, indem man ihn über dies individualisiert. Wahrheit und Urheberschaft, Dokument und Authentizität besitzen einen Wert und

dieser reizt zur künstlichen replikation dieses Wertes an sich. Je mehr er manipuliert und verfälscht wird, desto seltener wird

das Authentische und um so mehr steigt dadurch wiederum der Anreiz, eben dieses zu imitieren usw.

Basis dieser Entwicklung, es gibt mehr Nachfrage nach Wirkllichkeiten, besonders in unseren Zeiten, als es erzählenswerte Wirklichkeiten gibt.

"Echte" Wirklichkeit ist ein rares Gut geworden. Aber vielleicht werden die Menschen sie auch bald satt haben, diese falsche Realität,

die sie ja für die echte halten oder die sie ja zumindest nicht mehr von ihr unterscheiden können. Vlt. weil es immer eine Sättigung gibt, auch wenn sie nur durch das Verkonsumieren von Realitätsimitation erreicht werden kann.

Und das dann Manipulation von Wirklichkeit nicht mehr als Betrug, sondern viel mehr als willkommene Abwechslung

vom Überfluss künstlich erzeugter und boomender Realität angesehen wird.

Das wäre dann durchaus ein gefährliches Schnippchen im Machtpoker.

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