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Brent - Spielzeug der Terminhändler

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  • Na ja - im Vergleich zu Milch (regenerativ, hoch subventioniert, 95% Wasser) - ist Öl (endlich, aus grossen Tiefen, weiter (riskanter) Transport, universell verwendbar) - spotbillig!   Bei einem Preis

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Geschrieben
  • Autor

Danke ronner!

Bin gerade eben beim Durchschauen der Meldungen der letzten zwei Tage auf den Artikel aus der FTD gestoßen.

 

Der Handelsskandal erschüttert das Vertrauen in die Aussagekraft von Marktpreisen und in die interne Kontrolle von Banken und Brokerhäusern. Seit 2008 gab es mehrere prominente Fälle von unautorisierten Transaktionen....

 

Es ist nicht das erste Mal, dass der Ölmarkt in den Schlagzeilen steht. Im Mai 2009 wurde ein Händler von Morgan Stanley suspendiert, weil er vor seinen Vorgesetzten Verluste versteckte. Seine Geschäfte soll er unter dem Einfluss von Alkohol durchgeführt haben.

 

Unrühmlicher Höhepunkt im Brent-Handel war der sogenannte Arcadia-Squeeze im Sommer 2000. Dem Handelshaus Arcadia, damals noch eine Tochter des japanischen Mitsui-Konglomerats, wurde vorgeworfen, die Preise manipuliert zu haben. Mithilfe weiterer Gesellschaften wie Glencore soll Arcadia mehr Brent-Schiffsladungen für September gekauft haben, als tatsächlich physisch auch zur Verfügung standen.

 

Auf dem außerbörslichen Terminmarkt wurde dann diese Position abgesichert – mithilfe sogenannter Contracts-for-Differences. In der Folge stiegen die Brent-Preise Ende August 2000 um mehr als 3 $. Raffinerien wie Tosco in den USA, die Öl aus Europa importieren, bekamen den Anstieg voll zu spüren. 30 Mio. $ Schadensersatz forderte Tosco von Arcadia. Der Streit wurde außergerichtlich beigelegt.

  • 1 Monat später...
Geschrieben

ic.arrow.right.png FTD: 150 Jahre Öl - wie alles begann

 

Es ist ein "lucky strike", ein Glückstreffer: Hätte er ein paar Meter entfernt gebohrt, hätte er die Ölblase verfehlt. Jetzt aber weiß er nicht, wohin mit dem Schatz. Alle Eimer, Waschschüsseln, Badewannen sind randvoll, und noch immer ist das Bohrloch schwarz.

 

Drake kommt eine Idee: Er kauft in den Saloons des Orts leere Whiskeyfässer. 25 dieser 159-Liter-Barrels füllt Drake am ersten Tag ab. Es ist die Geburtsstunde dieser Maßeinheit,

Auch Drake hat keine Fortune mehr: Er versäumt, seine Technik patentieren zu lassen, verspekuliert sein Geld an den Ölmärkten und stirbt 1880, verarmt und verbittert. Das Ölgeschäft rund um Titusville wird da längst von einem Geschäftsmann aus Ohio kontrolliert. Sein Name: John D. Rockefeller.
  • 1 Monat später...
Geschrieben

Es wird aber auch langsam Zeit für solche Maßnahmen wie ich finde.

 

*guckt raus auf die jetzt dunkle, aber sonst saftig grüne Wiese*

Geschrieben

theoretisch wäre so langsam Zeit, Öl zu verabschieden:

 

Riesige Erdgasvorkommen in Haynesville erweitern den Spielraum für die amerikanische Energiepolitik

 

mehr Info: ic.arrow.right.png Klick mich hart (PDF)

 

Die Amis als größter (noch) Verbraucher könnten sich innerhalb kürzester Zeit unabhängig von Ölimporten machen, indem sie ihre Fahrzeuge etc. auf Erdgas und Strom umrüsten.

 

Sie haben im eigenen Land so gigantische Vorkommen an Erdgas entdeckt, das ich nicht mehr langfristig auf Öl setzen würde.

Geschrieben

Ich hab mich mit Erdgas nicht wirklich beschäftigt, weis jemand wie lange das Erdgas halten wird wenn wir es in den Größenordnungen nutzen würden wie wir jetzt Erdöl nutzen? Ich hab da nämlich den Starken verdacht das es nur eine Aufschiebung des Problems ist und das man sich gerne dahinter versteckt nach dem Motto Erdgas ist Zukunft.

Oder bin ich da jetzt völlig falsch?

Geschrieben

Ne, da liegst du goldrichtig.

Das einzige, was noch niemand sicher beurteilen kann, ist, wie lange fossile (also nicht regenerative) Energien wie Erdgas, Erdöl, Kohle, ... noch halten werden.

Eher aber noch lang- als mittelfristig.

 

Strom kann man kurzzeitig nicht genug beschaffen. Es wird übrigens auch gerade das Lithium knapp (für Li-Ionen-Akkus).

 

Das ist ja auch der Fehler, den die meisten machen, wenn sie über Stromautos nachdenken. Der Strom muss auch irgendwo herkommen.

 

Es wird also mittelfristig weiterhin ein Mix aus alles Stromerzeugnungsarten geben, mit langfristiger Tendenz zu regenerativen Energien.

Geschrieben

jup, ein Mix wirds wohl in Zukunft werden.

 

Nach dem was ich bisher gelesen habe, soll Erdgas länger reichen wie Öl und ist zudem auch noch umweltfreundlicher.

 

Wichtiger als die Reichweite der Vorräte (geschätzt irgendwas um die 100 Jahre) ist aber, das es unabhängiger von den Ölförderländern macht und selbst gefördert werden kann.

  • 2 Monate später...
Geschrieben
Sie haben im eigenen Land so gigantische Vorkommen an Erdgas entdeckt, das ich nicht mehr langfristig auf Öl setzen würde.

Neuigkeiten von der Gas-Front:

 

USA entthronen Erdgaskönig Russland

 

Rückschlag für die Rohstoffsupermacht: 2009 ist die Fördermenge des russischen Staatskonzerns Gazprom dramatisch zurückgegangen. Zum ersten Mal seit Jahren verliert Moskau seine Position als größter Erdgasförderer der Welt - und ausgerechnet der Rivale Amerika droht Russland abzuhängen.
um ersten Mal seit 2002 verliert Russland auch den Titel des größten Gasproduzenten der Welt - und muss ausgerechnet den Rivalen USA vorbeiziehen lassen. 620 Milliarden Kubikmeter Gas förderten die Vereinigten Staaten, vor allem aus neu erschlossenen Lagerstätten in Schiefergesteinen.

 

Quelle/ Source: source.png Spiegel

  • 7 Monate später...
Geschrieben
  • Autor

 

Lobbyarbeit von einer anderen 'Perspektive' aus

 

Hamburg - Unter Peak Oil verstehen Energieexperten jenen Zeitpunkt, zu dem der globale Ölvorrat seinen Zenit überschreitet und die Förderung allmählich zurückgeht. Eine dauerhafte Versorgungskrise wäre die Folge - allein die Angst davor kann Turbulenzen an Rohstoffmärkten und Börsen auslösen.

[...]

Das Thema ist politisch so brisant, dass es schon bemerkenswert ist, wenn eine Institution wie die Bundeswehr den Begriff Peak Oil überhaupt verwendet. Doch eine Bundeswehr-Studie, die in verschiedenen Blogs kursiert, geht noch viel weiter. Das Dezernat Zukunftsanalyse - ein Think Tank, der zum Zentrum für Transformation der Bundeswehr gehört - hat erstmals die sicherheitspolitische Dimension des Peak-Oil-Problems analysiert.

 

Spiegel © 2010

Geschrieben

Ja, ja das ist wohl einigen Leuten der Ölpreis zu niedrig.Er ist ja auch schon bei der ersten Unterstützung angelangt. :hrhrhr:

Aber das sich jetzt auch die Bundeswehr einschaltet ist ja interessant.Von wem sind die wohl gesponsert worden um solche Meldungen zu produzieren!

Geschrieben

Wäre auch ne Möglichkeit, andererseits ist die langfristige

Problematik ja nicht von der Hand zu weisen..

Geschrieben

Aber das sich jetzt auch die Bundeswehr einschaltet ist ja interessant.Von wem sind die wohl gesponsert worden um solche Meldungen zu produzieren!

 

Ich denke, der Bericht ist ernst gemeint. Er beinhaltet ja eigentlich auch nichts Neues. Dass das Öl mal zur Neige geht, wissen wir alle, nur der Zeitpunkt der "Halbzeit" ist noch nicht klar.

Und die politischen Auswirkungen sind auch gut beschrieben. Es ist nunmal so, dass dann Staaten, die sich nicht auf alternative Energien vorbereitet haben, plötzlich ein Problem kriegen werden.

 

Ich selber vermute ja, den Oilpeak (also das Aufbrauchen der Hälfte aller Ölreserven) haben wir in diesen Jahren gehabt/werden wir demnächst haben, aber das traut sich dann auch niemand zu sagen.

Geschrieben
  • Autor

Von wem sind die wohl gesponsert worden um solche Meldungen zu produzieren!

 

Gutachten werden immer von irgendwem in Auftrag gegeben und repräsentieren fast immer irgendwelche Interessen.

In dem Fall macht sich ein Industrie- und Wirtschaftszweig darüber Gedanken, wie die Zukunft aussehen könnte.

Klar, neben Stahl (Ausrüstung), seltenen Erden (High Tech Equipment) und Öl (Treibstoff) ist der Konzern Bundeswehr (wie jeder Militärverband der Welt) direkt von den Entwicklungen an den Rohstoffmärkten betroffen. Ohne Diesel fährt kein Panzer, ohne Kerosin habt kein Kampfjet ab. Diese Betrachtungsweise vor Augen und im Angesicht der Tatsache, dass es (aktuell) keinen adäquaten Ersatz für das schwarze Gold gibt, ist es sicherlich ratsam, sich über die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen der Zukunft Gedanken zu machen.

 

Hat jemand im Artikel das verlinkte *pdf gelesen? Hochinteressante Studie wie ich meine. Am Ende steht eine Zusammenfassung, wer nicht alles lesen mag.

Geschrieben

Die Kollegen aus Übersee sind da anscheinend schon einen Schritt weiter: Klick

 

Es gab zu dem Thema neulich einen interessanten Bericht im ARD/ZDF (finde ihn leider gerade nicht).

Demnach übersteigt erstmals spätestens 2012 die Nachfrage das Angebot, es entsteht eine Schere, weil die Nachfrage weiter steigt das Angebot aber zurückgeht.

Zur Zeit scheint das an den Märkten keine Thema zu sein, aber das kann sich ändern.

Ölpreis von 200$ ist realistisch und wenn mal alle richtig durchdrehen gibts nach oben kein Limit. :hrhrhr:

Autofahren wird dann für viele unbezahlbar und man ist gezwungen z.B. aufs Elektroauto umzusteigen.

Geschrieben

Nur mal eins vorweg: Ich bin ein großer Fan von Elektromobilien. Ich selbst habe auch schon ein Elektromobil besessen und kenne die Nachteile davon. Ich bin einer der ersten wenn es um das Thema geht "weg-vom-Öl".

Eines der größten Ölfelder hat man doch noch gar nicht angefasst (vor Brasilien).

Wenn man die bekannten Ölfelder anschaut und die Mengen die sie noch haben, das im direkten Vergleich mit der Preissteigerung der letzten Jahre in Bezug setzt und dies mit der steigenden Nachfrage bezieht so sieht man recht schnell dass der Ölpreis überteuert ist und künstlich oben gehalten wird.

 

Darf ich fragen was deine Basis von $200,- ist? Was hast du alles in deine Berechnung mit einbezogen? Zeig mir bitte eine aktuelle Quelle die eine Rechnung vorzeigt wie viele Ölquellen in welchen Mengen noch vorhanden sind und dies nur noch 25 Jahre reichen wie jeder hier immer anspricht...

Geschrieben

Na ja - im Vergleich zu Milch (regenerativ, hoch subventioniert, 95% Wasser) - ist Öl (endlich, aus grossen Tiefen, weiter (riskanter) Transport, universell verwendbar) - spotbillig!

 

Bei einem Preis von 80 Dollar pro Barell kostet der Liter gerade mal 0,50 Dollar-Cent (sozusagen Erzeugerpreis). Milch etwa 30 Euro-Cent... Zieht man die EA-Agrarsubventionen für Milch ab - kommt man vermutlich auf eine Parität.

 

...irgendetwas stimmt da doch nicht... oder?

Geschrieben

Darf ich fragen was deine Basis von $200,- ist? Was hast du alles in deine Berechnung mit einbezogen? Zeig mir bitte eine aktuelle Quelle die eine Rechnung vorzeigt wie viele Ölquellen in welchen Mengen noch vorhanden sind und dies nur noch 25 Jahre reichen wie jeder hier immer anspricht...

Basis? Gar keine, denn ich wußte bis eben nicht, dass man Börsenkurse berechnen kann. Ich schrieb lediglich "denkbar"!

Als Quelle bezog ich mich auf den erwähnten TV-Beitrag, in dem es u.a. darum ging dass das Pentagon schon seit längerem Versuche mit Biosprit durchführt um damit in Zukunft die Flotte zu versorgen.

Warum machen die das wohl?

Ich gebe Dir in dem Punkt recht, dass niemand genau weiss wieviel Öl vorhanden bzw. in Zukunft kostendeckend förderbar ist!

Das mit dem Elektroauto meinte ich völlig neutral, weil mit irgendwas müssen sich die Leute ja fortbewegen.

Geschrieben

Der Knackpunkt ist einfach der - dass es an Alternativen fehlt. Konkret: am Energiespeicher.

 

Momentan gibt es einfach keinen vernünftigen "Akku", der Energie einfach, sicher und schnell speichern und abgeben kann. Lithium ist auch eine endlicher Rohstoff, je nach Quelle reicht Lithium auch nur für die üblichen Anwendungen, aber nicht für einen (weltweiten) Automarkt.

 

Deshalb auch die Angst vor dem Oilpeak und die Zeit nach dem Öl - momentan ist einfach eine Alternative zum Öl nicht vorstellbar.

Auch auf absehbare Zeit ist nichts vorstellbar. Auch wenn der Ölpeak erst in 40 Jahren kommt - er wird kommen und dann sollten langsam ernsthafte Alternativen zur Verfügung stehen.

Der hohe Ölpreis fördert in meinen Augen die Anstrengungen, vom Öl wegzukommen, allein aus wirtschaftlichen Gründen. Deswegen begrüße ich auch das Gutachten, ob das Gutachten nun eher übertrieben ist oder nicht.

(Ich persönlich als Pendler leide unter dem hohen Ölpreis)

 

Die besten Umwelttechnologien bringen nichts (Fusionskraftwerke ist wohl die einzige richtig umweltschonende Lösung, alles andere stört die Umwelt, abgesehen von Solar) ohne Energiespeicher. Das ist der Knackpunkt momentan. Es sei denn, man würde Fusionsenergie in Automotorgröße herstellen können...(oder man ändert das Konzept der Mobilität völlig, stromführende Schienen ist das Stichwort, dann brauch man keine mobilen Speicher, mit Ausnahme von Flugzeugen/Schiffen).

Geschrieben

Der hohe Ölpreis fördert in meinen Augen die Anstrengungen, vom Öl wegzukommen, allein aus wirtschaftlichen Gründen.

Das werden Öl Kartell ansässige auch so sehen, aber bei eventuell kurzfristigem, sprich materiellem denken nicht grade unterstützen.......

Deren Lobby ist politisch sicher nicht zu unterschätzen.

 

Aber die Studie zeigt Imho einen klitzekleinen Schritt in die richtige Richtung des "must think global"

Geschrieben

Fusionskraftwerk produziert auch Radioaktives Material. Glaub die Wände dieser Kraftwerke sind davon betroffen. Hab mir damals die Ergebnisse vom Testreaktor durchgelesen.

Was mich jedoch ein wenig wundert ist dass niemand mehr von einer Brennstoffzelle redet. Meine Brennstoffzelle zuhause funktioniert ja auch in beide Richtung, diese ist jedoch die ineffektivste aller Brennstoffzellen. Wasserstoff wäre dann der Akku/Treibstoff. Zugegeben der Wirkungsgrad ist schlecht aber das sind Ottomotoren auch.

Honda hatte glaub vor ca.5-8 Jahre (keine Ahnung mehr wie lange es her war) eine Idee Solarzellen auf dem Dach als Energiespender für die Brennstoffzelle zum erzeugen von Wasserstoff gehabt. Dieses Wasserstoff sollte für die Honda Autos eingesetzt werden. Ein großes Problem war das komprimieren des Wasserstoffes im Haushalt.

Geschrieben

Es entsteht aber bei Kernfusion wesentlich weniger radioaktives Material und - ganz wichtig - die Halbwertszeit beträgt nur ca 100 Jahre.

Und im Falle einer Havarie / eines Anschlages etc. bricht der Prozess sofort zusammen, eine selbstständig ablaufende Kettenreaktion gibt es nicht. Es besteht also nicht die Gefahr einer Nuklearexplosion.

 

Solar, Wind, Wasserkraft wird in meinen Augen niemals - oder nicht so schnell - zu einer Primärenergiequelle werden. Dazu stören sie die Umwelt zu sehr.

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