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Kann man vom Daytrading leben?

Geschrieben

Hallo;

 

 

ich möchte dieses Thema - begründet aus meiner persönlichen Situation heraus - noch einmal aufleben lassen.

 

Wie ist die Vorgehensweise aus einem herkömmlichen Berufsleben zum privaten Trader zu wechseln; sprich: das bisher

 

mit dem Beruf verdiente Geld künftig an der Börse zu erwirtschaften?

 

Für mich ist das aus verschiedenen Gründen eine ernste Alternative geworden.

 

Ich würde aber Euch gerne fragen, wie Ihr es angestellt habt. Dabei sollen vorerst Zahlen keine Rollen spielen, sondern einfach die

 

Art und Weise, wie Ihr den Wechsel für Euch gestaltet habt.

 

 

Für Eure Antworten danke ich jetzt schon.

 

 

Gruß,

 

Paspartout.

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Geschrieben

Mal eine Frage... Ist es wirklich Sinnvoll mehr als 3 Handelssysteme zu haben?

[...]

Woher nehmt ihr also die Zeit für mehr >3 Strategien?

1. Ja.

2. Wieso mehr Zeit? Handelssysteme laufen doch vollautomatisch.

Geschrieben

Sehe ich anders, ich finde, mehr als 3 Strategien kann man auf keinen Fall mehr überblicken. Ich hab mit einer Strategie schon zu kämpfen (auf verschiedenen Pairs, also 3 Varianten). Die Verwaltung hat täglich mindestens 1h gekostet (mit Optimierungszeiten etc. das 3fache).

Ich glaube, eine Fire & Forget - Strategie gibt es nicht, jedenfalls ist mir keine bekannt...

Geschrieben

Handelssysteme laufen doch vollautomatisch.

Wenn das kein Scherz ist mache ich anscheinend wirklich was falsch.

Handelssysteme setzen die Trades für dich ab -> ja ABER das war es auch... Meine Systeme stehen NIE still und müssen immer weiterentwickelt werden. Die Doku, Auswertung, testen, entwickeln, Bewertung der Marktlage, Nachrichten, wichtige Zahlen, wichtige Veröffentlichungen und schließlich die Scanner nehmen schon sehr viel Zeit in Anspruch.

Geschrieben

Wenn das kein Scherz ist mache ich anscheinend wirklich was falsch.

Nein, ist tatsächlich kein Scherz. Meine Systeme sind alle relativ einfach gehalten und müssen deshalb auch nicht andauernd optimiert werden. Das "Geheimnis" liegt in meinem Fall einzig und alleine in der Kombination der Systeme.

Geschrieben
Ja, gerade langfristig. Kurzfristig sind natürlich Drawdowns drin. Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen.
Geschrieben

Ich nutze zurzeit 3 Handelssysteme, einige mehr aber laufen noch im Test mit.

Die bisher eingesetzten werden weiterentwickelt und den Märkten angepasst.

 

Meiner Meinung nach ist ein gesundes Strategie-Portfolio die Vorraussetzung für stetige Gewinne.

Sicherlich kann man auch mit einer Strategie Gewinne erzielen und diese den Marktgegebenheiten anpassen,

allerdings führt dies m.M. nach nur begrenzt zum Erfolg. Bei mir ist letztes Jahr so ein Fall eingetreten,

dass sogar 2 Strategien nicht mehr funktioniert haben, egal wie ich diese geändert oder optimiert habe.

 

Deswegen finde ich ein grundsätzliches Portfolio sehr erstrebenswert. So werden Drawdowns der einen

Strategie mit Gewinnen der anderen Strategie wieder ausgeglichen, dies ist langfristig ergiebiger.

Wenn es 5 oder 8 einfache Strategien sind ... umso mehr Diversifizierung und weniger Risiko ist im

eigenen Handel enthalten.

 

Aber klar ist sicherlich auch: Wenn alle Strategien zugleich versagen, hilft auch das schönste Portfolio nicht mehr weiter :shades:

 

Beste Grüße

DT

Geschrieben

Ähmmm,

ich lese hier ständig von 3 und noch mehr Handelsansätzen. Ich bin froh wenn ich eines langfristig gut ins laufen bekommen würde :laugh:

Wie darf ich mir das denn bei euch in der Praxis vorstellen ?

 


     
  • Eins für Auf Trend
  • Eins für Ab Trend
  • Eins für seitwärts
  • Eins für News
    ??

 

Nicht falsch verstehen, ich verstehe nur nicht, wie ihr wißt, wann welches System zum Einsatz kommt.

Daher zielt die Frage in Richtung des Entscheidungsgebers für die Ansatzveränderung ab.

Geschrieben

Nicht falsch verstehen, ich verstehe nur nicht, wie ihr wißt, wann welches System zum Einsatz kommt.

Die laufen bei mir immer alle parallel. Der Trick ist, dass die langfristig alle Gewinne machen (bzw. gemacht haben). Wichtig ist nur, dass die laufenden Gewinne die laufenden Verluste (langfristig) überkompensieren. So senkt man den Drawdown ohne Performance abzuschenken.

Geschrieben

Ähmmm,

ich lese hier ständig von 3 und noch mehr Handelsansätzen. Ich bin froh wenn ich eines langfristig gut ins laufen bekommen würde :laugh:

Wie darf ich mir das denn bei euch in der Praxis vorstellen ?

 


     
  • Eins für Auf Trend
  • Eins für Ab Trend
  • Eins für seitwärts
  • Eins für News
    ??

 

Nicht falsch verstehen, ich verstehe nur nicht, wie ihr wißt, wann welches System zum Einsatz kommt.

 

Eins mit dem Trend, eins gegen den Trend. Das zweite kommt möglichst selten zum Einsatz, kann auch kaum dauerhafte Gewinne vorweisen.

 

Die verschiedenen Varianten beim ersten sind dagegen nicht ganz so wichtig (bevorzuge persönlich den Ross Hook), Rückenwind ist das Zauberwort.

 

Bei News das Fading der ersten Bewegung, das kann ich aber (noch?) nicht besonders gut.

 

Lutz

Geschrieben

Zwei Market-Timing-Ansätze (siehst Du auch bei mir im Blog).

Davon ein Range-System und ein Gap-System.

 

Des weiteren noch ein System mit Indikatoren und Filtern auf den FGBL.

 

Traurig, aber wahr, einen Trendfolger habe ich noch nicht erfolgreich umsetzen können

oder in dieses Thema noch nicht genug Zeit investiert :mocking_mini:

Geschrieben
Kann man vom Daytrading leben? Wenn ja - was gilt es zu beachten?

 

1. Startkapital - bei aller bescheidensten Lebensansprüchen ungefähr auf Hartz-IV-Niveau: mindestens 250.000 EUR für einen Alleinstehenden. Müssen Familienmitglieder versorgt werden, kommen noch einmal 100.000 EUR pro Familienmitglied hinzu. Von den 250.000 EUR Startkapital sind 125.000 EUR für Lebensführung für 10 Jahre und weitere 125.000 EUR für das Trading vorgesehen.

 

2. Tradingerfahrung bzw. eigene aktive Börsenerfahrung: mindestens 10 Jahre.

 

 

Liegen beide oder eine der beiden Voraussetzungen nicht vor, ist die Wahrscheinlichkeit, nach wenigen Jahren in der Vollpleite zu enden, aus meiner Sicht bei ca. 90 % zu verorten. Begründung: Erfahrungen aus meinem persönlichen Umfeld. Von allen, die ihren Job aufgaben und sich als Trader selbständig machten, hat es keiner, ich betone: KEINER langfristig geschafft, trotz teilweise sogar besserer Kapitalausstattung als von mir oben angesprochen. Von einem einzigen habe ich erfahren, der es angeblich doch geschafft haben soll, aber der war zum Zeitpunkt seines Ausstiegs vermutlich schon Millionär und hatte in seiner Tradingzeit die ersten zwei Jahre einen solchen Wahnsinnsdusel, daß er in dieser Zeit lebenslang ausgesorgt hatte. Nur zwei Jahre später, und er wäre sang- und klanglos untergegangen wie die anderen auch, weil sein System dann nicht mehr funktionierte.

 

Einen vernünftig bezahlten Job für das Trading aufzugeben würde ich niemals je tun, es sei denn, Du wolltest ohnehin aus anderen Gründen aus dem Job raus. Dann allerdings mit der Perspektive, entweder einen neuen Job zu finden oder aber eine Erbschaft anzutreten bzw. eine sonstige Vermögenszuwendung in Aussicht zu haben, mit der Du nie wieder arbeiten zu gehen brauchst.

 

 

Bei mir verlief der (vorübergehende) Ausstieg aus dem Arbeitsleben vor acht Jahren eher halb freiwillig und auch mit der Absicht, langfristig wieder einen anderen Job zu bekommen. Weil sich das jedoch nicht so schnell umsetzen ließ, war ich dann gezwungenermaßen ein paar Jahre Trader, überwiegend intraday, habe mich aber sofort wieder ins Berufsleben zurückgemeldet, als ich ein ordentliches Angebot bekam. Leben und zusätzlich noch Vermögen bilden konnte ich von meinem Trading nicht, obwohl es unter dem Strich erfolgreich war.

Geschrieben
1. Startkapital - bei aller bescheidensten Lebensansprüchen ungefähr auf Hartz-IV-Niveau: mindestens 250.000 EUR für einen Alleinstehenden. Müssen Familienmitglieder versorgt werden, kommen noch einmal 100.000 EUR pro Familienmitglied hinzu. Von den 250.000 EUR Startkapital sind 125.000 EUR für Lebensführung für 10 Jahre und weitere 125.000 EUR für das Trading vorgesehen.

 

naja, man sollte Außenstehenden mit solchen Summen aber bitte keine Angst einjagen. Natürlich ist Börsenhandel egal in welcher Form immer riskant - aber 6stellige Zahlen vorweisen zu müssen um jobtechnisch auszusteigen ist dann doch zuviel des Guten.

 

Auch wenn Deine Bekannten es mit dieser Ausstattung nicht geschafft haben, dann liegt es wohl eher daran 1. was sie gehandelt haben 2. welche Einsätze sie auf den Tisch gelegt haben und 3. ob sie dies entsprechend ernst betrieben haben.

 

Man kann auch 7stellig anfangen - solange man sich nicht stetig verbessert verpulvert man auch dies.

 

Vor allem aber hängt es an den persönlichen Kosten - ein Student mit unterem 3stelligem Betrag Monatsausgaben kann dies mit einem niedrigen 4stelligen Betrag erreichen wenn er eine Strategie hat die funkioniert und sein Risiko pro Trade gering hält.

 

Wer sich nicht an bestimmte Regeln hält, wird sowieso jedes Konto vernichten. Wer aber die Erwartungen gering hält und die Erträge aus seinem Handel organisch an die Erfolge anpasst - kann es schaffen. Tom-Next wollte es auch nicht gleich vor 5 Jahren mit anderen Boards aufnehmen - kann dies jedoch heute (wenn auch natürlich noch nicht mit allen). In der Zeit sind viele andere gegangen - ähnlich Tradern.

Geschrieben

naja, man sollte Außenstehenden mit solchen Summen aber bitte keine Angst einjagen. Natürlich ist Börsenhandel egal in welcher Form immer riskant - aber 6stellige Zahlen vorweisen zu müssen um jobtechnisch auszusteigen ist dann doch zuviel des Guten.

 

Auch wenn Deine Bekannten es mit dieser Ausstattung nicht geschafft haben, dann liegt es wohl eher daran 1. was sie gehandelt haben 2. welche Einsätze sie auf den Tisch gelegt haben und 3. ob sie dies entsprechend ernst betrieben haben.

 

Ach Gott ja, das erinnert mich an die Geschichte meines Kumpels, die ich hier mal in groben Zügen skizziere. Als wir uns vor rund 20 Jahren kennenlernten - ich mit einem Teilzeitjob und nebenher Freizeitspekulant, er als Sproß aus wohlhabendem Hause ganz ohne Arbeit - schwärmte er mir schon damals was vor von Daytrading. Und ich, der ihn damals nicht richtig verstand, fragte dann irgendwann einmal, wie er denn vernünftig Gewinn machen wolle, wenn er seine Positionen immer nur so kurzfristig hielte. So könne er doch nie reich werden. Nein, reich werden wollte er auch gar nicht damit, sondern "Einkommen generieren". Er stellte sich das so vor, daß man mit ein paar Hilfsmitteln, damals bei ihm die Chartanalyse, und entsprechend Erfahrungen und Regeln dann Monat für Monat ein paar tausend Mark verdienen könnte, mal mehr, mal weniger, aber eben immer schön regelmäßig und nur mit kleinem Kapitaleinsatz.

 

Selber ging er allerdings klugerweise erst einmal beim Broker arbeiten, doch nach rund 5 Jahren hatte er genug von der Arbeit und machte sich mit ungefähr 200.000 Mark im Rücken als Trader selbständig. Erfahrungen hatte er in rund 12 Jahren Börsenhandel und -trading reichlich gesammelt, war absoluter Experte in Chartanalyse und kannte sich auch gut mit technischen Indikatoren aus, was damals noch verhältnimäßig wenig verbreitet war. Seine Einsätze waren stets klein, nur ein einziger S&P Kontrakt, später nur noch zwei Minis, in Ausnahmefällen mal vier Minis, aber natürlich alles nur intraday.

 

Trotz seiner Expertise und ausreichend Kapital gelang es ihm nicht, sein regelmäßiges Einkommen zu generieren, jedenfalls nicht so, wie er sich das vorgestellt hatte. Acht Jahre später war Feierabend, seitdem lebt er von Hartz IV und wird das auch bis zum Renteneintritt tun, denn aus dem Arbeitsleben ist er zu lange raus und inzwischen für den Arbeitsmarkt auch zu alt.

 

 

Von dieser Sorte kenne ich noch ein paar weitere Geschichten. Alles wohlgemerkt kluge Leute, mit viel Erfahrung, großem Fachwissen und überwiegend nicht ganz wenig Geld, also hoher 5-stelliger bis 6-stelliger Bereich.

Geschrieben

diese (tragische) Geschichte muß ja nicht bedeuten, das es jedem so ergeht - wir kennen ja alle die Prozentzahlen erfolgreicher Händler die im Raum stehen.

 

Wie gesagt - ich persönlich mache das Überleben nicht von einem fixen Geldbetrag aus den man bitte vorher zu haben hat. In jeder Diskussion schwirren die verschiedensten Zahlen herum, dabei ist jeder Händler doch ein Individuum für sich. Der eine braucht größere Summen, weil er nur aller paar Tage mit Aktien jongliert. Der andere weniger, weil er Optionen handelt etc.

 

Die meisten scheitern doch, weil sie zuviel riskieren - wer zuvor schon viel hatte ist dafür besonders anfällig m.M. nach. Er weiß das er noch etwas in der Hinterhand hat und legt nach 10 erfolgreichen Trades ein paar Schippen zuviel drauf. Das ganze nochmal und wieder.

 

Aber es soll durchaus ja auch disziplinierte Händler geben, die überleben. Das sind die, die ihre Ausgaben im Blick behalten und sich an ihre MM-Regeln halten bzw. sie weniger wie die anderen aussetzen.

Geschrieben

Selber ging er allerdings klugerweise erst einmal beim Broker arbeiten, doch nach rund 5 Jahren hatte er genug von der Arbeit und machte sich mit ungefähr 200.000 Mark im Rücken als Trader selbständig. Erfahrungen hatte er in rund 12 Jahren Börsenhandel und -trading reichlich gesammelt, war absoluter Experte in Chartanalyse und kannte sich auch gut mit technischen Indikatoren aus, was damals noch verhältnimäßig wenig verbreitet war. Seine Einsätze waren stets klein, nur ein einziger S&P Kontrakt, später nur noch zwei Minis, in Ausnahmefällen mal vier Minis, aber natürlich alles nur intraday.

 

Es ist ein Unterschied, für andere zu handeln und dafür Gehalt zu beziehen oder für sich selbst zu handeln. Die Erfolgreichen der Branche werden in 12 Jahren auch sicher mehr als 200 Kilomark an die Seite schaffen. Ich will hier aber nichts unterstellen. Vielleicht war er ja langfristig Long in Autos und Frauen. :-)

 

Eines kann man aber immer wieder feststellen: Analysten und Theoretiker sind meistens keine guten Trader. Spätestens seit LTCM sollte klar sein, dass auch ein Dutzend Doktoren den Markt nicht schlagen, weil sie besonders gut rechnen können. Man sollte hieraus natürlich nicht den Umkehrschluss ziehen, dass die Performace umso höher ist, je niedriger der IQ ist.

 

Trading ist nun mal etwas mehr als nur das Angucken von Charts und Indikatoren. Und wie schon in einem anderen Beitrag erwähnt, ist jeder Trader ein Individuum. Der eine schafft´s der andere nicht...

 

Beste Grüße

Christian

Geschrieben

Er stellte sich das so vor, daß man mit ein paar Hilfsmitteln, damals bei ihm die Chartanalyse, und entsprechend Erfahrungen und Regeln dann Monat für Monat ein paar tausend Mark verdienen könnte, mal mehr, mal weniger, aber eben immer schön regelmäßig und nur mit kleinem Kapitaleinsatz.

 

Ich denke nicht dass das völlig falsch ist. Dass man zum Traden als Wichtigstes erst mal grosses Kapital braucht denke ich nicht. Wichtiger ist IMHO mit den vorhandenen Ressourcen aus den unzähligen Möglichkeiten eine für einen selbst passende robuste Technik zu entwickeln und die dann sowohl beständig durchzuziehen als auch Schritt für Schritt weiter zu verbessern.

 

Lutz

Geschrieben
Vielleicht war er ja langfristig Long in Autos und Frauen. :-)

Du wirst es nicht glauben, das war er in der Tat. Nicht in Autos, aber in Frauen, leider auch nicht die billigsten. Aber das hat ihm nicht das Genick gebrochen. Hätte er sein regelmäßiges Einkommen aus dem Trading gehabt so wie er das geplant hatte, wären die Frauen auch problemlos finanzierbar gewesen.

 

 

Aber nehmen wir zwei andere Beispiele von etwas bescheideneren Zeitgenossen. Als er sich selbständig machte, sind zusammen mit ihm noch zwei weitere seiner Broker-Kompagnons abgesprungen und zu dritt haben sie eine Bürogemeinschaft gegründet, wobei jeder seinen eigenen Handelsansatz mitbrachte und diesen handelte. Die anderen brachten etwa das gleiche Geld mit wie mein Kumpel, also irgendwas im Bereich von 150 bis 250 TDM. Was ist aus ihnen geworden?

 

Einer hat vor etwa zwei Jahren das Traden ganz aufgegeben. Arm ist er damit wohl nicht geworden, reich aber auch nicht. Summa summarum eher ein Ergebnis um die Nulllinie herum. Wirtschaftliche Sorgen braucht er sich jedoch als Erbe des häuslichen Betriebes nicht zu machen, den er jetzt auch verwaltet.

 

Den anderen rettete das Familienvermögen vor dem Kollaps. Sein Erbonkel vermachte ihm ein paar Mietwohnungen, aus denen er jetzt sein regelmäßiges Einkommen bezieht. Traden tut er angeblich noch, ich habe keinen Kontakt mehr zu ihm. Allerdings sind auch hier die Reichtümer nicht gekommen, im Gegenteil. Hätte er damals das Haus des Onkels nicht beleihen können, wäre er erledigt, zumindest was das Traden angeht.

 

 

Aber damit nicht immer alles so negativ ist, jetzt auch mal die Geschichte von dem Millionär, zumindest was man mir davon erzählt hat. Selbiger war im Handel einer großen Bank beschäftigt und begann dort bereits ein indikatorenbasiertes Handelssystem auszutüfteln. Als es fertig war, legte er mit ein paar Kunden los, und weil es im ersten Jahr gut lief und ihm einiges an Gewinnbeteiligungen in die Kasse spülte (alles natürlich privat und ohne Wissen seines Arbeitgebers), sprang er dann, als er genügend Geld zusammenhatte, ab und machte sich selbständig. Sein System lief in den ersten beiden Jahren bombig, er soll, so wurde mir berichtet, damit einen zweistelligen Millionenbetrag eingesackt haben. Dann kündigte er seinen Kunden (die ihn auf Knien angefleht haben sollen, doch weiterzumachen) und investierte seine Millionen in was Werthaltiges, überwiegend Immobilien. Sein System ließ er noch weiterlaufen, allerdings nur noch mit Spielgeld. Und was passierte? In den folgenden zwei bis drei Jahren versägte es endlos Geld. Doch er hatte seine Schäfchen bereits im Trockenen und stellte es dann irgendwann mal ab.

 

 

Fazit: man kann in der Tat mal für eine gewisse Zeit mit einem Tradingsystem Gewinn machen. Ich bestreite, daß das dauerhaft über Jahrzehnte funktioniert, aber ein paar Jahre lang kann es klappen. In dieser Zeit sollte es tunlichst so viel Ertrag abwerfen, daß man sich anschließend zur Ruhe setzen kann und nach Lust und Laune weitertraden kann, dies aber nicht MUSS. Wenn es schiefgeht und das System die ersten Jahre Verluste produziert und erst dann Gewinne - tja, dann hat man eben die Arschkarte gezogen und ist, wenn man Pech hat, schon aus dem Geschäft rausgekegelt. Kann jeder selber entscheiden, ob er seine Existenz gerne auf sowas aufbauen möchte. Meine Antwort ist: niemals! Vor 30 Jahren habe ich auch mal von einem Spekulantenleben (Trading war damals noch nicht so "in") nach Kostolany-Manier geträumt, wurde aber schnell eines Besseren belehrt.

 

 

So, das waren mal ein paar Geschichten aus meinem Umfeld, jetzt seid ihr dran. Und bitte nur Erfolgsstories :zwinker:

Geschrieben

Sein System ließ er noch weiterlaufen, allerdings nur noch mit Spielgeld. Und was passierte? In den folgenden zwei bis drei Jahren versägte es endlos Geld.

 

Warscheinlich liegt da ein wichtiger Punkt. Einmal ein laufendes System zu haben bedeutet nicht ein laufendes System fürs Leben zu haben. Man muss weiter arbeiten.

 

 

... sprang er dann, als er genügend Geld zusammenhatte, ab ....

 

Mittlerweile stellst du deine eigene These auf den Kopf. :mosking:

Diejenigen die ein riesiges Vermögen hatten hab in deinen Beispielen alle ihren gesamten Einsatz verloren. Aber der kleine Mann, der von ganz unten, der der eigentlich kein großes Geld hatte - der hat sich hochgearbeitet und hat es geschafft.

 

Viele Grüße,

Rumpel

Geschrieben

Ich mag ja Anekdoten und in/an jeder Weisheit ist etwas dran. Aus diesem Grund verkaufen die Leute ja auch ihr "Fachwissen". Um mal ein Resumé zu ziehen: Traden ist nicht schwer, davon Leben aber sehr. Ich denke man sollte mehr als ein Standbein (in diesem Zusammenhang --> Traden) haben. Ich denke auch gute Arbeit ist ein elementarer Bestandteil, wichtig für das Selbstwertgefühl. Kenne ich mich und ich bin in der Lage mich und meine Trades zu reflektieren, kann es auch mit dem Traden klappen. Dafür benötigt es aber einer gewissen Disziplin. Mann/Frau sollte auch offen sein für Hilfe/Selbsthilfe. Ich denke in einem Team zu traden ist erfolgreicher als alleine. Aus den Fehlern der anderen kann man nur Lernen und gegenseitig Supervision betreiben.

 

Ich fahre meine Gewinne ein (kleine je nach Auslegung), da keine finanzielle Abhängigkeit besteht und auch noch nie bestand. Man sollte immer eine Exitstrategie haben. Ich denke auch immer noch das man 20 % im Monat bis zu einem gewissen mentalen Handelsvolumen schaffen kann. Vielleicht sollte man sich auch nur Gedanken machen: Was will ich? Wer bin ich? Was kann ich?

 

Vielleicht schreibe noch ein wenig mehr ...

 

In diesem Zusammenhang gibt es nur 3 Szenarien:

Uptrend

Downtrend

Saisonal/Seite

 

Was Leute hier oft vergessen ist das Thema Optionen. Warum wird das bei uns nicht beleuchtet. Denn einer gewinnt immer.

Geschrieben
Mittlerweile stellst du deine eigene These auf den Kopf. :mosking:

Diejenigen die ein riesiges Vermögen hatten hab in deinen Beispielen alle ihren gesamten Einsatz verloren. Aber der kleine Mann, der von ganz unten, der der eigentlich kein großes Geld hatte - der hat sich hochgearbeitet und hat es geschafft.

Nun, so klein war er nicht, als er loslegte. Er hatte ja vorher schon lange Jahre im Handel gearbeitet und gut verdient. Zunächst machte er es ja auch ohne Risiko. Er behielt seinen Job und das Risiko seines Handelssystems trugen seine Kunden. Als er sich selbständig machte, dürfte er vermögensmäßig allerdings schon die Millionengrenze überschritten haben. Ich weiß nur, was für Größenordnungen er damals für sich und seine Kunden handelte, das bewegte sich um mehrere hundert FDAX rum.

Geschrieben

 

Vielleicht sollte man sich auch nur Gedanken machen: Was will ich? Wer bin ich? Was kann ich?

 

 

Genau damit triffst Du den Nagel auf den Kopf!

 

Aus "Was will ich?" würde ich sogar zwei Fragen machen: "Was möchte ich erreichen?" und "Was bin ich bereit zu leisten?".

 

Es gilt allerdings nicht nur sich Gedanken darüber zu machen, sondern diese vier Variablen so in Einklang zu bringen, dass auf der Anderen Seite der Gleichung "Erfolg" steht.

 

Die meisten Trader (oder solche, die es meinen zu sein) haben unrealistische Vorstellungen von dem Zusammenwirken dieser Variablen. Sie wollen reich werden aber nur drei Stunden am Tag arbeiten. Sie wollen der Supertrader sein, verweigern sich aber gegen jede Art des Lernens. Die Abstimmung der Variablen aufeinander ist das "Geheimnis". Vielleicht sollte man nicht gleich versuchen reich zu werden, sondern einfach nur sein Auskommen zu haben. Selbst das erfordert schon eine Menge Erfahrung und Einsatz. Auch sollte man nicht den ganzen Tag in der Sonne liegen, sondern bereit sein 12 Stunden am Tag zu arbeiten. Arbeiten ist nicht immer gleich bedeutend mit Traden. Hierzu gehört auch die Vorbereitung, das Beobachen und die Nachbereitung. Wenn ich mir die Frage, ob ich mich in einem solchen Leben wohl fühle nicht ganz klar mit "ja" beantworten kann, dann bin ich nicht der Typ dafür. Vielleicht sollte ich dann lieber Fonds bei der Spasskasse kaufen. Und wenn ich erst überlegen muss, was ich eigentlich kann, was mir die Hoffnung geben könnte, mit dieser Art des Lebens und Arbeitens erfolgreich werden zu können, dann kann ich wahrscheinlich zu wenig und muss noch lernen und Erfahrungen sammeln.

 

Traden ist nicht nur ein Job. Ich habe früher auch etwas anderes getan. Ich habe mich am Tag mit meinem Job auseinander gesetzt und habe mein Gehirn auf Freizeit umgeschaltet, wenn ich Feierabend gemacht habe. Als Trader ist das anders. Man hat zwar auch seine Freizeit aber man ist ständig "auf Empfang".

 

Ich kann mir schon vorstellen, dass man dessen irgendwann überdrüssig wird. Wenn das so ist, geht auch der Erfolg zurück. Es kommt dann zu Äußerungen wie "Das System versagt nur noch." oder "Die Märkte sind nicht mehr zu handeln wie früher.". In Wirlichkeit ist es meistens der Trader, der nicht mehr so ist wie früher. Denn das System hat schon hundert mal versagt, man hat es aber immer wieder justiert und war wieder erfolgreich. Und die Märkte sind niemals einfach gewesen und werden es auch niemals sein, sonst hätten wir ja alle die Garantie zum Millionär.

 

Mein persönliches Fazit:

Ich höre mir solche Probleme gar nicht erst an. Das zieht mich runter und es besteht die Gefahr der sich selbst erfüllenden Prophezeiung mit der Feststellung, dass die Zweifler alle Recht hatten. Ich mache "mein Ding" und lasse mich nicht beirren. Ich versuche die vier Variablen so im Gleichgewicht zu halten, dass das Ergebnis der Gleichung passt. Da auch ich nur ein ganz normaler Mensch bin, gelingt mir das zwar oft ganz gut, manchmal aber auch gar nicht. Und ob ich den Job in 15 Jahren noch machen möchte weiß ich nicht. Ich denke darüber auch jetzt noch nicht nach.

 

Eines steht fest: Sieger zweifeln nicht und Zweifler siegen nicht!

 

In diesem Sinne...

Christian

Geschrieben

Ich denke Erfolg ist auch sehr persönlichkeitsabhängig. Gute Trader im prop- oder institutionellen Bereich sind nicht immer in der Lage ohne Riskmanager- und Kollegendruck, auf eigene Rechnung die erforderliche Aufmerksamkeit aufzubringen, obwohl sich die selbe Arbeit privat besser rechnen würde.

 

Andere sind aber im Heimbüro erfolgreich und kommen mit dem zwischenmenschlichen Öffentlichkeits-/Erwartungsdruck, besonders bei bei einer so heißen, in Deutschland neidgesteuerten Sache wie Geld, nicht mehr zurecht beim Weitervermitteln der Handelsansätze.

 

Wahre Begabung zeigt sich aber dann, wenn das Umfeld für das erfolgreiche Handeln völlig egal ist.

 

Meine Recherchen ergaben zumindest, dass es im privaten dermaßen erfolgreiche Trader gibt, dass das Finanzamt erst mal gewerbliche Tätigkeit statt privater Vermögensverwaltung annehmen will, bis zum Gerichtsentscheid.

Geschrieben

1. Startkapital - bei aller bescheidensten Lebensansprüchen ungefähr auf Hartz-IV-Niveau: mindestens 250.000 EUR für einen Alleinstehenden. Müssen Familienmitglieder versorgt werden, kommen noch einmal 100.000 EUR pro Familienmitglied hinzu. Von den 250.000 EUR Startkapital sind 125.000 EUR für Lebensführung für 10 Jahre und weitere 125.000 EUR für das Trading vorgesehen.

Hab das gerade mal nachgerechnet...

Hartz-IV entspricht Netto mit allen Zuschüssen ca. 1200 (ich will keine Debatte darüber... Nehmt es einfach hin) mit der Abgeltungssteuer musst du also 1600,- pro Monat "verdienen".

Das ergibt pro Jahr 19200,-

Nehme ich jetzt deine 250000 so sind das 7,68%

pro Monat 0,64%

pro Woche 0,14%

pro Tag 0,03%

das man konstant im Schnitt machen muss. Klingt nicht viel.

Ist das wirklich die Rendite die du vom Trading erwartest bzw. aus deiner Erfahrung mitgenommen hast?

 

Ich bin ein sehr (sogar noch einige "sehr" hinzugefügt) konservativer Trader aber bei deinen Erwartungen staune sogar ich.

Geschrieben

Nehme ich jetzt deine 250000 so sind das 7,68%

Tradingkapital was "er" (Name zu lang, wollte nicht nur SFX schreiben) berechnet hatte, waren nur 125K, der Rest war als Rücklage gedacht.

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