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Beruf Traden - Akzeptanz in der Gesellschaft

Geschrieben

Wie hat euer Umfeld, eure Tätigkeit als Trader aufgenommen?

 

Spekulanten werden nach wie vor, sehr zwiespältig in Augenschein genommen. Aus der Presse, haben sie einen schlechten Ruf. Sie scheinen alle kriminell zu sein, trotzdem würde einen jeden das viele Geld locken. Doppelmoral herrschte schon immer in der Gesellschaft. Einem Angestellten aus der "Hausbank" wird mehr vertraut und Anerkennung geschenkt, als irgendwelchen Privat Tradern. Obwohl, Privat Trader in Japan z.B. einen enormen Anteil am Markt haben. Oder die Kapitalmärkte haben in unerem Kulturkreis einen anderen Stellenwert einfach, als in Fern Ost und über dem Teich. Wenn die "Vertrauensperson" aus der Bank, das Geld an irgendwelchen Fonds vermittelt, dann ist alles "seriös" und hat einen gesellschaftlichen "Stellenwert & Status", verdienen die Trader aber in der City ihr Geld mit ihren Spekulationen dann ist es plötzlich ein "Computerspiel" und keine richtige Arbeit mehr.

 

Eure Meinung dazu? Welche Erfahrung habt ihr in der Gesellschaft machen dürfen?

 

:)

Bearbeitet von tarbiat

Featured Replies

Geschrieben

Das hörts ich jetzt vielleicht ernüchternd an, aber bei mir interessiert das keinen wirklich näher in meinem Umfeld. Die meisten verstehen gar nicht was ich mache.

 

 

Anders war es bei meinen ehemaligen Geschäftspartnern, als ich denen vom Ausstieg aus dem operativen Geschäft - und meinem Plan in Zukunft als Trader zu leben - erzählte, erntete ich nur Hohn und Spot. Das tangierte mich aber eher weniger; denn man sieht sich immer zweimal im Leben.

 

Aber auf einen Zusammenhang zur Finanzkrise hat mich definitiv niemand ernsthaft angesprochen, nur unter Traderkollegen wird geunkt, dass wir es ja sein könnten, die die Krise ausgelöst haben ... und das nur weil wir den FDAX bewegt haben rofl2.gif.

Geschrieben

Ich habe dazu ne Menge zu erzählen, geht aber momentan nicht auf die schnelle.

Schreibe später mal von meinen eigenen "tollen" Erfahrungen dazu...

 

Vorab:

Richtig interessant wird es im Bekannten und Kollegenkreis wenn sich Erfolge einstellen und

man dadurch nach beruflichen Veränderungen strebt oder aber die "Nummer" des tradens in die Hose geht.

Ich habe ja schon beides geniessen dürfen....

Geschrieben

Hier meine Erfahrungen:

 

Am häufigsten:

Jemand: Und, was machst Du so beruflich?

Ich: Ich entwickle automatische Wertpapierhandelssysteme. Das sind Computerprogramme, die automatisch an der Börse spekulieren.

Jemand: Aha. (Verwunderung)

Themenwechsel. Abgang jemand.

 

 

häufig:

Jemand: Und, was machst Du so beruflich?

Ich: Ich entwickle automatische Wertpapierhandelssysteme. Das sind Computerprogramme, die automatisch an der Börse spekulieren.

Jemand: Aha. (Skeptisch) Funktioniert das?

Ich: Ja.

Themenwechsel.

 

 

häufig:

Jemand: Und, was machst Du so beruflich?

Ich: Ich entwickle automatische Wertpapierhandelssysteme. Das sind Computerprogramme, die automatisch an der Börse spekulieren.

Jemand: Aha. (Erst skeptisch, dann blitzt das Halbwissen durch.) Du bist also für die Wirtschaftskrise verantwortlich!

Abgang Philipp...

 

 

häufig:

Jemand: Und, was machst Du so beruflich?

Ich: Ich entwickle automatische Wertpapierhandelssysteme. Das sind Computerprogramme, die automatisch an der Börse spekulieren.

Jemand: Aha. Ich kenn auch einen, der mit Aktien rummacht. Ich hab aber nur Telekom gekauft. Die hab ich immer noch. bla bla bla

 

 

selten:

Jemand: Und, was machst Du so beruflich?

Ich: Ich entwickle automatische Wertpapierhandelssysteme. Das sind Computerprogramme, die automatisch an der Börse spekulieren.

Jemand: Aha. (Ahnungslos) Ist das legal?

(An der Stelle muss ich meistens laut lachen)

 

 

Soviel zu Thema Akzeptanz in der Gesellschaft. Fazit: kaum ein Mensch kapiert, was wir hier eigentlich machen... Ich steh drüber! :D

Geschrieben
spekulieren.

 

ich glaub, dieses Wort darf man gar nicht mehr gebrauchen. Es klingt schon von Haus aus schlecht und wenn man nicht gleich eine Abfuhr erhalten will, muß man irgendwas in die Richtung "investieren" = langfristiger Vermögenszuwachs verwenden (auch wenn es das im kurzfristigen Handel nicht ist). Hört sich aber besser an.

 

Die meisten Leute werden gar nicht wissen, das ihr Fonds den sie mit mtl. 50€-xxx besparen eben auch "spekuliert" - nur anders. Das merken sie aber nicht, weil sie eben eine bestimmte Fixsumme jeden Monat überweisen wie wenn man einen Bausparvertrag bespart.

 

In der Masse bewegen diese Fondskäufer wahrscheinlich mehr die Kurse als die paar Hanseln wie uns, die es täglich versuchen.

Geschrieben

Man kann die Leute in 3 Gruppen einteilen.

85% interessiert es nicht

10% wollen nach einem längeren Gespräch mir Ihr Geld regelrecht aufdrängen

5% und wie viel hast du schon verloren - mit dem Gedanken bzw. als Nebensatz - offensichtlich bist du ja kein Millionär

 

Ich bin immer wieder erstaunt dass Leute mir Ihr Geld anvertrauen wollen. Anscheinend sinkt das Vertrauen in den Banken.

Die Beträge mit denen Sie umher werfen sind auch ganz ansehnlich.

Ein "Nein" meinerseits (psychische Aspekte) nehmen sie nicht an und wollen diesen Aspekt auch relativieren - was mich ein wenig verwundert.

Geschrieben

Ich habe sogar die Erfahrungen gemacht, dass es die Leute nicht nur wenig interessiert.

Auch breits aktivere Bekannte in dem Umfeld haben sich nach jahrelangem Engangement

im Bereich Trading zurückgezogen und bezeichnen sich jetzt "nur noch" als Investor.

 

Hier fehlt dann m.M. nach oft der Glaube, die Sicherheit und natürlich auch der nachweisliche

Erfolg in dem Bereich.

Geschrieben

Das hörts ich jetzt vielleicht ernüchternd an, aber bei mir interessiert das keinen wirklich näher in meinem Umfeld. Die meisten verstehen gar nicht was ich mache.

Dito. Deshalb bin ich ja bald schon 3 Jahre hier im TN-Forum... dj.gif

 

 

 

Geschrieben

Das hörts ich jetzt vielleicht ernüchternd an, aber bei mir interessiert das keinen wirklich näher in meinem Umfeld. Die meisten verstehen gar nicht was ich mache.

Dito. Deshalb bin ich ja bald schon 3 Jahre hier im TN-Forum...

Ich kann mich hier nur anschließen. Wenn ich Bekannten davon erzähle, dann werde ich schief angeschaut und keinen interessiert es. Als hätte ich mit meinem "Beitrag" die Runde unterbrochen...

Deshalb bin ich auch schon so lange bei TN. Mir hat besonders in den Anfängen "Jemand" gefehlt, mit dem ich über dieses "Hobby" reden konnte. Das "Hobby", die Probleme, eventuelle Träume und Vorhaben...man kann sich ja nicht einfach eine Person ranziehen und "vollschwallen" :plorar1:

..und selbst wenn: der würde nur "Deutsch" verstehen.

 

lg NC

Geschrieben

Mein Bekannten- Verwandten- und Berufskreis weiß lediglich, dass ich Wertpapiere kaufe bzw. verkaufe - das war`s.

 

Hebelprodukte, Spekulieren, Traden usw. sind Begriffe mit einer Animation an das Unseriöse - so empfinde ich die Reaktionen.

Meine anfängliche Bereitschaft im Bekanntenkreis Interesse zu wecken, habe ich nach den totsicheren Misserfolgen, absolut eingestellt und für den Rest meines Tradingdaseins verbannt.

 

So darf ich meine kleinen Erfolge in Ruhe selbst geniessen. Bei größeren Renditen rufe ich meine Freudin :man_in_love:

Geschrieben

Hebelprodukte, Spekulieren, Traden usw. sind Begriffe mit einer Animation an das Unseriöse - so empfinde ich die Reaktionen.

...ja. Für viele Personen haben diese Worte einen negativen Unterton. Jedenfalls in Verbindung mit dem Tausch von Basiswerten usw. :spank:

Bei größeren Renditen rufe ich meine Freudin :man_in_love:

...und dann ist im Hause goodroom Action angesagt :vibration: und danach gehts Shoppen. :goody:

Zack...Rendite weg. :roflmao:

Geschrieben

Ihr/Wir sind Händler die Sachen über das Internet ersteigern und veräußern (== einem Power Seller bei Ebay).

Was und wie ist doch eigentlich egal!

Geschrieben

Ihr/Wir sind Händler die Sachen über das Internet ersteigern und veräußern (== einem Power Seller bei Ebay).

Was und wie ist doch eigentlich egal!

Stimmt schon, kommt immer darauf an, wie viel man an Information Preis gibt.

Aber dich als erfolgreicher Trader, (mit eventuell sichtbaren Statussymbolen)

als Ohrstäbchen PowerSeller bei Ebay zu erklären, könnte interessante Fragen aufwerfen. :moveaway:

Geschrieben

Also meine Beobachtung deckt sich so ziemlich mit dem was schon genannt wurde. So recht interessieren tut das niemanden. Aber wenn sich zwei Friseur-Freundinnen unterhalten wer, wie, was welcher Kunde dann finden sie das furchtbar interessant.

 

Aber noch etwas anderes:

Was ich aber gemerkt habe ist das selbst unter, nennen wir sie Investoren, also diejenigen die langfristigere Investments tätigen, das Daytrading negativ aufgenommen wird.

Sie behaupten sogar das Daytrading von zu Hause aus nicht möglich ist da man viele Nachteile gegenüber den Banken hätte, Informationsnachteile usw.

Geschrieben

Stimmt schon, kommt immer darauf an, wie viel man an Information Preis gibt.

Aber dich als erfolgreicher Trader, (mit eventuell sichtbaren Statussymbolen)

als Ohrstäbchen PowerSeller bei Ebay zu erklären, könnte interessante Fragen aufwerfen. :moveaway:

 

wieso Ohrstäbchen? Wenn wer nachfragt was du Powersellst sagst "Pornos"... bin mir sicher das Thema is noch schneller gewechselt als wenn du von Trading anfangst. Und sie machen dich nicht für die Finanzkrise verantwortlich ;)

Geschrieben

Also bei mir im Umkreis hat mich noch niemand für die Finanzkrise verantwortlich gemacht.

Allerdings wissen es auch recht wenige dass ich sowas nebenbei mache (Finanzkrisen auslösen ^^). Ich finde, man setzt sich ja nur selbst unter Druck dadurch.

  • 1 Monat später...
Geschrieben

Hallo;

 

ist schon etwas her, dass dieser Thread gefüttert wurde...

 

Ich habe gerade überlegt, von wem in meinem Freundes- und Bekanntenkreis ich weiß, was er beruflich macht.

Es gibt viele, von denen ich es nicht weiß, weil es mich auch nicht unbedingt interessiert. Man kann über so viele sprechen...

Bevor ich nicht davon überzeugt bin, ob eine Idee oder ein Vorhaben bei mir (!) auch funktioniert, schweige ich das aus, selbst meiner

Frau gegenüber. Wenn es nicht funktioniert, gehe ich zum Alltag über und schaue nach etwas neuem; funktioniert es, dann

konfrontiere ich sie mit den Erfolgen. Vielleicht etwas naiv.

Im Freundeskreis, bin ich noch einen Schritt strenger: ich "verrate" null, es sei denn das Thema geht in dieser Richtung, und jemand spricht mich gezielt darauf an.

Habe ich dann das Gefühl, dass es ihn wirklich interessiert, dann wird sicher auch ein interessantes Gespräch daraus.

Wie gesagt meine Frau weiß es, und ich verbiete ihr auch nicht mit anderen darüber zu sprechen,

aber mich selbst dazu zu äußern: eher nein.

Es ist interessant zu lesen, dass es in Japan und Amerika ganz normal ist seinen Lohn mit dem Handel an der Börse aufzubessern.

Weshalb es in Deutschland beinahe zu den Tabus gehört wäre sicher eine interessante Studie.

 

Paspartout

Geschrieben

Hallo;

 

ist schon etwas her, dass dieser Thread gefüttert wurde...

 

Ich habe gerade überlegt, von wem in meinem Freundes- und Bekanntenkreis ich weiß, was er beruflich macht.

Es gibt viele, von denen ich es nicht weiß, weil es mich auch nicht unbedingt interessiert. Man kann über so viele sprechen...

 

Merkwürdig, wenn ich darüber nachdenke weiss ich das eigentlich von allen aus dem etwas engeren Bekanntenkreis (sagen wir so um die 50 oder 80 Leute)

 

 

Es ist interessant zu lesen, dass es in Japan und Amerika ganz normal ist seinen Lohn mit dem Handel an der Börse aufzubessern.

Weshalb es in Deutschland beinahe zu den Tabus gehört wäre sicher eine interessante Studie.

 

Paspartout

 

Geld, Einkommen, Vermögensaufbau usw. sind in D Tabuthemen, deshalb bietet sich auch Abzockern ein weites Feld.

 

Lutz

  • 3 Wochen später...
Geschrieben

ich halte es so, dass ich bei diesem Thema schon interessiert bin, mich dann auch äussere -- allerdings ohne deutlich werden zu lassen, wie intensiv ich mich damit beschäftige. Direkt ansprechen macht keinen Sinn, da die wenigsten mit der Materie vertraut sind und typische Statements in Richtung 'spekulieren an der Börse' gehen. Dass man hier durchaus auch systematisch vorgehen kann und auch nicht ständig, emotional gebunden, ängstig an den Trades hängt, dass man fast nichts mit Aktien zu tun hat, dass es ein mühsamer und langwieriger Job ist, alles kaum kommunizierbar.

 

Bei mir ist es so, dass ich das privat intensiv schon viele Jahre betreibe, aber hauptsächlich als Selbstständiger mehr als zufrieden sein kann. Inhaltlich ist das eigentlich ähnlich, niemand weiss oder versteht was ich mache, nur dass ich immer irgendwie unterwegs bin. So gesehen würde sich nicht viel ändern, ausser dass ich dann nicht mehr reisen müsste. Wenn ich dann sage, dass ich keine neuen Projekte mehr annehmen will, weil ich mich bei der beruflichen Orientierung verstärkt auf 'andere Projekte' fokussieren möchte, womit ich auch Geld verdiene ... dann kommen Fragen, ob ich das 'von mir aus' so will. Mit der Tür ins Haus zu fallen, dass ich nach vielen Jahren jetzt endgültig und freiwillig meinen guten Job aufgebe, das ist eine Denkweise, die vielen einfach nur fremd ist.

 

Eventuellen Fragen begegne ich jetzt eher damit, dass ich Software für die Börse schreibe ... daran reibt man sich weniger :twiddle:

Geschrieben

Hier meine Erfahrungen:

 

Am häufigsten:

Jemand: Und, was machst Du so beruflich?

Ich: Ich entwickle automatische Wertpapierhandelssysteme. Das sind Computerprogramme, die automatisch an der Börse spekulieren.

Jemand: Aha. (Verwunderung)

Themenwechsel. Abgang jemand.

Woher kenne ich das nur?

 

Ich habe eins gelernt: Wenn Frauen nach dem Beruf fragen dann lieber einfacher formulieren. :dash1:

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