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[12.12.06]Informationen zur Insolvenz der Sportbörse Bluevex
Hallo, heute erhielt ich einen Brief der Anwaltskanzlei Ott, dem Insolvenzverwalter der Bluevest GmbH, in dem sie mir mitteilten, daß ich von meinem seinerzeitgen Restguthaben bei Bluevex von rund 700 Euro doch immerhin 46,62 Euro ausbezahlt bekomme, was einer Quote von bemerkenswerten 6,5 % entspricht. Und ich ging davon aus, daß fünf Jahre nach der Pleite gar nichts mehr kommen würde. Da knallt doch nochmal der Champagnerkorken. Zumindest einer.
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EURUSD - wie geht es weiter
Jetzt kommt nochmal Musik in die Sache: Quelle Meine Voraussage (sofern man hier überhaupt etwas sagen kann): 1. Euro Panik: "Hilfe, der Euro zerfällt" Dollar erholt sich auf 1,38 2. Griechenland fliegt raus: "Hurra, ein Schwächling weniger" Euro steigt auf 1,62 zum Dollar So etwa pi mal Daumen die ganz grobe Richtung.
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US-Spezialkräfte töten Osama Bin Laden
Kann man eigentlich nicht. Kapitalismus ist eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordung. Religion ist eine Weltanschauung, die sich in der Regel auf übernatürliche Phänomene stützt. So etwas ist dem Kapitalismus völlig fremd. Selbstverständlich gibt es Leute, die den Kapitialismus zum Dogma erheben und diesen dann gleichsam - umgangssprachlich formuliert - mit "religösem Eifer" vor sich hertragen. Das kann man aber letztlich mit allen Dingen tun. Das Problem bei Religionen - also den "richtigen" - besteht darin, daß sie apodiktischen Charakter haben. Damit tragen sie eine gewisse Intoleranz und Abgrenzung zu Anders- bzw. "Ungläubigen" ebenfalls in sich. Insofern überrascht es nicht, daß immer wieder radikalreligöse Strömungen aus den Religionen erwuchsen und erwachsen, die die Menschheit ins Unglück stürzen. Diese Entwicklung ist quasi in den Religionen immanent angelegt. Das heißt soviel wie: wer A sagt, muß auch B sagen. Wer Christentum sagt, muß auch Kreationismus sagen. Wer Islam sagt, muß auch islamistischen Fundamentalismus sagen. Wer hilfsbereiter und aufopfernder Pfarrer sagt, muß auch Haßprediger sagen. Das eine ist ohne das andere leider nicht zu haben. Und dieser Preis ist mir zu hoch. Bedarf es wirklich einer Religion, um Menschen zu solidarischen, hilfs- und opferbereiten Menschen zu erziehen, die sich an Regeln halten und nicht nur an sich selber denken? Ich denke: nein.
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US-Spezialkräfte töten Osama Bin Laden
Meine Hoffnung war, daß im Zuge einer immer mehr um sich greifenden Verwissenschaftlichung und Technisierung der Welt dieses Relikt vergangener Jahrhunderte nach und nach zurückgedrängt wird, bis es schließlich ganz ausstirbt. Leider sieht es im Moment aber nicht unbedingt danach aus.
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EURUSD - wie geht es weiter
Ich wühle ja gerne mal in alten Threads rum.... Schaut man sich die Diskussion von vor einem Jahr an: Euro überlebt die nächste Woche nicht mehr Ein bärisches Chartbild jagte das andere, Euro fällt unter 1,20 Ein Jahr später: 1,48 ...ach, ich vergaß: das interessiert Euch Daytrader ja gar nicht...Mist!
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Finanztransaktionssteuer? Heike Makatsch und Jan Josef Liefers erklären es in diesem Spot
Der Spot ist ja nicht mehr ganz neu, und in der öffentlichen Diskussion ist das Thema dank Fukushima, Libyen u.a. ein bißchen in den Hintergrund gerückt, kann aber im Zuge der nach wie vor ungelösten Staatsschuldenproblematik bald wieder die Schlagzeilen füllen. Vor anderthalb Jahren gab es hier im Forum ja auch schon mal eine Diskussion dazu: http://www.tom-next.com/community/topic/55307-finanztransaktionssteuer/page__hl__finanztransaktionsteuer Nur eine Bemerkung zu dem Spot: die Formulierung "Steuer gegen Armut" ist irreführend. Steuern fließen in den allgemeinen Staatshaushalt und werden dort für ALLE Ausgaben des Staates verwendet, egal welche. Es ist das Merkmal von Steuern, daß sie eben gerade nicht zweckbestimmt sind, im Gegensatz zu Gebühren und Beiträgen.
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Kann man vom Daytrading leben?
Nun, so klein war er nicht, als er loslegte. Er hatte ja vorher schon lange Jahre im Handel gearbeitet und gut verdient. Zunächst machte er es ja auch ohne Risiko. Er behielt seinen Job und das Risiko seines Handelssystems trugen seine Kunden. Als er sich selbständig machte, dürfte er vermögensmäßig allerdings schon die Millionengrenze überschritten haben. Ich weiß nur, was für Größenordnungen er damals für sich und seine Kunden handelte, das bewegte sich um mehrere hundert FDAX rum.
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Kann man vom Daytrading leben?
Du wirst es nicht glauben, das war er in der Tat. Nicht in Autos, aber in Frauen, leider auch nicht die billigsten. Aber das hat ihm nicht das Genick gebrochen. Hätte er sein regelmäßiges Einkommen aus dem Trading gehabt so wie er das geplant hatte, wären die Frauen auch problemlos finanzierbar gewesen. Aber nehmen wir zwei andere Beispiele von etwas bescheideneren Zeitgenossen. Als er sich selbständig machte, sind zusammen mit ihm noch zwei weitere seiner Broker-Kompagnons abgesprungen und zu dritt haben sie eine Bürogemeinschaft gegründet, wobei jeder seinen eigenen Handelsansatz mitbrachte und diesen handelte. Die anderen brachten etwa das gleiche Geld mit wie mein Kumpel, also irgendwas im Bereich von 150 bis 250 TDM. Was ist aus ihnen geworden? Einer hat vor etwa zwei Jahren das Traden ganz aufgegeben. Arm ist er damit wohl nicht geworden, reich aber auch nicht. Summa summarum eher ein Ergebnis um die Nulllinie herum. Wirtschaftliche Sorgen braucht er sich jedoch als Erbe des häuslichen Betriebes nicht zu machen, den er jetzt auch verwaltet. Den anderen rettete das Familienvermögen vor dem Kollaps. Sein Erbonkel vermachte ihm ein paar Mietwohnungen, aus denen er jetzt sein regelmäßiges Einkommen bezieht. Traden tut er angeblich noch, ich habe keinen Kontakt mehr zu ihm. Allerdings sind auch hier die Reichtümer nicht gekommen, im Gegenteil. Hätte er damals das Haus des Onkels nicht beleihen können, wäre er erledigt, zumindest was das Traden angeht. Aber damit nicht immer alles so negativ ist, jetzt auch mal die Geschichte von dem Millionär, zumindest was man mir davon erzählt hat. Selbiger war im Handel einer großen Bank beschäftigt und begann dort bereits ein indikatorenbasiertes Handelssystem auszutüfteln. Als es fertig war, legte er mit ein paar Kunden los, und weil es im ersten Jahr gut lief und ihm einiges an Gewinnbeteiligungen in die Kasse spülte (alles natürlich privat und ohne Wissen seines Arbeitgebers), sprang er dann, als er genügend Geld zusammenhatte, ab und machte sich selbständig. Sein System lief in den ersten beiden Jahren bombig, er soll, so wurde mir berichtet, damit einen zweistelligen Millionenbetrag eingesackt haben. Dann kündigte er seinen Kunden (die ihn auf Knien angefleht haben sollen, doch weiterzumachen) und investierte seine Millionen in was Werthaltiges, überwiegend Immobilien. Sein System ließ er noch weiterlaufen, allerdings nur noch mit Spielgeld. Und was passierte? In den folgenden zwei bis drei Jahren versägte es endlos Geld. Doch er hatte seine Schäfchen bereits im Trockenen und stellte es dann irgendwann mal ab. Fazit: man kann in der Tat mal für eine gewisse Zeit mit einem Tradingsystem Gewinn machen. Ich bestreite, daß das dauerhaft über Jahrzehnte funktioniert, aber ein paar Jahre lang kann es klappen. In dieser Zeit sollte es tunlichst so viel Ertrag abwerfen, daß man sich anschließend zur Ruhe setzen kann und nach Lust und Laune weitertraden kann, dies aber nicht MUSS. Wenn es schiefgeht und das System die ersten Jahre Verluste produziert und erst dann Gewinne - tja, dann hat man eben die Arschkarte gezogen und ist, wenn man Pech hat, schon aus dem Geschäft rausgekegelt. Kann jeder selber entscheiden, ob er seine Existenz gerne auf sowas aufbauen möchte. Meine Antwort ist: niemals! Vor 30 Jahren habe ich auch mal von einem Spekulantenleben (Trading war damals noch nicht so "in") nach Kostolany-Manier geträumt, wurde aber schnell eines Besseren belehrt. So, das waren mal ein paar Geschichten aus meinem Umfeld, jetzt seid ihr dran. Und bitte nur Erfolgsstories
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Kann man vom Daytrading leben?
Ach Gott ja, das erinnert mich an die Geschichte meines Kumpels, die ich hier mal in groben Zügen skizziere. Als wir uns vor rund 20 Jahren kennenlernten - ich mit einem Teilzeitjob und nebenher Freizeitspekulant, er als Sproß aus wohlhabendem Hause ganz ohne Arbeit - schwärmte er mir schon damals was vor von Daytrading. Und ich, der ihn damals nicht richtig verstand, fragte dann irgendwann einmal, wie er denn vernünftig Gewinn machen wolle, wenn er seine Positionen immer nur so kurzfristig hielte. So könne er doch nie reich werden. Nein, reich werden wollte er auch gar nicht damit, sondern "Einkommen generieren". Er stellte sich das so vor, daß man mit ein paar Hilfsmitteln, damals bei ihm die Chartanalyse, und entsprechend Erfahrungen und Regeln dann Monat für Monat ein paar tausend Mark verdienen könnte, mal mehr, mal weniger, aber eben immer schön regelmäßig und nur mit kleinem Kapitaleinsatz. Selber ging er allerdings klugerweise erst einmal beim Broker arbeiten, doch nach rund 5 Jahren hatte er genug von der Arbeit und machte sich mit ungefähr 200.000 Mark im Rücken als Trader selbständig. Erfahrungen hatte er in rund 12 Jahren Börsenhandel und -trading reichlich gesammelt, war absoluter Experte in Chartanalyse und kannte sich auch gut mit technischen Indikatoren aus, was damals noch verhältnimäßig wenig verbreitet war. Seine Einsätze waren stets klein, nur ein einziger S&P Kontrakt, später nur noch zwei Minis, in Ausnahmefällen mal vier Minis, aber natürlich alles nur intraday. Trotz seiner Expertise und ausreichend Kapital gelang es ihm nicht, sein regelmäßiges Einkommen zu generieren, jedenfalls nicht so, wie er sich das vorgestellt hatte. Acht Jahre später war Feierabend, seitdem lebt er von Hartz IV und wird das auch bis zum Renteneintritt tun, denn aus dem Arbeitsleben ist er zu lange raus und inzwischen für den Arbeitsmarkt auch zu alt. Von dieser Sorte kenne ich noch ein paar weitere Geschichten. Alles wohlgemerkt kluge Leute, mit viel Erfahrung, großem Fachwissen und überwiegend nicht ganz wenig Geld, also hoher 5-stelliger bis 6-stelliger Bereich.
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Kann man vom Daytrading leben?
1. Startkapital - bei aller bescheidensten Lebensansprüchen ungefähr auf Hartz-IV-Niveau: mindestens 250.000 EUR für einen Alleinstehenden. Müssen Familienmitglieder versorgt werden, kommen noch einmal 100.000 EUR pro Familienmitglied hinzu. Von den 250.000 EUR Startkapital sind 125.000 EUR für Lebensführung für 10 Jahre und weitere 125.000 EUR für das Trading vorgesehen. 2. Tradingerfahrung bzw. eigene aktive Börsenerfahrung: mindestens 10 Jahre. Liegen beide oder eine der beiden Voraussetzungen nicht vor, ist die Wahrscheinlichkeit, nach wenigen Jahren in der Vollpleite zu enden, aus meiner Sicht bei ca. 90 % zu verorten. Begründung: Erfahrungen aus meinem persönlichen Umfeld. Von allen, die ihren Job aufgaben und sich als Trader selbständig machten, hat es keiner, ich betone: KEINER langfristig geschafft, trotz teilweise sogar besserer Kapitalausstattung als von mir oben angesprochen. Von einem einzigen habe ich erfahren, der es angeblich doch geschafft haben soll, aber der war zum Zeitpunkt seines Ausstiegs vermutlich schon Millionär und hatte in seiner Tradingzeit die ersten zwei Jahre einen solchen Wahnsinnsdusel, daß er in dieser Zeit lebenslang ausgesorgt hatte. Nur zwei Jahre später, und er wäre sang- und klanglos untergegangen wie die anderen auch, weil sein System dann nicht mehr funktionierte. Einen vernünftig bezahlten Job für das Trading aufzugeben würde ich niemals je tun, es sei denn, Du wolltest ohnehin aus anderen Gründen aus dem Job raus. Dann allerdings mit der Perspektive, entweder einen neuen Job zu finden oder aber eine Erbschaft anzutreten bzw. eine sonstige Vermögenszuwendung in Aussicht zu haben, mit der Du nie wieder arbeiten zu gehen brauchst. Bei mir verlief der (vorübergehende) Ausstieg aus dem Arbeitsleben vor acht Jahren eher halb freiwillig und auch mit der Absicht, langfristig wieder einen anderen Job zu bekommen. Weil sich das jedoch nicht so schnell umsetzen ließ, war ich dann gezwungenermaßen ein paar Jahre Trader, überwiegend intraday, habe mich aber sofort wieder ins Berufsleben zurückgemeldet, als ich ein ordentliches Angebot bekam. Leben und zusätzlich noch Vermögen bilden konnte ich von meinem Trading nicht, obwohl es unter dem Strich erfolgreich war.
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Warum läßt DU Dich vom Kapitalismus belügen und betrügen? - Volker Pispers
Die Antwort hat er schon gegeben mit den Lottospielern: eine kleine Gruppe von (Insider-)Tradern und Halbbetrügern bereichert sich auf Kosten von 90 % Kleinspekulanten und -tradern, denen an Hand dieser wenigen Neureichen vorgekaukelt wird, alle können an der Börse reich werden, wenn sie es nur richtig machen.
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IG --> Custom Bets
Antwort heute von IG Markets: Also nichts für uns Alemannen.
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IG --> Custom Bets
Ich habe mal angefragt, ob sie die custom bets auch in Deutschland anbieten wollen. Werde mich melden, sobald ich eine Antwort erhalte.
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Mein Leben 2.0
Herzlichen Glückwunsch - zur Chance auf das Leben 2.0. Und alles Gute, noch was draus machen zu können.
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1979: Geld - Das große Abenteuer
Nicht unbedingt. Es gab zwar schön hohe Zinsen, aber die Inflation war auch doppelt so hoch, teilweise bis 6 % pro Jahr, so daß man von den schönen Zinsen dann doch wieder nichts hatte.
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1979: Geld - Das große Abenteuer
Wenn mich die Leute früher fragten, wie ich zur Börse gekommen bin, dann sagte ich ihnen, daß es damit zu tun gehabt hätte, daß ich für mein Leben gerne Eis gegessen habe (und es auch heute noch tue). Als junger Schulbub im Alter von vielleicht 13 bis 14 Jahren fuhr ich in den Sommermonaten nach Unterrichtsschluß bei gutem Wetter gern zu einem italienischen Eiscafé, dessen Inhaber für seine reiche Auswahl an Eissorten stadtbekannt war. Meistens bestellte ich mir einen Jumbo-Eisbecher mit durchschnittlich 7-8 Kugeln verschiedener Eissorten. In unmittelbarer Nachbarschaft des Eiscafés befand sich eine Bankfiliale, und auf dem Weg nach Hause schlenderte ich dann zwangsläufig an dieser Bankfiliale vorbei, an der die neuesten Aktienkurse vom Tage auf einer Tafel im Schaufenster ausgehängt waren. Diese sah ich mir interessiert an und bestaunte die täglichen Veränderungen der Aktienkurse. Obwohl diese Kursveränderungen im Vergleich zu dem, was man heute so gewohnt ist, wirklich nicht besonders groß waren, übten sie auf einen wie mich, der bislang nur das Sparbuch mit seinen damals 4 bis 5 Prozent Zinsen pro Jahr kannte, eine enorme Anziehungskraft aus. Hier konnte man in einer Woche so viel gewinnen wie mit dem Sparbuch in einem ganzen Jahr. Wenn man die richtigen Aktien kaufte. Das war doch interessant. Und überhaupt - warum fallen manche Aktien, während andere gleichzeitig gestiegen waren? Wieder andere kamen gar nicht vom Fleck. Ich musste unbedingt ergründen, was es damit auf sich hatte. Ich begann nun regelmäßig die Wirtschaftsnachrichten der Tageszeitung zu studieren. Vieles, was es dort zu lesen gab, waren für mich noch böhmische Dörfer. Was zum Teufel ist denn der Unterschied zwischen Bilanzgewinn und Jahresergebnis? Und was heißt eigentlich "Cash Flow"? Und der Unterschied zwischen Nennwert und Kurswert einer Aktie? Auch wenn ich nicht alles verstand, interessierte es mich doch brennend. Schon als Kind im Vorschulalter und in der Grundschule haben mich diejenigen Gesellschaftsspiele am meisten interessiert, bei denen es darum ging, ein möglichst großes Vermögen zu machen. Mangels geeigneter Mitspieler habe ich Monopoly mit mir alleine gespielt, wobei ich selbst vier verschiedene Mitspieler gleichzeitig simulierte. Schnell lernte ich, daß es darauf ankam, möglichst frühzeitig ein Monopol bei den Bahnhöfen zu bekommen, bevor irgend jemand überhaupt Häuser bauen konnte. Und bei den Straßen sollte man am besten zügig die hellblauen und orangefarbenen haben, denn diese hatten in Relation zum knappen Geld zu Beginn der Bauphase das beste Preis-/Leistungsverhältnis, mit dessen Hilfe man die Gegner mit ihren viel wertvolleren Straßen schnell in die Knie zwang. Später dann gründete ich mit einigen weiteren Klassenkameraden eine Monopoly-Liga, doch verloren diese schnell das Interesse, weil ich fast immer gewann. Sehr beliebt war auch das Börsenspiel. Hier konnte man insgesamt in vier verschiedene Aktien investieren und deren Kurse anschließend mit diversen Spielkarten hoch- oder herunterbewegen, wobei man selbst durch geschickte Investitionen aus der ganzen Achterbahnfahrt der Kurse ein möglichst großes Vermögen machen musste. Was gab es noch alles für schöne Sachen…Öl-Magnat, Playboss, Die Große Auktion, Geld und Börse usw. Ich habe viele schon vergessen. Im Jahre 1979 dann schenkte mir mein Onkel ein kleines Buch. Er dachte sich, der Bub interessiert sich doch immer so für Geldgeschichten, dann ist das vielleicht was für ihn: es war ein Paperback aus dem Bastei-Lübbe Verlag. Titel: Geld - Das große Abenteuer. Autor: André Kostolany. Er ahnte gar nicht, was er damit angerichtet hatte. Es ist nicht nur Kostolanys unterhaltsamem Erzählstil zu verdanken, daß ich den Inhalt dieses Buches aufgesogen habe wie ein Schwamm und es zu einer Art Bibel für mich wurde. Was da alles für Sachen drinstanden, von denen ich noch nie gehört hatte. Leerverkäufe zum Beispiel. Man verkaufte Aktien, die man gar nicht besaß, um sie später billiger wieder zurückzukaufen und so an Kursstürzen zu verdienen. Genial! Auch mit Anleihen konnte man spekulieren, nicht nur mit Aktien. Die brachten also nicht nur feste Zinsen jedes Jahr, sondern konnten auch kräftig im Kurs abstürzen, wenn der Schuldner an Bonität einbüßte. Ich begann, mich durch den Zahlensalat aus dem Kursteil der Tageszeitung durchzuwühlen, was mich früher nie interessiert hatte, geschweige denn, daß ich was damit anzufangen wusste. Diese ganzen Kurszusätze, "b", "B", "G", "bG", "bBr", "T" - was bedeuteten die bloß alle? Schließlich bezog ich die Tageszeitung im Abonnement, jedoch nur, weil ich an der täglichen Lektüre der Wirtschaftsnachrichten interessiert war und insbesondere an den täglichen Aktienkursen, die dort veröffentlicht wurden. Den Kursteil schnitt ich mit der Schere heraus und heftete ihn ab, um so eine kleine Kurshistorie zu erhalten. Die Kurse einiger weniger Aktien, die mich besonders interessierten, habe ich mit Bleistift und Lineal auf Kästchenpapier aufgetragen. Meine ersten Charts. Historische Charts waren ja schön und gut, aber ich wollte es auch gerne etwas aktueller haben und nicht erst am nächsten Tag aus der Zeitung erfahren, was am Vortag passiert war. Doch wie sollte man an aktuelle Kursinformationen kommen? Die Kinder des Internets können sich die Welt von früher gar nicht mehr vorstellen. Es gab grundsätzlich zwei Möglichkeiten: 1. Man ging am Nachmittag zum Schaufenster irgendeiner Bankfiliale, in der die Aktienkurse des Tages ausgehängt wurden. Problem dabei: das geschah meist erst am späten Nachmittag. Wenn man Glück hatte, auch früher, aber Verlass war da nicht drauf. 2. Die Telefonhotline 1168 mit den Börsenkursen von vwd. Es gab zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Ansagen: morgens gegen 10:00 Uhr der Vorbörsenbericht (zur Information: der Börsenhandel startete um 10:30 Uhr in Frankfurt bzw. um 11:00 Uhr an den Regionalbörsen), dann gegen 11:00 Uhr die Eröffnungskurse und gegen 14:00 Uhr die Schlusskurse (Handelsschluss war um 13:30 Uhr). Gegen 16:00 Uhr wurden die Schlusskurse noch um den Nachbörsenbericht ergänzt. Die Telefonhotline war das von mir am meisten genutzte aktuelle Informationsmedium bis Anfang der Neunziger Jahre hinein. Aber es gab da ja noch eine dritte Möglichkeit, wenn's wirklich mal ganz superaktuell sein musste. Ich wohnte zum Glück in einer Stadt mit einer dieser acht deutschen Regionalbörsen. Wenn es der schulische Stundenplan zuließ und der Unterricht rechtzeitig vorbei war, bin ich schnurstracks zur Börse geradelt und habe das Geschehen direkt vom Parkett aus verfolgt. Hier war alles realtime. Es war eine recht kleine Regionalbörse ohne Besuchergalerie. Für die Börsenbesucher waren stattdessen im Börsensaal selbst am Rande ein paar Stühle aufgestellt. Das hatte den Vorteil, richtig nahe am Geschehen sein zu können. Hin und wieder ließ sich mal von der örtlichen Sparkasse oder einer Privatbank ein Seminarleiter blicken inklusive Gefolge, der den Bank-Azubis den Börsenhandel erklärte. Ich habe mich dann als "freiwilliger Azubi" unauffällig unter die Menge gemischt und mir auch alles schön erklären lassen. Was die Aufgaben der Akteure "vor und hinter der Schranke" sind, wie die Kurse ermittelt werden usw. Das Beste allerdings war der Live-Handel auf dem Parkett. Dieser obercoole Händlerjargon. Das musste man einfach toll finden. "Wie steht VW?" "172 Aussuchen." "100 an Dich." "Von Dir." Da hatte gerade jemand 100 VW-Stammaktien mit 172 DM pro Stück verkauft. "Und Anilin?" "99 'nhalb zu Rund." "500 von Dir." "An Dich." Alles klar, was jetzt passieren würde? Richtig, der Kurs von BASF wurde mit 100 DM bezahlt notiert. "Anilin" war Händlerdeutsch für BASF (Badische Anilin- und Soda-Fabrik). "99 'nhalb zu Rund" hieß, der Kurs stand bei 99,50 Geld und 100 (= rund) DM Brief. "500 von Dir" hieß, daß der betreffende Händler 500 Stück zum Kurs von 100 DM pro Stück gekauft hatte. Somit war ein bezahlter Kurs von 100 DM zustande gekommen. Dieser wurde dann mittels Folienstift auf die Klarsichtfolie geschrieben, die auf einem Tageslichtprojektor lag, der die Kurse auf eine große weiße Wandfläche projizierte. Für mich stand fest: so einer wie die da auf dem Börsenparkett wollte ich auch mal werden. Mindestens so einer wie Kostolany. Mein beruflicher Jugendtraum war geboren.
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Das Ende von Goldman Sachs
Wie erwartet nun: Quelle Und auch hier wieder die Frage: warum so spät? Der eigetretene Image- und auch finanzielle Schaden hätte vermieden werden können.
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EURUSD - wie geht es weiter
Und...wer von den klugen Wirtschaftswissenschaftlern mag sich vielleicht jetzt äußern im Sinne von "Euro übermorgen am Ende"? Übrigens: meine Achtung vor Jim Rogers, der den Euro ja bei 1,20 kaufen wollte, ist schon wieder dahin, denn: Quelle Na schön, in 10-15 Jahren erinnert sich bestimmt niemand mehr daran, was er hier mal zum besten gegeben hat...einige von uns sind da eventuell auch schon tot... ...inklusive Jim Rogers... Aber ich gehe mal ein Schrittchen weiter und sage, daß bereits in 1-2 Jahren beim Stande von 1,60 USD für einen Euro mit Sicherheit niemand mehr vom Ende des Euro sprechen wird (das macht ja schon jetzt keiner mehr) - wohl aber vom Ende des Dollar!
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Operation "Top Kill" ist gescheitert
Bilder vom Golf - unzensiert
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22.Juni
Soros hat sich gerade wieder negativ zum Euro geäußert. Wenn seine Meinung den Mainstream widerspiegelt, könnten wir nochmal unter die 1,20 gehen. Meinen Einstieg bei 1,17 habe ich nicht bekommen, war zu optimistisch, wenn auch nur knapp verfehlt. Insgesamt hat es der Euro aber wohl überstanden. Wenn jemals wieder Kurse unter 1,20 kommen sollten...unbedingt kaufen!
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Finanztransaktionssteuer
Gott sei Dank ist dieser Unfug mit der Bankenabgabe vom Tisch. Ich bin ja mal gespannt, ob die Amis (war ja ihre Idee) das jetzt im Alleingang umsetzen (können). Die globale FTS ist ohnehin momentan nicht zu erwarten, allenfalls eine europäische FTS. Hier wird es sicher nochmal interessant.
- EURUSD - wie geht es weiter
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EURUSD - wie geht es weiter
Der US Dollar Index geht ja auf mehrere Währungen, das könnte man auch überlegen. Ich dachte eigentlich an ein ganz normales Kassageschäft oder Termingeschäft, so wie bisher auch. Vor etlichen Jahren habe ich ja noch die CME-Kontrakte gehandelt, aber das ist schon eine Ewigkeit her, so 1993/94, damals überwiegend USDJPY. Eigentlich wollte ich aber auch auf eine Renaissance des Euro setzen, und deshalb ist ein Währungskorb eventuell nicht so interessant. Die Stimmung im Euro ist ja momentan am Boden, das ist schon mal eine gute Einstiegsvoraussetzung. Wenn dann noch Ernst gemacht wird mit den diversen Schuldenbremsen könnte es in ein paar Jahren im günstigen Fall eine neue Euro-Euphorie geben, zusätzlich zur möglichen Dollarschwäche.
- EURUSD - wie geht es weiter
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