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CHAPTER11

GoneFishing
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Alle Inhalte von CHAPTER11

  1. Zur Begründung für die Talfahrt verwiesen Marktteilnehmer auf den schwachen internationalen Sektor Wien - Die Aktien von BETandWIN.com sind am Dienstagvormittag erneut gehörig unter Abgabedruck geraten. Gegen 10:15 Uhr betrug das Minus bei den Titeln des heimischen Internet-Wettanbieters 12,21 Prozent, der Kurs lag bei 47,74 Euro. Das bisherige Tagestief hatten die Papiere bei 45,40 Euro markiert. "Die Abschläge sind neuerlich von guten Umsätzen begleitet", meinte ein Marktteilnehmer. Bereits am Montag hatten die Aktien deutlich Federn lassen müssen. Die Papiere hatten nach sehr schwachem Verlauf um knapp sieben Prozent schwächer geschlossen. Zur Begründung für die Talfahrt verwiesen Marktteilnehmer auf den schwachen internationalen Sektor. So notierten am Dienstagvormittag in London die Aktien von PartyGaming um 6,55 Prozent tiefer und Sportingbet brachen um mehr als 17 Prozent ein. Die am Vortag bekannt gewordene Verhaftung des Vorstandsvorsitzenden von BETonSports in den USA sorgten im Sektor erneut für Unsicherheiten, hieß es im Handel. Das schüre neue Sorgen über eine politische Einmischung in das Online-Glücksspiel. Die Aktien von BETandWIN.com sind zudem starken Spekulationen ausgesetzt, da es viele Zertifikate und ähnliche Finanzinstrumente auf die Titel gebe. (APA) 18. Juli 2006 12:03 Quelle: standard.at
  2. Seit 2002 ging es am tschechischen Aktienmarkt jedes Jahr mit den Kursen nur stramm nach oben. Doch in diesem Jahr droht ein Ende dieser Erfolgsserie. Zumindest liegt der neun Standardwerte umfassende PX-Index seit Jahresbeginn mit rund zehn Prozent im Minus. Verantwortlich für die Kursschwäche sind dabei vor allem externe Gründe. Die Pattsituation, die sich bei den Parlamentswahlen Anfang Juni ergab und die bisher die Bildung einer neuen Regierung verhinderte, stellt zwar auch einen hausgemachten Belastungsfaktor dar. Wesentlich stärker in Mitleidenschaft gezogen wurden die Notierungen aber durch die zuletzt allgemein gesunkene Risikobereitschaft der Anleger. Diese bedingt durch Zins- und Inflationsängste veränderte Grundhaltung traf besonders die Börsen der Schwellenländer hart. Und trotz EU-Mitgliedschaft wird Tschechien noch immer zu dieser Kategorie gezählt. „Langfristig hat der Markt sicherlich Potential“ Wird dieses Manko ausgeklammert, finden sich im hausinternen Umfeld auch etliche Punkte, die für ein freundlicheres Börsenklima sprechen. So dürfte der im Juni wieder auf 2,8 Prozent gesunkene Anstieg der Lebenshaltungskosten eine Beibehaltung der niedrigen Leitzinsen erlauben. Mit zwei Prozent liegt der Repo-Zinssatz um 75 Basispunkte unter dem in der Euro-Zone gültigen Niveau. Zuversicht schöpfen die Optimisten unter den Marktteilnehmern zudem aus dem hohen Wirtschaftswachstum. Im ersten Quartal kletterte das Bruttoinlandsprodukt um 7,4 Prozent. Mit diesem Tempo dürfte es zwar nicht weitergehen, ansehnlich dürften die Zuwachsraten aber bis auf weiteres bleiben. Darauf aufbauend, gibt sich Radek Neumann von der Komercni Banka optimistisch: „Was wir zuletzt gesehen haben, war nur eine Kurskorrektur. Langfristig hat der Markt dank des hohen Wirtschaftswachstums und der attraktiven Bewertungen sicherlich Potential.“ Energieversorger CEZ unter den Favoriten Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis des Gesamtmarktes, das von der österreichischen Raiffeisenbank für 2006 auf 16,4 und für 2007 auf 14,0 beziffert wird, läßt sich das von Neumann abgegebene Bewertungsurteil auf den ersten Blick zwar nicht sofort nachvollziehen. Doch das Bild relativiert sich schnell, wenn die erwarteten hohen Gewinnzuwächse berücksichtigt werden. So traut die Raiffeisenbank den Unternehmen in diesem Jahr ein Gewinnplus von im Schnitt 28,0 Prozent zu, und 2007 sollen die Ergebnisse dann immerhin auch noch um 17,3 Prozent steigen. Außerdem wies der tschechische Aktienmarkt in früheren Jahren noch höhere Bewertungskennziffern als derzeit auf. Ob die Anleger demnächst wieder an die Prager Börse zurückkehren, hängt letztlich aber ohnehin davon ab, ob sich die weltweit kursierenden Zins- und Inflationsängste wieder legen. Sollten sich die Bedenken verflüchtigen, fallen bei der Frage nach den Favoriten häufig die gleichen Namen. Auf den meisten Kauflisten zu finden ist etwa der Energieversorger CEZ (Isin CZ0005112300), der im PX-Index ein Gewicht von mehr als 26 Prozent einnimmt und im ersten Halbjahr gut 40 Prozent aller Börsenumsätze ausmachte. Als Kaufargument wird bei CEZ neben der eingeleiteten Expansion auf dem Balkan auf die Aussicht auf in den kommenden Jahren weiter steigende Strompreise verwiesen. Chancen auf Börsengang von OKD stehen gut Gute Kurschancen bekommt von etlichen Analysten auch der Pharmaproduzent Zentiva zugestanden. Kurzfristig leide dieser Wert zwar noch unter den negativen Effekten der tschechischen Gesundheitsreform, langfristig habe das Unternehmen bei einer erfolgreichen Integration des 2005 übernommenen rumänischen Konkurrenten Sicomed aber gute Wachstumsaussichten. Das von den Analysten der Ersten Bank vorgegebene Kursziel liegt bei diesem Wert rund 40 Prozent über den derzeitig gültigen Kursen. Erschwert wird die Suche nach weiteren interessanten Titeln durch die geringe Anzahl an gelisteten Unternehmen. Neuemissionen haben an der Prager Börse leider Seltenheitswert, und mit einer generellen Trendwende ist hier auch nicht zu rechnen. Ein wenig Leben könnte demnächst aber doch in das Geschäft mit Börsengängen kommen. Laut Lukas Dufek, Analyst bei der Komercni Banka, stehen Ende 2006 oder Anfang 2007 die Chancen gut auf einen Börsengang des Minenkonzerns OKD. Denkbar sei zudem das Listing des Prager Flughafens. Den potentiellen Börsenwert veranschlagt Dufek für diese beiden Gesellschaften auf jeweils rund zwei Milliarden Euro. Für den tschechischen Aktienmarkt, der, gemessen am PX-Index, nur auf eine Marktkapitalisierung von rund 40 Milliarden Euro kommt, wäre die Emission der beiden Titel eine willkommene Belebung. Quelle: faz.net
  3. Angebot: Cortal Consors bietet Neukunden, die bis zum 30. September 2006 ein Wertpapierdepot mit Tagesgeldkonto eröffnen, als „Sommer-Superzins“ ein Jahr lang garantiert 3,3 Prozent für das Tagesgeld. Sparer, die bis zum 30. September ihr Wertpapierdepot übertragen, erhalten sogar 4,3 Prozent Zinsen für ein Jahr. Der Depotwert muss aber in dieser Zeit mindestens 2 500 Euro betragen. Vorteil: Beide Zinssätze liegen deutlich über dem marktüblichen Zins. Sie sind für ein Jahr festgeschrieben, trotzdem bleibt das Geld auf dem Tagesgeldkonto täglich verfügbar. Nachteil: Die hohen Zinsen gelten nur für einen Anlagebetrag bis 10 000 Euro. Für Beträge, die über der Grenze liegen, zahlt Cortal Consors einen variablen Tagesgeldzinssatz. Er liegt zurzeit bei 2,6 Prozent. Mit dem Tagesgeldkonto eröffnen Anleger auch ein Wertpapierdepot. Es ist nur kostenlos, wenn die Anleger auf dem Tagesgeldkonto ein durchschnittliches Guthaben von 2 500 Euro haben oder einen Sparplan abschließen oder mindestens einmal pro Quartal Wertpapiere ­kaufen oder verkaufen. Wer diese Bedingungen nicht erfühlt, zahlt 1,95 Euro Depotkosten pro Monat. Fazit: Um die Superzinsen zu kassieren und ein kostenloses Konto zu erhalten, muss der Anleger viele Bedingungen erfüllen. Passt er nicht auf, zahlt er Depotkosten. Dann bleibt vom guten Zins für das Tagesgeld nur ein schlechter Rest. Quelle: stiftung-warentest.de
  4. NEW YORK (Dow Jones)--Die New York Mercantile Exchange (Nymex) strebt einen Börsengang an. Die entsprechenden Unterlagen für einen Börsengang hat die Rohstoffbörse am Montag bei der US-Börsenaufsicht eingereicht. Demnach sollen Titel bis zu 250 Mio USD begeben werden. Eine Börsennotierung sei dabei unter dem Symbol "NMX" an der New York Stock Exchange geplant und JPMorgan Chase und Merrill Lynch seien als Lead Underwriters ausgewählt worden. Einzelheiten über die Anzahl der ausgegebenen Aktien und die erwartete Preisspanne hat die Nymex unterdessen nicht genannt. Werbung Das IPO der Nymex Holdings Inc, unter diesem Namen wird die Rohstoffbörse an gelistet werden, ist damit das letzte in der Reihe von Börsengängen von Handelsplätzen in den USA in den vergangenen Jahren. Die Chicago Mercantile Exchange Holdings, the Chicago Board of Trade's CBOT Holdings, die IntercontinentalExchange und die NYSE hatten ein erfolgreiche Börsendebüts gefeiert. Die NYSE hatte an ihrem ersten Handelstag im März ein Kursplus von 24,5% verbucht. Quelle: finanztreff.de
  5. Die Aktienmärkte weltweit kommen nicht zur Ruhe. Seit dem heftigen Mai-Ausverkauf ist eine tragfähige Erholung fehlgeschlagen – es drohen neue Jahrestiefs. Skeptiker sehen bereits Parallelen zum 2000er-Crash. Die Angst war immer in den Köpfen: Drei Jahre der Hausse hatten sie nur verdeckt. Doch wie tief verwurzelt der fast epische Kurssturz der drei Baissejahre zwischen 2000 bis 2003 in einer ganzen Anlegergeneration ist, bewies der reflexartige Ausverkauf ab Mitte Mai: Der Dax verlor in der Spitze 15 Prozent, der MDax 25 Prozent, BRIC-Nationen gar mehr als 30 Prozent - all das ohne bahnbrechende Nachrichten. Obwohl die amerikanischen Aktienmärkte prozentual weniger stark an Wert verloren haben, hat der Ausverkauf hier bereits andere Dimensionen erreicht: Sowohl der US-Leitindex Dow Jones als auch vor allem die Technologiebörse Nasdaq haben am vergangenen Freitag neue Jahrestiefs markiert. Angesichts der verfahrenen geopolitischen Lage, angesichts eines Ölpreisniveaus von fast 80 Dollar je Barrel, angesichts einer restriktiven US-Notenbank und einer offensichtlichen Abschwächung des US-Wirtschaftswachstums sprechen die ersten Superbären bereits über das vor wenigen Monaten noch schier Undenkbare - nämlich: Eine mögliche Wiederholung des 2000er-Dramas. Technologiesektor als Vorbote eines drohenden Absturzes? Rückblick um sechs Jahre: Seinerzeit platzte im Frühjahr 2000 die Internetblase – und mit ihr die astronomische Bewertung vieler Technologieaktien. Die Hightech-Börse Nasdaq stürzte von jenen mittlerweile sagenumwobenen 5000 Zählern in wenigen Wochen auf 3000 Punkte ab und sollte bis Jahresende gar in die 2000er-Region durchgereicht werden. Von diesem Ausverkauf haben sich die Hightechs bis heute nicht erholt. Doch der Absturz der einstigen Highflyer war seinerzeit nur der Vorbote eines globalen Abschwungs an den Aktienmärkten, der im Herbst 2000 den ganzen Markt erwischen sollte. 2001 rutschten die USA in die Rezession ab, die durch den Terrorschock des 11. September bis ins nächste Jahr verlängert wurde. Erst zweieinhalb Jahre später setzte nach Beendigung des Irak-Krieges die Trendwende ein. Erinnerungen an den Sommer 2000 werden wach Verunsicherte Anleger, die diese schwarzen Tage nur in allzu genauer Erinnerung haben, fragen sich nun immer wieder: Ist der jüngste Abschwung Vorbote für einen neuen Bärenmarkt? Zumindest die Anzeichen weisen eine beunruhigende Parallelität auf: Auch im Sommer 2000 drehte die US-Notenbank weiter an der Zinsschraube, obschon viele Marktbeobachter zur Mäßigung mahnten. Das dicke Ende folgte bereits sechs Monate später, als die Fed wieder die Schleusen öffnen musste, die Konjunktur jedoch einfach nicht wieder in Schwung kommen sollte. Ebenfalls im Sommer 2000 funkte Corporate America die ersten Alarmzeichen: Intel, der seinerzeit kurzfristig höchst bewertete Konzern der Welt, veröffentlichte im September eine überraschende Gewinnwarnung. Apple folgte im Oktober mit einem miserablen Quartal und dem unerwarteten Absturz in die Verlustzone. Highflyer wie Nortel und JDSU Uniphase folgten plötzlich mit jähen Verfehlungen, die niemand hatte kommen sehen. Die Crème de la Crème der amerikanischen Technologieunternehmen berichtet in den nächsten Tagen Mit entsprechender Hochspannung geht es ab morgen in die nächste Runde der US-Quartalssaison. Die Crème de la Crème der amerikanischen Technologieunternehmen wird sich in den nächsten Tagen die Klinke in die Hand geben: Yahoo und IBM am Dienstag, Apple, eBay und Intel am Mittwoch, Microsoft, Google und Amgen am Donnerstag. Wie groß die Anspannung der Anleger mittlerweile geworden ist, war in den mitunter drastischen Abschlägen der vergangenen Wochen bereits erkennbar. So büßten die Aktien von Apple und eBay allein im letzten Monat rund 20 Prozent an Wert ein. Die Nervosität kommt nicht von ungefähr: Lucent hatte in der Vorwoche überraschend eine Umsatz- und Gewinnwarnung herausgegeben, während der nach Intel größte Chiphersteller AMD im abgelaufenen Quartal einen überraschenden Umsatzrückgang von neun Prozent ausweisen musste. Andersherum betrachtet könnte sich für risikobereite Anleger aber auch eine interessante Einstiegschance bieten. Können die angeschlagenen Hightechs den Erwartungen entsprechen, könnte es zu einer Erleichterungsrally erster Güte kommen, mutmaßen Marktexperten wie der renommierte Daytrader James DePorre: "Die Gegenreaktion nach oben wartet nur auf einen Katalysator", glaubt DePorre. "Wie lange eine solche Erleichterungsrally laufen kann, ist die Millionen-Dollar-Frage." Die kommenden Tage dürften damit für Börsianer so spannend werden wie lange nicht mehr. Quelle: yeald.de
  6. Ab nächstem Jahr müssen deutsche Gesellschaften die Bezüge ihrer Vorstände individuell und en detail in ihren Bilanzen offen legen. Tun sie das nicht, wird das als Fehler in der Rechnungslegung ausgelegt und das Unternehmen möglicherweise an den Pranger gestellt. Erheblicher Imageverlust kann die Folge sein. Verweigern die Unternehmen eine Offenlegung der individuellen Vorstandsgehälter in ihren Abschlüssen, "würden wir das als wesentlichen Fehler in der Rechnungslegung ansehen", zitiert die Financial Times Deutschland (FTD) Eberhard Scheffler, Präsident der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR). Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) würde dann entscheiden, ob dieser Bilanzfehler ans Licht der Öffentlichkeit gerät und die Firmen möglicherweise am Kapitalmarkt ihren guten Ruf riskieren. Ausschlaggebend für die BaFin ist dabei, ob die Öffentlichkeit an transparenten Vorstandsbezügen interessiert ist. Die Anstalt kann auf eine Veröffentlichung des Bilanzfehlers verzichten, wenn die Offenlegung der Managergehälter "den berechtigten Interessen der Firma schaden könnte", schreibt das Blatt. Das sollte aber "im Hinblick auf das Informationsinteresse des Kapitalmarktes die absolute Ausnahme sein", so Scheffler zur FTD. Neues Gesetz sieht Bußgelder bis zu 50.000 Euro vor Allerdings können die Unternehmen ihre Aktionäre bitten, sie von der Veröffentlichungspflicht zu befreien, nötig ist dazu eine Dreiviertelmehrheit der Anteilseigner (Opt-Out-Klausel). Die Befreiung gilt für maximal fünf Jahre. Basis ist das Gesetz zur Offenlegung von Managergehältern, das die Bundesregierung vor zwei Jahren verabschiedet. Erstmals betroffen sind die Abschlüsse für 2006. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hat aus den Einladungen zu den Hauptversammlungen herausgelesen, dass über 100 Unternehmen, die an deutschen Börsen notieren, die Opt-Out-Klausel nutzen und die Offenlegung der Gehälter verhindern wollen. Von 20 Fällen, in denen die SdK Gegenanträge zur Hauptversammlung gestellt hatte, konnte sie nur bei dreien Erfolge verbuchen. (kib) Quelle:lexonline.info
  7. Elektronischer Wertpapierhandel hat Makler und Banker verdrängt – Präsenzhandel ohne Funktion Berlin - Die Berliner Börse schließt als eine der letzten deutschen Regionalbörsen ihren Handelssaal. „Der Handelssaal im Ludwig-Erhard-Haus wird bis Ende September aufgegeben“, sagte Jörg Walter, Vorstand der Berliner Börse AG, dem Tagesspiegel. „Für modernen Börsenhandel ist ein Saal nicht mehr erforderlich.“ Wie die Räumlichkeiten künftig genutzt werden sollen, ist noch offen. „Es gibt mehrere Interessenten“, sagte Holger Lunau, Sprecher der Industrie- und Handelskammer (IHK). Die Berliner Börse, die sich 2003 mit der Börse Bremen zusammengeschlossen hat, ist seit 1996 einer der größten Mieter im Ludwig-Erhard-Haus der IHK. Über die Höhe der Miete geben weder die Börse noch die IHK Auskunft. Ausziehen will die Börse auch nach der Schließung des Handelssaals nicht. „Die Handelsüberwachung, die Verwaltung und der Rentenhandel bleiben selbstverständlich im Gebäude der IHK“, sagte Börsenchef Walter. Bereits vor einigen Jahren war die Wertpapierhandelsbank Tradegate, die an der Berliner Börse als preisfeststellender Makler rund 10 000 Werte betreut, nach Halensee umgezogen. Mit dem Börsensaal verliert die Berliner Wirtschaft ein Symbol ihrer Eigenständigkeit. Zwar hatte der Saal für das Geschäft der Hauptstadtbörse kaum noch eine Bedeutung, weil der Wertpapierhandel überwiegend elektronisch abläuft. Banken und Maklerfirmen haben ihr Personal schon lange abgezogen. Als Repräsentationsort diente der Saal gleichwohl. Wie die anderen Regionalbörsen in Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Stuttgart und München kämpft die im Jahr 1685 vom Großen Kurfürst von Brandenburg gegründete Berliner Börse gegen die Übermacht des Finanzplatzes Frankfurt. Mehr als 90 Prozent des Handels mit deutschen Standardwerten werden täglich über das Handelssystem der Deutschen Börse AG in Frankfurt abgewickelt. Der dortige Börsensaal wird ebenfalls kaum noch genutzt. Anwesende Händler dienen oft nur als Statisten für Live-Sendungen der TV-Stationen. In Stuttgart wird der Börsensaal als Großraumbüro genutzt, in München stehen Internetrechner auf dem Parkett. Die Hamburger Börse gab ihren Handelssaal Ende 2005 auf, in Düsseldorf wurde er 2000 abgerissen. Die Berliner Börse hält sich zugute, als Handelsplatz für Auslandsaktien und Investmentfonds attraktiv für Privatanleger geblieben zu sein. „Die Berliner Börse ist und bleibt sehr lebendig – auch ohne die Präsenz der Makler und Banken auf dem Parkett“, sagt Börsenchef Walter. Wichtig für Anleger seien Qualität, Service und Schnelligkeit. Wie andere Regionalbörsen bedient sich Berlin des üblichen Handelsverfahrens mit zentralen Orderbuchführern. Die einst als amtliche Kursmakler bezeichneten Skontroführer sammeln dabei Wertpapieraufträge elektronisch. Früher wurden ihnen die Orders von Händlern zugerufen. „Mit der Ausweitung der elektronischen Handelsfunktionalitäten und Realtime-Informationen über das Internet sowie dem Auslaufen der Präsenzpflicht der amtlichen Kursmakler hat der Berliner Börsensaal schon länger seine ursprüngliche Funktion verloren“, sagt Jörg Walter. Besucher, die sich für das Börsengeschehen interessieren, sollen weiter „an exponierter Stelle im Haus“ informiert werden, versichert der Börsenchef. Zu sehen gibt es freilich künftig noch weniger als bisher. Quelle: tagesspiegel.de
  8. CHAPTER11 erstellte Thema in Archiv
    Vor kurzem hat der Europäische Wertpapierausschuss die Durchführungsmaßnahmen zur MiFID verabschiedet. Damit ist das Gesetzgebungsverfahren auf europäischer Ebene nahezu abgeschlossen. Die Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID) gilt als Kernstück des Financial Services Action Plans (FSAP) der Europäischen Kommission zur Schaffung eines integrierten EU-Finanzmarktes. Wegen der zum Teil immensen Auswirkungen auf bestehende Marktstrukturen wird MiFID inzwischen gemeinhin als „neues Grundgesetz für den Wertpapierhandel“ bezeichnet. Ziel der MiFID ist es, den Wettbewerb zwischen Wertpapierfirmen und Handelsplätzen innerhalb des EWR zu stärken – durch die Schaffung eines einheitlichen Rechtsrahmens (level playing field). Gleichzeitig soll die Integration der Kapitalmärkte bewirken, dass sich der Anlegerschutz verbessert sowie die Marktintegrität und Markteffizienz steigen. Die MiFID wurde bereits im April 2004 erlassen und wird durch so genannte Durchführungsmaßnahmen spezifiziert, die am 26. Juni 2006 vom Europäischen Wertpapierausschuss verabschiedet wurden. Danach werden die Vorschriften in das nationale Recht der einzelnen Mitgliedsstaaten umgesetzt und sollen ab dem 1. November 2007 in allen EWR-Staaten (die EU-Mitgliedsstaaten sowie Liechtenstein, Island und Norwegen) gelten. Aus Sicht der Deutschen Börse haben besonders die nachfolgenden Punkte Auswirkungen auf den Wertpapierhandel in Deutschland: Geänderte Regeln hinsichtlich Börsenvorrang und Börsenpreis Hohe Transparenzanforderung für Marktplätze (die FWB-Marktplätze Xetra und Parkett erfüllen diese Anforderungen bereits heute) Besondere Regeln für systematische Internalisierer Verpflichtung zur kundengünstigsten Ausführung von Aufträgen (Best-Execution) Nachhandelstransparenzverpflichtung für außerbörsliche Aktiengeschäfte Überarbeitetes Meldewesen (§ 9 WpHG) Im Hinblick auf den weiteren Gesetzgebungsprozess kommt es nun besonders auf eine einheitliche Umsetzung der Regeln innerhalb der verschiedenen Mitgliedsstaaten an. Der deutsche Gesetzgeber hat diesbezüglich bereits angekündigt, keine zusätzlichen – über MiFID hinausgehenden – Anforderungen regeln zu wollen. Die Gruppe Deutsche Börse begrüßt die neuen Regeln für den Wertpapierhandel. Ein einheitlicher europäischer Rechtsrahmen fördert den europaweiten Wettbewerb und eröffnet Chancen, die bestehenden Geschäftsbereiche weiterzuentwickeln. So plant die Deutsche Börse AG im Bereich Marktdaten zusätzliche Dienstleistungen für Wertpapierfirmen generell und in ihrer Rolle als Systematische Internalisierer, sowie für multilaterale Handelssysteme. Unter anderem sollen Services im Bereich OTC- pre- und post-Trade Transparenz und Warehousing-Dienstleistungen angeboten werden. Das modulare Serviceangebot wird die einzelnen Zielgruppen unterstützen, die durch MiFID entstehenden Anforderungen zu implementieren und zu erfüllen. Im Kassamarkt bietet die Deutsche Börse ihren Kunden auf den Handelsplattformen Xetra und FWB Parkett einen vollumfänglichen Best Execution Service an: in rund 110.000 Wertpapieren – darunter ca. 7.000 deutsche und internationale Aktien, 8.600 Anleihen, 2.600 Fonds sowie rund 90.000 Optionsscheinen und Zertifikaten – wird eine MiFID-konforme, kundengünstigste Ausführung von Wertpapieraufträgen sichergestellt. Banken erfüllen mit einer Weiterleitung von Kundenorders an die Börse Frankfurt – ob Xetra oder Parkett - die strengen Anforderungen der MiFID bereits heute. Quelle: deutsche-boerse.com
  9. Die zusätzliche Handelsstunde für Aktienindex-Futures am Morgen wird vom Markt gut angenommen. Im ersten Monat nach der Einführung nutzten über die Hälfte der Eurex-Teilnehmer die erweiterten Handelszeiten bereits recht intensiv: Bis zu 100.000 Kontrakte wurden täglich zwischen 8:00 und 9:00 Uhr gehandelt. Seit 1. Juni 2006 startet der Handel in EUR-denominierten Aktienindex-Futures bereits um 8:00 Uhr MEZ, statt wie bisher um 9:00 Uhr MEZ. Rund 200 Eurex-Teilnehmer nutzten im Juni die zusätzliche Handelszeit und setzten rund 850.000 Kontrakte um, was einem täglichen Durchschnitt von 38.000 Kontrakten entspricht Der jetzt früher startende Handel in Aktienindex-Futures dient vielen Marktteilnehmern als Indikator für das um 9:00 Uhr startende Kassageschäft und kann europaweit zur Reaktion auf Ereignisse mit makroökonomischer Bedeutung genutzt werden. Die Handelszeitverlängerung gilt für Futures auf die Aktienindizes DAX®, MDAX®, TecDAX®, Dow Jones STOXX 50®, Dow Jones EURO STOXX 50®, Dow Jones EURO STOXX® Sector, Dow Jones STOXX® 600, Dow Jones STOXX® 600 Sector, Dow Jones STOXX® Mid 200, Dow Jones Global Titans 50SM, Dow Jones Italy Titans 30SM und OMXH25. Eine Übersicht der Handelszeiten finden Sie unter www.eurexchange.com > Trading Information > Trading Hours. Weitere Informationen enthalten Sie von Tobias Ehinger Quelle: deutsche-boerse.com
  10. Sonderangebote, im Einzelhandel längst gang und gäbe, machen mehr und mehr auch in der Finanzbranche Schule. Ein Beispiel dafür bieten die Online-Broker im Fondsgeschäft Immer häufiger werden dort Ausgabeaufschläge weiter reduziert oder gänzlich gestrichen. Das Prinzip ist immer das gleiche: billig wie nie, exklusiv und nur für kurze Zeit. So gewährt die Comdirect Bank von Ende Juni bis Mitte August für drei Fonds von Franklin Templeton 80 Prozent Rabatt auf die regulären Kaufspesen. "Der höchste von einer Bank in Deutschland vergebene Discount bei dieser renommierten Gesellschaft", wirbt der Commerzbank-Broker. Neben dieser Sonderaktion gibt es den Fonds des Monats, der im Juli HSBC Chinese Equity heißt und mit 90 Prozent Discount zu haben ist. Damit nicht genug: Als dritte Offerte werden fünf "Adig-Fonds-Highlights" als besonders günstig angepriesen, zudem können Kunden ab einem bestimmten Ordervolumen Bonusmeilen von Air Berlin sammeln. Rabatte und Payback-Punkte Cortal Consors lockt die Anleger regelmäßig mit einem Sonderrabatt auf den Ausgabeaufschlag. Oben drauf gibt es beim Fondskauf jetzt 100-Payback-Punkte pro 1000 Euro Ordervolumen. Das Topangebot des Hauses bleibt der Fonds des Monats, für den im Juli der Nordea Nordic Equity auserkoren wurde. Als weiteren Blickfang hat Cortal Consors den HSBC Global Emerging Freestyle-Fonds ins Online-Schaufenster gelegt, der befristet ganz ohne Ausgabeaufschlag zu haben ist. Der Online-Broker der Sparkassen wiederum offeriert aktuell Fonds der BW-Invest mit 75 Prozent Discount. Hinzu kommen thematische Aktionen: "Statt Ausgabeaufschlag - bis Ende Juli alle vorgestellten Asienfonds für pauschal 30 Euro". "In die Konditionen für den Fondskauf ist Bewegung gekommen", sagt DAB-Vorstand Jens Hagemann. Sein Haus hat Anfang März die so genannte Tiefstpreisgarantie von 20 auf 30 Topfonds ausgeweitet. Wer als Kunde innerhalb von fünf Tagen bessere Konditionen nachweisen kann, erhält die Differenz der Gebühren zurückerstattet. Allerdings muss das Angebot von einer Bank kommen und nicht von einem der günstigen Internet-Fondsvermittler. Zwölf Spitzenfonds bietet ING Diba an - und zwar zu 100 Prozent Rabatt. Das Besondere: Die Produkte werden von anderen Instituten nicht so günstig angeboten, woraufhin DAB den Europa Aktienfonds Ulm von seiner Tiefstpreisgarantie-Liste gestrichen hat. DAB-Kunden hätten sonst die gezahlten Kaufgebühren zurückfordern können. Es sind nicht die hohen Temperaturen, die die Preise beim Fondskauf schmelzen lassen, sondern der Fondshandel an der Börse, der den Online-Brokern Probleme bereitet. Dort entfällt das Agio ganz, dafür werden Bankprovision, Börsen- und Maklerentgelt sowie die Handelsspanne fällig. Doch die sind oft günstiger als der Kauf auf Rabatt. Quelle: boerse-online.de
  11. Bei Sino ist es wieder wie anno 2000: Nach neun Monaten hat der Broker bereits den Rekordgewinn des Geschäftsjahres 1999/2000 übertroffen. Für das Gesamtjahr erhöhten die Düsseldorfer ihre Gewinnprognose. Im Ende Juni abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal erzielte Sino einen Vorsteuergewinn von 1,64 Millionen Euro, was einem Zuwachs von 180 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Damit kommt der auf so genannte Heavy Trader, also besonders aktive Privatkunden spezialisierte Broker auf ein Neunmonatsergebnis vor Steuern von 4,5 Millionen Euro. Netto blieben 2,7 Millionen Euro in der Kasse. Gewinnprognose 5,2 Millionen "Aufgrund dieser sehr positiven Entwicklung erhöht die Gesellschaft ihre Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr von 4,6 bis 4,9 Millionen Euro auf 5,2 Millionen Euro, entsprechend einem Nachsteuergewinn von etwa 1,33 Euro je Aktie", teilte Sino weiter mit. Vor dem Hintergrund der "sehr guten Liquiditätssituation" bekräftigte der Vorstand zudem, den gesamten Gewinn des Geschäftsjahres 2005/06 (bis Ende September) an die Aktionäre ausschütten zu wollen. Bis zum 30. Juni habe man 536 Depotkunden betreut, teilte Sino weiter mit. Dies entspreche einem Zuwachs von 32,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit 410.948 abgewickelten Orders sei im Berichtsquartal ein neuer Rekord erreicht worden. Aktie zuletzt unter Druck Die Sino-Aktie konnte allerdings von den guten Nachrichten nicht profitieren. Das Papier rutschte zeitweise um über zehn Prozent ab. Vor einer Woche hatte sich die die Zahl der Aktien durch Ausgabe von Berichtigungsaktien im Verhältnis 3:1 von 1,75 auf 2,34 Millionen erhöht. Offenbar setzten sich auch am Montag die Gewinnmitnahmen seit der Kapitalmaßnahme fort. Quelle: boerse.ard.de
  12. Google, CEO Eric Schmidt in einem Interview mit der Los Angeles Times am 12. Juni 2006.) Die Gewinne der Suchmaschinen waren im ersten Quartal 2006 so hoch wie noch nie. Kein Wunder, dass manche anfangen sich diesen Geschäftsbereich ein wenig genauer anzusehen. Nicht nur die Konkurrenz, sondern auch die Anwälte. Abgerechnet wird pro Klick Erst Ende Juni 2006 kam es in Los Angeles zu einem Vergleich vor Gericht: Werbekunden hatten eine Sammelklage eingereicht, in der sie Yahoo vorwarfen, zu wenig gegen Klickbetrügereien zu unternehmen. "Click fraud" nennt sich das Vergehen, bei dem Klicks nicht von potentiellen Kunden, sondern in betrügerischer Absicht generiert werden. Die Gewinne streifen dabei das Unternehmen Yahoo und seine Partner-Seiten ein. Zur Kassa gebeten werden die Werbekunden. Schließlich lautete das Geschäftsmodell aller Suchmaschinen: Abgerechnet wird pro Klick. Weitere Sammelklagen Benjamin Edelman von der Harvard Law School brachte im Mai dieses Jahres eine weitere Sammelklage gegen Yahoo ein: in diesem Fall geht es um "Syndication Fraud"; Um den Vorwurf, dass die gebuchten "pay per click" Werbungen nicht so platziert wurden, wie von Yahoo versprochen. "Stellen Sie sich vor, Sie buchen einen Werbeplatz bei der New York Times. Aber ihre Anzeige erscheint nicht dort, sondern in USA Today". Die Seiten der Suchmaschinenanbieter sind eigentlich kein Ort im Netz, an dem man sich besonders lange aufhalten möchte. Trotzdem sind diese Seiten für Werbungen aller Art interessant. Unmut bei den Kunden Lukrativ für Search Engines ist der gesponserte Link. Dabei werden Suchbegriffe an den Meistbietenden versteigert. 50 Euro beträgt der Grundbetrag bei Yahoo, den man dafür bezahlt, um bei der Auktion dabei zu sein. Je beliebter ein Stichwort ist und je höher man gereiht werden will, umso teurer kommt ein Wort und damit der Link. Die Bezeichnung "Security" zum Beispiel ist manchen Firmen bereits 2 Euro pro Klick wert. Nicht gerade billig. Bei diesen Preisen ist es auch nicht verwunderlich, dass sich Unmut unter den Werbern und so genannten "Suchmaschinenoptimierern" breit macht. Aber es geht nicht nur um den Preis. Für Aufregung sorgt bei manchen Firmen auch die Erkenntnis, dass sie für Online Werbung bei Suchmaschinen nicht nur viel Geld bezahlen müssen, sondern dabei auch ihren Ruf ruinieren können: Indem die Suchmaschinen ihre Werbung auf einer mit Viren und Trojanern verseuchten Seiten auftauchen lassen. Quelle:oe1.orf.at
  13. London will weiter das wichtigste Finanzzentrum Europas bleiben. Kein Wunder also, dass sich der Finanzplatz gegen den Vormarsch der US-Börsenregulierung wehrt. LONDON. Sehr viel zentraler als David Brewer kann man in London kaum wohnen – sehr viel schöner auch nicht. Die Kronleuchter in Brewers Domizil, dem Mansion House aus dem 18. Jahrhundert direkt gegenüber der Bank of England, seien die prachtvollsten in ganz London, schwärmt einer seiner Bediensteten – abgesehen von denen im Buckingham-Palast natürlich. Der distinguierte Hausherr mit den buschigen Augenbrauen und dem grauen zurückgekämmten Haar bekleidet den Posten des „Right Honourable Lord Mayor of London“, ein Titel, dessen Tradition bis auf die Magna Charta aus dem Jahr 1215 zurückgeht. Das Amt hat nichts mit dem wirklichen Bürgermeister von London zu tun. Wie seine Vorgänger wurde Brewer für ein Jahr von den Zünften der City gewählt. Der Lord Mayor„regiert“ lediglich jene Quadratmeile im Zentrum der Hauptstadt in der sich soviel Finanzmacht ballt wie nirgends sonst in Europa. Heute ist der Lord Mayor vor allem eine Art Chef–Lobbyist für die britische Finanzindustrie, und als solcher hat Brewer einiges zu tun, befindet sich die City doch derzeit im Belagerungszustand. Wie viele im Finanzviertel scheint der Lord Mayor vor allem eines zu fürchten: eine geschäftsschädigende Invasion der Amerikaner. Eine Invasion, die vor allem die gefürchteten US-Börsengesetze nach London bringen könnte. Alle Welt, so sieht es aus, will derzeit an die Pfründe des wichtigsten Finanzplatzes in Europa. Im Zentrum der Begehrlichkeiten steht die Londoner Börse (LSE). Zuerst versuchte sich die Deutsche Börse an einer Übernahme, dann die australische Bank Macquarie, dann streckten die Mehrländerbörse Euronext und die New York Stock Exchange (Nyse) ihre Fühler aus. Schließlich sicherte sich die US-Technologiebörse Nasdaq ein Paket von 25,1 Prozent. Bislang hat LSE-Chefin Clara Furse die Unabhängigkeit der LSE geschickt verteidigt, doch die Angreifer lassen nicht locker. Erst vor wenigen Tagen warnte Nyse-Chef John Thain, auch nach der geplanten Fusion seiner Börse mit der Mehrländerbörse Euronext sei eine Übernahme der LSE eine Option. Alternativ drohen die New Yorker damit, eine eigene Börse an der Themse auf zu machen. Brewer will sich von solchen Verbalattacken nicht bange machen lassen: Entscheidend sei nicht der juristische Sitz einer Börse, sondern der Standort der Händler-Bildschirme. Außerdem sei die Aktienbörse nur ein Teil dessen, was die City und ihre Anziehungskraft ausmache (siehe Kasten). Damit hat der Lord Mayor sicher recht. Dennoch bangt die City um die LSE. „Die Amerikaner sind mächtige Spieler“, warnt ein Investmentbanker. „In der Finanzindustrie verschieben sich Gravitationszentren sehr langsam, aber sie verschieben sich“. So wie in den 90er- Jahren, als die deutschen Banken den Handel mit dem Terminkontrakt auf zehnjährige Bundesanleihen von London nach Frankfurt zogen. Der britische Derivatemarkt Liffe verlor seinen Umsatzspitzenreiter und wurde einige Jahre später an die Mehrländerbörse Euronext verkauft. Die Frankfurter Terminbörse stieg dagegen zum weltweit wichtigsten Derivatemarkt auf. Die Abwanderung des Bund Futures gefährdete zwar nie die Vormachtstellung von London, aber sie schmerzte. Das weiß Brewer. Und so sagt auch er jenen Satz, den man derzeit in der City so häufig hört: „Entscheidend ist die Regulierung.“ Denn eigentlich fürchten die Briten nicht so sehr den Verkauf der LSE an einen US-Konkurrenten als vielmehr die damit verbundene Gefahr, dass die strenge US-Börsenaufsicht bald auch an der Themse regiert. Zehn Minuten zu Fuß von Brewers Amtssitz residiert die LSE am Paternoster Square. Der Gegensatz zum prächtigen Mansion House könnte kaum größer sein: Beton, Glas, Edelstahl, effiziente Nüchternheit statt opulenter Pracht. Hier hat auch Tracey Pierce ihr Büro. Die Managerin ist für die Geschäftsentwicklung der LSE verantwortlich. Entwickelt hat sich einiges an der Londoner Börse. 2005 verzeichnete sie fast 450 Börsengänge, mehr als die US-Konkurrenten Nyse und Nasdaq zusammen. Seit 2002 suchten fast tausend ausländische Unternehmen den Weg an die Londoner Börse. Über die drohende Übernahme der LSE redet Pierce nicht gerne. Sie spricht lieber von den großen Umwälzungen, vor denen die Branche steht. Aber sie weiß, wo die Gründe für den Erfolg im lukrativen Geschäft mit Börsengängen liegen. „Wir haben den Herren Sarbanes und Oxley viel zu verdanken.“ Bei Sarbanes und Oxley handelt es sich um zwei US-Senatoren, deren Namen für die scharfen Börsengesetze in den USA stehen. 2002, nach den Skandalen um Enron und Worldcom verabschiedet, sollten die neuen Regeln für mehr Kontrolle und Transparenz sorgen. Doch die Gesetze greifen so tief in die Führung und Kontrollen der Unternehmen ein, dass die Klagen über horrende Kosten und enormen bürokratischen Aufwand immer lauter werden. Tatsächlich ist es die Angst vor „Sarbanes-Oxley“, die kleine internationale Firmen und riesige Unternehmen wie den russischen Ölkonzern Rosneft an die Londoner Börse statt an die Wall Street treibt. Zuletzt versicherte zwar die britische Finanzaufsicht FSA, dass kurzfristig auch nach einer Übernahme der LSE die flexible britische Aufsicht weiter gelten könne. Doch die City hörte vor allem das „kurzfristig“. Die Warnung der FSA, dass eine Harmonisierung der Listing-Regeln nach einer Fusion langfristig Sarbanes-Oxley doch noch an die Themse bringen könnte, bestätigte die schlimmsten Befürchtungen. Die Furcht vor der US-Aufsicht ist fast schon mit Händen zu greifen. Allein in der vergangenen Woche veröffentlichte das Zentralorgan des Finanzplatzes London, die „Financial Times“, zehn längere Artikel, die sich mit dem Thema US-Aufsicht und Börsenübernahmen beschäftigen. Die Folgen einer Übernahme wären drastisch“, warnt ein Investmentbanker, „nicht nur für die Banken, sondern für die gesamte Infrastruktur in der City, von Anwaltskanzleien, über Wirtschaftsprüfer bis hin zu PR-Agenturen.“ Seit vergangenen Donnerstag können Lord Mayor Brewer und die anderen Verantwortlichen der City die Angst vor einer Übernahme der LSE sogar in Pfund und Penny messen. Für ihre erste Anleihe musste die LSE den Investoren eine deutlich höhere Rendite bieten als andere Unternehmen mit vergleichbarer Bonität – ein Risikoaufschlag für die Furcht vor „Sarbanes-Oxley“. Anziehungskraft: London zieht als mit Abstand wichtigstes Finanzzentrum Europas Banken aus aller Welt an. Über 260 ausländische Geldhäuser mit 70 000 Mitarbeitern haben ihren Sitz an der Themse. Addiert kommen alle in Großbritannien ansässigen Banken auf eine Bilanzsumme von 5,5 Billionen Pfund. 54 Prozent davon entfallen auf ausländische Institute. Stärken: Mit einem durchschnittlichen Handelsvolumen von 680 Milliarden Dollar täglich ist London der größte Devisenmarkt der Welt. Über 60 Prozent aller internationalen Anleihen werden hier platziert. Die Fonds mit Sitz in der City verwalten ein Vermögen von drei Billionen Pfund. London ist zudem das europäische Zentrum für die boomende Hedge-Fondsbranche. Dazu kommen die größten Börsen für Buntmetalle, Schiffsladungen und der Versicherungsmarkt Lloyd’s. Quelle: handelsblatt.com
  14. Das Umfeld für Neuemissionen am Aktienmarkt bleibt kritisch. Jüngster Beleg für diese Tatsache ist der Börsengang von Aleo Solar. Der Oldenburger Hersteller von Solarmodulen startete seine Börsenkarriere am Freitag mit mäßigem Erfolg. Ausgegeben bei 13,50 Euro am unteren Ende der Preisspanne, hielt sich das im streng regulierten Prime Standard der Deutschen Börse emittierte Papier nur kurz auf diesem Niveau und tauchte dann im Tief auf 12,25 Euro ab, ehe es sich wieder ein wenig erholte. Investoren hatten im Vorfeld kritisiert, daß Altaktionäre wie die Hannover Finanz den Börsengang dazu nutzen wollten, sich von ihren Anteilen zu trennen und so Kasse zu machen. Aktien aus dem phantasiereichen Geschäftsfeld rund um die alternativen Energien waren zuletzt bei Anlegern selbst in Schwächephasen am Markt für Neuemissionen noch auf großes Interesse gestoßen. Das funktionierte diesmal nicht mehr - kein gutes Zeichen für die Marktverfassung. Default Banner Der schlechten Stimmung zum Trotz wird voraussichtlich am 21. Juli der Finanzdienstleister OVB Holding unter Führung der Bankhäuser Sal. Oppenheim und HSBC Trinkaus & Burkhardt an die Börse gehen. OVB wird neben seinen Konkurrenten AWD und MLP der dritte börsennotierte Finanzvertrieb sein. 2005 lag die Gesamtvertriebsleistung bei etwa 181 Millionen Euro. Für das erste Quartal 2006 meldet das Unternehmen 51,8 Millionen Euro. Insgesamt rechnet die OVB Holding für dieses Jahr mit zweistelligem Wachstum. Nicht allein die Börsenpräsenz von nur drei Marktteilnehmern könnte die Aktie langfristig interessant machen. Trotz des derzeit eher flauen Geschäfts der Lebensversicherer besteht dringender Bedarf an privater Altersvorsorge. Erstaunliche Erfolge erzielt OVB zudem mit ihren Aktivitäten in zwölf vorwiegend mittel- und osteuropäischen Ländern. Die eigenen Landesgesellschaften dort haben 2005 mit einem Provisionsumsatz von 94,4 Millionen Euro erstmals ein besseres Ergebnis erzielt als das Inland (85,9 Millionen). Nach dem Wegfall des Steuerprivilegs für Lebensversicherungen konnte die Gesellschaft 2005 als einziger Finanzvertrieb Wachstum melden. Über den Börsengang soll das Auslandsgeschäft ausgebaut werden. Eine Landesgesellschaft in der Ukraine ist geplant, weitere in Estland, Lettland und Litauen sind wahrscheinlich. Quelle: wams.de
  15. China: Baidu.com stellt Entwicklung von Suchmaschinen für Firmennetze ein Der chinesische Suchmaschinenbetreiber Baidu.com zieht sich aus der Entwicklung von Suchtechnologien für Unternehmen zurück. 30 Beschäftigte der Entwicklungsabteilung werden entlassen, teilte das Unternehmen gestern in Peking mit. Das entspricht 60 Prozent der in dem Bereich tätigen Mitarbeiter. Die verbleibenden Entwickler sollen zukünftig an anderen Projekten arbeiten. Von der Arbeitsplatzvernichtung sind die Niederlassungen in Peking, Shanghai und Shenzhen betroffen. Baidu hat derzeit rund 2.000 Beschäftigte. Den Angaben zufolge wolle man sich stärker auf das traditionelle Geschäft mit der Internet-Suche konzentrieren. Der Konkurrenzkampf wurde hier mit dem Start von Google China schärfer. Wie Firmensprecherin Cynthia He ausführte, habe der Enterprise-Bereich nur einen "geringfügigen" Teil zu den Umsätzen Baidus beigetragen. Der Anteil an den Gesamteinnahmen betrug demnach lediglich 2,2 Prozent. Der Suchmaschinenbetreiber hat in China einen Marktanteil von 43,9 Prozent. Yahoo kommt als zweitgrößter Anbieter auf 21,1 Prozent, während Google erst 13,2 Prozent der Suchanfragen verarbeitet Quelle: de.internet.com
  16. Im Sommer 2006 machen wir allen neuen Kunden folgendes Testangebot: Heavy Trader, die bis 31. August 2006 erstmalig ein Konto über uns eröffnen, erhalten nach drei Monaten und mindestens 200 Trades einmalig das Hundertfache der durchschnittlichen Gebühr pro Trade zurück, die sie für den Handel mit Aktien, Futures, Devisen, Optionsscheinen oder Zertifikaten (börslich und außerbörslich) über die sino AG bezahlt haben.* Nicht erstattet werden Börsengebühren (XETRA Gebühren, CCP etc.), Maklercourtage, fremde Spesen (zum Beispiel im US-Handel) Postengebühren o. Ä. Wir beraten Sie gern: Rufen Sie uns an: Freecall 0 800 800 7466 Oder schicken Sie eine Mail: info@sino.de Handeln mit der Trading-Plattform sino x_pro! Die Vorteile: - leistungsfähiges, extrem stabiles Frontend - Clicktrading - 28 Börsen weltweit - 14 Direkthandelspartner - Limitorders auch im außerbörslichen Handel - leistungsfähige API - persönliche und kompetente Betreuung (auf 20 Kunden kommt ein Mitarbeiter) Faire und attraktive Gebühren: - zwischen 0,10 und 0,15% im Aktienhandel gestaffelt nach Umsatz - Minimumgebühren zwischen 6,00 € und 8,00 € - deutschlandweit mit Abstand niedrigste Gebühren im außerbörslichen Handel: 0,10 % Provision – 8,00 € Minimum &nash; 25,00 € Cap Beispielrechnung: Eine 5.000 € Order kostet bei der sino AG im Direkthandel nur 8,00 €, bei CortalConsors, comdirect oder DAB kostet dieselbe Ordergröße etwa 17,50 €, also mehr als das Doppelte. Konto- und depotführende Bank: - HSBC Trinkaus & Burkhardt Eine Privatbank, im Verbund mit einem der weltgrößten Bankkonzerne, die als ihre Kernkompetenz u. a. die Abwicklung von Wertpapiergeschäften ansieht, und – das ist gerade im unmittelbaren Wettbewerbsvergleich wichtig – die über mehr als 700 Millionen Eigenkapital verfügt. * Voraussetzung ist, dass ein Neukunde nach Kontoeröffnung mindestens drei volle Monate über die sino AG handelt und in den vorherigen sechs Monaten weder selbst Kunde der sino AG war, noch sein Ehepartner, noch ein Verwandter ersten Grades, noch ein Unternehmen, an dem er beteiligt ist oder in den letzten sechs Monaten vor Kontoeröffnung war. Auch darf der Neukunde innerhalb der sechs vorherigen Monate nicht Bevollmächtigter eines sino Kunden gewesen sein oder anders Zugang zu einem sino Handelskonto gehabt haben. Quelle: sino.de
  17. Nyse und Euronext treiben Verhandlungen voran - Mehrländerbörse macht Entscheidung über Fusion aber vom Votum der Regulierer abhängig Von Stefan Keidel, Karsten Seibel und Gesche Wüpper Paris/Frankfurt/München - Im weltweiten Wettstreit um eine Börsenkonsolidierung sieht sich Euronext bei seinen Fusionsplänen mit der New York Stock Exchange (Nyse) immer größeren Widerständen gegenüber. Neben der französischen Politik sprächen sich auch immer mehr Unternehmen und Finanzplatzakteure gegen die geplante transatlantische Super-Börse aus, erfuhr die WELT aus Paris. Dies bedeute aber nicht automatisch, daß die Deutsche Börse zum Zuge komme, die ebenfalls ein Übernahmeangebot für die von Paris dominierte Mehrländerbörse abgegeben hat. Eine endgültige Entscheidung müßten auf einer außerordentlichen Hauptversammlung die Euronext-Aktionäre treffen. Diese wurde bisher nicht einberufen. Ein Nyse-Sprecher betonte auf Anfrage, die Fusion läge im Zeitplan. Aus Fusionskreisen verlautete, Top-Manager von Nyse und Euronext hätten am Dienstag auf einem "Integrations-Treffen" die Umsetzung der Übernahme vorangetrieben. Auch Euronext äußerte sich positiv zum Stand der Verhandlungen. "Das Fusionsprojekt kommt gut voran", so eine Euronext-Sprecherin. Es gebe einen regelmäßigen Austausch zwischen New York und Euronext. Sie machte aber noch einmal deutlich, daß vor einem Zusammenschluß zwei Bedingungen erfüllt sein müßten. Erstens müßten die Regulierer grünes Licht geben, zweitens die Aktionäre. So bald sich die zuständigen Börsenaufsichten geäußert hätten, werde Euronext eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Dies wird frühestens zum Jahresende erwartet. Mit Spannung warten die Akteure auf das Votum von Henri Lachmann. Dem Ex-Chef von Schneider Electric wird im Börsenpoker eine Schlüsselstellung eingeräumt, wurde er doch von der einflußreichen Finanzplatz-Paris-Vereinigung Europlace beauftragt, die beiden Übernahmeangebote von Nyse und der Deutschen Börse auf Auswirkungen auf den eigenen Finanzplatz abzuklopfen. Das Ergebnis gilt als Vorentscheidung, für welches Angebot sich die Pariser Politik und die Marktteilnehmer aussprechen werden. Ohne eine Zustimmung von Paris gilt eine Übernahme durch die Nyse als nicht machbar. Bis Freitag müssen die Kontrahenten im Ringen um Euronext einen von Lachmann verschickten Fragebogen beantworten. Aus dem Umfeld von Lachmann selbst heißt es, eine transatlantische Börse dürfte langfristig die Bedeutung von Paris in dem Maße schmälern, wie New York als Sitz einer Superbörse an Einfluß gewinne. Zudem bestünde bei einer echten Integration die Gefahr, daß die US-Aufsicht SEC Einfluß auf Europas Unternehmen und aufs Regelwerk nehme, was nicht im Interesse von Paris sei. Lachmann will Ende Juli sein Ergebnis mitteilen. Ob sich Lachmann für eine Übernahme von Euronext durch Frankfurt aussprechen werde, gilt als offen. Die Hängepartie könnte noch andauern, wenn er sich nicht eindeutig für eine europäische Lösung ausspreche. Für diesen Fall erwarten Finanzkreise einen Eil-Antrag von Euronext-Aktionären zur Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung, um möglichst schnell eine Entscheidung herbeizuführen. Dafür sind zehn Prozent notwendig. Quelle: welt.de
  18. Junkbonds haben schon etwas lockendes. Hohe Kupons und hohe Renditen versprechen gute Chancen, ein Depot aufzubessern. Darauf sind in den vergangenen Monaten zunehmend auch Hedge Fonds gekommen, die vermehrt als Nachfrager auftreten. Daher werde das Emissionsvolumen europäischer Junkbonds in diesem Jahr voraussichtlich die Rekordmarke von 25 Milliarden Euro erreichen, sagt Tanneguy de Carne, der bei der Société Générale die Abteilung für europäische High-Yield-Anleihen leitet. Im Jahr 1999 seien bei einer Junkbond-Emission in Europa etwa zehn Prozent der Investoren Hedge Fonds gewesen, heute mache ihr Anteil rund 40 Prozent aus. „Das Kräfteverhältnis im Markt hat sich in den letzten Jahren völlig verändert und ist ständig in Bewegung“, sagte de Carne. Zuwachs auch von anderer Seite Seit Jahresbeginn wurde in Europa ein Emissionsvolumen von 14 Milliarden Euro von hochverzinsten, risikoreichen Anleihen begeben. Der europäische Anteil am weltweiten Junkbond-Volumen wächst. Betrug er mit einem Volumen von 21,5 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr noch 17 Prozent so werden es in diesem Jahr wohl 20 Prozent werden. Dennoch sind die Größenverhältnisse weiter ungleich. Der Junkbond-Markt in den Vereinigten Staaten ist immer noch viermal so groß. Dort gibt es gegenwärtig 3.000 Emittenten, gegenüber 230 in Europa. Zuwachs könnten die Anlageklasse auch von anderer Seite bekommen. Die Ratingagentur Moody's hat im zweiten Quartal die Bonitätsnote für 39 europäische Unternehmen gesenkt. Das war die höchste Zahl seit vier Jahren. Betroffen waren unter anderem der britische Fernsehsender ITV und der Telekommunikationskonzern Vodafone. Rating-Lücke dramatisch vergrößert Und Moody's geht nicht davon aus, daß sich der Trend ändert. Denn die steigenden Zinsen verengen die Finanzierungsspielräume und verteuern die Kreditkosten. „Es ist unwahrscheinlich, daß sich die Kreditwürdigkeit in Westeuropa in nächster Zeit wieder zum Positiven wendet“, schrieben die Volkswirte Guillaume Menuet und Andrea Zazzarelli von Moody's. In den kommenden Monaten seien die Unternehmens-Ratings „an die Entwicklung der Geldpolitik gebunden“. Manch ein Unternehmen, das sich daher derzeit noch eines Investment-Grade-Rating erfreut, könnte in den kommenden Monaten Bekanntschaft mit der Junkbond-Zone machen. Die sogenannte „Rating-Lücke“, also die Differenz zwischen Herauf- und Herabstufungen, liegt derzeit bei minus14. Im ersten Quartal lag sie noch bei minus fünf. Diese Lücke „stellt eine dramatische Verschlechterung“ im Vergleich zu der Lücke im ersten Quartal dar, hieß es in dem Bericht von Moody's. „Sollte ein restriktiveres geldpolitisches Umfeld den Appetit der Unternehmen auf Investitionen nicht dämpfen, würde die Kreditwürdigkeit das gesamte Jahr über unter Druck stehen“, so die Moody's-Analysten. Kein Spiel für Privatanleger Daher geht die Agentur davon aus, daß sich die Zahl der Zahlungsausfälle bei Unternehmen verdoppelt. Die Ausfälle von Junkbonds hatten schon im Mai den höchsten Stand in fünf Monaten erreicht. Indes hatte es zu Anfang des Jahres noch keine gegeben. Während Hedge Fonds zunehmend mit Ramsch spielen reduzierten andere europäische Investoren ihre Positionen, nachdem die Kurse der Papiere abgesackt waren. Nach einer Umfrage von JP Morgan Chase hat sich die Zahl der pessimistischen Anlegergegenüber Anfang Mai auf 37 Prozent mehr als verdoppelt, während Hochzinsanleihen in diesem Zeitraum lediglich 0,5 Prozent einbüßten. Bei der risikoreichsten Junk-Kategorie hat sich die Zahl der Verkäufer fast verdoppelt. Der Anteil von Investoren mit einer „leicht untergewichteten Position“ bei Papieren mit einer Bonitätsnote von „CCC“ stieg von 14 Prozent auf 27 Prozent. Hedge Fonds spielen die Strategie, die schon einst Michael Milken und Drexel Burnham Lambert in den siebziger Jahren erfolgreich anwendeten: ein einzelner Junkbond ist riskant, doch ein Pool erwirtschaftet mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit immer eine anständige Rendite. Diese Strategie funktioniert aber nur mit einer entsprechenden Liquidität, denn nur so lassen sich die Risiken ausreichend streuen. Für Privatanleger gilt dagegen eher, sich gerade im Umfeld steigender Zinsen, wenn die Zahlungsausfälle steigen, bei Junkbonds eher vorsichtig zu sein. Quelle. faz.net
  19. Für immer mehr Anleger ist gerade beim Handel mit ausländischen Aktien die Nutzung von Direktbanken und Discountbrokern eine Alternative zu den klassischen Bankinstituten. Sie gelten als schneller, bequemer und kostengünstiger. Aus diesem Grund widmet sich BÖRSE ONLINE in Heft 32 (Erscheinugstermin: 3. August) in einem ausführlichen Schwerpunkt dem Thema "Direktbanken und Discountbroker". Unsere Spezialisten untersuchen in dem Schwerpunktthema die Konditionen der verschiedenen Online-Broker beim Kauf von US-Aktien: Was kostet eine Order an den wichtigsten US-Börsenplätzen? Lohnt es sich, Aktien im Freiverkehr zu kaufen, um Auslandsgebühren zu sparen? Quelle: boerse-online.de
  20. Die Versicherer sind trotz der jüngsten Zinserholung auf der Suche nach alternativen Kapitalanlageformen, um die Vermögen stärker zu diversifizieren und so letztlich krisenfester zu machen. Das zeigte sich auf einer Handelsblatt-Tagung in München zur Kapitalanlage der Versicherer. Der Versicherungsbranche kommt heute entgegen, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vieles erlaubt, was noch vor ein paar Jahren nicht möglich war, wie beispielsweise Investitionen in Hedge-Fonds. BaFin-Chef Jochen Sanio gibt den Versicherern die Spielregeln für die Anlage der Kundengelder vor und wacht seit der Kapitalmarktkrise vor gut drei Jahren genau über deren Einhaltung. Damals sind einige Lebensversicherer in Schwierigkeiten geraten, weil sie an den Märkten nicht mehr die Renditen verdienen konnten, die sie den Kunden garantieren. Aktuell liegt das Zinsniveau aber wieder rund ein Prozentpunkt über der durchschnittlichen Garantieverzinsung. Dreißigjährige Anleihen waren gestern mit 4,6 Prozent Verzinsung zu haben. Das durchschnittliche Garantieniveau der Versicherer liegt bei 3,4 Prozent. Trotzdem sucht die Branche nach neuen Wegen, um die Renditen zu steigern. Denn nur mit Werten deutlich oberhalb des garantierten Niveaus kann sie im Wettbewerb bestehen. Bisher steckt das Gros der Gelder von Lebensversicherungen in Festverzinslichen. Nur etwa zehn Prozent sind direkt und über Fonds in Aktien investiert. „Mit der traditionellen Asset Allocation der Lebensversicherer sind sechs Prozent Rendite einfach nicht darstellbar“, sagte aber Rainer Buth von der Beratungsfirma Faros. Alternative Anlageformen, wie Hedge-Fonds oder Private Equity, gewinnen daher an Bedeutung. Das bestätigen auch die Zahlen der BaFin, wonach im ersten Quartal dieses Jahres 0,2 Prozent der Kapitalanlagen der Versicherer in der noch recht jungen Assetklasse Private Equity investiert waren und 5,5 Prozent in strukturierten Produkten – Tendenz steigend. „Die Kapitalanlage wird zur strategischen Wettbewerbskomponente“, sagte Jörg Boche von der R+V Versicherung. Die Versicherer müssten sich auf völlig neue Produkte einstellen, seit sich die steuerlichen Rahmenbedingungen für die Kapital-Policen verschlechtert hätten und mit der Reform des Versicherungsvertragsgesetzes weitere Änderungen am traditionellen Geschäftsmodell anstünden. „Mit Sicherheit werden nicht mehr alle das gleiche verkaufen“, sagte Boche. Das stelle andere Anforderungen an die Kapitalanleger: „Die Anlage wird stärker ins Produkt designt.“ Anders gesagt: Die Zeit der Einheitsprodukte geht zu Ende. Bei der Erschließung neuer Anlageformen besteht für die Versicherer allerdings „die Gefahr, zu spät auf den Zug aufzuspringen“, sagte der Händler einer großen Investmentbank dem Handelsblatt. Er beobachtet, dass die Versicherer zwar bereit sind, sich alles anzugucken. Aber: „Alles ist teuer geworden.“ Das Problem sei, dass viele alternative Märkte schon gut gelaufen seien. Es komme daher entscheidend auf die Auswahl der richtig guten Anlagemanager an. Quelle:handelsblatt.com
  21. Sprichwörtlich um kurz vor zwölf zauberte Premiere-Chef Georg Kofler heute ein Ass aus seinem Ärmel, das es in sich hat: Der Bezahlsender wird ab der kommenden Saison alle von Arena produzierten Fußballsendungen übertragen. Da der Vertrag mit der Telekom davon unberührt bleibt, verfügt Premiere damit über zwei Vertriebswege. Hamburg – Nun hat es Premiere-Chef Georg Kofler also doch noch geschafft. Am frühen Morgen teilte der Bezahlsender mit, dass Premiere Chart zeigen die Fußball-Bundesliga ab der kommenden Saison wie gewohnt übertragen wird. Und zwar gemeinsam mit seinem Konkurrenten Arena. Premiere ist dabei allerdings nur der Vermarkter: Produziert werden die Sendungen von dem Pay-TV-Anbieter Arena, der im vergangenen Jahr dem Platzhirschen überraschend die Fernsehübertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga weggeschnappt hatte. Der Münchener Bezahlsender strahlt die Berichte genauso aus, wie er sie von dem Rechteinhaber erhält und zwar zu dem gleichen Preis von 14,90 Euro. Empfangen können die Kunden das Arena-Programm dann über ihren Premiere-Decoder. Nach dem Verlust der Fernsehrechte kann Premiere somit wieder etwas aufatmen. Die von allen erwartete massive Kündigungswelle wird ausbleiben, denn viele Kunden hatten bis zuletzt gehofft, dass der Bezahlsender doch noch eine Möglichkeit findet. Premiere verlor weniger Kunden als erwartet So verloren die Münchener im ersten Quartal "nur" 150.000 Kunden, im zweiten Quartal werden es voraussichtlich zwischen 200.000 und 300.000 Abonnenten sein. Dabei wurde schon spekuliert, dass bis zu eine Million Kunden ihr Premiere-Abo kündigen könnten. Es ist somit nicht verwunderlich, dass die Aktien des Bezahlsenders bis zum Nachmittag über 20 Prozent an Wert gewonnen haben. Dennoch ist es nur ein Teilsieg für Premiere. "Von den 14,90 Euro, die der Pay-TV-Sender von seinen Kunden für das Abo erhält, bleiben Premiere vielleicht nur zwei oder drei Euro", so Analystin Iris Schäfer von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Der Rest gehe an Arena. Für nachhaltiges Wachstum sei das zu wenig. Für Arena bedeutet die Einigung mit Premiere einen weiteren Imageverlust. Durch den Vertrag mit dem Platzhirschen wird wieder einmal deutlich, wie wenig Arena auf die Übernahme der Übertragungsrechte vorbereitet und wie überraschend die Entscheidung der Deutschen Fußball Liga für das Unternehmen selbst war. "Mit Arena hätten wir Verluste geschrieben" Bis gestern konnte Arena lediglich den Satellitenzuschauern sowie den Kabelhaushalten in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg die Übertragung der Fußball-Bundesliga anbieten. Eine Einigung mit dem Netzbetreiber Kabel Deutschland (KDG), der die übrigen 13 Bundesländer mit einem Kabelanschluss versorgt, blieb aus. Der Marktführer bemängelte immer wieder, dass Arena keine attraktiven Konditionen geboten hatte. "Mit dem Angebot von Arena hätten wir Verluste geschrieben", so KDG-Sprecher Stefan Schott. Mit der jetzigen Lösung ist der Netzbetreiber deshalb auch sehr zufrieden. "Wir können unseren Kunden die Bundesliga anbieten und sie so von einem Wechsel zum Satelliten- oder Internetfernsehen abhalten, ohne Geld zu verlieren", erklärt Schott. Im Gegenteil: Für jeden Kunden, den Premiere zusätzlich für sein Fußballabo gewinnt, müssen die Münchener – genau wie zuvor – Gebühren an ihren technischen Dienstleister KDG zahlen. Der Marktführer ist somit in einer komfortablen Situation. "Kabel Deutschland muss sich nicht an den Rechtekosten beteiligen und kann trotzdem die Versorgung sicherstellen", so LBBW-Analystin Schäfer. "Eitelkeiten über Bord geworfen" Eine Einigung mit Arena war für KDG somit auch nicht zwingend – ganz im Gegensatz zu Arena. Ohne den Marktführer als Partner fehlten dem Rechteinhaber knapp zehn Millionen Kabelhaushalte als potenzielle Kunden. Deswegen nun der Umweg über Premiere, dessen Haupteinnahmequelle durch den Verlust der Übertragungsrechte ebenfalls bedroht war. Dass die Kooperation mit Premiere ein Eingeständnis dafür sei, dass Arena es nicht allein schafft und auf die Hilfe des großen Konkurrenten angewiesen ist, sieht der Rechteinhaber natürlich nicht so. "Wir haben einen pragmatischen Weg gewählt", so eine Unternehmenssprecherin. Vor einigen Monaten habe der Premiere-Vorstand Arena schließlich noch belächelt. "Die Geschäftsführung hat ihre Eitelkeiten über Bord geworfen und sich für eine Fan-freundliche Lösung entschieden", erklärt die Sprecherin. Telekom und Premiere machen weiter Bei all der Pragmatik bleibt allerdings noch eine Frage offen: Inwiefern beeinträchtigt das Abkommen zwischen Premiere und Arena die Kooperation zwischen Premiere und der Deutschen Telekom Chart zeigen? Schließlich sind Arena und der Ex-Monopolist direkte Konkurrenten im Wettbewerb um die Fußballfans. Premiere und die Telekom hatten im Mai einen Vertrag unterzeichnet, demzufolge die Münchener die Produktion der Bundesliga-Sendungen für den Telekomkonzern übernehmen, der sich die Fußballübertragungsrechte für das Internet gesichert hatte. Kurz zuvor hatte die Telekom beim Sportsender DSF aber auch den Bau eines Sendezentrums in München in Auftrag gegeben, von dem aus das Programm gesendet werden sollte, falls der Vertrag zwischen Premiere und dem Bonner Konzern scheitern sollte. Denn in den vergangenen Monaten mehrten sich die Anzeichen dafür, dass Premiere und KDG fusionieren könnten. Für die Telekom wäre dies ein Grund gewesen, den Vertrag mit Premiere zu kündigen, da der Kabelnetzbetreiber ein direkter Wettbewerber des Konzerns ist. Statt mit KDG kooperiert Premiere aber nun mit dem Pay-TV-Anbieter Arena, der mit der Telekom um die Gunst der Fußballfans buhlt. Doch offensichtlich stört das die Telekom nicht. "Der Vertrag mit der Telekom bleibt von der Kooperation mit Arena unberührt", so Premiere-Sprecher Michael Jachan. Das Unternehmen arbeite mit der gleichen Energie weiter daran, die Sendungen für die Telekom zu produzieren. Auch der Bonner Konzern hält weiter an der Kooperation fest. "An unserer Einstellung zu Premiere ändert die getroffene Vereinbarung nichts", sagte ein Telekom-Sprecher. Zumal das Unternehmen auch nur wegen der Zusammenarbeit mit Premiere keine eigene Sendelizenz benötigt. "Wir haben die Verträge eingesehen und es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, dass die Programmverantwortung nicht bei Premiere liegt", sagte Reinhold Albert, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, am Donnerstag im Anschluss an die Beratungen des Gremiums. Denn eine eigene Lizenz würde der Konzern, der zu einem Großteil noch in staatlicher Hand liegt, voraussichtlich nicht bekommen. Letztendlich profitieren also alle beteiligten Unternehmen irgendwie von der neuen Kooperation. Doch am stärksten geht sicherlich Premiere-Chef Kofler aus der Situation hervor: Entgegen allen Erwartungen schaffte es der Unternehmenslenker sozusagen um kurz vor zwölf, seine Haupteinnahmequelle zu erhalten. Ein beträchtlicher Imagegewinn. Quelle: manager-magazin.de
  22. Erstattungszinsen sind auch ohne Einkunftserzielungsabsicht Kapitaleinnahmen (13.07.06) Auch der öffentlich-rechtliche Erstattungsanspruch ist eine sonstige Kapitalforderung nach § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG. Es handelt sich um eine Gegenleistung für die Kapitalüberlassung. ird eine Steuerrückerstattung verzinst, liegen insoweit steuerpflichtige Kapitaleinnahmen vor. Dabei spielt es keine Rolle, dass der Steuerzahler keine Einkunftserzielungsabsicht hat. Denn auch der öffentlich-rechtliche Erstattungsanspruch ist eine sonstige Kapitalforderung und stellt eine Gegenleistung dafür dar, dass Steuerzahler dem Fiskus Kapital überlassen. Unerheblich ist dabei, dass dies gezwungenermaßen passiert. Diese Sichtweise ist vergleichbar mit steuerpflichtigen Prozesszinsen. Mit seinem Urteil vom 8.11.2005 (VIII R 105/03, BFH/NV 2006 S. 527) hat der BFH erneut entschieden, dass zugeflossene Erstattungszinsen nach § 233a AO steuerpflichtige Einnahmen aus Kapitalvermögen sind. Dies entspricht auch der Auffassung der Finanzverwaltung (BMF 20.11.2000, IV B 4 - S 1300 - 222/00, BStBl I 2000 S. 1508 sowie OFD Magdeburg 27.8.2003, S 2252 - 68 - St 214, DB 2003 S. 2040). Denn auch der öffentlich-rechtliche Erstattungsanspruch ist eine sonstige Kapitalforderung jeder Art i.S. des § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG und wird als Gegenleistung dafür gezahlt, dass Steuerzahler dem Fiskus (wenn auch gezwungenermaßen) Kapital überlassen, zu dessen Leistung sie letztlich nicht verpflichtet sind. Eine vergleichbare Sichtweise gilt auch in anderen Fällen mit nicht vertraglicher Kapitalüberlassung: # Zinsen für Enteignungsentschädigung, # Zinsen auf Wiedergutmachungsentschädigung oder # Prozesszinsen Dass Steuerzahler hinsichtlich der Erstattungszinsen nicht von vornherein mit konkreter Einkunftserzielungsabsicht handeln, ist in diesem Zusammenhang nicht relevant. Denn Erstattungszinsen beruhen darauf, dass die Finanzverwaltung die zuviel erhobenen Steuern so verzinsen soll, als habe sie in dieser Höhe ein Darlehen erhalten, während der Steuerpflichtige so gestellt werden soll, als habe er ein Darlehen bewilligt. Da der Erstattungsanspruch materiell-rechtlich erst in dem Augenblick entsteht, in dem eine Überzahlung der Steuer erfolgt, kann erst bei Kenntnis der Überzahlung eine konkrete und auf den jeweiligen Erstattungsfall bezogene Einkunftserzielungsabsicht entstehen. Da Kapital zwischen fremden Dritten in der Regel aber nicht unentgeltlich zur Nutzung überlassen wird, ist der Erstattungsanspruch als Entgelt für entgangene anderweitige Kapitalnutzung zu betrachten. Damit ist vom Bestehen einer Einkunftserzielungsabsicht auszugehen, die grundsätzlich auch bei Kapitaleinkünften Voraussetzung für die Besteuerung ist. Zudem spricht auch die Entstehungsgeschichte des § 233a AO dafür, Erstattungszinsen gemäß § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG der Einkommensteuer zu unterwerfen. Die mit Steuerreformgesetz 1990 eingeführte Regelung des § 233a sollte mit der allgemeinen Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen einen Ausgleich dafür schaffen, dass die Steuern bei den einzelnen Steuerpflichtigen zu unterschiedlichen Zeitpunkten festgesetzt und fällig werden – aus welchen Gründen auch immer. Sowohl Steuernachforderungen als auch -erstattungen sollten daher nach Ablauf einer Karenzzeit verzinst werden. Der steuerliche Hintergrund Kapitaleinkünfte Steuerpflichtige Einnahmen aus Kapitalvermögen erzielt derjenige, der einem Schuldner im eigenen Namen und für eigene Rechnung Kapitalvermögen zur Nutzung überlässt. Weiterhin gehören hierzu Zinsen, Entgelte und Vorteile, die bei wirtschaftlicher Betrachtung für die Überlassung von Kapitalvermögen zur Nutzung erzielt werden. Kapitalerträge liegen nicht vor, wenn weder die Kapitalrückzahlung garantiert noch eine Verzinsung sicher ist. Dann können höchstens private Veräußerungsgeschäfte entstehen. Die Erfassung privater Kapitaleinnahmen hat in den vergangenen Jahren einen immer breiteren Raum eingenommen, § 20 EStG hat ständigen Zuwachs bekommen. Dies liegt zum großen Teil an den seit 1993 zunehmenden Angeboten an Finanzinnovationen, die der Gesetzgeber möglichst allumfassend als Kapitaleinnahme erfassen möchte. Zwei gravierende Neuerungen sind derzeit besonders zu beachten: * § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG, wonach alle ab 2005 abgeschlossenen Kapitallebensversicherungen zumindest zur Hälfte der Besteuerung unterliegen, * der neue Rentenerlass, wonach die Übertragung von Kapitalvermögen gegen Versorgungsleistungen möglich ist. Zurechnung der Einkünfte Kapitaleinkünfte werden grundsätzlich demjenigen zugerechnet, der als Inhaber das Vermögen verwertet. Auf das zivilrechtliche Eigentum kommt es nicht an. In diesem Zusammenhang spielt die Zurechnung auf Kindern eine besondere Rolle, wenn Eltern ihr Vermögen auf ihre Kinder übertragen haben. Denn in diesem Fall kann innerhalb der Familie sowohl der Sparer- als auch der Grundfreibetrag mehrfach verwendet werden, ein größerer Teil der Kapitaleinnahmen bleibt steuerlich unbelastet. Dieser Vorgang wird dahingehend kritisch geprüft, ob Ursache für die Verlagerung auf den Nachwuchs ein Gestaltungsmissbrauch ist. Das wäre der Fall, wenn sich die Eltern das Recht der Verwendung der Kapitalerträge vorbehalten hätten und die Ursache für die Übertragung ausschließlich in einer Steuerminimierung läge. Berechnung der Einkünfte aus Kapitalvermögen Erfasst werden nur Erträge, die zu keiner anderen Einkunftsart gehören. Auch Kursveränderungen fallen nicht hierunter, sie können aber Einkünfte aus privaten Spekulationsgeschäften darstellen. Von dieser Regel gibt es jedoch eine Reihe von Ausnahmen. Kursgewinne von Finanzinnovationen, bei denen die laufenden Erträge durch Kursveränderungen ersetzt werden, fallen unabhängig von Fristen unter die Kapitaleinnahmen. Bei der Besteuerung des Kapitals geht es strickt nach dem Nominalwertprinzip, eine Geldentwertung wird nicht berücksichtigt. Die Einkünfte werden aus der Differenz von Einnahmen und Ausgaben ermittelt. Dabei wird die Steuer bereits vorab in Form von Zinsabschlag oder Kapitalertragsteuer erhoben, sofern der Freistellungsauftrag überschritten ist. Fließen die Kapitalerträge jenseits der Grenze zu, etwa auf ein Auslandskonto, wird kein Zinsabschlag fällig, obwohl die Einnahmen gleichermaßen im Inland steuerpflichtig sind. Im Ausland einbehaltene Quellensteuer kann jedoch im Rahmen der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Das gilt auch für die deutsche Kapitalertragsteuer, die jenseits der Grenze auch von inländischen Anlegern gezahlt werden muss Checkliste zur Ermittlung der Kapitaleinkünfte Einnahmen, die zur Hälfte besteuert werden Ausländische Dividenden Dividenden deutscher Firmen Dividendenerträge von Fonds Ausschüttungen einer GmbH Erträge aus Genossenschaftsanteilen Erträge aus Lebensversicherung, Abschluss nach 2004, Auszahlung ab 60.Lebensjahr + Erträge mit Kapitalertragsteuerabzug, die voll versteuert werden Zinsen aus Wandelanleihen Erträge aus Genuss-Scheinen Erträge aus Lebensversicherungen mit Abschluss nach 2004 + Einnahmen, die dem Zinsabschlag unterliegen Zinsen aus Sparguthaben, Termingeld oder laufenden Konten Zinsanteile von Investmentfonds Erträge offener Immobilienfonds mit Ausnahme von Dividenden Zinsen aus Bausparguthaben Erhaltene Stückzinsen beim Verkauf von Anleihen Zinsen aus Anleihen Erträge aus Finanzinnovationen Zinsen aus Tafelpapieren + Einnahmen, die keinem Steuerabzug unterliegen Zinsen aus privaten Darlehen Zinsen, die auf ausländische Konten fließen = Zwischensumme – Gezahlte Stückzinsen = Summe der Einnahmen (positiv oder negativ) – WerbungskostenAufwendungen, die in voller Höhe abziehbar sind Kosten, die nur zur Hälfte angesetzt werden Quellensteuer Mindestens Pauschbetrag von 51 €, Ehepaare 102 € = Zwischensumme – Sparerfreibetrag von 1.370 €, Ehepaare 2.740 €, jedoch maximal die positive Zwischensumme = Einkünfte aus Kapitalvermögen Der Auszug ist dem Ratgeber „Kapitalanlage und Steuern“, Seite 274 entnommen
  23. Die Fußballweltmeisterschaft hat nicht nur die Stimmung im Lande verbessert, sondern auch die deutsche Wirtschaft gestärkt. Dieser Meinung ist zumindest Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), der von einem 'positiven Wachstumseffekt' sprach, den die WM ausgelöst habe. Kurzfristig seien rund 50.000 befristete Arbeitsplätze geschaffen worden, von denen ungefähr die Hälfte zumindest für eine gewisse Zeit erhalten bleiben könnten. Insbesondere das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie die privaten Sicherheitsdienste profitierten von dem Fußball-Großereignis. Im Vergleich zu 2002 ziehen auch viele Sponsoren eine sehr positive Bilanz der WM. Die bekanntesten Sponsoren der Fifa-WM 2006 heißen Adidas http://www.adidas.com, Coca-Cola http://www.coca-cola.com, McDonald's http://www.mcdonalds.com und Deutsche Telekom http://www.telekom3.de. Dies ergab eine direkt nach dem Abpfiff vorgenommene repräsentative Bevölkerungsumfrage des Kölner Instituts Sport + Markt http://www.sportundmarkt.de im Auftrag des Düsseldorfer Handelsblattes http://www.handelsblatt.de. Überraschungssieger der WM sei aber der Automobilhersteller Hyundai http://www.hyundai.com, so das Handelsblatt. Der koreanische Automobilkonzern habe einen Bekanntheitssprung von 33 auf 50 Prozent hingelegt. Bei Befragungen im September 2005 und Februar 2006 habe Hyundai, das den WM-Fuhrpark stellte, mit Werten von 28 und 33 Prozent noch im unteren Drittel der Bekanntheitsskala gelegen. Dieser Erfolg sei auf eine deutliche Steigerung der Werbeintensität zurückzuführen. Außerdem habe das Unternehmen mit dem Sponsoring der Fan-Feste eine sehr gute Präsenz erreicht. Nach Angaben von Stephan Schröder, Mitglied der Geschäftsleitung von Sport + Markt, hat sich das Programmsponsoring bei dieser WM ebenfalls bewährt. Von den bekanntesten vier Fifa-Partnern hätten drei (Coca-Cola, Deutsche Telekom und McDonald's) die Spiele im Fernsehen präsentiert. 'Schätzungen gehen davon aus, dass sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr dank der Weltmeisterschaft um 0,2 bis 0,3 Prozent steigert. Am wichtigsten war aber wahrscheinlich der Imagegewinn. Deutschland hat das Motto ‚Die Welt zu Gast bei Freunden' wahr gemacht und als lockerer und guter Gastgeber geglänzt. Dies wird langfristig Investitionen nach sich ziehen, die man jetzt noch gar nicht in Euro und Cent oder in Prozentzahlen beziffern kann', sagt Helmut Sürtenich, Vorstandschef der Stratega-Ost Beteiligungs AG http://www.stratega-ost.de. Sürtenichs Unternehmen bietet seit Ende 2005 in Deutschland Sportwetten an, nach dem es 100 Prozent des österreichischen Anbieters Wettcorner Software GmbH http://www.wettcorner.com erworben hatte. 'Während der WM sind die Sportwettumsätze explodiert. Auch wenn jetzt vielleicht eine kleine Katerstimmung herrschen wird, bin ich davon überzeugt, dass der Markt für Sportwetten in Deutschland weiterhin dynamisch wachsen werde. Entscheidend wird hierfür aber eine kontrollierte Liberalisierung des deutschen Wettmarktes sein.' Ein klarer Gewinner dieser WM ist auch der Sportartikelhersteller Puma http://www.puma.com, der den Finalsieger Italien ausstattet. Somit könnte man sagen: 'Puma schlägt Adidas mit 6 zu 4 nach Elfmeterschießen'. Denn die Franzosen werden von dem zweiten Sportartikelhersteller aus dem fränkischen Herzogenaurach ausgestattet. Quelle: pr-inside.com
  24. Ad-hoc-Meldung nach § 15 WpHG übermittelt durch die DGAP - ein Unternehmen der EquityStory AG. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich. Stuttgart, 13.07.2006 EUWAX-Konzern steigert vorläufiges Ergebnis je Aktie (IFRS) im 2. Quartal 2006 auf 1,31 EUR (+101 %) Konzernjahresüberschuss (vorläufig nach IFRS) für das 1. Halbjahr 2006 bei 13,4 Mio. EUR (+104 %) Der EUWAX-Konzern blickt in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres auf eine hervorragende Geschäftsentwicklung zurück. Der Konzernjahresüberschuss der letzten 3 Monate von 6,7 Mio. EUR bestätigte die positive Entwicklung des 1. Quartals. Das Ergebnis je Aktie steigerte sich im 2. Quartal zum Vorjahr um 101 % auf 1,31 EUR. Kumuliert hat sich das Nettoergebnis um 104 % auf 13,4 Mio. EUR erhöht. Grundlage des Ergebniswachstums war die operative Stärke in der Skontroführung. Auch das 2. Quartal wurde von einem hohen Transaktionsniveau begleitet. Die Rekordmarken der Umsätze aus dem 1. Quartal wurden nochmals leicht ausgebaut. Der Derivatehandel trug das Wachstum der Umsätze der ersten sechs Monate auf 58,5 Mrd. EUR (+75 %). Das kumulierte Ergebnis vor Steuern des 1. Halbjahres belief sich auf 22,4 Mio. EUR (+100 %). Das Marktumfeld war auch im 2. Quartal lange Zeit von Kursanstiegen bei Aktienbörsen und Rohstoffen geprägt. Mit der nachfolgenden Korrektur an den Märkten kehrte eine erhöhte Volatilität zurück. Begünstigt von den teilweise erheblichen Marktschwankungen wurden Hebelprodukte intensiv nachgefragt. Derivative Anlageprodukte bewegten sich auf einem anhaltend hohe Nachfrageniveau. Zum Quartalsende war im gesamten Branchenumfeld eine deutliche Abschwächung bzw. Normalisierung des hohen Transaktionsniveaus zu beobachten. Die gute Entwicklung des 1. Halbjahres sollte daher nicht auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden. Die Erträge des 2. Quartals erhöhten sich auf dieser Basis um 76 % auf 20,2 Mio. EUR. Zu dieser erfreulichen Entwicklung haben weiterhin alle Ertragsquellen beigetragen. Sowohl das Provisionsergebnis mit einem Anstieg auf 10,9 Mio. EUR (+70 %), als auch das Handelsergebnis (+86 % auf 7,8 Mio. EUR) erhöhten sich deutlich zum Vorjahreszeitraum. Trotz der anhaltend hohen Belastungen durch die Weiterentwicklung des Handelsmodells und den zur Geschäftsentwicklung korrelierenden erhöhten Aufwendungen für Personal und Handel stiegen die Aufwendungen (ohne Steuern) wie im 1. Quartal unterproportional zu den Erträgen um 42 % auf 8,5 Mio. EUR. Die Eigenkapitalrendite nach Steuern von 32 % im 2. Quartal und 33 % für das gesamte 1. Halbjahr 2006 verdeutlichen die hohe Profitabilität der EUWAX-Gruppe. Vorläufige Kennzahlen (IFRS) im Überblick: <pre> 2. Verä- 1. 1. Verä- Quartal nder- Halb- Halb- nder- 2006 ung jahr jahr ung 2005 2006 Ergebnis je EUR 1,31 101 % 1,30 2,62 101 % Aktie Erträge TEUR 20.166 76 % 23.045 39.566 72 % Aufwendungen TEUR 8.521 42 % 11.839 17.148 45 % (ohne Steuern) Ergebnis vor TEUR 11.644 113 % 11.206 22.419 100 % Steuern Ertragssteuern TEUR 4.995 117 % 4.881 9.209 89 % Anteile anderer TEUR -87 31 % -256 -193 25 % Gesellschafter am Konzernergebnis Konzern-Jahres- TEUR 6.737 104 % 6.580 13.403 104 % überschuss Cash Flow TEUR 7.284 113 % 6.835 14.089 106 % Eigenkapital TEUR 87.910 24 % 70.958 87.910 24 % Eigenkapitalre- % 32 68 % 20 33 71 % ndite nach Steuern </pre> Thomas Krotz (Vorstand Finanzen) Tel.: +49 (0)711 222989-360 eMail: investor.relations@euwax-ag.de Quelle: faz.net
  25. Eurex führt im November spanische und schwedische Aktienoptionen ein Eurex bietet damit Aktienoptionen auf 49 Titel aus dem Dow Jones EURO STOXX 50 Index an Eurex, die weltweit führende Terminbörse, wird ihr Produktportfolio ab November 2006 um spanische und schwedische Aktienoptionen erweitern. Am 20. November wird Eurex Aktienoptionen auf die spanischen Aktien Banco Santander Central Hispano, Banco Bilbao Vizcaya Argentina, Endesa, Iberdrola, Repsol und Telefónica einführen. Mit diesen neuen Aktienoptionen bietet Eurex Aktienoptionen auf 49 der im Dow Jones EURO STOXX 50 enthaltenen Titel an und deckt damit 99 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung des Index ab. Darüber hinaus wird Eurex ihre Palette an skandinavischen Aktienoptionen mit neuen Optionen auf Ericsson und Nordea weiter ausbauen. Ericsson und Nordea sind die zwei größten Unternehmen im OMXS30 Index. Eurex ist die führende Börse für den Handel mit europäischen Aktienoptionen und bietet Optionen auf rund 180 Titel aus 11 Ländern an. Im ersten Halbjahr 2006 wurden insgesamt 154 Millionen Aktienoptionen gehandelt – ein Anstieg von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei Aktienoptionen auf Bestandteile des Dow Jones EURO STOXX 50 verzeichnete Eurex einen noch stärkeren Zuwachs um annähernd 22 Prozent. Quelle:pressebox.de

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