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Kampf den Spekulanten

Geschrieben

Hi Leute,

 

ja das sind schon verrückte Tage. Mindestens 20 mal am Tag höre ich "hochspekulative ungedeckte Leerverkäufe" sollen verboten werden. Kein Wort über das Underlying, aber "hochspekulativ", das Wort durfte in keiner Nachricht fehlen. Seriöse Berichterstattung ist für mich was anderes, aber ok, dass es keine Qualitätssicherung in den Medien gibt, wußten wir ja vorher.

Liebe Medien: wenn bei euch Leerverkäufe hochspekulativ sind, was sind dann in euren Augen Long Trades in diesen Tagen? Ich würde sie als sehr gewagt bezeichnen, aber ihr habt dafür bestimmt ein noch viel besseres Wort.

Aber die Message ist klar (besonders für Otto Normal): den bösartigen Spekulanten wird der Kampf angesagt, denn sie sind an allem Schuld. Sie haben Griechenland in den Ruin getrieben und jetzt auch noch den Euro. So denke ich wird das der Normalbürger auffassen und sich freuen dass unsere Regierung endlich handelt und mal gegen die Richtigen vorgeht.

Was lernen wir daraus?

Also ich werde in Zukunft versuchen mir den Originaltext einer Meldung zu beschaffen. Ein Blick auf die BaFin Seite hätte genügt - Whipsaw hatte den Link ja gepostet.

Das liest sich dann schon ganz anders: in erster Linie werden ungedeckte CDS Leerverkäufe in der Eurozone verboten, das halte ich sogar für sinnvoll, kommt nur ein bischen spät, aber gut.

Deutsche Finanztitel dürfen nichtmehr geshortet werden: auch das hatten wir schon und eigentlich nur konsequent, weil die europäischen und US Finanztitel konnte ich bei meinem Broker bislang auch nicht shorten.

Auf der BaFin Seite finde ich übrigens nirgendwo das Wort "hochspekulativ", nichtmal "spekulativ".

Warum also in jeder Nachrichtenmeldung dieses Adjektiv?

Das ist Stimmungsmache, was sonst?

Es soll anscheinend von den eigentlichen Problemen unserer Volkswirtschaften ablenken.

Ich habe von Tradern gelesen, die ihre Performance schlagartig verbesserten, als sie anfingen keine News mehr zu verfolgen.

Ich glaube, da ist was dran.

Dürfte nur schwierig sein das durchzuziehen, weil man dürfte kein Radio mehr hören und auch kein Fernsehen.

 

Hier noch ein Artikel von Roger Peeters mit seiner Sicht der Dinge:

 

So und jetzt zum eigentlichen Zweck dieses Threads:

Mich würden eure Vorschläge zur Verbesserung des Finanzsystems interessieren.

Es können ernstgemeinte und nicht so ernstgemeinte Vorschläge sein.

Whipsaw könnte sie dann sammeln und nach Berlin schicken. :hmmmm:

Sorry für meinen Zynismus, aber wir leben in verrückten Zeiten und ich finde mit ein wenig Humor läßt sich das alles ein wenig besser ertragen.

 

Ich fange mal an:

 

VERBIETET DIE GAPS!!!!!

Gaps sind der Feind eines jeden Traders. Ohne Gaps würde sich das Risiko wesentlich besser managen lassen. Trader hätten kleinere Verluste und unter dem Strich mehr Gewinn.

Wir könnten mehr Steuern zahlen und der Staat hätte vielleicht höhere Einnahmen als mit der Transaktionssteuer (die Experten im BMF können das bestimmt nachrechnen).

Wie schafft man die Gaps ab?

Na z.B. indem die Börsen rund um die Uhr geöffnet bleiben. Dass das geht zeigen ja die Devisenmärkte.

Durch die längeren Öffnungszeiten würden vielleicht auch aufgrund höherer Transaktionen höhere Steuereinnahmen erzielt, bei der Verlängerung der Öffnungszeiten im Einzelhandel hatte man sich ja schliesslich auch Mehreinnahmen versprochen.

 

Das war mein erster Vorschlag, weitere werden evtl. folgen, aber jetzt seid ihr erstmal dran.

 

Laßt euch nicht stressen vom Zeitgeist.

Wünsche euch allen ein schönes entspannendes Pfingstwochenende.

 

lg Ralf

Featured Replies

Geschrieben
VERBIETET DIE GAPS!!!!!

Tschuldigung, aber wie bitte soll denn das funktionieren? :hmmmm:

Das Gesetz von Angebot und Nachfrage ausserkraft setzten?

 

Du meinst wohl eher

...nicht so ernstgemeinte Vorschläge...

 

Wenn schon Vorschläge, dann bitte solche, die nicht zusätzliche Restriktionen bedeuten!

Geschrieben
Gaps sind der Feind eines jeden Traders. Ohne Gaps würde sich das Risiko wesentlich besser managen lassen. Trader hätten kleinere Verluste und unter dem Strich mehr Gewinn.

 

Bitte was?

1. Wenn man alle Trader zusammen betrachtet werden die Gewinne als Summe sich nie ändern. Denn was der eine Gewinnt muss der andere verlieren. Genaugenommen dürfte durch mehr Transaktionen der gesamte "Gewinnwert" noch weiter ins Minus gehen weil einfach mehr Gebühren gezahlt werden.

2. wie soll das verbieten von Gaps mehr Gewinne bringen? Ob der DAX über nacht 100 Punkte gegen mich tickt, oder mit einem 100 Punkte Gap gegen mich eröffnet sind für mich immer noch 100 Punkte minus.

Nicht vergessen: Bei jedem Gap gibt es Leute die davon profitieren und welche die dabei Verluste machen.

Geschrieben
  • Autor

Klar Wogo, der fällt in die Kathegorie "nicht so ganz ernst gemeint" :hmmmm:

 

Die Formulierung "Verbietet die Gaps" habe ich gewählt, weil sie in meinen Augen genauso schwachsinnig ist wie die Formulierung in den Medien "hochspekulative ungedeckte Leerverkäufe werden verboten".

Der Zuhörer/seher gewinnt den Eindruck, dass shorten was Schlimmes sei und dass es abgeschafft gehört. Meines Wissens hat es schon immer zur Börse gehört und würde man es komplett abschaffen, es wäre eine andere Börse. Vielleicht würden die Märkte garnichtmehr effizient funktionieren, wer weiss.

Es wäre ein Riesenexperiment mit der Gefahr, dass die Probleme noch grösser würden.

Aber soweit wird es nicht (Verbot) kommen, denke ich.

 

Das Verringern der Gaps würde sich aber trotzdem über eine Verlängerung der Öffnungszeiten machen lassen, was natürlich im Mom reines Wunschdenken meinerseits ist.

Es geht ja hier nur um Vorschläge.

Die Finanztransaktionssteuer z.B. ist ja im Mom auch nur ein Vorschlag, die FDP möchte nämlich eine Finanzaktivitätssteuer und die sieht etwas anders aus.

Was wirklich kommt wird man sehen.

Aber Vorschläge kann man ja machen.

Bearbeitet von Bull68

Geschrieben

OK, dann auch von mir ein Vorschlag:

 

Reduktion der Börse auf die Grundfunktionalität. Es gibt täglich maximal 3 Kurse (in der Früh, mittags und abends), dazwischen können Orders gestellt werden, aber es wird nur zu diesen 3 Zeitpunkten gecleared.

 

Zusätzlich die Transaktionssteuer wie eine Art UST halt auch auf Aktiengeschäfte.

 

Mit einem Schlag dürfte spekulieren mit Aktien vorbei sein. Bei Futures kann mans gleich machen.

 

FOREX wird schwer weil dezentral.

 

Aber genau genommen ist es ja so: egal welche Beschränkungen man macht, es ist soviel Kapital dahinter, das die Broker und OTC-Buden sich halt was neues einfallen lassen um die Zocker bluten zu lassen.

Geschrieben
Mit einem Schlag dürfte spekulieren mit Aktien vorbei sein. Bei Futures kann mans gleich machen.

 

Warum sollte die Spekulation vorbei sein?

 

Wo liegt der Gesamtwirtschaftliche Vorteil?

Geschrieben
OK, dann auch von mir ein Vorschlag:

 

Reduktion der Börse auf die Grundfunktionalität. Es gibt täglich maximal 3 Kurse (in der Früh, mittags und abends), dazwischen können Orders gestellt werden, aber es wird nur zu diesen 3 Zeitpunkten gecleared.

 

Zusätzlich die Transaktionssteuer wie eine Art UST halt auch auf Aktiengeschäfte.

 

Mit einem Schlag dürfte spekulieren mit Aktien vorbei sein. Bei Futures kann mans gleich machen

Die Spekulation als solche wird natürlich nicht vorbei sein, aber die im Grunde genommen sinnlose Intraday-Zockerei.

 

Andererseits...weniger Umsatz, weniger Steuereinnahmen. Letztlich ist es doch auch für die Staatskasse gut, wenn möglichst viel gezockt wird, jedenfalls dann, wenn darauf Transaktionssteuern zu entrichten wären.

Geschrieben
Meines Wissens hat es schon immer zur Börse gehört und würde man es komplett abschaffen, es wäre eine andere Börse. Vielleicht würden die Märkte garnichtmehr effizient funktionieren, wer weiss.

Da ist Dein Wissen leider nicht zutreffend. Leerverkäufe in Aktien waren zumindest in Deutschland bis in die 90er Jahre hinein noch verboten. Der Markt hat trotzdem hervorragend funktioniert und Geld konnte man auch verdienen.

Geschrieben
  • Autor

Das stimmt Mako, klassisches Shortselling bei Aktien gibt es auch heute so gut wie gar nicht in Deutschland.

Aber in US meines Wissens schon recht lange und diese Börse gibt nunmal den Takt vor.

Ich meinte aber auch die Terminmärkte. Auch da ist das schon ewig Gang und Gäbe und hat bis heute funktioniert.

Lasse mich aber gerne korrigieren, wenn da erst vor Kurzem das Leerverkaufen eingeführt wurde :hmmmm:

Geschrieben
Die Spekulation als solche wird natürlich nicht vorbei sein, aber die im Grunde genommen sinnlose Intraday-Zockerei.

 

Andererseits...weniger Umsatz, weniger Steuereinnahmen. Letztlich ist es doch auch für die Staatskasse gut, wenn möglichst viel gezockt wird, jedenfalls dann, wenn darauf Transaktionssteuern zu entrichten wären.

 

Wenn eine FTS kommt, dann wird sich der Intradayhandel um Grössenordnungen reduzieren bzw. bei nicht weltweiter FTS verlagern, somit werden sich die Einnahmen aus einer solchen Abgage in Grenzen halten, das Beispiel Schwedens macht recht deutlich in welcher Dimension das sich dann bewegen wird. (Statt erwarteter und von "Experten" errechneten Einnahmen von SEK 1,5 Mrd. waren es real SEK 50 Mio, durch den Wegfall zu versteuernder Gewinne hatte die ganze Aktion einen negativen Effekt auf die Gesamtsteuereinnahmen)

 

BTW: Es gibt einen Markt, in dem Short gehen nur sehr schwer möglich ist, nämlich Immobilen, und wo kam die 2008er Krise her? Von einer Immobubble, die geplatzt ist. Wenn Verdienen an fallenden Kursen unmöglich ist, dann werden Aktienkurse in den "Himmel" gepusht werden, wenn dann aber die Korrektur kommt, dann knallt es aber heftigst!

 

Die aktuelle "Krise" hat wenig mit Shortselling zu tun, das ist nur die Auswirkung, selbst die explodierenden Staatsschulden sind auch nur eine Auswirkung, die Ursache ist die Unfähigkeit und auch der Unwillen der Politik verantwortungsvoll zu wirtschaften, jede/r PolitkerIn versucht sich durch populistische Massnahmen Wählerstimmen zu kaufen, sehr oft leider ohne Rücksicht auf die Finanzierbarkeit!

 

In AT wurden ein paar Tage vor der letzten Bundeswahl Steuer- und Abgabensenkungen in Rekordhöhe beschlossen, ohne zu berücksichtigen, dass es keine Gegenfinanzierung dazu gab, also weder Mehreinnahmen noch Ausgabensenkungen, ergo wurde einfach Geld verteilt, dass nicht zur Verfügung stand.

 

Leider werden viele volkswirtschftlich wichtigen Entscheidungen nicht nach sachlich relevanten Fakten entschieden, sondern nach ideologischen Gesichtspunkten, und da krankt das System.

Geschrieben
aber die im Grunde genommen sinnlose Intraday-Zockerei.

 

Ob Sie Sinnlos ist oder nicht kann ich nicht beurteilen,

aber es muss sich ja keiner dran beteiligen der nicht will.

 

Ich halte Pferde wetten auch für Sinnlos,

aber wenn die Leute Spass dran haben verstehe ich nicht warum man Ihnen das nehmen sollte

 

Der Markt hat trotzdem hervorragend funktioniert und Geld konnte man auch verdienen.

Der Markt funktioniert auch mit Shortern.

Ist ein Short Verbot nicht gleich zu setzen mit einer Meinungsbeschneidung?

Wenn ich der Meinung bin der Markt ist zu Teuer sollte ich auch die möglichkeit haben damit was zu verdinen wenn ich den Richtig liege.

 

Und ich glaube das die Allgemienheit viel mehr durch irgend welche Long Puscher wie den "Bäcker" abgezockt werden wie durch irgend welche Shorters.

 

Meiner Meinung nach wird hier nur einfach ein Buhmann gesucht den man mit den Shortern gefunden hat und jetzt groß Politisch rausbringt weil der Großteil der Bevölkerung eh keine Ahnung von Börse und Co hat.

 

Habe ich einen Schuldigen gefunden ist das Leben direkt viel angenehmer,

egal ob sich was ändert oder ob es wirklich der Täter ist.

Geschrieben
Die aktuelle "Krise" hat wenig mit Shortselling zu tun, das ist nur die Auswirkung, selbst die explodierenden Staatsschulden sind auch nur eine Auswirkung, die Ursache ist die Unfähigkeit und auch der Unwillen der Politik verantwortungsvoll zu wirtschaften, jede/r PolitkerIn versucht sich durch populistische Massnahmen Wählerstimmen zu kaufen, sehr oft leider ohne Rücksicht auf die Finanzierbarkeit!

 

Hättest Du nicht 5 Minuten eher schreiben können,

dann hätte ich es mir sparen können.

 

Wollte das gleiche zum Ausdruck bringen.

Geschrieben
Die Spekulation als solche wird natürlich nicht vorbei sein, aber die im Grunde genommen sinnlose Intraday-Zockerei.

Stimmt natürlich, dass diese massiv eingeschränkt werden, aber dass sie sinnlos sind - gilt sicherlich nicht für jeden.

 

Leider werden viele volkswirtschftlich wichtigen Entscheidungen nicht nach sachlich relevanten Fakten entschieden, sondern nach ideologischen Gesichtspunkten, und da krankt das System.

Nicht nur die volkswirtschaftlichen, sondern allgemein ein Großteil aller wichtigen Entscheidungen entbehren häufig den demokratischen und gerechten Vorstellungen des Volkes oder intuitiver ökonomischer Grundsätze. Das Problem der entscheidungspolitischen Bewertungen mit zweierlei Maß führt nicht nur zu Widerständen im Volk, sondern grundsätzlich zu nicht mehr aufzulösenden, widersprüchlichen Konstrukten. Das fängt bei der Rettung vor Banken-Insolvenzen an und endet mit indirekter, staatlicher Unterstützung von krimineller Hehlerei beim Datendiebstahl zur Informationsbeschaffung.

Geschrieben

Kampf den Spekulanten - dieses Mal von ungewohnter Seite: der Industrie!

 

Spekulanten lassen die Rohstoffpreise explodieren - ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz rechnet deshalb mit einer neuen Blase an den Märkten. Ihre Dimensionen könnten sogar größer werden als das Immobilienproblem in den USA, warnt er im Gespräch mit dem SPIEGEL.

 

Hintergrund:

 

ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz, 68, spricht im Interview mit dem SPIEGEL Tacheles: "Wenn wir nicht bereit sind, den Rohstoffspekulanten entschlossen entgegenzutreten", so der ThyssenKrupp-Chef, "werden sie zu einer ernsthaften Bedrohung für die gesamte Stahlbranche und die Weltwirtschaft." Er befürchtet, dass sich an den internationalen Rohstoffmärkten eine gewaltige Blase bildet, die von den "Dimensionen sogar noch größer werden" könnte "als das Immobilienproblem in den USA vor zwei Jahren". Der Handel mit Derivaten, wie er von Fonds und Banken betrieben werde, müsse dringend reguliert werden.

 

...

 

Während Thyssen-Krupp vor einem Jahr noch rund 60 US-Dollar für die Tonne bezahlen musste, sind die Preise laut Schulz inzwischen auf mehr als das Doppelte angestiegen. Verantwortlich dafür ist ein von den wenigen Erzlieferanten vorgeschriebener Preisfindungsmechanismus, der sich neuerdings an dem sehr volatilen Spotmarkt für Eisnerz orientiert.

 

ThyssenKrupp hat konkrete Hinweise darauf, dass große Investmentbanken, die auch "bei den anderen Spekulationsblasen beteiligt waren", den Einstieg in den Eisenerzmarkt vorbereiten. "Sie sind derzeit in unseren Märkten unterwegs, heuern Rohstoffspezialisten an, kaufen Handelshäuser und mieten Lagerflächen in großen Häfen, um Erze zu Spekulationszwecken zwischenzulagern", sagt Schulz.

 

Bei den geplanten Geschäften gehe es um "reine Wetten auf bestimmte Preisentwicklungen, um Gewinne aus Käufen und Verkäufen ohne realwirtschaftlichen Hintergrund". Das schade der gesamten Weltwirtschaft.

Quelle

Geschrieben

...also das Zocken mit Rohstoffen sollte man wirklich mal unterbinden - besonders mit Nahrungsmitteln. Das macht wirklich keinen Sinn. Dieses jahr wurde zum ersten mal mehr Gold in die Depots gelegt, als zu Schmuck oder anderen Dingen verarbeitet. - wo liegt daran der Sinn?

 

...Kampf den Spekulanten?

wir haben leider die Selbstreinigung des Kapitalismus - nämlich das Risiko des wirtschaftlichen Scheiterns - komplett ausgehebelt. Wenn Banken, Hedgefonds und deren Manager und Aktionäre keinerlei Pleiterisiko mehr tragen braucht man sich nicht wundern, dass kurze Zeit nach dem Crash wieder gross gezockt wird ohne Ende. Wir haben die Gewinne privatisiert und die Verluste verstaatlicht - das ist mehr Kommunismus als Kapitalismus.

 

Wobei die Zockerei ja leider auf wirtschaftlichen Fakten basieren und auch einen Selbstreinigungszweck erfüllen. so wie Löwen nun mal die kranken und schwachen Tiere aus einer Zebraherde erlegen und die Herde damit "gesund" und "leistungsfähig" halten. Kapitalismus funktioniert nicht, wenn man schwächelnde, ineffiziente oder fehlgeleitete Unternehmen staatlich subventioniert.

 

Ohne jahrelange wirtschatliche Fehlpolitik von Griechenland und der betrügerische EU-Beitritt (sorry to say that) hätte es die Wetten gegen Griechenland nie gegeben. Die Politik hat die Staaten heruntergewirtschaftet und angreifbar gemacht - jetzt wollen die Politiker einen künstlichen Schutzwall errichten, anstatt die Ursachen zu bekämpfen.

 

...Das Problem in Demokratien ist allerdings, dass spar- und reformwillige Regierungen schnell abgewählt werden...

...Deutschland kann froh sein, dass es die D-Mark nicht mehr gibt, sonst hätten wir währungstechnisch weit dramatischer Probleme als die Schweiz heute...

 

my 2 cents...

Geschrieben
.

 

...Kampf den Spekulanten?

wir haben leider die Selbstreinigung des Kapitalismus - nämlich das Risiko des wirtschaftlichen Scheiterns - komplett ausgehebelt. Wenn Banken, Hedgefonds und deren Manager und Aktionäre keinerlei Pleiterisiko mehr tragen braucht man sich nicht wundern, dass kurze Zeit nach dem Crash wieder gross gezockt wird ohne Ende. Wir haben die Gewinne privatisiert und die Verluste verstaatlicht - das ist mehr Kommunismus als Kapitalismus.

 

Und wenn Sie alle in einem Boot sitzen und mit den anderen spielen?

 

Nehmen wir die Immo-Blase in Amerika.

 

Ich glaube man kann immer noch sagen das Amerika der Motor der Weltwirtschaft ist.

Von daher sind Alle Staaten dran interessiert das es da läuft.

 

Es sollte aber Vielen klar gewesen sein das die Preise nicht immer weiter steigen,

das viele Ihre Darlehns nach der Zinsbindung zum neuen Zinssatz nicht mehr bedienen können.

 

Auch glaube ich nicht das nicht Einige wussten wie Amerika diese Sachen verpackte und ins Ausland verkaufte.

Es musste geschehen weil die Amerikaner den Konsum auf Kredit nicht alleine finanzieren konnten und um Ihr Bankensystem nicht komplett vor die Hunde gehen zu lassen.

 

Es ging ja nur in Amerika weil meinen wissen nach die Kredit Handhabung auf Immos dort anders ist wie bei uns.

 

Kaufe ich mir hier ein Haus auf Pump und es kommt zur Versteigerung hafte ich weiter für den Teil der nicht gedeckt ist,

ich wäre weiter hin verschuldet.

 

Anders in Amerika,

ich gebe einfach den Schlüssel meines Hauses bei der Bank ab und bin vollkommen aus der Schuld raus,

egal ob der Wert des Kredits erreicht wird oder nicht.

 

Der Bürger ist Schuldenfrei(bezogen auf den Hauskredit) und kann gleich wieder normal weiter leben und Konsumieren.

 

Hätte die Ganze Welt vorher nicht die Ganzen Kredite aufgekauft wäre das komplette Finanzsystem in Amerika zusammen gebrochen weil Sie die Last alleine hätten tragen müssen.

 

So wurde die Sache auf die Weltbevölkerung verteilt die ja auch vorher durch den Konsum der Amerikaner verdient haben.

 

Es war einfach eine Globale Umverteilung.

 

Die Frage ist nur wer es alles wusste und mit getragen hat.

Geschrieben

mmhhh... der Herr Grandinger hat schöne kritische Worte in der soundsovielten Version, Schwachstellen im Konzert Markt, Politik und Gesellschaft publiziert.

Ich persönlich lese diese Kommentare mit anschließender Ratlosigkeit. Die Goldempfehlung ist und bleibt in letzter Konsequenz eine zweischneidige Investition , insbesondere bei derzeitigem Kursniveau.

 

Europa = glaubt an gehobenen Lebensstandard nach 70.

USA = glaubt an Gläubiger

China = glaubt an Bäume, die bis zur CO2 schwangeren Wolke wachsen

 

Monetäre Aussichten ?

 

http://derstandard.at/1271377493699/OECD-A...r-um-45-Prozent

Geschrieben
  • Autor

Unsere Finanzmarktexperten in Berlin sollten sich vielleicht mal dieses Video anschauen oder das Buch lesen

 

Aber eigentlich auch keine gute Idee ... womöglich würden sie anschliessend dem einäugigen Hedgefondmanager die Schuld zuweisen. :shocked:

Naja eigentlich traurig das Ganze. :wink:

Geschrieben

Ich schmeiß mich weg... Wieso tut Frau Merkel sowas?

Mal ganz im Ernst und ganz nüchtern betrachtet - sie hat Berater und weiß somit (mind.) genau so viel über das Thema wie wir alle. Also wieso tut sie das???

 

Populismus/Stimmungsmache?

Mehr fällt mir nicht ein. Ist das alles???

Geschrieben

im Moment scheint sie etwas von der Leyen äh von der Rolle zu sein, denke ich. Ich würde sagen, sie hat(te) immer die besten Absichten für Germany, aber ein schlechtes Umfeld/Berater/Lobbyisten/Stabsmitarbeiter. Sie kann nicht alles wissen, muß also Wissen einkaufen bzw. einfordern, und das scheint nicht das beste zu sein.

 

Wenn ich sehe, wer z.B. für das Amt des BP vorgeschlagen wird... wird mir schlecht.

Geschrieben
Ich schmeiß mich weg... Wieso tut Frau Merkel sowas?

Mal ganz im Ernst und ganz nüchtern betrachtet - sie hat Berater und weiß somit (mind.) genau so viel über das Thema wie wir alle. Also wieso tut sie das???

 

Populismus/Stimmungsmache?

Mehr fällt mir nicht ein. Ist das alles???

 

Ja, das Volk erwartet ein schnelles Handeln. Deutschland hat so gehandelt, wenn der Rest der Welt es nicht will, kann Merkel nichts dafür. Merkel weiß, dass das Verbot hier niemanden schadet.Ist also ein klassisches "Pseudo-" bzw. "Alibigesetz".

Das hätte vermutlich jeder Kanzler / jede Kanzlerin einer beliebigen Partei so gemachtt in DL.

 

Fakt ist, dass DL einer der großen Krisengewinner ist.

Geschrieben
  • Autor

Ich wußte ja, da geht noch was :shocked:

Heute Journal: "höchstspekulative Leerverkäufe", ihr macht nen alten Mann glücklich und die Menschheit schlauer :wink:

Bin ja mal gespannt, ob ihr euch die nächsten Tage noch steigert, setze auf euch!

Und liebe T-Aktionäre: "Short-Selling", das ist das, was ihr die letzen 10 Jahre am besten gemacht hättet und nicht nicht die Dinger wie die Irren verkaufen, sodass der Kurs ins Bodenlose fällt. :ph34r:

Am besten gar keine Aktien mehr kaufen (auch nicht vom Bund), alles Teufelszeug und hööööööööööööchstspekulativ.

Wüßte ja mal gerne, was die so zu Kay Brendel sagen würden, wenn er den 400er Hebel reinwirft. :ph34r:

 

Sorry, bin gut drauf heut. :shocked: :wub:

 

Buenas Noches

Geschrieben
... und nächste Runde - Gong :shocked:

 

Kabinett verabschiedet Anti-Spekulations-Gesetz:

http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE65105H20100602

 

Meines Erachtens, verlorene Zeit für das deutsche Kabinett und infolge den Bundestag.

Das Gesetz gilt ja nur auf deutschem Bundesgebiet! Ergo ist an der Geographischen Grenze Schluss mit dem Gesetz.

Klingt, für mich persönlich, nach Verzweiflungstat der Schwarz-Gelben Regierung. Aber einen weltweiten Markt im Alleingang zu Regulieren wird nicht funktionieren. Abgesehen davon, dass es auch meine Meinung ist, dass man solch einen Markt nie regulieren kann.

 

Der deutsche FinMin meint dazu:

 

„Wir müssen diese Sorgen ernst nehmen und versuchen gegenzusteuern.“ Das Verbot bestimmter Wetten auf fallende Kurse von Aktien und Euro-Anleihen war im Ausland kritisiert worden. Nationale Regeln seien angesichts weltweiter Geldströme sinnlos. Schäuble sieht das anders: „Den Vorwurf, wir würden hier Alleingänge machen, würde ich aus meiner Sicht widerlegen.“ Die deutsche Entscheidung schwäche nicht Europa sondern beschleunige die Einführung einheitlicher europäischer Regeln.

Quelle: FAZ

 

Naja mal sehen wie sich das weiterentwickelt. Mich muss es in Österreich (noch) nicht stören! :wink:

 

Es wäre aber sehr interessant sich mal in den Gesetztesentwurf einzulesen. Ich habe diesen aber nicht finden können. In Österreich werden diese Online gestellt. Gibts diese Vorgehensweise auch in Deutschland?

 

LG

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