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Ist Trading gut für die Welt?

Geschrieben

Im Grunde genommen ist es mir egal, was ich handle, außer Lebensmittel. Da hab ich irgendwie den Eindruck, dass das Geld, dass bei den Bauern in Afrika landen sollte von mir abgeschöpft werden könnte.

 

Wenn es böse ist, Lebensmittel zu handeln, wieso ist es dann nicht böse andere Dinge zu handeln? Forderungen die Spekulationen füt Lebensmittel zu verbieten gibt es ja hin und wieder. Aber ist das nicht ein Angriff auf das Trading insgesamt?

Müsste man dann nicht auch Öl-Trading verbieten, weil wir das verdienen was der Autofahrer mehr bezahlt? Ist dem denn so? Also wenn wir schon so anfangen, dann verbieten wir doch gleich mal den Handel sämtlicher Rohstoffe.

 

Ist Trading also gut für uns bzw. für die Welt, oder nicht?

 

Fragen über Fragen ..

 

 

Featured Replies

Geschrieben
  • Autor

Na jetzt macht euch nicht gegenseitig die Kartoffeln heiß.

Entspannt ein wenig, ist doch nichts passiert.

Geschrieben

Du meinst es gibt eine Art Times &Sales mit Händlernamen für sämtliche Futureaktivitäten einer gewissen zurückliegenden Periode?

Ich kenn mich da mit dem Future nicht so gut aus. Aber vlt. findest du den Link ja mal wieder. cleanglasses.gif

Nein, das war wie eine Momentaufnahme (jeweils Dienstags) mit den 10 oder 20 Haltern der größten Positionen. Ich meine ich hatte das in einem Buch über die CoT Daten gelesen, da muss ich noch mal suchen.

 

Lutz

Geschrieben

Ich hatte die Tage mal von einer Studie gelesen, die belegt hat, dass eine unvollkommen Prognose tausend mal besser auf die ökonimschen Anreizsystem zur Produktion, Lagerung und Vertrieb, sowie Verarbeitung, wirkt, als keine zu haben. Zumal, die Alternative, wie gesagt, Planwirtschaft wäre, denn da gäbe es diese Vorschriften für Preise und Produktionsmengen mit denen dann gesteuert wird. Dann haben gefälligst 100 Tonnen Kartoffeln auf dem Acker zu liegen und keine weniger. Und wenn es dann nicht passt, hat jemand eben nix zu essen, egal, wir ändern daran trotzdem nichts. Also eben DDR- like.

 

In der Lehre hatte wir damals unter anderem Betriebsökonomie. Der Lehrer war völlig überzeugt vom System und duldete nicht dass irgendwas in Frage gestellt wurde.

 

Ich habe dann mal gefragt ob, wenn die Betriebe wie immer berichtet wird den Plan erfüllen und oft übererfüllen und es trotzdem laufend Engpässe in der Versorgung und Lücken im Angebot gibt,

 

- die Medien nicht der Wahrheit entsprechend berichten oder

- man den Bedarf überhaupt nicht so detailliert planen kann wie es in einer zentral geleiteten Wirtschaft versucht wird

 

Es gab keine Antwort.

 

Lutz

Geschrieben

Diese Überheblichkeit,

Schade das Kritik am Diskussionsstil bei dir als Überheblichkeit ankommt. War nicht so gemeint.

Aber wie gesagt: wir reden offensichtlich dauerhaft aneinander vorbei also zieh ich mich aus der Diskussion zurück.

Geschrieben

Schade das Kritik am Diskussionsstil bei dir als Überheblichkeit ankommt. War nicht so gemeint.

Aber wie gesagt: wir reden offensichtlich dauerhaft aneinander vorbei also zieh ich mich aus der Diskussion zurück.

 

Finde diese Statement gut.

 

Ihr habt beide Material in "Buchlänge" verfasst und dann frustriert es natürlich wenn man gegenseitig keinerlei Annäherung spürt.

Kennen wir ja sicherlich alle aus Problemen in der Partnerschaft, in der es immer wieder um die gleiche Sache geht, aber man keinen gemeinsamen Konsens findet.

Ich fand eure Gedankengänge als Input sehr gut und auch informativ.

 

Viel schlimmer wäre es in meinen Augen gewesen, zu sagen: "Wenn ich es nicht mache (Lebensmittel traden) macht es ein anderer und dann über diesen Unsinn zu streiten.

 

"Wenn ich es nicht mache, macht es anderer, ist übrigens mein denken über Lebensmittel und Rohstoff Traderei, allerdings mache ich es aus Überzeugung auch nicht, der Markt bietet mit seinen unzähligen Instrumenten so vielfältige Möglichkeiten, dass kein Mensch auf Erden diese Charts alle auswerten könnte.

Daher nehme ich mir die wenigen vor, die ich als einzelner wirklich beobachten kann.

Lebensmittel gehören dann eben nicht dazu, zum Geldverdienen reicht es trotzdem - würde es bei anderen auch.

 

Aber es muß eben jeder selbst für sich entscheiden. Punkt.

Geschrieben

Ähmmm,

Hat die Software etwas verschluckt ?

Ich vermisse den Teil über Activ Trades

Das "Thanks" von Rumpel ist auch verschwunden.

 

btw.

Der Editor harkt manchmal auch, verändert man den Usertext des Zitierten, kommt man nicht mehr in das eigene Schreibfeld um den selbst geschriebenenText zu verfassen.

 

Edit

Hat sich erledigt (Ausgenommen das "btw.")

Habe es im Eifer des Gefechts mit einem anderen Post durcheinandergebracht.

Geschrieben

Schade das Kritik am Diskussionsstil bei dir als Überheblichkeit ankommt. War nicht so gemeint.

Aber wie gesagt: wir reden offensichtlich dauerhaft aneinander vorbei also zieh ich mich aus der Diskussion zurück.

Mein Diskussionsstil und meine Inhalte sind definitiv kritisierbar, und mit es etwas Distanz und Wissen um die Folgewirkung

heute, würde ich vieles anders schreiben. Ich finde es auch extrem hilfreich, wenn mir jemand im Forum aufzeigt, wo ich Denkfehler habe

oder in der Form meiner Mitteilung persönliche Empfindlichkeiten berührt habe. Das tut der Eine oder Andere ja gelegntlich auch und alles ist fein.

 

Allerdings habe ich schon einige Male den Eindruck gehabt, als wenn du(Mythos) Beiträge von mir als persönliche Angriffe oder Nickeligkeit wertest,

und dann auch so reagierst. Das kann natürlich auch an meiner Wahrnehmung liegen, diesbezüglich bin ich als Trader sehr selbstkritisch.

 

Wenn eine Kritik sachlich und fundiert ist habe ich überhaupt kein Problem mit damit, aber das war deine Kritik in Teilen nicht.

Und ich möchte dann zum Abschluss auch ganz klar meine persönliche Rote Linie damit definieren.

Ich finde es in keinster Weise akzeptabel, wenn eine Kritik in den persönlichen Bereich ziehlt, zumal wenn diese von einem Moderator

dieses Forums ausgeht, dessen Aufgabe es eigentlich gewesen wäre, eine solche Schieflage in der Diskussion zu erkennen

und entsprechend zu moderieren, wohl wissend, dass seine besonderen Rechte auch mit besonderen Pflichten und Massstäben verbunden sind.

Ich habe da leider auch nichts Selbstkritisches erkennen können.

Zum Moderieren gehört m.M. in einem gewissen Maß auch die Eigenschaft sein Ego der Sache unterzuordnen.

How ever. In einem Diskussionsklima jenseits der Roten Linie bin ich für meinen Teil jedenfalls nicht bereit mich weiter einzubringen, weil mir das

dann einfach zu stressig und unnötig wird, zumal mein Beruf Trader und nicht Torero ist.

 

Ich hoffe also, dass wir emotionale Komponenten und Fragen künftig vlt. getrennt vom Sachthema, aber aufrichtig, in 'Mekka' diskutieren und bereinigen können.

Für sowas bin ich jederzeit offen, nicht aber für subtile Unterstellungen.

 

my(last)2Cent & Sorry Rumpel, für meine Threadfledderei.sosry.gif

Geschrieben

@Licens: Danke für den Post. Ich glaube das meine Postings/Aktionen bei dir generell deutlich anders ankommen als sie gemeint sind. Zur Sicherheit: Ich habe mich weder persönlich angegriffen gefühlt noch als Nickeligkeit empfunden (wobei ich zugegebenermaßen nicht ganz genau weiß was Nickeligkeit heißt...).

Wenn meine Wortwahl zu persönlich rübergekommen ist tuts mir leid. Hier hatte sicher meine Frustriertheit aufgrund unseres "aneinander vorbeiredens" einen zu großen Einfluss. Gezielt war es definitiv nicht in den persönlichen Bereich.

  • 8 Monate später...
Geschrieben

Für alle, die ein weitergehendes Interesse an Studien und Thesenpapieren zu diesem Thema haben, möchte ich hier

ein paar Gedankenanstöße anbieten, die auf wissenschaftlich seriöser Forschung basieren.

(Die Studie ist meines wissens nach aktuelleste und umfangreichste, was es zu diesem Themenkompkex gibt.)

 

 

Prof. Ingo Pies
Institutionalisierte Solidarität:
Märkte nutzen, um Hunger zu bekämpfen!

 

(b) In der öffentlichen Diskussion werden immer wieder Ziele und Mittel verwech-
selt. Besonders deutlich lässt sich dies beobachten, wenn es um den Preis für Agrarroh-
stoffe geht. Vielfach wird angenommen, es gebe einen gerechten Preis, dessen Über-
schreiten oder Unterschreiten politisch verhindert werden muss. Hierbei wird regelmä-
ßig übersehen, dass die freie Preisbildung eine wichtige Informations-und Sanktions-
funktion hat. Der Preis ist stets Mittel, nicht Zweck: Preisänderungen signalisieren ver-
änderte Knappheitsverhältnisse und setzen zugleich einen Anreiz, durch Veränderungen
des eigenen Verhaltens der veränderten Knappheit Rechnung zu tragen.

 

Einerseits hat bereits Adam Smith in einer heute noch lesenswerten Analyse darauf
hingewiesen hat, dass der Agrarhandel einen wichtigen Beitrag leisten kann, um lokale
Missernten nicht in Hungersnöte ausarten zu lassen.
Andererseits gehört es bis heute nicht zum Bildungskanon, dass Kassamärkte,
die dem Austausch von Agrargütern dienen, eine Form institutionalisierter Solidarität sind,
indem sie helfen, die katastrophalen Auswirkungen verschärfter Knappheit abzuwenden.
Im Hinblick auf Terminmärkte sind die Defizite ökonomischer Bildung eher noch
größer. Im Unterschied zu Kassamärkten werden hier keine physischen Güter gehandelt,
sondern lediglich die Preisrisiken physischer Güter. Moralische Vorbehalte entzünden
sich oft schon rein begrifflich daran, dass hier "Spekulation" stattfindet. Dabei ist es in
Wirklichkeit doch so, dass die Spekulanten ihren Vertragspartnern eine gesellschaftlich
erwünschte Dienstleistung anbieten, indem sie sie von der Unsicherheit über die zu-
künftige Preisentwicklung entlasten.
Wieviel unnötige Aufregung hätte der demokratischen Öffentlichkeit erspart werden können,
wäre die Einsicht weiter verbreitet gewesen, dass Finanzspekulanten
– und insbesondere auch die vielfach kritisierten Indexfonds–
aufTerminmärkten als Versicherungsanbieter auftreten!
Funktionierende Terminmärkte operieren im Modus institutionalisierter Solidarität:
Sie organisieren solidarisches Handeln, sogar ein solidarisches Handeln zugunsten
anonymer Interaktionspartner, d.h. Solidarität mit Fremden, ohne dass diese Solidarität sonderlich intendiert sein müsste.
Aufgrund eines eklatanten Mangels an ökonomischer Bildung kommen viele Bürger
jedoch nicht auf den Gedanken–und halten es auf Anhieb sogar eher für eine absurde Idee–,
dass Kassamärkte Ex-post-Solidarität (= Notfallhilfe) und Terminmärkte Ex-ante-Solidarität
(= Versicherungsleistungen) organisieren. In beiden Fällen handelt es sich um institutionalisierte Solidarität mit Fremden.
Doch da dies häufig nicht erkannt wird und im öffentlichen Bewusstsein nicht präsent ist, läuft die demokratische Politik
systematisch Gefahr, die Verwirklichung moralischer Anliegen primär über eine Außer-
kraftsetzung anstatt durch eine bessere Inkraftsetzung solcher Märkte anzustreben.
Das aber stellt die Logik unseres Zivilisationsmodells auf den Kopf: Hunger und
Armut wurden in Deutschland nicht dadurch überwunden, dass man die Bevölkerung
vor dem Markt in Schutz genommen hat, sondern vielmehr dadurch, dass man allen
Bürgern–Frauen und Männern, Jungen und Alten, Dorfbewohnern und Stadtbewoh-
nern, Bauern und Nicht-(mehr)-Bauern–die Option eröffnet hat, sich in die marktwirt-
schaftliche Arbeitsteilung zu integrieren und an den entsprechenden Wachstumserfolgen
teilzuhaben. Es gibt keinen überzeugenden Grund, den derzeit noch unter Hunger und
Armut leidenden Menschen einen anderen Weg zu empfehlen.

Dokumentenquelle

 

Prof. Ingo Pies

Hat der Terminmarkt Hungerkrisen ausgelöst?

 

Trotz dieser leicht nachvollziehbaren Analyse wird immer wieder behauptet, die Preis-
sprünge seien vor allem auf rein finanzwirtschaftliche Ursachen zurückzuführen: Einige
zivilgesellschaftliche Organisationen erheben den Vorwurf, die Terminmarktgeschäfte
der Indexfonds hätten eine spekulative Blase erzeugt und damit die Hungerkrisen verur-
sacht. Was ist davon zu halten?
Folgt man der wissenschaftlichen Literatur zu diesem Thema, dann sprechen zahl-
reiche Indizien dagegen. Zumindest eines dieser Indizien sei hier kurz benannt: Zwar ist
es extrem unwahrscheinlich, aber doch immerhin prinzipiell denkbar, dass 2008 eine
spekulationsinduzierte Blasenbildung stattgefunden hat. Demzufolge hätten Getreide-
bauern aufgrund übertriebener Terminmarktpreise ihre gegenwärtigen Erntemengen
zurückgehalten, um sie in der Zukunft zu höheren Preisen abzusetzen. Dies aber hätte
zwangsläufig dazu führen müssen, dass die Lagermengen ansteigen. Empirisch jedoch
war das Gegenteil zu beobachten. Dies istein starker Hinweis dafür, dass die Preisstei-
gerungen nicht durch virtuelle Knappheit, sondern durch reale Knappheit ausgelöst
wurden.
Die Terminmärkte und ihre Preissteigerungen waren folglich nicht die Verur-
sacher, sondern nur die Überbringer der Botschaft zunehmender Knappheit.

Dokumentenquelle

 

Weitere Dokumente Hier

 

Die vollständige Studie Hier

 

Viel Spaß beim verwenden des eigenen Kopfes. bye2.gif

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