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Schufa will Facebook-Nutzer ausforschen

Geschrieben

Manchmal frage ich mich, was in den Köpfen mancher Entscheidungsträger so vor sich geht oder ob überhaupt was drin ist:

 

Dokumenten zufolge sollen unter anderem die Kontakte von Facebook-Mitgliedern herangezogen werden, um Beziehungen zwischen Personen zu untersuchen und so Zusammenhänge mit der Kreditwürdigkeit der Verbraucher zu finden. Zudem sei die Analyse von Textdaten denkbar, um "ein aktuelles Meinungsbild zu einer Person zu ermitteln." Ebenso könnten die Wissenschaftler untersuchen, wie die Schufa über eigene Facebook-Profile oder Zugänge zum Kurznachrichtendienst Twitter verdeckt an "Adressen und insbesondere Adressänderungen" anderer Nutzer gelangen kann. Angedacht sei auch die "automatisierte Identifikation von Personen öffentlichen Interesses, Verbraucherschützern und Journalisten".

 

http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:bonitaetspruefungen-schufa-will-facebook-nutzer-ausforschen/70047207.html#utm_source=rss2&utm_medium=rss_feed&utm_campaign=/

 

was passiert mit denen die keinen Account haben ? Automatisch -50 Punkte ?

Featured Replies

Geschrieben

Aber mal ganz allgemein:

 

§ 202a StGB

Ausspähen von Daten

 

(1) Wer unbefugt sich oder einem anderen Zugang zu Daten, die nicht für ihn bestimmt

und die gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind, unter Überwindung der Zugangssicherung verschafft,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

 

Facebook ist ein öffentlicher Raum, für den sich eine Schutzbedürftigkeit der Privatsphäre nicht reklamieren lässt.

Das ganze Konzept 'Facebook' lebt ja gerade vom Datenverbrauch der Nutzer.

Und ich gehe mal davon aus, dass es schon längst bedenklichere Datenstaubsauger gibt, als die Schufa.

Vlt. sollten die Nutzer das mal als einen Anlass nehmen, ihr eigenes Verhalten selbstkritisch zu beleuchten.

captn.gif

Geschrieben

@ Mythos

 

Ja das ist ja das generelle Prinzip von sozialen Netzwerken. Anders würde es nicht gehen. Das Netzwerk lebt davon, dass die User Daten öffentlich zugänglich machen. Das ist im gleichen Zug der Mehrwert des Netzwerks. ronner hatte es ja gesagt. Ein alter Schulfreund wird dich nur finden wenn du deine Schule und deinen Namen veröffentlichst. Es funktioniert also nunmal nur so. Das hat alles nichts mit Facebook zu tun. Facebook steht nur im Rampenlicht weil es das größte Netzwerk ist.

 

Wenn hier bei TN jeder sein Profil auf Privat stellen würde und keine Infos mehr posten würde, dann würde es genauso zum stillstand kommen. Dann kann whipsaw die Webserver runterfahren.

Geschrieben

Facebook ist ein öffentlicher Raum, für den sich eine Schutzbedürftigkeit der Privatsphäre nicht reklamieren lässt.

 

Ich kenne mich mangels Nutzung dort nicht so gut aus, aber ob Daten die in einer geschlossenen Gruppe gepostet werden Dritten zur Verfügung gestellt werden dürfen wäre im Zweifel bestimmt noch durch ein Gericht zu klären.

 

IMHO ist das eine Grauzone.

 

Lutz

Geschrieben

Ich kenne mich mangels Nutzung dort nicht so gut aus, aber ob Daten die in einer geschlossenen Gruppe gepostet werden Dritten zur Verfügung gestellt werden dürfen wäre im Zweifel bestimmt noch durch ein Gericht zu klären.

 

IMHO ist das eine Grauzone.

 

Lutz

 

Ich bin auch kein Nutzer dieser Plattform.

 

Zu unterscheiden sind hier öffentlicher Raum und geschlossener Raum. Wobei der der geschlossene Raum durchaus einen besonderen,

in den AGB und nicht im Gesetzestext definierten, Schutz genießt.

 

Generell ging es bei der Frage um die Datennutzung durch die Schufa. Diese hätte mittels aktiver Recherche nur Zugriff auf Daten,

die nicht in geschlossenen Gruppen vorhanden wären, wie es jede dort angemeldete Person, egal welcher Rechtsform, hat,

weshalb ich diesen Fall auch nicht weiter berücksichtigt habe.

 

Was die Nutzung von Daten in geschlossenen Räumen angeht wäre ein Blick in die Geschäftsbedinungen von Facebook nötig.

Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass sich dort ein Passus findet,

durch den sich Facebook weitestgehend die Verwertungsrechte einer Vielzahl nicht zu stark individualisierter Inhalte gesichert hat,

und der für jedes Mitglied gültig ist, das die Vertragsbedingungen akzeptiert hat.

In einem solchen Fall wäre auch die Datenweitergabe durch Facebook an die Schufa denkbar,

wobei hier eine Recherchetätigkeit der Schufa selbst evtl. nicht rechtens, aber natürlich auch nicht nötig wäre.

  • 2 Monate später...
Geschrieben

Falls hier jemand Facebook nutzen sollte und sein Profil auf die Weitergabe persönlicher Daten abklopfen möchte:

 

Profil Watch

Geschrieben

...

Zu unterscheiden sind hier öffentlicher Raum und geschlossener Raum. Wobei der der geschlossene Raum durchaus einen besonderen,

in den AGB und nicht im Gesetzestext definierten, Schutz genießt.

 

Generell ging es bei der Frage um die Datennutzung durch die Schufa. Diese hätte mittels aktiver Recherche nur Zugriff auf Daten,

die nicht in geschlossenen Gruppen vorhanden wären, wie es jede dort angemeldete Person, egal welcher Rechtsform, hat,

weshalb ich diesen Fall auch nicht weiter berücksichtigt habe.

 

Was die Nutzung von Daten in geschlossenen Räumen angeht wäre ein Blick in die Geschäftsbedinungen von Facebook nötig.

Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass sich dort ein Passus findet,

durch den sich Facebook weitestgehend die Verwertungsrechte einer Vielzahl nicht zu stark individualisierter Inhalte gesichert hat,

und der für jedes Mitglied gültig ist, das die Vertragsbedingungen akzeptiert hat.

In einem solchen Fall wäre auch die Datenweitergabe durch Facebook an die Schufa denkbar,

wobei hier eine Recherchetätigkeit der Schufa selbst evtl. nicht rechtens, aber natürlich auch nicht nötig wäre.

 

sehr gut gedacht! Bei dem Aufschrei bezüglich der Schufa dürfte es vermutlich in die Richtung gehen, wie von dir geschrieben, also im Grunde keine nicht öffentlichen Daten aber zzgl. aller Optionen, die FB gegenüber dem Nutzer ausspielen kann. Somit könnte sich diese Beschränkung u.U. gänzlich auflösen.

 

IMHO geht es bei dieser FB-Schufa-Sache aber überhaupt nicht darum, was erlaubt ist oder nicht. Sofern wirtschaftliche Interessen realisiert werden können würde sich so oder so ein Weg finden die Grenzen zu überschreiten. Nein, es geht viel mehr darum, dass eine gewisse moralische Grenze überschritten wurde und vielen klar wird, dass die Schufa und ggf. weitere Institutionen mitlesen und Informationen verwerten können. Das ist ziemlich medien-wirksam aber definitiv nur ein Bruchteil vom dem Ungemach, was sich in Wirklichkeit abspielt.

 

Hinsichtich der Geschäftsbedingungen bzw. Gesetze muss sich erstgenanntes den Gesetzen unterordnen (zumindest in D). Dann ist die Frage, welche gesetzlichen Rahmenbedingungen angewendet werden können (US-Amerikanische, deutsche, europäische?) Aber auch hier ist eine entsprechende Klarheit und die letztlchen Möglichkeiten für FB irrelevant, da FB genauso wie Google einfach erstmal macht und macht und für entstandene Probleme beim Datenschutz oder wie z.B. bei Google "aus Versehen" mitgelesene WLAN-Informationen (Mails, ...) entsprechend gerichtliche Abschreibungen bereits einkalkuliert sind. D.h. hier kommen nicht die gesetzlichen Regelungen zuerst, sondern das Geschäftsmodell.

 

Irgendwie erinnere ich mich, dass die Nutzungsbedingungen von FB in der Art waren, dass man private Daten im Zweifel nicht gelöscht bekommt und man bereits im Vorfeld die Nutzungsbedingungen an den eigenen Postings bereits an FB abgetreten hat. Das müsste man nochmal genau aufschlüsseln, wie das im Konkreten aussieht, vermutlich gibt es einige Artikel dazu im Netz.

Geschrieben

sehr gut gedacht! Bei dem Aufschrei bezüglich der Schufa dürfte es vermutlich in die Richtung gehen, wie von dir geschrieben, also im Grunde keine nicht öffentlichen Daten aber zzgl. aller Optionen, die FB gegenüber dem Nutzer ausspielen kann. Somit könnte sich diese Beschränkung u.U. gänzlich auflösen.

 

.........

 

Tja, aber so ist das mit dem Fortschritt. Erst der 'Homo Economicus' als Finder neuer Geschäftsmodelle, die dem gängigen Recht nicht widersprechen,

dann hüpft die Rechtssprechung bzw. Rechtsgestaltung hinterher. Wie sollte es auch anders gehen?

Man kann ja keine Gesetze auf Grund künftig möglicher Verstöße erlassen. Sonst wäre die Juristerei ja den Erfindern vorraus.

 

Mit der Moral ist das so eine Sache. Wer definiert, was moralisch akzeptabel ist und wen hindert das im Zweifel am Geld verdienen,

zumal es keinen moralischen Gerichtsstand gibt? ;)

 

Die gesetzlichen Rahmenbedingung sind, für Deutsche, die in Deutschland vorherrschenden. Gerichtsstand ist Hamburg, im Zweifel Irland,

aber ganz sicher nicht Kalifornien.^^

Aber, da es sich bei dieser Materie um eine relative neue Angelegenheit handelt, die zudem komplexe,

umfangreiche und grundsätzliche juristische Fragen berührt, wird eine genügende rechtliche Erfassung des Themenbereichs,

wenn überhaupt, noch lange auf sich warten lassen. So sind die Dinge nun mal, wenn sich alles schnell und schneller entwickelt,

nur das Rechtssystem nicht, da es, nicht gewinnorientiert, nicht den gleichen Wettbewerbs-,Effizienz- und Beschleunigungsdruck ausgesetzt ist.

Hier wirken unterschiedliche Anreizsysteme.

 

Also, wait and see... book.gif

Geschrieben

Mit der Moral ist das so eine Sache. Wer definiert, was moralisch akzeptabel ist und wen hindert das im Zweifel am Geld verdienen,

zumal es keinen moralischen Gerichtsstand gibt? ;)

 

Die gesetzlichen Rahmenbedingung sind, für Deutsche, die in Deutschland vorherrschenden. Gerichtsstand ist Hamburg, im Zweifel Irland,

aber ganz sicher nicht Kalifornien.^^

Aber, da es sich bei dieser Materie um eine relative neue Angelegenheit handelt, die zudem komplexe,

umfangreiche und grundsätzliche juristische Fragen berührt, wird eine genügende rechtliche Erfassung des Themenbereichs,

wenn überhaupt, noch lange auf sich warten lassen. So sind die Dinge nun mal, wenn sich alles schnell und schneller entwickelt,

nur das Rechtssystem nicht, da es, nicht gewinnorientiert, nicht den gleichen Wettbewerbs-,Effizienz- und Beschleunigungsdruck ausgesetzt ist.

Hier wirken unterschiedliche Anreizsysteme.

 

Einen moralischen Gerichtsstand gibt es nicht, lediglich eine Art gesellschaftlichen Konsens und eine nicht zu unterschätzende gesellschaftliche Gruppendynamik, die Medien noch obendrauf, womit dann gerne mal bestimmte Dinge angeprangert werden. Aber ja, Geschäfte werden trotz alledem gemacht, andernfalls würde ein Patrick Hahn auch nicht mehr frei herumlaufen.chief.gif

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